Dienstag, 12. Dezember 2017

Weihnachten mit dir von Debbie Johnson (The Comfort Café)

Klappentext:
Becca Fletcher hat Weihnachten schon immer gehasst und sie hat gute Gründe dafür. Trotzdem hat sie es nicht geschafft, ihrer persönlichen Weihnachts-Hölle zu entkommen und ist auf dem Weg zum Comfort Food Café, um dort die Feiertage mit ihrer Schwester Laura und deren Familie zu verbringen. Beccas ahnt nicht, dass Weihnachtswunder tatsächlich geschehen – wenn sie es nur zulassen kann.







Der Folgeband von "Frühstück mit dir" beginnt ebenfalls mit einer Autofahrt. Diesmal sitzt Lauras Schwester Becca am Steuer. Am liebsten würde sie wieder umkehren, sie hasst Weihnachten und freut sich überhaupt nicht auf die kommenden Wochen. Andererseits freut sie sich ihre Schwester Laura und ihre Nichte und ihren Neffen wieder zu sehen. Wäre da bloss nicht Weihnachten!

Während Becca in Band 1 nur in Telefongesprächen hörbar war, nimmt sie hier den gesamten Raum ein und die Geschichte wird komplett aus ihrer Sicht geschildert. Es kommen kaum Dialoge vor und die Bezeichnung "Erzählung" wird dem Roman im wahrsten Sinne des Wortes gerecht. 

Ich möchte Beccas Humor und ihre selbstironische Art sehr gerne. Beim Lesen merkt man schnell, dass Beccas Abneigung gegen Weihnachten einen tieferen Grund haben muss. Dies erklärt, wieso Becca so ist wie sie ist: nicht einfach, manchmal sehr miesepetrig und mürrisch. Sie kann nicht aus sich heraus, weil das Geschehene die Oberhand hat. Erst hier in Dorset findet sie den Mut darüber zu reden. 
Dazu braucht es die besondere Atmosphäre wie sie im Comfort Food Café schon viele Leute begeistert hat. Becca ist in den allerbesten Händen und wird akzeptiert wie sie ist. Man gesteht ihr ihren Wunsch nach Alleinsein zu und lässt Becca wissen, dass sie jederzeit bei allen vorbei kommen darf.

Alle - das sind sämtliche Bekannte aus "Frühstück mit dir". Am wichtigsten sind in diesem Band die alte Edie, was mich sehr gefreut hat, und Surfer Sam. Wie gut, dass er mit vielen Schwestern aufgewachsen ist und sich über die unterschiedlichen Launen der Frauen nicht wundert. 

Die unkonventionellen Charaktere, die allesamt nicht perfekt sind, aber einander Luft zum Leben geben, überzeugen auch in diesem Roman. 

Ich wurde bestens unterhalten und kann das Buch allen empfehlen, die sich wie Becca nicht viel aus Weihnachten machen. Allen anderen wird das Buch wahrscheinlich eh gefallen!

Fazit: Das Comfort Food Café sorgt für ein Happyend - die passende Lektüre für den Dezember. 
5 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 1: Frühstück mit dir
Band 2: Weihnachten mit dir

PS: Auch "Weihnachtspunsch und Rentierpulli" von Debbie Johnson liest sich gut weg! 

Montag, 11. Dezember 2017

Montagsfrage 11.12.2017


Falls du dir ein Jahresziel gesetzt hast, wie viele Bücher davon hast du bereits geschafft?

Dank dem Bücherregal bei Wasliestdu weiss ich genau, wieviele Bücher ich pro Monat oder pro Jahr lese. Dort setze ich als Jahresziel jeweils 120 Bücher ein, also 10 pro Monat. Das mache ich aber nicht um dieses Ziel zu erreichen, sondern schlicht nur deshalb, weil es mir dann die effektiv gelesene Anzahl Bücher anzeigt und ich so nicht nachrechnen muss, falls mal jemand nachfragen sollte, wie heute bei dieser Frage. Ich brauch die Listen dort als Überblick für alle Bücher, die ich seit Blogstart gelesen habe und finde die Bücherregale dort sehr praktisch. So kann ich nachschauen, wenn ich zum Beispiel für eine Verlinkung eins meiner gelesenen Bücher suche. 

Schlussendlich ist es mir egal, wieviele Bücher ich gelesen habe. Ich gehöre schon seit Kindesbeinen an zu den Viellesern. Einfach deshalb weil ich gern lese und beim Lesen nicht mit Wettbewerben konfrontiert bin. Respektive war. In meiner Kindheit war das zwar noch nicht so, aber wenn ich sehe, wie heute schon in der Schule alles gemessen wird - sogar das Lesen. Das Leseprogramm Antolin soll zwar das Lesen fördern, aber auch dies verkommt teilweise zu einem Leistungsvergleich. Schade drum.

Muss man sich immer ein Ziel setzen? Darf man nicht einfach etwas machen, weil man es gerne tut (egal ob man es auch gut kann oder nicht, egal ob es Sport, Bügeln, Stricken oder was ganz anderes ist - es gibt zu viele Leute, die "etwas nicht gerne machen" mit "etwas nicht können" gleichsetzen oder eben umgekehrt), ohne ständig zu vergleichen?

Ich bin mir sicher, heute wird man bei vielen etwas in der Art von "nur xx Bücher, aber...". Lasst doch das "nur" und das "aber" - es braucht keine Rechtfertigung über die Anzahl gelesener Bücher oder Seiten.

Lasst uns stattdessen über Bücher, Autoren und Verlage reden. Welches Buch ihr dieses Jahr noch unbedingt lesen wollt, oder auf welches ihr euch im nächsten Jahr freut. Welchen Autor entdecken oder welches Verlagsprogramm ihr euch näher ansehen möchtet. 
Ich zum Beispiel möchte im Dezember mit dem ersten Inspector Rebus-Fall (von Ian Rankin) beginnen - nach all den Weihnachtsromanen bin ich auf jeden Fall parat für einen guten Krimi. Wie sieht es bei euch aus?


Habt eine gute Woche!
PS: Um die Frage noch konkret zu beantworten: 147 Bücher habe ich 2017 bisher gelesen. 

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Die Perlenschwester von Lucinda Riley (7-Schwestern-Serie 4)

Klappentext:
Wie auch ihre Schwestern ist CeCe d'Aplièse ein Adoptivkind, und ihre Herkunft ist ihr unbekannt. Als ihr Vater stirbt, hinterlässt er einen Hinweis – sie soll in Australien die Spur einer gewissen Kitty Mercer ausfindig machen. Ihre Reise führt sie zunächst nach Thailand, wo sie die Bekanntschaft eines geheimnisvollen Mannes macht. Durch ihn fällt CeCe eine Biographie von Kitty Mercer in die Hände – eine Schottin, die vor über hundert Jahren nach Australien kam und den Perlenhandel zu ungeahnter Blüte brachte. CeCe fliegt nach Down Under, um den verschlungenen Pfaden von Kittys Schicksal zu folgen. Und taucht dabei ein in die magische Kunst der Aborigines, die ihr den Weg weist ins Herz ihrer eigenen Geschichte ...


Seit Barbara Woods "Traumzeit" bin ich fasziniert von den Geschichten der Aborigines, den Ureinwohnern Australiens. Deshalb freute ich mich als ich hörte, dass CeCes Reise uns nach Australien führt. 

Da Star sich mit Maus ein neues Leben aufbaut, fühlt sich CeCe allein gelassen. Sie hatte schon jeher Angst vor Spinnen und der Dunkelheit und deshalb oft Alpträume. Star wusste als Einzige davon. Die zwei waren fast wie Zwillinge, es gab sie nur im Doppelpack oder gar nicht. Mit dieser neuen Lebenssituation umzugehen ist schwierig für CeCe. Kurzerhand schmeisst sie ihr Kunststudium hin und entscheidet sich, nach Thailand zu reisen und sich während den Feiertagen dort zu erholen, bevor sie sich auf nach Australien macht, wo laut den Unterlagen von Pa Salt ihre Herkunft zu suchen ist. 
Am Strand von Krabi lernt sie Einzelgänger Ace kennen. CeCe fühlt sich wohl, wenn sie Zeit zusammen verbringen. Doch nur zu bald ist Januar und ihr Flug nach Australien rückt näher. Kaum auf dem fünften Kontinent angekommen macht sie sich mit Hilfe von der Flughafenangestellten Chrissie auf die Spuren von Kitty Mercer.

Kitty McBride ist in England aufgewachsen und begleitet eine Frau ihrer Gemeinde nach Australien zu deren Verwandten. Hier lernt sie die Zwillingsbrüder Drummond und Andrew kennen. Der eine ein Viehzüchter in der Nähe von Darwin der andere arbeitet im aufkommenden Perlengeschäft in Broome und beide buhlen um Kittys Liebe. 

Kittys Lebenslauf ist ungemein fesselnd geschildert. Wir Leser bekommen Einblicke in die Perlenfischerei, erfahren wie die Kolonialisten lebten und wie sie mit den Aborigines umgingen. Interessant fand ich, dass die Sieben-Schwester-Mythologie auch bei den Aborigines vorkommt und wir Leser schon mal mutmassen können, wie Merope, die vergessene Schwester, auftauchen könnte. 

Nicht nur die Geschichte im Outback im Pionierzeitalter war spannend zu lesen, auch CeCes Wandlung. Sie, die sich immer weniger schön und weniger gescheit als ihre Schwestern fühlte, aber nicht aufs Maul gefallen ist, wird bei der Suche nach ihren Wurzeln plötzlich ruhiger und überlegter. Von all den drei bisher erzählten Geschichten der Schwestern empfinde ich, dass es CeCe physisch am besten damit geht, als sie am Schluss endlich alles über ihre Herkunft erfahren hat. Mehr als die anderen weiss sie nun, weshalb sie so ist wie sie ist und findet endlich ihr Stück Heimat, wie es ihr Leitspruch verheisst: "Durch Gottes Gnade bin ich, wer ich bin".

Das einzige Manko bei CeCes Geschichte ist ähnlich gelagert wie schon bei Maia - über eine zentrale Figur erfährt man leider viel zu wenig. Nichtsdestotrotz erzählt die Autorin Celeanos Geschichte faszinierend und erlebnisreich. Nicht alles ist bis zum Ende beantwortet; ich bin gespannt, wie es mit CeCe und ihren Lieben weitergeht. 

Fazit: Stimmungsvolle Orte auf der südlichen Hemisphäre und intensive Handlungsstränge um eine bewegende Familiengeschichte sorgen für einen ausserordentlichen Lesegenuss. 
5 Punkte.

Reihenfolge:
Vorstellung/Überblick über die Sieben-Schwestern-Serie
Band 1: Die Sieben Schwestern
Band 2: Die Sturmschwester
Band 3: Die Schattenschwester
Band 4: Die Perlenschwester
Band 5: Die Mondschwester (Tiggy) erscheint voraussichtlich im Herbst 2018
Band 6: (Elektra) erscheint voraussichtlich im Herbst 2019
Band 7: (Merope) erscheint voraussichtlich im Herbst 2020

Montag, 4. Dezember 2017

Montagsfrage 04.12.2017


Hast du eine Lieblingsbuchhandlung? Was gefällt dir daran besonders gut?

Gerne würde ich mit "ja, eine kleine, gemütliche Dorf- oder Quartierbuchhandlung, in der man die Kunden mit Namen begrüsst" antworten. 

Doch in unserem Quartier gibt es im Gegensatz zu anderen Stadtkreisen keine Buchhandlung und deshalb muss ich in die Innenstadt fahren. Dort aber steht die grosse Traditionsbuchhandlung Orell Füssli. Auf drei Etagen findet sich alles, was das Leserherz sich wünscht und wenn nicht, wird es bestellt. Ich stöbere gerne dort und kaufe Bücher für meine Tochter oder Bücher zum Verschenken. Ausserdem haben sie ein Café - wenn meine Tochter zu lange in der Kinderbuchabteilung verweilt kann ich mich ins Café setzen und lesen! Seit einigen Jahren haben sie nun auch einen Onlineshop, bei dem man sich die Bestellungen wahlweise direkt nach Hause oder in eine Filiale liefern lassen kann. Ihre eBook-Auswahl kann sich mittlerweile sehen lassen und seit kurzem bevorzuge ich books.ch sogar öfters gegenüber Amazon. 

Das grosse A habe ich kurz nach dem Millenium entdeckt. Gerade hatte ich mein Studium abgeschlossen, musste Studiendarlehen zurück zahlen und hatte (mit über 30) meine erste Kreditkarte im Portemonnaie. Die Bücherpreise bei Amazon - und ganz allgemein in Deutschland - lagen viel tiefer als bei uns in der Schweiz und ich sah nicht ein, wieso ich für dasselbe so viel mehr zahlen soll. Die Lieferung war erst noch gratis und schneller als wenn ich im Inland bestellt hätte. 
So war es für mich auch keine Frage, dass ich mein erster (und auch der zweite) eReader ein Kindle war. Obwohl ich die damals noch aus der USA bestellen bzw. mitbringen lassen musste, da Amazon Deutschland keine eReader in die Schweiz schickte. Mittlerweile hat sich das glaub geändert und ich bekomm Kindles auch in Elektronikfachgeschäften in der Schweiz. 

Da ich fast ausschliesslich eBooks lese, stöbere ich sehr gerne in den Bücheronlineshops und vermisse deswegen "kleine, gemütliche Dorfbuchhandlungen" nicht stark. Manchmal jedoch überkommt mich eine Wehmut, wenn ich an die beiden Buchhandlungen denke, in denen ich meine Ausbildung gemacht und gearbeitet habe. Beide waren grosse, zweistöckige Buchläden mit je einer Kunst- und Musikabteilung. Ich gehörte zum letzten Ausbildungslehrgang, Mitte/Ende der 90er wurde erst die Kunstabteilung aufgelöst und danach die Filialen immer mehr verkleinert. Meine Heimatfiliale gibt es so nicht mehr, das ganze Center wurde umgebaut und der Buchladen befindet sich nun im Obergeschoss, fast ein wenig abseits und hat knapp noch die Grösse meines Wohnzimmers und hat kein bisschen Charme mehr. Dasselbe in der Filiale im Baselbiet; ich war diesen Sommer zufällig dort und wollte meiner Tochter zeigen, wo ich mal gearbeitet hatte. Ich erkannte den Laden kaum mehr. Auf ein Viertel der Fläche von früher geschrumpft und alles zusammengemostet, erkennt man das Geschäft von 1993 nicht mehr. Es mutet eher an wie ein Bücher-Fastfood-Shop.

Wenn sich Buchläden so präsentieren und das Personal nicht mehr mit Leidenschaft und Interesse für die Produkte arbeitet, wundere ich mich nicht, wenn von den Kunden Onlineshops bevorzugt werden. Geniesst es also, wenn ihr in der Nähe einer freundlichen, persönlichen Buchhandlung zuhause seid! 

Wie zum Beispiel die Buchhandlung Sax in Frauenfeld - würde ich dort wohnen, wäre ich gerne Stammgast. Mit anderen Buchbloggerinnen verbrachte ich im Mai einen Abend in der geschlossenen Buchhandlung. Wenn ihr hier klickt, kommt ihr zum Bericht über diesen tollen Abend. 

Habt ihr eine kleine gemütliche oder grosse Lieblingsbuchhandlung oder seid ihr wie ich auch mehr der Online-Buchshop-Käufer?

Freitag, 1. Dezember 2017

Ein Winter voller Wunder von Amanda Prowse

Klappentext:
Als ihr Mann stirbt, ist Bea nach dreißig Jahren Ehe wieder allein. Für immer, so denkt sie. Ihren Schmerz bekämpft sie, indem sie sich in die Arbeit stürzt, und bald ist ihr Café bekannt für den besten Karottenkuchen von Sydney. Aber dann, kurz vor Weihnachten, lockt eine Brieffreundschaft Bea nach Schottland. Der glitzernde Lichterzauber und die tanzenden Schneeflocken führen sie unvermittelt zurück in die Vergangenheit und zu einer heimlichen Liebe – die sie vor langer Zeit zu vergessen versuchte.





Weihnachten im Sommer, bei 30° und mehr? Für uns Europäer kaum vorstellbar. Für Australier der Normfall. Beides nun vereint in einem Weihnachtsroman fand ich sehr reizvoll. Ich war gespannt, wie der Gegensatz der beiden Kontinente - einerseits Weihnachten im Sommer in Sidney und andererseits ein kalter Winter in Schottland - miteinander kombiniert wird und war gespannt auf die Lektüre. Ich nehme es voraus: ich wurde nicht enttäuscht.

Die Geschichte beginnt in Sidney mit einem Rückblick auf den Tod von Bea Greenstocks Mann. Später finden wir uns in ihrer Wohnung oberhalb des "Reservoir Street Kitchen"-Cafés wieder.  
Eines Tages, als Beas Enkelin Flora bei ihr zu Besuch ist, bekommt Bea einen Brief von Alex McKay vom Christmas Café in Edinburgh. Es entwickelt sich ein Mailaustausch zwischen Bea und Alex. Sie merken, dass sie einiges gemeinsam haben, auch Alex trauert wie Bea um einen Partner. 
Bea hofft, die Festtage bei ihrem Sohn und seiner Familie verbringen zu können, um nicht allein zu sein. Doch Wyatt und seine Frau haben andere Pläne für ihre Sommerferien (die in Australien Mitte Dezember beginnen); sie wollen nach Bali. Tochter Flora will wegen einem Streit nicht mit und viel lieber bei Bea bleiben. Kurzentschlossen machen die zwei sich zusammen auf nach Edinburgh. Während Flora sich auf einen Tapetenwechsel und den Winter in Schottland freut, bedeutet die Reise für Bea soviel mehr. Denn schnell wird klar, dass Bea vor Peter jemand anderen geliebt hat. 

Von der ersten Seite an hat mich der Roman gepackt. Die Lebensgeschichte von Bea wird in der Gegenwart aufbereitet und kommt ohne übertriebenes Drama aus. Sie selbst ist auch nicht nachtragend, sondern dankbar für ihr Leben und wünscht sich, jetzt nach Peters Tod, einmal noch ihre Jugendliebe zu sehen. 

Auch bei den anderen Figuren im Buch dreht sich letztlich alles um Liebe und Familie: Beas Schwiegertochter Sarah fühlt sich von Bea nicht angenommen. ihre dreizehnjährige Tochter Flora hat versteckten Liebeskummer und Beas Angestellte Kim ist heimlich verliebt in Koch Tait - kaum ist er in der Nähe, gelingt ihr nichts mehr. Stammgast Mister Giraldi vermisst seine Familie, insbesondere seine verstorbene Frau. Und obwohl alle Charaktere ihre Ecken und Kanten haben oder Verluste erlitten haben, überwiegt bei allen der Optimismus. Niemand hadert mit seinem Leben, was ich extrem schön fand. 

Somit ist "Ein Winter voller Wunder" eine liebens- und lesenswerte Geschichte, die durch eine positive Grundeinstellung und mit einigen überraschenden Wendungen und eindrücklichen Szenen überzeugt. Wie zum Beispiel die wunderbare Beschreibung, als Flora zum ersten Mal in ihrem Leben Schneeflocken vom Himmel fallen sieht.

Meine einzige Kritik betrifft die Darstellung von Bea. Beim Lesen meint man, sie wäre weit über 70 Jahre alt, auch weil sie sich oft selbst als alt betitelt. Dabei ist sie erst 53 Jahre jung und somit noch lange nicht zu alt für Technik, Computer, Facebook, Sex oder eine neue Beziehung. Ich brachte mein anfängliches Bild von Bea als rüstige Seniorin während dem ganzen Buch fast nicht aus dem Kopf und musste mir immer wieder sagen, dass Bea nur eine Handvoll Jahre älter ist als ich und keine alte silberhaarige Dame, die am Stock geht. Wegen dieser Altersverwirrung, ansonsten aber sehr bemerkenswerten Geschichte, gebe ich einen halben Punkt Abzug.

Fazit: Wenn ein Brief dein Leben verändert - ein fabelhafter, herzerwärmender Pageturner, der immer wieder für Überraschungen sorgt.
4.5 Punkte. 


Donnerstag, 30. November 2017

Lesebiografie November 2017

Es ist kalt draussen und es soll in den nächsten Tagen noch kälter werden! An solchen Minusgrad-Tagen möchte ich am liebsten den ganzen Tag auf dem Sofa liegen und lesen - die Realität sieht leider anders aus, auch wenn genügend Lesestoff vorhanden wäre. Vielleicht klappt das ja zwischen den Feiertagen. Zumindest kann ich dann sicher mal Abends ein spannendes Buch zu Ende lesen, wenn am Morgen der Wecker nicht klingelt.




Auf meiner Leseliste für Dezember steht "Die Wolkenfischerin" und "Die Glückssterne" von Claudia Winter, noch drei Weihnachtsbücher wie "Weihnachtspunsch und Rentierpulli" von Debbie Johnson, "Herr Mozart wacht auf" von Eva Baronsky und "Das Mädchen, das Weihnachten rettete" von Matt Haig. Letzteres habe ich bereits begonnen, aber wieder auf die Seite gelegt weil ich es leider nur als Printbuch habe und es zuerst mit meiner Tochter teilen musste (sie hat gewonnen) - und ich zu oft ausser Haus war und dann nur einen Reader dabei habe. Aber auch "Nachtblau" von Simone van der Vlugt sollte ich endlich mal lesen. 

Auf jeden Fall werde ich mir im Dezember mindestens noch einen Ian Rankin schnappen. Seine Inspector Rebus-Serie wollte ich schon seit zwei Jahren beginnen zu lesen, für 2017 habe ich sie mir vorgenommen. Jetzt bleiben mir noch 31 Tage um mit der Serie anzufangen!

Nun aber zurück zum November. Gelesen habe ich folgende dreizehn Bücher:

Der kleine Teeladen zum Glück (Valerie Lane 1) von Manuela Inusa
Das Revier der schrägen Vögel von Sophie Hénaff (Kommando Abstellgleis Band 2) 
Das bisschen Mord von Michelle Kelly (Keeley Band 2)
- Ein Winter voller Wunder von Amanda Prowse
Madeiragrab von Joyce Summer (Commissario Avila ermittelt
Das Labyrinth der Wörter von Marie-Sabine Roger
- Die Perlenschwester von Lucinda Riley (7-Schwestern-Serie 4)
- Herr Mozart wacht auf von Eva Baronsky
- Eine Weihnachtsgeschenk für Walter von Barbara Wersba
- Ein Junge namens Weihnachten von Matt Haig
- Weihnachten mit dir von Debbie Johnson (Comfort Food Café 2)
- Tod am Cours Mirabeau (Verlaque 6) von Mary L. Longworth

Es waren einige Überraschungen dabei - von den einen war ich enttäuscht, andere waren erstaunlich gut. 
Mehr erwartet hatte ich vom ersten Teil der Valerie Lane-Serie von Manuela Inusa wie auch vom letzten Teil der "kleine Bäckerei am Strandweg"-Serie von Jenny Colgan, von Marie-Sabine Rogers "Das Labyrinth der Wörter" wie auch von "Herr Mozart wacht auf" von Eva Baronsky. Bei Mozart bin ich gespannt auf den zweiten Teil, befürchte aber, dass es mir zuviel wird. 

Wie erwartet toll war natürlich der vierte Teil der Sieben-Schwester-Serie von Lucinda Riley. "Die Perlenschwester" nahm mich mit nach Australien, ebenso "Ein Winter voller Wunder" von Amanda Prowse. Diese beiden Bücher kann ich uneingeschränkt empfehlen! Wie auch der zweite Teil um das Kommando Abstellgleis, eine Krimiserie mit einer tollen Polizisten-Brigade, die in Paris ermitteln. 

Drei weiteren Weihnachtsgeschichten habe ich ebenfalls 5 Punkte vergeben: der herzigen Geschichte um eine Ratte in "Ein Weihnachtsgeschenk für Walter" von Barbara Wersba, dem "Junge namens Weihnacht" von Matt Haig und der Fortsetzung vom Comfort Food Café "Weihnachten mit dir" von Debbie Johnson. 

Noch immer bin ich im Rückstand mit Rezensionen (zu Ende) schreiben. Leider kamen auch im November Woche für Woche ungeplante Termine rein, so dass ich weniger Zeit für die Blogarbeit hatte. Die ganzen "Franzosen" fehlen noch - Krimis, die im Elsass spielen und einige Romane von französischen Autoren. Bis Ende Jahr möchte ich die alle online bzw. zumindest fertig geschrieben haben, damit ich dann ballastfrei ins neue Jahr starten kann.

Sobald dieser Beitrag online ist, werde ich mich nun aber zuerst der Weihnachtsdekoration widmen. Die diversen Lichterketten muss ich noch drapieren und dann heisst es schauen und abwarten, wieviel der heiklen Weihnachtsdeko zukünftig unsere Katzen überleben wird... 

          


😁  Sieht nicht so vielversprechend aus, oder? 😁






Mittwoch, 29. November 2017

Lesung mit Margrit Auer oder wie man (s)ein Kind glücklich macht

Kindergeburtstag - uff, schon wieder! Was soll man schenken, wenn sie schon alles haben, sich nur Büchergutscheine wünschen (und bekommen), aber doch mal was anderes ist?

Mir kam Zürich liest zugute - im Rahmen des Lesefestivals sollte auch die Autorin der beliebten Kinderbuchreihe "Die Schule der magischen Tiere" eine Lesung für Kinder abhalten. Die Lesung wurde organisiert vom Kinderbuchladen Zürich.

So schenkte ich meiner Tochter einen Überraschungs-gutschein für den Samstagnachmittag, 29. Oktober. Sie hatte keine Ahnung, ich hab dicht gehalten und rein gar nichts verraten. Bis zu diesem Samstag ging es noch mit der Neugier, doch nachdem ich sie um 14:00 Uhr vom Training abholte, fing es an mit der Fragerei: Wohin gehen wir? Womit hat die Überraschung zu tun? Gehen wir in eine Buchhandlung? In den Zoo? Etwas Essen? Reiten? Nein, nein, nein... ich verrate nichts. Wir gingen zuerst noch einkaufen mit dem Papi, der danach aber alleine nach Hause ging. So langsam liefen wir Richtung Niederdorf. Gehen wir ins Grossmünster? Machen wir einen Umweg? Ja, zum Starbucks, ich wollte noch einen Kaffi und Tochter bekam ein Cookie. Doch vorher kamen wir am Kinderbuchladen vorbei - da ich befürchtete, dass eins der Schaufenster wegen der Lesung entsprechend dekoriert ist, bog ich vorher ab und erst auf dem Rückweg Richtung Grossmünster liefen wir beim Buchladen vorbei. Glück gehabt, die Schaufenster waren nicht dekoriert (eigentlich schade, vielleicht wären dann noch mehr Zuschauer an die Lesung gekommen?)

Vor der Helferei ein Schild - "Mami, Martin Luther-Theater?" Nein, wir müssen eine Etage höher - und da hat sie auch schon den Bildschirm entdeckt. Echt? Lesung? Ist die Autorin auch da? Wie lange geht es? Und so ging die Fragerei weiter bis wir oben im Saal angelangt waren. Mein Kind strahlte mittlerweile von einem Ohr zum anderen - Überraschung gelungen! 



Neben Bettina von Bleisatz war Frau Auer auch schon da und wir durften gleich ein Foto machen. Danach suchten wir unsere Plätze. Für alle, die Tickets vorbestellt hatten, wurde ein Sitzplatz reserviert. Deswegen kamen wir in den Genuss von tollen Plätzen in der ersten Reihe. 



Bald schon füllte sich der Saal und pünktlich begrüsste eine Mitarbeiterin des Kinderbuchladens die Autorin und die Zuschauer. 

Daraufhin legte Margrit Auer  los. Sie erzählte über sich sowie Grundlegendes über ihre Kinderbuchserie, las aus zwei Büchern vor, projizierte Bilder dazu auf die Wand und irgendwann fanden sich alle Besucher in einer Turnstunde mit Schildkröte Henriette: stehend, rennend, hüpfend, fliegend... 









Ausser Atem durften wir uns wieder setzen und hörten gebannt weiter den vielen Abenteuer aus der Wintersteinschule zu. Danach durften der Autorin Fragen gestellt werden, die sie zur Zufriedenheit aller beantwortete.










Zuletzt wollte Frau Auer wissen, welches magische Tier die Kinder selbst gerne hätten. Vielleicht taucht ja das eine oder andere in einem der nächsten Bücher auf, wer weiss. 
Hm, eigentlich wäre ein kleines Tier, welches man in der Jackentasche dabei haben könnte ja ideal. Eine Maus oder ein Hamster. Aber ein Esel oder Kamel fände ich in der Schule der magischen Tiere weitaus spannender. Mal sehen, welche Tiere Mister Morrison nächstens in die Tierhandlung aufnimmt, 



Und dann war die Lesung auch schon zu Ende, wieder pünktlich auf die Minute, wir sind ja schliesslich in der Schweiz. Die Kinder und auch wir Erwachsene hätten alle gerne noch weiter den Schilderungen der Autorin gelauscht. Margrit Auer war sehr gut vorbereitet und gestaltete die Lesung interessant und abwechslungsreich. 
Man merkt, dass sie einen sehr guten Draht zu den Kindern hat und auch nicht das erste Mal vor einer Meute Schüler steht. Nicht nur in Zürich bei der Lesung, auch mit ihren Büchern macht sie viele Kinderherzen glücklich. Herzlichen Dank für die schöne, aber viel zu kurze Lesung! 

PS: Meine Tochter hat in den Tagen nach der Lesung gleich nochmals alle Bücher gelesen und freut sich, dass der neueste und neunte Band, der morgen erscheint, am Freitag in ihrem Adventskalender steckt - auf ihren Wunsch, denn schliesslich war bisher ja immer Anfang Dezember ein Buch im Kalender versteckt :-)