Montag, 31. März 2014

Lesebiografie März 2014

Lesebiografie März 2014

Wahrscheinlich wegen einigen "ich kämpf mich da durch"-Büchern wenig gelesen im März. Immerhin waren zwei Highlights dabei.

- Julias Geheimnis von Juliet Hall
- Das italienische Mädchen von Lucinda Riley

- An einem Tag im Winter von Judith Lennox
- Books & Braun: Das Zeichen des Phönix von Pip Ballantine & Tee Morris
- Books & Braun: Die Janus-Affäre von Pip Ballantine & Tee Morris
- Denn keiner ist ohne Schuld von Elizabeth George
- Wiedersehen in Stormy Meadows von Sarah Harvey
- Die schöne Philippine Welser von Brigitte Riebe

Mittwoch, 19. März 2014

An einem Tag im Winter von Judith Lennox

Klapppentext: 
Im Cambridgeshire der frühen 1950er-Jahre tritt die junge Chemikerin Ellen Kingsley ihre erste Stelle an. Nach dem dubiosen Tod eines Kollegen fällt ihr Verdacht auf ihren ebenso charismatischen wie undurchsichtigen Vorgesetzten Marcus Pharoah. Ellen wird prompt entlassen, der junge Detective John Riley in seinen Ermittlungen gestoppt. Ellen geht nach London und trifft ihre flatterhafte Schulkameradin India wieder. Beide Frauen suchen nach ihrem Platz im Leben - India verbringt Jahre in Neuengland, Ellen beginnt an der Uni Karriere zu machen. Doch es dauert, bis sie sich ihre Gefühle für John eingestehen kann. Und als ihre Freundin India ausgerechnet dem Werben Marcus Pharoahs nachgibt, werden endlich auch die Schatten gelüftet, die viel zu lange schon auf ihm und seiner Familie lasten. 

Hmm, ein schwieriges Buch. Es begann damit, dass ich eigentlich dachte, es würde so um 1850 spielen, Schuld war wohl "Der Winterpalast" den ich gleichzeitig kaufte. So war ich erstaunt, als mir alles so modern entgegen kam. Kein Wunder, es spielt ja auch hundert Jahre später… Die Geschichte begann sehr spannend und fesselte mich. Nach dem im Beschrieb schon erwähnten Todesfall flacht das Buch leider ganz schnell ab. Der zweite Teil spielt in London. Neue Protagonisten kommen hinzu und immer denkt man "Wie geht es jetzt weiter mit den Ermittlungen? Jetzt muss doch mal was passieren." 
Doch es passiert rein gar nichts - mein zweiter Fehler war anzunehmen, dass es sich um einen Krimi handelt. Wir begleiten Ellen und die neu dazugekommene India und ein paar weitere Personen in ihrem Leben, doch ermittlungstechnisch geschieht immer noch nichts. Ein Mal, als John Riley zu einem Mordfall gerufen wird, dachte ich, jetzt geht es weiter, das hat sicher einen Zusammenhang. Aber nein. 

Das Buch an sich ist nicht schlecht. Der Anfang ist, wie schon erwähnt, extrem spannend. Doch danach wechselt das Buch von einem Krimi zu einem Roman und am Schluss merkt man, dass es eigentlich schlicht eine Persönlichkeitsanalyse eines der Protagonisten ist (nein, nicht von Ellen). 
Es war nicht so, wie ich erwartete, aber der Anfang war dann doch zu gut um es einfach abzubrechen, denn ich wollte wissen, was es mit dem ungeklärten Todesfall auf sich hat. Dies wird aber erst auf den allerletzten Seiten verraten. Das Ergebnis an sich ist aber schon fast wieder langweilig und ich überlege mir gerade noch, ob sich das Durchhalten gelohnt hat….. Irgendwie schon, aber irgendwie auch nicht… 
Wenn ich gewusst hätte, wie es zu dem Todesfall kam und wer schuld daran ist, hätte ich nach dem ersten Teil nicht mehr weiter gelesen. 

Die Crux am elektronischen Lesen ist, dass man nicht einfach zum Schluss blättern kann um zu erfahren wie es ausgeht und sich dann zu entscheiden ob man das "Zwischendurch" noch lesen soll oder nicht mehr :-) 
3.5 Punkte.


Donnerstag, 13. März 2014

Krimi: Books & Braun von Pip Ballantine und Tee Morris

Nach der Lektüre von Ben Aaronovitchs Büchern (Vorstellung der Serie folgt) bin ich auf "Books & Braun" aufmerksam gemacht worden. Die Beschreibungen tönten interessant und das viktorianische Zeitalter sowieso.
Hauptpersonen - Ermittler kann ich sie nicht wirklich nennen - sind der Archivar Wellington Books und die Agentin Eliza Braun, die zu ihm ins Archiv strafversetzt wird. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, doch im Laufe der beiden Geschichten wird Braun ruhiger und Books mutiger und sie kommen besser miteinander aus.

Der Auftakt in Band 1 erfolgt mit einer Detonation - eine ganze Festung wird in Schutt und Asche gelegt um Books zu befreien, ohne Rücksicht auf Verluste. Mit Dynamit wird gespielt wie anderswo mit Jasskarten. So geht es auch munter weiter: zum Beispiel legt das Dienstmädchen nicht einfach nur Kleider, Schmuck oder eine passende Tasche bereit, sondern schlägt eine Auswahl an Messern und weiteren Waffen vor, die Eliza tragen soll. Da blitzt schon mal ein Messer aus dem Ärmel, der Ellbogen wird mit einer Metallkappe versehen und auf aus dem Gehstock kann blitzschnell eine Klinge gezogen werden… 

Mit all den Waffen werden Feinde ausgeschaltet anstatt verhaftet. Immerhin wird das "fliessende Blut" nicht auch noch ausgeschmückt. Es geht lediglich darum, mit stupider Gewalt und möglichst vielen, teils fantasievollen Waffen Feinde aus dem Weg zu räumen. 
In "Die Janus-Affaire" wird es minim gewaltfreier und ermittlungstaktisch interessanter, aber der Chorus bleibt gleich: Feinde werden getötet. 

Wer Actionfilme- und Bücher und Steampunk(apparate) mag ist hier eher richtig. Die Bücher sind trotz aller Waffenverliebtheit witzig geschrieben, aber mir fehlt der Spürsinn, der für mich einen guten Krimi ausmacht. Ich bevorzuge Krimis, in denen es um die Ermittlungen an sich geht, in denen Verdächtige mit Bedacht verhört werden, in denen Gewalt verabscheut wird. 

Ballantine/Morris gehen den blutrünstigen Weg, in dem man über Leichen geht um ans Ziel zu kommen. Das mag ich nicht und deshalb gibt es nur 3 Punkte. 

Band 1, Das Zeichen des Phönix:
Eine Serie seltsamer Todesfälle erschüttert London: An den Ufern der Themse werden eine Reihe von Leichen entdeckt, denen das Blut abgezapft wurde. Eliza D. Braun, furchtlose Agentin der Krone, deren Markenzeichen ein kugelsicheres Korsett und eine besondere Vorliebe für Dynamit sind, nimmt die Ermittlungen auf. Ihr zur Seite steht der Bibliothekar Wellington Books. Gemeinsam kommen sie einer dunklen Bruderschaft auf die Spur, die ganz Grossbritannien unter ihre Gewalt bringen will. 

Band 2, Die Janus-Affaire:
Ein Paar zum Verlieben, viktorianisches Flair vom Feinsten und jede Menge verrückte Erfindungen. So muss Steampunk sein! In London verschwinden Frauen aus allen Gesellschaftsschichten. Ihnen ist nur eines gemeinsam: Sie haben sich für Frauenrechte engagiert. Agentin Eliza D. Braun und Bibliothekar Wellington Books sollen in dem mysteriösen Fall ermitteln und stossen auf eine Verschwörung, die bis in die obersten Kreise der Londoner Gesellschaft reicht.

Mittwoch, 12. März 2014

Krimi: Beefeater John Mackenzie - Serie von Emma Goodwyn

Emma Goodwyn hat mit John Mackenzie, früher Armeepsychologe und jetziger Beefeater (königliche Wachtruppe im Tower), einen neuen literarischen Detektiv erschaffen. 
Auch seine Familie (Schwester, Nichte, Neffe etc.) hilft kräftig bei den Ermittlungen mit. Oft zum Leidwesen seines Cousins Simon Whittington :-) Aber gemeinsam lösen sie jeden Fall. Durch seinen doch eher aussergewöhnlichen Beruf bekommt man auch einen guten Einblick in die Arbeit der Beefeater.
Emma Goodwyn gelingt es nicht nur, einen sympathischen Amateur-Detektiv zu beschreiben, sondern auch Sehenswürdigkeiten spannend in die Krimis einzubauen, so dass man Lust hat sich beim nächsten London-Besuch alles genauer anzuschauen. Bei mir steht jedenfalls das naturhistorische Museum auf dem Plan! 
Ich hoffe, Emma Goodwyn lässt John Mackenzie noch lange ermitteln! Zumindest Band 4 "Tod auf der Themse" soll noch dieses Jahr erscheinen *freu* :-)


Band 1, Tod im Tower, Buchbeschrieb von Amazon:
Ein Mord während der Schlüsselzeremonie erschüttert den Tower of London. John Mackenzie, findet sich unversehends in der Rolle des Undercover-Ermittlers. Superintendent Simon Whittington - skrupellos, machthungrig, unwiderstehlich und Johns Nemesis aus Kindertagen - scheint den Fall schnell gelöst zu haben. Doch hat er wirklich den Richtigen verhaftet? John stürzt sich in eine riskante Suche nach der Wahrheit. Gut, dass er dabei auf die Hilfe des unnachahmlichen Mackenzie-Clans bauen kann!



Band 2, Tod im Kilt, Buchbeschrieb von Amazon:
Ein paar Tage Urlaub mit der ganzen Familie in Edinburgh - darauf hat John Mackenzie, Beefeater im Tower von London, sich schon lange gefreut. Doch das grosse Treffen der Clans, organisiert von seiner greisen, aber tatkräftigen Tante Isabel, wird überschattet von einem plötzlichen Todesfall. John bleiben nur wenige Tage, um den Täter zu entlarven - nun muss er sich mit Superintendent Simon Whitttington zusammenraufen.





Band 3, Tod im Museum, Buchbeschrieb von Amazon:
Im Naturhistorischen Museum in London wird ein Mann tot aufgefunden - erschlagen mit einem Saurierknochen. Als sein Vater unter Verdacht gerät sieht Beefeater John Mackenzie sich gezwungen, Nachforschungen anzustellen. Doch auch für Superintendent Simon Whittington steht viel auf dem Spiel. wieder einmal müssen die beiden zusammenarbeiten, um die Geheimnisse dieser faszinierenden, von Bambiraptoren, Rüsselkäfern, genialen Wissenschaftlern und einem rockenden Papageienforscher bevölkerten Welt zu entschlüsseln.

Dienstag, 11. März 2014

Ohne Krimi geht die Mimi…..

Ohne Krimi geht die Mimmi nie ins Bett, nie ins Bett… 


… sang mir jeweils mein Vater vor, wenn ich abends gelesen statt geschlafen habe. 



Angefangen mit "Geheimnis um"…. über die restlichen Serien von Enyd Blyton (die Lieblingsautorin meiner Kinderzeit) über Leo Malets Detektiv Nestor Burma in Paris (jeder Band spielt in einem anderen Pariser Arrondissement), der meine Jugendzeit begleitet hat über Ann Granger und all ihren Ermittlern in England über türkische Autoren wie Esmahan Aykol, Celil Oker, Barbara Nadel über Matt Benon Rees oder Batya Gur (Krimis in Israel/Palästina) über Zoe Ferraris (Saudi-Arabien) etc. - ich war und bin ein Krimifan.

Ab morgen möchte ich unter dem Etikett "KrimiMimi" in loser Folge Krimi-Autoren aus aller Welt mit ihren Ermittlern vorstellen. 


Als Erste eröffnet das Rennen Emma Goodwyn - ein Muss für alle London-Reisenden!





Hier noch für alle den vollständigen Songtext von Bill Ramsey:



Ohne Krimi geht die Mimmi nie ins Bett, nie ins Bett, nie ins Bett, nie ins Bett,

Ohne Krimi tut's die Mimmi leider nicht, und es brennt die ganze Nacht das Licht.
Jeden Abend geht die Mimmi in die Heia um Halb Zehn, aber niemals ohne vorher an den Bücherschrank zu gehn.
Keinen Goethe, keinen Schiller holt sie aus dem Schrank heraus. 
Nein, einen superharten Thriller sucht sich Mimmi aus.
Ohne Krimi geht die Mimmi...
Ich möchte schlafen, doch die Mimmi will lesen. 
Ich möchte schlafen, doch die Mimmi ist erst auf Seite 104, wo der Killer aus Manhattan Zyankalisuppe kocht, für den Richter, der ihn damals in Chicago eingelocht. 
Ich muss alles miterleben, denn das Beste liest sie laut. Ich liege zitternd neben ihr und hab ne Gänsehaut.
Ohne Krimi geht die Mimmi…
Ich kann nicht schlafen, denn die Mimmi muss lesen, die nächste Leiche wart ich gar nicht erst ab und schleiche aus dem Bett, aus dem Zimmer, aus der Wohnung, auf die Strasse in die Bar, denn dort machen ein paar Klare mir den Schädel wieder klar. 
Bei dem Mixer an der Theke bin ich Dauerabonnent, bei ihm bleib ich, solang bei mir zu Haus das Licht noch brennt.
Ohne Krimi geht die Mimmi….
Mimmi hat den Krimi und die Interpol und ich den Alkohol.
Mimmi hat den Krimi und die Interpol und ich den Alkohol.
Prost! 


Zum Glück gibt es heutzutage elektronische Reader, da fällt das Licht-Problem im Schlafzimmer weg. Gegen lautes Lesen gibts aber noch kein Gegenmittel ;-)


Donnerstag, 6. März 2014

Julias Geheimnis von Juliet Hall

Klappentext: 
Nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern entdeckt Ruby ein Foto, das sie auf dem Arm einer fremden Frau zeigt. Als sie dann auch noch auf einen Brief stösst, in der ihrer Mutter Unfruchtbarkeit attestiert wird, überschlagen sich in ihr die Fragen. Ist sie vielleicht nicht das leibliche Kind ihrer Eltern? Ruby forscht nach und erfährt von einer alten Freundin was einst geschah. Eines aber kann ihr auch diese nicht beantworten: wer ihre leiblichen Eltern sind. Nur eine Frau könnte ihr helfen: Julia, eine Krankenschwester, die im Spanischen Bürgerkrieg Buch über die Verbrechen Francos führte und ihr Wissen nun, am Abend ihres Lebens, weitergeben will. 


Juliet Hall bleibt sich treu: Musik, Bilder, Maler und natürlich das obligate Saxofon tauchen auch in ihrem neuesten Roman auf. (Siehe dazu mein Post zu Juliet Hall) Das Saxofon erwartet mich bereits im dritten Satz und entlockt mir ein Grinsen. Ja, das Buch hat mich! 

Neu hingegen ist, dass die Geschichte, zwar wie immer auch in Dorset, aber anstatt zusätzlich in Italien dieses Mal in Spanien und Fuertaventura spielt.

Das Hauptthema des Buches sind die "ninos robados", die geraubten Kinder Spaniens während Francos Diktatur, wie man schon beim Buchbeschrieb erraten kann. Geschichtlich versierte Leser zumindest :-) Obwohl sich dieses Thema durchs ganze Buch hindurch zieht, bleibt es gleichbleibend spannungsreich. Sobald man denkt, eines der Rätsel sei nun gelöst, ergeben sich weitere. 

Fazit: Ein ganz toller Roman zu einem leider sehr aufrüttelndem Thema. 5 Punkte! 


Mittwoch, 5. März 2014

Der Spiegel der Medici von Melissa Bailey

Klappentext: 
Der Architekt John Carter soll eine alte viktorianische Schuhfabrik in London in moderne Luxuswohnungen umbauen. Bei einem seiner Erkundungsgänge macht er eine überraschende Entdeckung: einen versteckten Kellerraum, in dem ein wertvoller, antiker Spiegel hängt. Neugierig geworden, versucht er mehr darüber in Erfahrung zu bringen. Doch statt Antworten zu erhalten, stösst er auf eine Vielzahl rätselhafter Geschichten, die immer mehr Fragen aufwerfen: Gehörte der Spiegel einst wirklich Katharina von Medici? Wie gelangte er nach England in den Besitz des Schuhfabrikanten? Und welche Rolle spielte er in dem mysteriösen Todesfall einer jungen Frau, der sich hier hundert Jahre zuvor ereignet hat? Während John versucht, dem Geheimnis des Spiegels auf den Grund zu gehen, beginnen sich in seine Umfeld merkwürdige Dinge zu ereignen. Und auch Ophelia, eine gleichermassen faszinierende wie rätselhafte Frau, in die er sich Hals über Kopf verliebt, scheint einiges vor ihm zu verbergen…

Zum Inhalt kann ich gar nicht mehr sagen, als im Buchbeschrieb schon steht. Nach einigen Leseflops im Dezember und Januar war dieses Buch hier wieder einmal so wie ein gutes Buch sein sollte: eine spannende, in diesem Fall auch eine geheimnisvolle Geschichte, die man gerne liest und gar nicht aus der Hand legen mag, bis man durch ist.

Man erfährt zwar nur wenig, aber genau in richtiger Dosis über Katharina de Medici; die Hauptgeschichte spielt in der Gegenwart - und die ist packend genug. 4 Punkte.

Dienstag, 4. März 2014

Not amused: Die Zarin der Nacht von Eva Stachniak

Buchbeschrieb (von Amazon): 
Katharina steht auf dem Gipfel ihrer Macht: Einst war sie als schüchterne Prinzessin nach St. Petersburg gekommen, nun hat sie ihren Ehemann, Zar Peter III., von Thron gestürzt. Jahrelang hatte er sie gedemütigt und zurückgewiesen, nun reisst sie die Macht an sich und krönt sich zur Alleinherrscherin über ein Weltreich. An ihrer Seite steht Grigori Orlow, ihr Geliebter, ebenso mutig wie sie, mit demselben Willen zur Macht. Doch Katharina ist nicht nur von Günstlingen umgeben, sondern auch von Neidern und falschen Freunden, ihre Herrschaft ist stets bedroht: Hinter jedem Vertrauten lauert ein Dolch, und jedes Lächeln kann die Maske eines Verrats sein… Eva Stachniak knüpft an ihren Bestsellererfolg "Der Winterpalast" an und erweckt den russischen Zarenhof mit Glanz und Gloria zum Leben. Sie entführt ihre Leser in die prunkvolle Welt St. Petersburgs, in schillernde Paläste und in die geheimen Gemächer der grössten Kaiserin aller Zeiten. 


Nach "Der Winterpalast" freute ich mich auf die Fortsetzung "Die Zarin der Nacht". Der erste Teil wurde aus Barabaras Sicht geschrieben, was mir ja sehr, sehr gut gefiel. Im zweiten Teil führt Katharina durch das Buch. Sie liegt im Sterben und erinnert sich an ihr bisheriges Leben. Das erste Viertel ist ein reiner Rückblick auf den "Winterpalast". Somit kommen auch Leser gut mit, die den ersten Teil nicht gelesen haben. Der Rückblick war für mich das Beste an der "Zarin der Nacht". Erinnert ein wenig an Nora Roberts: das Gleiche erzählt aus einem andern Blickwinkel. Aber Nora kann das viel besser! Und das war es dann auch schon an Positivem an dem Buch: der Rückblick auf den "Winterpalast". 

Weiter geht es mit Szenen aus ihrem Leben: Geschichten ihrer Kinder, ihrer Liebhaber etc. Das Buch ist leider sehr verworren - Rückblicke, Gedankengänge, und vor allem die gleichen oder ähnlichen Namen verschiedener Personen machen das Verständnis schwierig. Barbara, die Protagonistin des ersten Bandes, wird fast vergessen. Sie taucht erst am Ende des Buches noch einmal auf. 

Leider kann "Zarin der Nacht" in keinster Weise mit Band 1 "Der Winterpalast" mithalten. Mein Vorschlag: "Winterpalast" lesen, sich daran freuen und für weitere Informationen zum Leben Katharinas ein Geschichtsbuch konsultieren. 

Fazit: "Zarin der Nacht" darf in der Buchhandlung bleiben. 2.5 Punkte.

Not amused.


Der Winterpalast von Eva Stachniak

Klappentext: 
Geheime Gänge, verdeckte Türen, dunkle Nischen: Als die Waise Varvara als Dienstmädchen in den Winterpalast kommt, lernt sie schnell, sich ihre Verschwiegenheit und ihren aufmerksamen Blick zunutze zu machen. Keine Intrige, die ihr entginge, kein Getuschel, das ihren Ohren verborgen bliebe. Schnell wird sie zu einer der wichtigsten "Spioninnen" im Palast. Als die junge Sophie von Anhalt-Zerbst - die spätere Katharina die Grosse - an den Hof kommt und auf dem Weg zur Macht eine Verbündete braucht, wird Varvara ihre engste Vertraute. Schliesslich erklimmt Katharina den Zarenthron - aus der unerfahrenen Fremden wird eine der mächtigsten Frauen ihrer Zeit. Eva Stachniaks opulenter Roman über die ungewöhnliche Freundschaft zweier Frauen führt den Leser in eine Welt, in der Leidenschaft und Vertraulichkeit auf Heimtücke und Verrat treffen - in die abgründig-geheimnisvolle Welt des russischen Zarenhofs, gehüllt in schweren Brokat und knisternde Seide. 

Nachdem kurz nacheinander Barbaras Eltern sterben, kommt die junge Polin in den Winterpalast, so wie die Zarin - Elisabeth Petrowna - es Barbaras Vater versprochen hat. Zuerst arbeitet sie als Dienstmädchen und Näherin, wird aber bald vom Kanzler als "Spionin" ausgebildet und steigt auf, zur "Kleiderfrau" von Elisabeth und zur "Vorleserin" für Peter. Als Sophie von Anhalt-Zerbst als mögliche Braut für Peter in den Palast kommt, wird Barara ihre Vertraute. Sie bewegt sich geschickt im Zarenpalat mit all den vielen versteckten Zimmern oder losen Dielen, die als Gucklock dienen und erfährt so vieles, was andern versteckt bleibt. Sie ist die Beobachtende, und da der Roman aus ihrer Sicht geschrieben wird, schlüpft der Leser in ihre Haut. 

Dieser Roman erzählt von den späten Regierungsjahren von Elisabeth Petrowna und den frühen Jahre von Sophie, die spätere Katharina der Grossen in Russland. Es skizziert die Geschichte Russlands zu ihrer Zeit auf eine aussergewöhnliche Weise - durchs "Guckloch". 

Gerade deswegen hat mir "der Winterpalast" sehr gut gefallen, obwohl mir die Machtplänkeleien, Intrigen oder die vielen Liebhaber von Elisabeth (die sich wohl alle Einfluss erhofften) oft zu viel waren. Man bekommt ein eindrückliches Bild vom Russland des 18. Jahrhundert. Russlands Geschichte ist mir nicht sehr nahe und gerade durch den speziellen Blickwinkel dieses Romans wurde sie mir näher gebracht. Der Roman macht auch grosse Lust auf eine Reise nach St. Petersburg, um sich den Zarenpalast selbst mal anzusehen. Vielleicht findet man ja noch versteckte Zimmer :-) 
Jedenfalls eine sehr spannende Lektüre! 4 Punkte