Dienstag, 19. September 2017

Sommerhaus mit Meerblick von Karen Swan

Klappentext:
Cassie liebt Henry, Henry liebt Cassie – so viel ist sicher. Den funkelnden Verlobungsring von Tiffany hat er ihr schon angesteckt. Doch etwas lässt Cassie zögern. Als Henrys junge Cousine Gem verkündet, sie wolle im Eiltempo ihren Freund heiraten, ist seine Familie wenig begeistert, und Cassie lässt sich überreden, die Hochzeit zu verhindern. Insgeheim erhofft sie sich von der Reise nach Cornwall aber auch, Zeit zu finden, um über ihre Beziehung nachzudenken. Doch dann taucht zwischen malerischen Cottages und leuchtenden Blütenmeeren ein alter Bekannter auf, und Cassie erkennt, dass sie sich erst ihrer Vergangenheit stellen muss ...


Es gibt Autoren, zu denen Bücher ich unbedenklich greifen kann, weil sie mich nicht enttäuschen. Es gibt aber auch Autoren, von denen ich nicht alle Bücher mag. Karen Swan gehört für mich zu der zweiten Sorte. So wollte ich dieses Buch erst gar nicht kaufen, denn der Klappentext sagte mir nicht so zu. Doch dann las ich bei einer anderen Buchbloggerin, dass es sich hierbei um die Fortsetzung von "Ein Geschenk von Tiffany" handelt. Dies gefiel mir gut, und so kaufte ich mir "Sommerhaus mit Meerblick" und war gespannt ob es mit dem ersten Band mithalten kann.  

Cassie ist wie schon im Vorgängerband der Hauptcharakter. Sie und ihre drei Freundinnen Anouk, Kelly und Suzy kennen sich seit Kindertagen. Suzys Bruder Henry ist seit zwei Jahren und "Ein Geschenk von Tiffany" ihr Freund. Doch nun kriselt es in ihrer Beziehung. Henry will heiraten, Cassie traut sich nicht. Doch dann taucht Henrys 20jährige Cousine Gem auf, die Laird heiraten will. Möglichst schnell. Diese Urlaubsliebe wird vor allem von Suzy nicht gut geheissen. Die Freundinnen versuchen Gem davon zu überzeugen, dass eine Heirat zu verfrüht wäre. 
Doch Gem hängt sich wie ein Parasit an Suzy, und geht sogar mit ins Ferienhaus nach Cornwall. Cassie ebenfalls - Henry nimmt an einer Expedition teil und Zara kann die Arbeit im Party-Service alleine stemmen, so steht der Reise für Cassie nichts im Wege. Doch dann trifft sie ihren New Yorker Ex-Freund Luke erneut an, der ihr ein Leben ohne Trauschein verspricht. Ihr Gefühlsleben ist eine Achterbahn und auch das Leben in Cornwall ist nicht so gemächlich wie sie sich erhofft hat... 

Die ganze internationale Clique vom ersten Band ging nicht vergessen und alle haben einen Auftritt. Aber auch die Vergangenheit holt Cassie ein. Mit einem Unterschied: nun wollen alle heiraten und endlich Heimat finden. Bloss Cassie nicht, sie hat starke Bindungsangst, will lieber ohne Trauschein mit Henry zusammen leben.

Begonnen hat der Roman gut, doch bereits vor dem Mittelteil war ich enttäuscht vom Plot und den Figuren. Die Idee, einen Ex-Freund Jahre später wieder ins Spiel zu bringen finde ich blöd. Wir hatten damals bei "Christmas at Tiffanys" ein sehr schönes Happyend. Wieso das hier in "Summer at Tiffanys" nun erneut durcheinander rütteln? Eine einzigartige Story wird aufgewärmt und damit verwässert. Henry setzt Cassie unter Druck, nimmt ihre Gründe nicht ernst. Er kam mir sehr egozentrisch vor, wie ein kleines Trotzkind in der ich-will-Phase: ich will, ich will, ich will (heiraten und auf Expedition gehen)! Suzy zickt Cassie wegen Gem an und Cassie hat keinen Mumm Suzy zu kontern und befolgt ohne Widerrede Henrys Liste. Ich hätte mir von Cassie mehr Selbstbewusstsein gewünscht, dann wäre der Plot auch nicht so flach geblieben. Sie macht hier den Eindruck einer Marionette, die alles tut was die anderen von ihr wollen. Und dann war ja noch Luke wieder da, der war für mich irgendwie nicht zu fassen.
Aufgemuntert hat mich auf jeden Fall mein Lieblingscharakter Bas, nur schade, dass er so kurze Auftritte hatte.  

Schlussendlich muss ich sagen, dass es diesen zweiten Teil nicht gebraucht hätte. 

Fazit: Oberflächliches Liebesdrama, das mich fast komplett ohne Spannung nicht vom Hocker haut. Das erste Buch ist bei weitem schöner und spannender zu lesen. 
3.5 Punkte.


Weitere Rezensionen von:
Babs von bookish-heart-dream
Petra von Papier und Tintenwelten
Conny von Meine kleine Welt
Mona von Monas Bücherwelt 

Montag, 18. September 2017

Montagsfrage 17.09.2017


Liest du nur Romane, oder auch Comics, Manga etc.? Wenn ja, was reizt dich an gezeichneten Geschichten? 

Gezeichnete Geschichten sind für mich eine zusätzliche, humorvolle Ablenkung, die ich mehr nebenbei zur Erheiterung mal lese, aber nicht Lektüre als solches.


Als Schweizer Kind bin ich schon früh Comics begegnet, Papa Moll und Globi waren in jedem Kinderzimmer zu finden. Besuche bei meinem Gotti und Götti fand ich neben dem Spielen mit den Hunden deswegen toll, weil mein älterer Cousin alle Micky Maus und Donald Duck Taschenbücher sammelte und ich sie während meinem Aufenthalt dort lesen konnte, bis weit in die Nacht hinein!

Papa Moll auf Chinesisch ©Edith Oppnehim-Jonas

Später in der Oberstufe war die Schulbibliothek voll mit Asterix, für die Ausleihe galt "dä schnällär isch dä gschwindär"😀 Während meiner Ausbildung in der Buchhandlung traf ich auf Garfield und Mafalda. Die argentinische altkluge Comicfigur setzte sich für Gerechtigkeit ein und hasst Suppe. Zusammen mit ihren Freunden Susanita, Felipe und Manolito haben sie über ihre Weltanschauungen diskutiert. Irgendwann sind mir diese Comics abhanden gekommen, irgendwie trauere ich ihnen nach. 
Natürlich traf ich auch auf die Peanuts, auch auf Tim und Struppi, aber Mafalda hat es mir am meisten angetan. Sie ist definitiv meine weibliche Lieblingscomicfigur. 

Später liebte ich die jeweils am Freitag im Züritipp (Kulturbeilage des Tagi) erscheinenden Zürich by Mike. Sämtliche meiner Freunde und auch ich schnitten die Seite aus und steckten sie in ein durchsichtiges Mäppli und dann in einen Ordner. So hatten wir unsere eigenes grosses Zürich by Mike-Buch. Einige Jahre später gab es die Comics auch offiziell als Buch, das ich mir natürlich kaufen musste. Es steht noch immer im Regal, im zweiten unten links 😀
Während mein Mann nach wie vor die neuen Asterixbücher kauft, habe ich mir als letztes Comic "Persepolis" von Marjane Satrapi gekauft, was auch schon einige Jahre her ist. Die Story ist traurig, für einen Comic eher speziell, aber gut gemacht. Generell mag ich aber lieber die lustigen Comics, für mich sind sie wie im ersten Satz schon erwähnt, ein witziger Zeitvertreib, etwas um sich alleine oder mit Freunden und Familie zu amüsieren und lachen, aber keine Lektüre zum sich hineinversetzen und wegzutauchen. Eine Unterbrechung beim Lesen von Comics ist viel weniger schlimm als wenn ich einen Roman lese...


Und sonst so:
Diese Woche habe ich es streng, neben meinem üblichen Alltag habe ich noch zwei Jöbli dazu gefasst. Bin u.a. Catsitter bei Bekannten. Mindestens einmal am Tag werde ich hingehen und Dosenöffner spielen, habe mir aber vorgenommen wenns zeitlich passt, mich eine halbe Stunde aufs Sofa zu setzen und zu lesen. Mal sehen, ob sich die Raubtiere zu mir wagen - der ausgewachsene Norwegerkater ist um einiges grösser als unsere knapp fünfmonatigen British Shorthair (und wir haben das Gefühl, dass sie mittlerweile recht gross geworden sind...). Heute reicht die Zeit nicht, ich werde erst am Abend lesen können. 

Am Samstag steht ein Büchertreff-Forumstreffen am Bodensee an. Darauf freue ich mich schon, da wir uns schon länger nicht mehr getroffen haben; das letzte Mal im Dezember.

Gestern ging mein Beitrag zu Melusines Blogparade betreffend der Frankfurter Buchmesse online. Sagt, wer geht denn alles zur Messe? Hat jemand Lust, Donnerstag oder Freitagabend Essen zu gehen?


Sonntag, 17. September 2017

Blogparade zur Frankfurter Buchmesse #fbm17

Biggi von Melusines Welt hat zur Blogparade aufgerufen. Die Frankfurter Buchmesse findet bald statt und passend dazu hat sie sich einige Fragen ausgedacht.




1. Nenne drei Gründe, warum du die 2017 die Frankfurter Buchmesse besuchst?
- weil es terminlich passt. Dies ist nicht immer so, da die FBM jedesmal in den Schulferien meiner Tochter liegt und je nach dem was wir als Familie planen ist ein Besuch möglich oder nicht. Dieses Jahr habe ich Glück. 
- Frankfurt ist mit der Bahn gut erreichbar von Zürich her. 
- weil ich Frankreich als Gastland interessant finde. 
- und natürlich um Kontakte mit Verlagen, Autoren und anderen Blogger pflegen kann.

2. Was ist für dich das Besondere an dem Besuch einer Buchmesse, besonders in Frankfurt?
Eine Buchmesse ist eigentlich sowas wie eine überdimensionierte Buchhandlung, an der sich alle treffen, die in irgendeiner Weise mit Büchern zu tun haben: Buchhändler, Bibliothekare, Autoren, Vertriebe, Verlage, Presse. Vor Ort hat man die Möglichkeit mit allen ins Gespräch zu kommen. 
Ich mag eigentlich lieber die Messe in Leipzig, die ist viel gemütlicher und bietet mehr Rückzugsorte wie die Bloggerlounge, wo man sich einfach mal hinsetzen und Gedanken sortieren oder sich vom Fussmarsch durch die Hallen erholen kann. Aber auch in der Glashalle oder an den Enden der Messehallen finden sich Sitzmöglichkeiten oder kleinere Imbissstände. In Frankfurt ist alles voll. Fast immer.
Aber die Messe in Frankfurt hat für mich den Vorteil, dass sie in 5 Stunden per Bahn erreichbar ist. 

3. Auf welchen Programmpunkt auf der FBM 2017 freust du dich besonders?
Ein Meet & Greet mit Autor Jean-Paul Didierlaurent. 

4. Wo ist dein Lieblingsort auf der Frankfurter Buchmesse und warum?
Den habe ich noch nicht gefunden. Aber ich mag den Orbanism Space - weil es da für uns Blogger freies WLAN gibt oder zumindest letztes Jahr gab. Dafür bin ich dankbar, denn dies ist für mich als Schweizerin mit extrem hohen Roaminggebühren essentiell. So habe ich die Möglichkeit auch von der Messe aus einen Tweet abzusetzen oder ein Foto auf Instagram hochzuladen und muss nicht bis nach der Messe warten.
Ansonsten mag ich die Halle 3, hier stöbere ich am liebsten herum. 

5. Was unternimmst du nach Schliessung der Messehallen abends in Frankfurt?
An der LBM gefällt mir, dass sich die User des Büchertreff-Forum jeden Abend in einem Restaurant für ein gemeinsames Abendessen treffen. Gerade wenn man alleine unterwegs ist, hat man Gesellschaft und kann über das tagsüber Erlebte und über das Forum, über Bücher etc. sprechen. Dieses Treffen fehlt mir in Frankfurt. 
Aber da ich letztes Jahr zusammen mit Anja vom Kleinen Bücherzimmer ausserhalb Frankfurt logierte, war ich doch nicht so allein im Ausland. Wir sind an beiden Abenden im Ort Essen gegangen, kombiniert mit einem Spaziergang. Frische Luft nach einem ganzen Tag an der Messe tat richtig gut!
Auch dieses Jahr übernachten wir ausserhalb Frankfurt in einer Pension, gut mit der Bahn erreichbar. Trotzdem würde ich gerne einmal in Frankfurt Essen gehen, und fände es schön wenn sich andere Blogger anschliessen würden. Was meint ihr zu Donnerstag oder Freitagabend?

6. Wie hältst du deine Erfahrungen von der Buchmesse fest?
Durch Fotos und Festhalten des Erlebten mit einem Blogeintrag. 

Persönliche Tipps:
- Wenn ihr zum ersten Mal die Messe besucht, plant einen halben Tag oder zwei Stunden ein ohne Termine, damit ihr die Hallen in Ruhe einmal durchgehen könnt und euch verschiedene Wege merken könnt. 
- Schaut, dass ihr - insbesondere am Wochenende - eure Termine so plant, dass ihr möglichst kurze Wege habt oder genug Zeit dazwischen einplanen. Schnell in 3 Minuten von Halle 3 zum Orbanism Space wird nicht möglich sein. 
- Bequeme Schuhe anziehen, Getränke und kleine Snacks in die Handtasche packen. 
- Sprecht andere an! Egal ob Verlagsmitarbeiter, Autoren oder Blogger. Die Messe ist dazu da, um Kontakte zu knüpfen. Nutzt dies aus!

Ich wünsche euch eine gute Messevorbereitung und eine erlebnisreiche Buchmesse! Falls ihr eine rote Umhängetasche an der FBM sieht, das könnte ich sein. Sprecht mich einfach an :-)

PS: Meine letztjährigen Messeberichte könnt ihr hier nachlesen:
- FBM16
- Reisebericht zur LBM16
Messebericht zur LBM16




Samstag, 16. September 2017

Lesewoche der Kalenderwoche 37/2017

Diese Woche habe ich irgendwie Lust bei Aktionen mitzumachen. Die "Lesewoche" von Johnni von Unendliche Geschichte kannte ich bisher nicht und nehme heute zum ersten Mal teil. Es werden jeweils Fragen zu der vergangenen Lesewoche gestellt. Eigentlich findet die Aktion Freitags statt, das ist für mich aber noch mitten unter der Woche und deshalb poste ich meine Antworten heute Samstag. 




1. Hattest du in der vergangenen Woche viel Zeit und Lust, zu lesen?
Lust immer, Zeit leider weniger.

2. Welches Buch/ welche Bücher hast du in der vergangenen Woche gelesen und war ein besonderes Highlight dabei?
Gelesen habe ich letztes Wochenende "Jane Austen bleibt zum Frühstück" von Manuela Inusa" als Reread, danach "Das Muster der Liebe". Dies ist der erste Teil der Strickserie 😉, ähm, offiziell der Blossom Street-Serie, von Debbie Macomber.  Zur Abwechslung hatte ich Lust auf einen schnellen Krimi und hab "Agatha Raisin und der tote Friseur" gelesen. Nun lese ich gerade den zweiten Strickserie-Teil "Die Maschen der Liebe". Highlight war keins davon, obwohl  mir die Idee und Umsetzung von "Jane Austen bleibt zum Frühstück" sehr gut gefällt. Da ich es aber schon kannte, war es nicht mehr so überraschend, wie wenn man ein Buch zum ersten Mal liest. 

3. Welchen Beitrag, den du in der vergangenen Woche auf deinem Blog veröffentlicht hast, möchtest du deinen Lesern besonders empfehlen?
Diese Woche hab ich den Freitagsfüller und drei Rezensionen veröffentlicht. "Ein Sommer im Rosenhaus" von Nele Jacobsen hat mir am besten gefallen von den drei Büchern, deshalb kann ich es euch empfehlen. Ausser ihr mögt keine Rosen, dann ist das Buch nichts für euch. 

4. Wie sehen deine (Lese-)Pläne für das Wochenende und die kommende Woche aus? 
Heute Abend werde ich sicherlich in meinem aktuellen Buch "Die Maschen des Schicksals" von Debbie Macomber weiterlesen und hoffe, es morgen zu beenden. Kommende Woche werde ich mich "Gezeitenspiel" von Benjamin Cors widmen. Die anderen Bücher wähle ich dann je nach Lust und Laune aus.

5. Leihst du gerne Bücher aus der Stadtbibliothek aus?
Ich lese ja nur elektronisch und deshalb kann ich mir den Weg zur Pestalozzi Bibliothek ersparen und bequem zuhause am Computer eBooks ausleihen. Das mache ich nicht sehr oft, da die Auswahl der Onleihe nach meinem Geschmack nach nicht so optimal ist. Viel besser ist die Auswahl für die Junior Onleihe, da kommen auch viel mehr Bücher rein als bei der Erwachsenen Onleihe. Deshalb leiht meine Tochter häufiger was aus als ich.
Da ich aber Skoobe abonniert habe, leihe ich mir dort sehr gerne Bücher aus und lese sie auf meinem alten iPad mini. Ein grosser Vorteil gegenüber der Onleihe ist, dass man nicht warten muss, bis ein Buch wieder frei ist und man es auch nicht nach einer bestimmten Zeit zurückgeben muss.

Freitag, 15. September 2017

Freitags-Füller #439 15.09.2017

Heute hatte ich mal wieder Lust den Freitagsfüller von Barbara auszufüllen :-)



1. Ist denn schon wieder Freitag?
2. Ich habe ein Rezept für Apple Pie Crepes gefunden, und habe es noch nicht ausprobiert.
3. Am liebsten mag ich gerade mich auf dem Sofa in die Decke einkuscheln und lesen. 
4. Ich hatte noch keine Zeit für die Herbstdekoration. 
5. Warme Socken an den Füßen habe ich praktisch immer an, ich Gfrörli ich. 
6. My Way bzw. She did it her Way könnte der Titel eines Buches über meines Lebens lauten.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich darauf, dass ich nicht gross kochen muss, morgen bringe ich das Kind zum Training und kaufe unterdessen ein und Sonntag möchte ich möglichst ungestört lesen!

Ein Sommer im Rosenhaus von Nele Jacobsen

Klappentext:
Nach dem Tod ihres Mannes und dem Auszug der Kinder sucht die Botanikerin Sandra einen Neuanfang für sich. Sie kauft ein altes Gärtnerhaus auf Usedom an der Ostsee, zu dem ein verwilderter, aber einmalig schöner Rosengarten gehört. Doch die Pflege der empfindlichen Pflanzen erweist sich als schwieriger als gedacht, so dass sie den britischen Rosenexperte Julian zu Rate ziehen muss. Der hilft ihr zwar, verhält sich sonst jedoch merkwürdig abweisend. Dann findet Sandra heraus, dass ihr Garten ein Geheimnis birgt – aber um es zu lüften, müssen sie und Julian sich zusammenraufen...


Mögt ihr Rosen? Dann ist dieser Roman die perfekte Lektüre, denn der verwilderte Rosengarten in Usedom lässt die Herzen höher schlagen. 

Sandras Mann ist gestorben, ihre Tochter zum Studium nach Amerika gezogen, Freundin Uli bald in Singapur. Sandra braucht dringend einen Tapetenwechsel. einen Neuanfang. Selbst Botanikerin ist sie begeistert von einem alten Rosengarten. Als das Haus zum Verkauf ausgeschrieben wird, kauft sie die Immobilie ohne es zu sehen, nur wegen der Rosen.
Ihre Freundin Uli begleitet sie, die beiden sind vorerst in einer Pension untergebracht. Die Dorfbewohner sind skeptisch bis bösartig zur Städterin, aber Sandra zeigt ihnen, dass es ihr ernst ist und bringt den Garten wieder zum Blühen und lässt das Haus renovieren. Doch dann mischt sich die Baubehörde ein, und es scheint, als ob es mit der Ruhe vorbei ist. 

In Sandras Herz und Garten schleicht sich Engländer Julian ein. Nur der Leser weiss, dass er ein Geheimnis in sich trägt und er ebenso wie Sandra für den Rosengarten kämpft. Beide wissen nicht viel voneinander. Sandra ist nicht die Hausfrau mit dem grünem Daumen, Julian nicht nur der Rosenexperte. 

Die Charaktere, einige davon mit vielen Ecken und Kanten, sind der Autorin gut gelungen, das Dorf und seine Bewohner sind toll beschrieben. Die Handlung beschränkt sich auf das Drumherum von Haus und Rosengarten und kommt ohne viel Spannung daher. Die Autorin hätte manche Situationen vertiefen können, das hätte die Rosengeschichte wohl aber in den Hintergrund gesetzt.

Alles in allem ist "Ein Sommer im Rosenhaus" eine rosige Geschichte mit einer netten kleinen Liebesgeschichte, die das Geschehen rund um die Rosen aber nicht übertrumpft. Das Buch gefiel mir gut, allerdings habe ich auch keine Probleme wenn lange über Rosenzucht diskutiert wird. Wer sich dafür nicht interessiert, dem rate ich vom Lesen ab. 

Rosenrezepte inklusive! Der Roman macht Lust auf einen Besuch in einem grossen Rosengarten (Insel Mainau zum Beispiel) um sich dort alte Sorten anzuschauen und an ihnen zu schnuppern. 

Fazit: Eine leichte, gelungene Geschichte um einen Garten, der Überraschungen birgt. Und ist nicht nur im Sommer eine angenehme Wohlfühllektüre!
4 Punkte. 

Mittwoch, 13. September 2017

Sommernachtsträume von Mary Kay Andrews

Klappentext:
Riley Griggs verbringt jeden Sommer mit ihrer Familie auf der wunderschönen Insel Belle Isle. Aber dieses Jahr ist alles beängstigend anders: Ihr Ehemann Wendell kommt nicht wie verabredet mit der Fähre an, ihr Haus wurde von der Bank gepfändet und ihre Konten gesperrt. Riley wendet sich hilfesuchend an ihre Freundinnen auf der Insel, doch diese haben alle mit ihren eigenen Problemen zu tun. So macht sich Riley allein auf die Suche nach Wendell. Als sie schließlich Nate trifft, einen alten Freund aus Jugendzeiten, ist sie erleichtert. Nate unterstützt sie nicht nur bei ihrer Suche nach Wendell, sondern er erinnert sie auch daran, wie sie früher war. Kann Riley mit seiner Hilfe endlich den Mut fassen, sich ihrem Leben zu stellen und für ihre wahren Träume zu kämpfen?

Mary Kay Andrews Bücher sind meistens locker, leicht und amüsant zu lesen. Deshalb freute ich mich auch auf "Sommernachtsträume". Leider stellte sich heraus, dass erstens nicht nur der deutsche Titel nicht wirklich passt - im Original "The Weekenders" - sondern zweitens das wunderschöne Coverbild im Original zu einem anderen Buch ("Save the date" = "Ein Jahr im Sommer") der Autorin gehört, drittens auch der Klappentext irreführend ist, denn die Sache mit Nate spielt sich im Buch ganz anders ab. Viertens entpuppt sich der Roman als fade Geschichte ohne viel Handlung und fünftens sind viele Figuren nicht gerade sympathisch.

Der Roman ist eher ein Cosy-Krimi als ein sommerlicher Liebesroman, denn Rileys Noch-Ehemann Wendell wurde ermordet. Riley und Wendell wollten ihrer Tochter Maggy an diesem Wochenende erzählen, dass sie sich scheiden lassen, nun erfährt Maggy noch mehr unliebsame Tatsachen über ihren Vater, und das lässt sie noch zickiger werden, als sie eh schon ist. Klar haben zwölfjährige präpubertäre Mädchen ab und zu mal ihre schlechten Phasen, doch bei Maggy war es ein Wunder, wenn sie mal gut drauf war.

Riley machte mir ein zu grosses Theater um die Diabetes ihrer Tochter und war ansonsten ein eher blasser Charakter, der gegen die hochnäsige Mutter Evelyn nicht ankam. Rileys kleiner frecher und schwuler Bruder Billy hat ein grosses Alkoholproblem und ein noch grösseres Geheimnis. Sein Partner Scott als Ruhepol kam zu wenig zur Geltung. Leider auch Tante Roo, deren seltene Ansagen für Würze sorgten. Sie gefiel mir am besten, kommt aber leider auf den stolzen 560 Seiten viel zu kurz. Das Buch hätte gut und gerne um 300 Seiten gekürzt werden können.

Obwohl mich die Handlung ermüdete, war ich immer noch neugierig auf die Auflösung von Nates Geheimnis - der Grund, wieso er Riley vor vielen Jahren beim Abschlussball betrunken vor ihr stand. Viel Lärm um Nichts, das Geheimnis hätte sich die Autorin sparen können.

Fazit: Enttäuschende Lektüre mit langweiliger Handlung und unausgearbeiteten Charakteren und somit leider eins der schlechtesten Büchern von Mary Kay Andrews. 
3 Punkte.

Weitere Rezensionen von:
Babs von bookish-heart-dreams