Dienstag, 21. Februar 2017

Die Schattenschwester von Lucinda Riley (7-Schwestern-Serie 3)

Klappentext:
Star d'Aplièse ist eine sensible junge Frau und begegnet der Welt eher mit Vorsicht. Seit sie denken kann, ist ihr Leben auf das Engste verflochten mit dem ihrer Schwester CeCe, aus deren Schatten herauszutreten ihr nie gelang. Als ihr geliebter Vater Pa Salt plötzlich stirbt, steht Star jedoch unversehens an einem Wendepunkt. Wie alle Mädchen in der Familie ist auch sie ein Adoptivkind und kennt ihre Wurzeln nicht, doch der Abschiedsbrief ihres Vaters enthält einen Anhaltspunkt – die Adresse einer Londoner Buchhandlung sowie den Hinweis, dort nach einer gewissen Flora MacNichol zu fragen. Während Star diesen Spuren folgt, eröffnen sich ihr völlig ungeahnte Wege, die sie nicht nur auf ein wunderbares Anwesen in Kent führen, sondern auch in die Rosengärten und Parks des Lake District im vergangenen Jahrhundert. Und ganz langsam beginnt Star, ihr eigenes Leben zu entdecken und ihr Herz zu öffnen für das Wagnis, das man Liebe nennt...

Lucinda Riley zeigte mir letztes Jahr in Leipzig ihren Kettenanhänger, ich erkannte einen Panther. Was der wohl mit englischen Gärten und dem Buckingham Palace zu tun hat? 
Mehr als ein halbes Jahr musste ich warten, bis ich das Geheimnis um den Panther und die restlichen rar gestreuten Hinweise auf "Die Schattenschwester" herausfinden konnte. Ich war extrem gespannt auf diesen dritten Band der Sieben-Schwestern-Serie, in dem die Geschichte von Star, der sensibelsten der Schwestern, erzählt wird.  

Star und CeCe sind seit Kindheit unzertrennlich, seit kurzem wohnen die beiden in London, wo Star einen Kochkurs besucht. Die 27jährige spürt schon länger, dass sie auf eigenen Beinen stehen will und muss. Es ist der richtige Zeitpunkt, um Pa's Abschiedsbrief zu lesen und seinen Hinweisen zu folgen. Ihr Leitsatz ermutigt sie endlich umzusetzen, was sie sich schon länger vorgenommen hat: "Eiche und Zypresse gedeihen nicht im Schatten des jeweils anderen.Einer der Hinweise aus dem Nachlass führt sie in ein Antiquariat in Kensington, in dem sie sich mit dem kauzigen und altmodischen Besitzer Orlando anfreundet. An einem Wochenende begleitet sie Orlando zu seiner Familie nach Kent. Dort lernt sie Marguerite, Rory und Orlandos Bruder Maus kennen. Maus ist schroff und abweisend, trotzdem hilft er Star mehr über das Leben von Flora MacNicol zu erfahren, die laut Pa's Brief eine Verbindung zu Stars Leben haben soll.

Floras Geschichte zu entdecken ist sehr spannend. Sie führt uns ins edwardianische England, wo einige interessante Zeitzeugen wie Alice Keppler oder Beatrix Potter der Geschichte ihren Reiz geben. Flora MacNicol liebt ihr Leben auf dem Lande, mit ihren vielen Tieren und all den Pflanzen im Garten. Doch Floras beschauliches Leben ist in Gefahr, ihre Familie scheint Geheimnisse vor ihr zu haben. 

Lucinda Riley gelingt es die beiden Zeitstränge perfekt zu verbinden. Sie stehen sich in nichts nach, beide sind gleichermassen faszinierend. 
Die zentrale Frage des Romans ist: Gelingt es Star, aus dem Schatten ihre Schwester CeCe herauszutreten? 
Es ist kurzweilig zu lesen, wie Star erwachsen und selbstständiger wird, sich getraut ihre Wünsche zu formulieren und merkt, was sie vom Leben will und vor allem, wie und wo sie leben will. 

Die Autorin beweist Ausdauer und viel Originalität, um diese zusammenhängende siebenbändige Serie zu schreiben. Eine Herausforderung, die sie grandios meistert. Wohl auch deshalb, weil sie keine unnötigen Charaktere mit ins Spiel bringt, jede Figur im Roman hat ihre Berechtigung.

"Die Schattenschwester" ist ruhiger als die Vorgänger, nicht nur weil es um die ruhigste der Schwestern geht, sondern weil keine längeren Reisen ins Ausland unternommen werden. Der Roman ist dennoch nicht langweilig. Im Gegenteil, ich fand den Aufenthalt in den verschiedenen Zeitepochen Englands geschichtlich sehr kurzweilig und informativ, denn ich kannte die genauen historischen Episoden rund um Alice Keppler nicht. 
Am Anfang und am Ende des Romans bezieht Lucinda Riley wie bereits gewohnt Ereignisse aus dem Leben der anderen Schwestern mit ein. So verwebt sich auch die Pa Salt-Geschichte immer mehr. 

Fazit: Erneut hat mich Lucinda Riley überzeugt, in dem sie eine bezaubernde Geschichte erschuf, die in allen Bereichen fesselt.
4.5 Punkte.

Reihenfolge:
Vorstellung/Überblick über die Sieben-Schwestern-Serie
Band 1: Die Sieben Schwestern
Band 2: Die Sturmschwester
Band 3: Die Schattenschwester
Band 4: Die Perlenschwester - erscheint im Herbst 2017 
Band 5: erscheint voraussichtlich im Herbst 2018
Band 6: erscheint voraussichtlich im Herbst 2019
Band 7: erscheint voraussichtlich im Herbst 2020

Montag, 20. Februar 2017

Montagsfrage 20.02.2017


Gibt es ein Zitat aus einem Buch, dass dir in letzter Zeit (oder überhaupt) im Gedächtnis geblieben ist?


Mir ist Stars Leitvers aus "Die Schattenschwester" von Lucinda Riley in Erinnerung geblieben: "Eiche und Zypresse gedeihen nicht im Schatten des jeweils anderen." Es stammt aus dem Gedicht "von der Ehe" aus dem Buch "Der Prophet" von Khalil Gibran. 
Oder überhaupt ist zwar schon etwas länger her, aber ich erinnere mich noch immer an "Carpe diem" aus "Der Club der toten Dichter" von Nancy H. Kleinbaum.


Und sonst so:
Bin gerade auf dem Sprung, wir besuchen heute in Basel die Fondation Beyeler und schauen uns die Claude Monet-Ausstellung an. Er ist mein Lieblingsmaler und ich bin gespannt, welche Bilder gezeigt werden. Oder ob ich doch wieder mal nach Paris muss ;-) 
Letzte Woche war ich aufgrund der Schulferien meiner Tochter, wie letzten Montag schon erwähnt, kaum zu Hause. Ich schaffte es nicht mal, die bereits fertigen Posts "abzuschicken". Das werde ich diese Woche in geballter Ladung nachholen. 
Habt eine gute Woche! 

Dienstag, 14. Februar 2017

TV-Tipp: Agatha Raisin auf ZDFneo

Erinnert ihr euch an meine Rezensionen und anderen Beiträge zu Agatha Raisin? Sie kommt ins Fernsehen!

Agatha ist eine zielstrebige PR-Managerin, die sich vorzeitig zur Ruhe setzen will und sich in den Cotswolds ein Häuschen kauft. Mit ihr kommt der Tod ins beschauliche Carsely und alsbald betätigt sie sich als Hobbydetektivin. 

Foto-Copyright: ©ZDF/Colin Hutton
Der erste Band "Agatha Raisin und der tote Richter" (...and the Quiche of Death" erschien erstmals 1992. Seither veröffentlichte Autorin Marion Chesney, die das Pseudonym M.C. Beaton benutzt, jedes Jahr mindestens einen Kriminalroman. Auf Englisch sind bisher 27 Bände erschienen, auf Deutsch übersetzt sind aktuell sieben Bände, der achte Band "Agatha Raisin und der tote Friseur" erscheint am 16. März. 

Die Cosy-Crime-Serie wurde 2014 verfilmt und vergangenen Freitag konnte das deutschsprachige Publikum die erste Folge der achtteiligen Staffel auf ZDFneo verfolgen. Da wir in der Schweiz ZDFneo nicht im normalen Kabelangebot haben, habe ich die Sendung online geschaut. 

Leser der Serie müssen sich auf einige Änderungen gefasst machen. So erschienen mir alle Beteiligten jünger und attraktiver zu sein. Agathas Garten ist bereits top gepflegt und eins ihrer Zimmer nutzt sie als Fitnessraum. Sie fährt Rennrad und Polizist Bill Wong ist in Agatha verliebt. Leser der Bücher merken also recht schnell, was anders umgesetzt wurde ;-) Wenn man sich vor Auge führt, dass die der erste Band der Serie 1992 erschienen ist, noch im Zeitalter ohne Handy und Computer, muss man schon schmunzeln, wenn in Folge 1 bereits auf Laptops gegoogelt wird. Es gibt noch weitere Abweichungen der literarischen Vorlage, dies sind jedoch die Offensichtlichsten. Die Serie wird sehr modern umgesetzt. Unverändert bleibt der englische Humor. 

Mein Mann schaute mit und fand die Sendung langweilig. Ich stimme ihm zu, viel Spannung war in der ersten Folge wirklich nicht dabei. Aber das war im Buch ja auch schon so und besserte sich erst mit den weiteren Folgen. Am Anfang braucht es Zeit, bis alle Figuren vorgestellt sind. Ganz toll sind aber die Landschafts- und Dorfaufnahmen, die stechen bei vielen englischen Serien positiv heraus, hier ebenso. Ich werde mir die restlichen Folgen anschauen, jedenfalls bis zur siebten Folge, so weit ich die Serie gelesen habe. Und vielleicht auch die achte, obwohl noch nicht veröffentlicht? Mal sehen :-)

Habt ihr die Serie schon angesehen oder steigt ihr am kommenden Freitag mit ein? Wie gefällt euch die Umsetzung der Filmserie?

Ausgestrahlt wird "Agatha Raisin und..." jeweils Freitagabends um 21:45 Uhr in Doppelfolgen, wiederholt werden sie am Sonntag um 17:10 Uhr auf ZDF neo.


Meine Rezensionen zur Serie:
Vorstellung der Serie (Band 1 bis 3)
Agatha Raisins erster Fall (Kurz- und Vorgeschichte der Serie)



Montag, 13. Februar 2017

Montagsfrage 13.02.2017


Welche Neuerscheinung auf die du dich freust, erscheint als nächstes?

Das geht gar nicht mehr so lange! In 3 Tagen erscheint der zweite Band der Perez-Serie "Gefährliche Ernte". Der erste Band konnte ich letztes Jahr lesen und gefiel mir extrem gut, deshalb freue ich mich sehr auf den nächsten Teil mit Hobbyermittler Perez. Die Serie spielt in Banyuls-sur-Mer, eine französische Kleinstadt Nahe der spanischen Grenze. Wer mehr darüber wissen möchte, kann meine Rezension zu "Tödliche Tramontane" gerne lesen. 



Und sonst so:
In der Stadt haben die Sportferien begonnen und deshalb weiss ich noch nicht, wieviel Zeit mir die nächsten zwei Wochen zum Lesen und Schreiben bleibt. Für die kommende Woche habe ich bereits einige Beiträge vorbereitet, wie z.B. einer über die Verfilmung der Agatha Raisin-Serie oder eine Rezension zu "Gustaf alter Schwede", aber falls es nächste Woche ruhig bleibt, wisst ihr wieso. 

Durch meine aktuelle Lektüre "Schlaflos in Manhattan" - die neue Serie von Sarah Morgan - bin ich gerade oft schlaflos in Zürich 😁 Doch nicht mehr lange, spätestens Mittwochnacht sollte ich wieder mehr Schlaf bekommen. Zum Glück sind Ferien, da kann ich morgens ein wenig länger liegen bleiben, so wie heute. 

Euch allen eine gute und sonnige Woche! 



Freitag, 10. Februar 2017

KrimiMimi: Küstenstrich von Benjamin Cors (Guerlain Band 2)

Klappentext:
Drei Warnungen innerhalb einer Woche am Zaun eines exklusiven Anwesens in der Normandie. Der Bedrohte: ein Adliger mit Kontakten zur französischen Regierung. Sein künftiger Beschützer: Nicolas Guerlain, ehemaliger Staatsbediensteter und einer der besten Personenschützer des Landes. Sein neuer Auftrag führt den charismatischen Nicolas Guerlain abermals in die Nähe seiner Heimatstadt Deauville. Doch noch bevor er die Bekanntschaft seiner Schutzperson machen kann, stößt er auf eine Leiche.




Vollgepackt ist der zweite Band rund um Personenschätzer Nicolas Guerlain. Roussel, der sich mit einem hässlichen Fall von Menschenhandel herumschlägt, ist nicht begeistert, als Guerlain wieder in Deauville erscheint. Nicolas soll sich um Comte Aristide Tancarville kümmern, der in den Hügeln von Honfleur eine Villa bewohnt und die Morddrohungen gegen ihn nicht ernst nimmt. Kein guter Zeitpunkt für Zwischenfälle, denn Ende Woche soll in der Villa ein grosser Empfang stattfinden, an dem neben Minister Faure auch andere wichtige Persönlichkeiten dabei sein sollten.

Wie schon bei "Strandgut" hat der Krimi mehrere Erzählstränge. In "Küstenstrich" war ich viel schneller drinnen im Geschehen, da man die Richtung besser abschätzen kann als im ersten Band. Die Thematiken sind aktuell und gut umgesetzt. Die drei Stränge werden nach und nach enger gefasst und überschneiden sich bald, genau wie schon bei "Strandgut". 

Fast alle Figuren aus dem ersten Band sind hier wieder mit dabei. Praktikantin Claire darf sich erneut beweisen, und Roussel und Nicolas gewöhnen sich langsam aneinander. Nicolas wirkt noch immer distanziert und hat seine Aussetzer. Doch seine Aufmerksamkeit ist enorm und er kann auf den Punkt genau die richtige Entscheidung treffen. 

Leider wird Julie weiterhin von Nicolas vermisst, und anders als nach dem Cliffhanger vom ersten Band zu erwarten, endet diese Vermisstenstory nicht in Band 2. Solche sich über mehrere Teile hinziehende Geheimnisse mag ich weder bei TV-Serien noch in Büchern, sie sind einfach ermüdend. Der Krimi wäre fesselnd genug und würde auch ohne diese nicht enden wollende Julie-Schiene auskommen, oder zumindest mit deutlich weniger davon. 

Krimimässig kann man aber nichts aussetzen, die Seiten blättern sich fast von alleine durch, die Geschichte ist durchgehend packend geschrieben.
Auch witzige Szenen kommen vor, wie zum Beispiel der Hund, der seinen Pinkelbaum genau auswählt. 

Fazit: Spannender und komplexer zweiter Teil der Guerlain-Serie. 
4 Punkte.


Reihenfolge:
Band 1: Strandgut
Band 2: Küstenstrich

Donnerstag, 9. Februar 2017

KrimiMimi: Bitterer Calvados von Catherine Simon (Leblanc 3)

Klappentext:
Deauville im Frühling. Bereits zum fünften Mal lockt der Ort mit seinem Krimi-Festival "Mord am Meer" die Besucher an. Und diesmal ist es den Organisatoren sogar gelungen, den berühmten Bestsellerautor Jean-Paul Picard für eine Lesung zu engagieren. Der Autorenabend ist ein voller Erfolg. Doch am nächsten Morgen liegt Picard tot in seiner Hotelsuite. Das Letzte, was er zu sich genommen hatte, war ein Calvados – und der hatte es in sich: Picard wurde vergiftet. Bei seinen Ermittlungen trifft Kommissar Leblanc auf missgünstige Autoren, gierige Verleger und weibliche Fans, die es faustdick hinter den Ohren haben.


Die ersten beiden Bände konnten mich nicht so ganz überzeugen, zu viel Raum nahmen mir die Neurosen von Kommissar Leblanc ein. Dem dritten Band wollte ich noch eine Chance geben - und ich nehme es voraus, es hat sich gelohnt!

Ob es die Verliebtheit/Vernarrtheit von Leblanc ist oder die plötzliche viele Arbeit aufgrund des tot aufgefundenen Autors? Man weiss es nicht. Hauptsache Leblanc ist abgelenkt und so müde, dass er gut und durchschläft. 

Als Dank, dass während dem Krimi-Festival ein Büro der Polizei für eine Lesung genutzt werden darf, bekommt Leblanc zwei Tickets für eine Show des bekannten Autors Jean-Paul Picard. Er lädt die Ex-Freundin seines Nachbars ein, um bei ihr Punkte zu schinden. Picard ist nämlich sehr beliebt in Frankreichs Frauenwelt. Doch der Autor ist ein manipulativer Grosskotz, den alle, die ihn näher kennen, verwünschen. Als er am Morgen nach seiner Show tot aufgefunden wird, ist noch unklar, ob es Selbstmord oder Mord war. Leblanc gibt alles um den Fall aufzuklären und hat kaum Zeit für sein Privatleben, was gar nicht so schlecht ist. Er deckt einiges auf...

... und dabei kommt die Buchbranche nicht gut weg. Aber auch möglicher Schmuggel, Polygamie und Selbstmorde werden thematisiert. Manchmal waren mir die Diskussionen über die "böse" russische Delegation ein wenig zu viel, doch das ist das Einzige, was ich zu bemängeln habe. Nadine gewinnt als Assistentin immer mehr an Ausstrahlung, was auch Leblanc goutiert. 

Mir hat "Bitterer Calvados" sehr gut gefallen, die Ermittlungen waren interessant und Leblancs Privatleben nahm zum Glück nicht so viel Platz ein wie in den vorherigen Büchern. Liebestechnisch ist noch nichts entschieden, doch die eine oder andere Beziehung ist durchaus absehbar. Absehbar ist auch, dass zumindest zwischen mir und der Leblanc-Serie etwas wird; man darf gespannt sein, die Serie wird von Band zu Band besser.  

Fazit: Alle guten Dinge sind drei - der dritte Band überzeugt ohne Wenn und Aber! 

Reihenfolge:
Band 3: Bitterer Calvados

Mittwoch, 8. Februar 2017

Zweimal Herzschlag, einmal Liebe von Mary Kay Andrews (Eloise/BeBe Band 1)

Klappentext:

Das Leben könnte so schön sein: Das wärmende Sonnenlicht, die historische Häuserpracht und die frische Brise vom Meer machen Savannah zum perfekten Ort – zumindest für die Antiquitätenverkäuferin Eloise Foley. Doch dann gerät sie ins Zentrum einer Mordermittlung. Jemand hat Caroline DeSantos umgebracht. Zu dumm, denn Caroline war die neue Flamme von Eloises frisch geschiedenem Ehemann. Prompt wird sie zur Hauptverdächtigen. Und das ausgerechnet jetzt, da sie eine Verabredung mit dem Chefkoch des lokalen Sternerestaurants hat und zum ersten Mal wieder das lang vermisste Kribbeln in der Bauchregion verspürt. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin BeBe Loudermilk schmiedet Eloise einen Plan, der ihre Unschuld beweisen soll. Und auch ihr Ex soll dabei sein Fett wegkriegen, denn Eloise hat mit ihm noch eine Rechnung offen: Immerhin hat ihr früherer Ehemann sie hinterhältig betrogen und das gemeinsame Haus an sich gerissen und mit seiner Neuen bezogen. Der Streitfall kostet Eloise ganz schön viele Nerven, doch die Gefühle für den süßen Sternekoch geben ihr Rückenwind. Denn Liebe macht erfinderisch – auch wenn es um die juristischen Feinheiten einer Polizeiuntersuchung geht.

"Savvanah Blues", bzw. auf Deutsch "Zweimal Herzschlag, einmal Liebe", ist der Auftakt zur Savannah-Serie der amerikanischen Autorin Mary Kay Andrews. 

Nach meinen Recherchen wurde zuerst "Savannah Blues", ein Jahr später "Savannah Breeze", drei Jahre danach "Blue Christmas" ("Weihnachtsglitzern", 2013) und dann noch "Christmas Bliss" ("Winterfunkeln", 2014) veröffentlicht. Die Bücher werden nicht als Serie vermarktet, obwohl sie zusammengehören. Man kann alle einzeln für sich lesen, doch wenn jemand Protagonisten gerne länger begleitet, empfiehlt es sich die Reihe chronologisch zu lesen. 

Eloise hat gerade die Scheidung von Tal Evans hinter sich und lebt dennoch fast Tür an Tür mit ihm und seiner neuen Partnerin. Die beiden Frauen können sich nicht ausstehen, Eloise traut Caroline berechtigterweise nicht über den Weg. Oft treffen sie an den unmöglichsten Orten aufeinander. So staunt Eloise nicht schlecht, als sie Caroline bei einer Beerdigung einer alten Frau begegnet. Irgendwas führt Caroline im Schilde, doch was? Wenige Stunden später ist Caroline tot und Eloise steht unter Mordverdacht - fast alle würden verstehen, wenn sie die Täterin wäre. Gemeinsam mit Onkel James versucht sie herauszubekommen, was Caroline nachts in dem leeren Haus gesucht hat und wer der wahre Täter ist. 

Trotzdem bleibt noch viel Raum um die neu entfachte Liebe zwischen Eloise und Daniel zu beobachten, Onkel James ein wenig privater kennen zu lernen (in den anderen Teilen tritt er meist nur als Anwalt auf), Eloises Mutter Marians Alkoholsucht besser einzuordnen und Eloise bei ihrer Arbeit als Pickerin zu begleiten. BeBe taucht punktuell, aber immer zur richtigen Zeit auf und hilft Eloise, wo sie nur kann. 

"Savannah Blues" - mir gefällt der Originaltitel um einiges besser als der deutsche Titel - entpuppte sich als spannungsgeladener Wohlfühlroman, den ich sehr gerne gelesen habe. Trotz vielen ernsten Themen sticht der Roman durch viele witzige Szenen heraus, durch den Mordfall verwebt sich die Geschichte zu einem Krimi, doch auch die Liebesgeschichte kommt nicht zu kurz. Man bekommt quasi 3in1 geboten: Liebesgeschichte, Kriminalfall, Roman - alles zusammen in einem Buch vereint.

Fazit: Eloise unter Mordverdacht - ein spannender Auftakt für die Savannah-Serie von Mary Kay Andrews. Für alle Leser, die ihre Weihnachtsromane gern gelesen haben. 
4 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 1: Zweimal Herzschlag, einmal Liebe (Savannah Blues)
Band 2: Auf Liebe gebaut (Savannah Breeze)
Band 3: Weihnachtsglitzern (Blue Christmas)
Band 4: Winterfunkeln (Christmas Bliss)