Montag, 26. Juni 2017

Montagsfrage 26.06.2017


Das Jahr ist schon zur Hälfte vorbei, welche Bücher sind bislang eure Buchhighlights?

Bei den Roman ist es ganz klar "Liebe auf drei Pfoten" von Fiona Blum. Es hat mir so gut gefallen, dass ich mich in unseren Frühlingsferien in Rom auf die Spuren des Schauplatzes des Buches gemacht habe. Gemocht habe ich auch "Monsieur Picasso und der Sommer der französischen Köstlichkeiten" von Camille Aubray, der im Original schlicht "Cooking for Picasso" heisst und mehr aussagt als der lange, deutsche Titel. 


Gut gefallen haben mir auch die ersten beiden Teile der Eloise/BeBe-Serie von Mary Kay Andrew, die im deutschprachigen Raum nicht als Serie bekannt ist, sondern nur unter den Einzeltiteln "Weihnachtsglitzern" und "Winterfunkeln" - und ich habe erst beim Lesen der kürzlich auf deutsch übersetzten Büchern gemerkt, dass es sich dabei um die Vorbände der beiden Weihnachtstitel handelt. Wer die beiden gelesen und gemocht hat, soll unbedingt zu "Zweimal Herzschlag, einmal Liebe" und "Auf Liebe gebaut" greifen. 
Von derselben Autorin hat mir aber auch "Liebe kann alles" total gut gefallen, es geht ums Renovieren. Und Liebe. Natürlich.
Einziges Manko: bei allen deutschen Ausgaben der Bücher von Mary Kay Andrews passen die Originaltitel jeweils besser als die deutschen, die jeweils recht nichtssagend sind. 


Bei den Krimis kann ich "Lost in Fuseta" von Gil Ribero und "Kommando Abstellgleis" von Sophie Hénaff erwähnen. Beides sind neue Serien und sie haben mich durch ihren Humor und ihre speziellen Ermittler überzeugt. 
Bei Fortsetzungen von bereits etablierten Serien mochte ich "Madame le Commissaire und das verschwundene Bild" von Pierre Martin, aber auch "Provenzalisches Feuer" von Sophie Bonnet und natürlich "Gefährliche Ernte" von Yann Sola. 


Meine Halbjahres-Highlights kennt ihr nun - welches sind eure Januar-bis-Juni-Favoriten? 

Freitag, 23. Juni 2017

Sommer - im Buchtitel

Eigentlich wollte ich diesen Post pünktlich zum Sommerbeginn am 21. Juni veröffentlichen. 

Doch mich erwischte die Sommergrippe, was die 34° im Schatten auf dem Balkon und die 29° in der Wohnung noch unerträglicher machten. Den Computer stellte ich ab - zusätzliche Hitze wollte ich vermeiden. Am Donnerstag konnte ich mich erholen, in der verdunkelten Wohnung mit Lesestoff. Leider sorgte Flavia de Luce, die im verschneiten Bishop's Lacey einen Mordfall aufklärt, nicht für die nötige Abkühlung. Aber nun bin ich auf dem Weg zur Besserung, allerdings ist es immer noch furchtbar heiss und eine Temperaturrückgang und Regen sind erst am Sonntag in Sicht. 

Ist euch aufgefallen, dass es viel mehr Bücher gibt, die Sommer im Titel stehen haben, als gefühlt die restlichen Jahreszeiten zusammen? 


Für Bücherwürmer ist das ganze Jahr hindurch Lese-Saison.
Gelegenheitsleser nehmen eher nur in ihren Ferien auf Balkonien oder am Strand ein Buch zur Hand, deshalb wohl die vielen sommerlichen Titel, damit Leser eher zugreifen. 






Aus Neugier habe ich mal nachgezählt, wieviele Sommer-im-Titel-Bücher bei mir im Regal stehen. Dass es viele sind, wusste ich, aber das Ergebnis hat mich dann doch überrascht. 

Fangen wir mal an. Da sind die drei Bücher, die ich heute dank einem Rabatt-Gutschein von meiner Wunschliste befreite und die nun bei mir eingezogen sind: 
1. Mirabellensommer von Marie Matisek, die Fortsetzung von Sonnensegeln
2. Ein Sommer im Rosenhaus von Nele Jacobsen
3. Sommerhaus mit Meerblick von Karen Swan

Auch relativ neu bei mir sind:
4. Ein Sommergarten in Manhattan von Sarah Morgan, meine aktuelle Lektüre.
5. Fliedersommer von Cathy Bramley  - Rezension folgt nächste Woche, aber ich verrate euch schon mal die Punktezahl: 5!
6. Sommernachtsträume von Mary Kay Andrews
7. Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg von Jenny Colgan

Weiter gehts mit:
9. Ein italienischer Sommer von Francesca Barra, ein Roman, der leider gar nicht so sommerlich ist wie der deutsche Titel verspricht.  

Die folgenden zwei Titel sind seit letztem Sommer auf meinem SuB; doch plötzlich war Herbst! 
10. Sommertraum mit Aussicht von Brenda Browen
11. Wildrosensommer von Gabriela Engelmann
Diesen Sommer möchte ich die beiden unbedingt lesen - vielleicht hilft mir dabei die Sub den Sommer-Challenge von Anna von Ink of books.

Letztes Jahr rezensiert:
12. Wie Himbeeren im Sommer von Cathy Bramley
13. Zimtsommer von Sarah Zio 
14. Ein wunderbarer Sommer von Kelly Fisher
15. Kein Sommer ohne Liebe von Mary Kay Andrews, 
16. Sommersterne von Debbie Macomber - der fünfte Teil der Rose Harbor-Serie erscheint im Juli.
17. Der Sommer der Sternschnuppen von Mary Simses
18. Sommer in St. Ives von Anne Sander

Schon länger her:
19. Fingerhutsommer von Ben Aaronovitch - ja ich weiss, der Sommer spielt hier eine kleinere Rolle als die besagte Pflanze :-)
20.-22. Ein Ja im SommerSommer im HerzenSommerprickeln alle von Mary Kay Andrews - die Originaltitel enthalten viel weniger Sommer als die deutschen Titel. 
23. Ein zauberhafter Sommer von Corina Bomann
24. Wie ein Sommertag von Veronica Henry, eine Autorin, von der ich jeden Tag Bücher lesen könnte! 
25. Das Sommerversprechen von Elin Hildebrand - dieses gefällt mir gut, ihre Winterromane weniger. 
26. und 27. Der Sommer der Frauen und Sommerblau, beide von Mia March - ganz tolle Romane!
28. Sommerzauber wider Willen von Sarah Morgan
29. Der Duft des Sommerwindes von Fiona Valpy
30. Sommer in grasgrün von Annell Ritter


Dreissig Bücher!

Jetzt seid ihr dran: wie sommerlich sieht es in eurem Bücherregal aus? 
Wieviele Sommertitel habt ihr im Regal? Könnt ihr meine 30 Exemplare toppen? 
















Donnerstag, 22. Juni 2017

Krimi: Madame le Commissaire und das geheimnisvolle Bild von Pierre Martin (Isabelle Bonnet 4)

Klappentext: 
Im Dörfchen Fragolin in der Provence herrscht Urlaubsstimmung, Kommissarin Isabelle Bonnet genießt das süße Nichtstun und das ein oder andere Glas Rosé zu frischem Olivenbrot. Eine Abendeinladung, zu der sie den Kunstsammler Rouven Mardrinac begleitet, könnte das Sahnehäubchen auf der Aprikosen-Tarte sein. Doch Rouven brüskiert die Gastgeber schon nach wenigen Minuten mit der Behauptung, der stolz zur Schau gestellte Matisse sei eine Fälschung. Ein eilig herbei gerufener Sachverständiger macht mit Hilfe raffinierter Technik eine schockierende Entdeckung: Unter der Oberfläche des Bildes verbirgt sich ein verzweifelter Hilferuf! 


Kein Urlaub für Isabelle und Apollinaire! Nicht nur die im Klappentext beschriebene Fälschung, sondern auch ein Anruf von Balancourt machen Isabelle Beine. Sie soll herausfinden, ob der Staatsanwalt tatsächlich an einer natürlichen Todesursache starb oder ob da mehr dahinter steckt. Inkognito ermittelt Isabelle in einem Hotel und hat dennoch Zeit der Bilderfälschung auf den Grund zu gehen. Zwischenzeitlich steht auch das in Fragolin neu eröffnete Museum, Thierrys grosses Steckenperd, im Blickfeld. 

Bravourös gelingt Isabelle und ihrem erweiterten Team das Geheimnis um das Bild zu lösen. Einmal mehr kann mich die Serie begeistern, die in diesem vierten Band mit viel Provence-Flair auftrumpft. Trotz viel Arbeit findet Isabelle genug Zeit für gemütliches Herumschlendern in verschiedenen Städtchen der Provence.  

Mit dabei sind natürlich auch die üblichen Bekannten wie Apollinaire, Thierry und Rouven, sowie Balancourt und seine Sekretärin am Telefon. Gerne würde ich die zwei mal in Fragolin sehen!

In "Madame le Commissaire und das verschwundene Bild" komme ich voll auf meine Kosten, denn ich mag es sehr, wenn Kunst eine zentrale Rolle in einem Buch innehat. Interessant wird das Geheimnis um ein gewisses Bild in Szene gesetzt und nicht so koschere Machenschaften im Kunsthandel beleuchtet. 
Der Autor meistert das komplexe Thema leichthändig und wie immer mit einer grossen Prise Humor. 

Fazit: Spannender Fall rund um einen verschwundenen Kunstfälscher mit viel Frankreich-Ambiente. 
4.5 Punkte.

Reihenfolge:
Madame le Commissaire...
Band 1: ...und der verschwundene Engländer
Band 2: ...und die späte Rache
Band 3: ...und der Tod des Polizeichefs
Band 4: ...und das geheimnisvolle Bild

Montag, 19. Juni 2017

Montagsfrage 19.06.2017



Gibt es manchmal Bücher, bei denen du zögerst sie zu lesen, obwohl du sie eigentlich unbedingt lesen willst?

Ja, und zwar aus unterschiedlichen Gründen: 
Da gibt es die, die mich interessieren, aber bei denen ich zögere, weil ich doch nicht sicher bin, ob ich sie tatsächlich lesen möchte, weil ich den Autor zwar toll finde und gerne lese, mich das Thema des neuen Buches aber nicht so interessiert (z.B. Sylvia Lotts "Die Lilie von Bela Vista), oder ich zuerst alle anderen Bände nochmals lesen möchte (z.B. der letzte Teil von Harry Potter) oder ich aus Zeitgründen lange nicht alles so zügig lesen kann wie ich möchte, und dann die neueren Bücher den Vorrang bekommen weil sie a) entweder Rezensionsexemplare sind oder b) ich einfach nicht in der richtigen Stimmung bin. 
Und dann zögere ich seit ca. zwei Jahren immer wieder bei historischen Romanen, die ich früher so gerne gelesen habe. Einerseits fehlt mir auch die passende Stimmung dazu, und ich hatte in dem Genre extrem gute Romane gelesen, dass ich wahrscheinlich denke, ich werde bei den noch übrigen bei mir auf dem SuB liegenden, enttäuscht wenn ich sie lese (z.B. "Herrin der Kathedrale" von Claudia & Nadja Beinert); andererseits gab es in den letzten Jahren einfach extrem viele Bücher, die auf zwei Zeitebenen spielen, so dass ich trotzdem viel Historisches zu lesen bekam. 
Wie es auch sei - gelesen werden sie eines Tages alle! Der Tag bräuchte einfach mehr Stunden!

Und sonst so:
Am Wochenende kam ich kaum zum lesen, deshalb bin ich noch immer an "Provenzalisches Feuer" von Sophie Bonnet dran. Danach widme ich mich "Beklage deine Sünden" von Deborah Crombie und "Ein Sommergarten in Manhattan" von Sarah Morgan; Flavie de Luce wartet ebenfalls. Ende Woche sollte ich langsam mit meinen "Paris-Büchern" beginnen, denn vom 10. bis 15. Juli habe ich zusammen mit Kerstin von Wörterkatze ein grosses Paris-Blogspecial geplant! Wir stellen euch Romane vor, dessen Protagonisten Frauen sind, die in irgendeiner Weise mit in Paris lebenden Künstler oder Autoren wie Pablo Picasso, Marc Chagall, David Scott, James Joyce und Samuel Beckett zu tun hatten. Wir freuen uns schon sehr darauf und hoffen, ihr besucht unser Paris-Special im Juli dann fleissig!

Jetzt ist aber erstmal Juni-Sommer angesagt: hier in Zürich soll es die ganze Woche hochsommerliche 30° und viel Sonne geben. Was macht ihr, wenn es so heiss ist? (Ausser Lesen natürlich 😉 ) Euch in der dunklen Wohnung verkriechen, auf Balkonien gemütlich machen oder draussen am See oder in der Badi verweilen?

Diese Woche erwarten euch zwei Rezensionen, zu "Madame Commissaire und das verschwundene Bild" und zu "Fliedersommer", dazu wird es noch einen sommerlichen Bücherpost geben. 

Liebe Grüsse und eine guten Start in die heisse, hochsommerliche Woche!
Anya

Samstag, 17. Juni 2017

Krimi: Tödliches Blau von Katharina M. Mylius (Oxfordkrimis 4)

Klappentext:
Der Trainer des Ruderclubs der Universität Oxford treibt tot in der Themse. Zunächst sieht es danach aus, als sei der Mann ertrunken. Doch dann verdichten sich die Hinweise, dass er hinterlistig ermordet wurde. Das Inspektoren-Duo Heidi Green und Frederick Collins ermittelt und findet heraus, dass sich der ehrgeizige Trainer mit seiner harschen Art viele Feinde gemacht hat. Dabei gerät ein Ruderer besonders ins Visier der Ermittler. Wenig später wird jedoch auch er tot aufgefunden...





Oxford ist die Universitätsstadt Grossbritanniens und somit ist es keine Überraschung, wenn jeder Fall der Serie irgendeinen Bezug zu einem der Colleges hat. Diesmal steht der Ruderclub von Oxford im Mittelpunkt. Das wichtigste Rennen der Saison gegen den Erzrivalen Cambridge steht bevor. Doch dann wird in der Themse ein ertrunkener Ruderer gefunden. Sergeant Simmonds quatscht zwar immer noch viel, doch ist er derjenige, der am Tatort Zweifel an der Todesfolge hat. Der Tote ist Marcus Hind, Trainer des Ruderclubs und durch seine Art ziemlich unbeliebt. Deshalb ist es auch kein Zufall, dass etliche Personen in seinem Umfeld ein Mordmotiv hätten. Es liegt an Heidi und Frederick den wahren Mörder zu ermitteln. Erschwerend kommt hinzu, dass sämtliche Ruderteammitglieder die gleichen Schuhe und Kleidung tragen, was der Spurenermittlung nicht dienlich ist. Aber auch Hinds Familie hatte jeden Grund dazu, ihn loszuwerden.

Die Autorin nimmt den Leser mit durch die, für aussenstehende teilweise sehr speziell wirkende, Welt der Colleges und Ruderclubs. Ein typischer Whodunit-Krimi mit vielen Verdächtigen, die alle gut charakterisiert werden. Sei es Hinds Familie - die Frau, die betrogen wird, die Tochter, die ihren Vater liebt und alles macht was ihm gefällt; der Sohn, der genau das nicht macht, was sein patriarchalischer Vater wollte; die Studenten Josie, Ian, Ryan und Carl, die sich ihren Platz im Ruderteam erhalten wollen; Bootswart Peter, der dafür sorgt, dass im Bootshaus immer alles aufgeräumt ist. 
Die beiden Polizisten Heidi und Frederick gehen allen Fährten nach, kommen hinter die aufgetischten Lügen und kauen alles vermehrt durch, so lange bis sie das Rätsel um den Tod von Marcus Hind lösen. 

Über das aktuelle Privatleben der beiden wird jedoch auch erzählt: Heidi hat jeden Freitagabend Ausgang - ein Privileg, denn nicht jede Mutter hat Grosseltern zur Stelle, die ihre Kinder regelmässig hüten. Just als Frederick  sich entschliesst, sich endlich bei Louise zu melden, bekommt er überraschend Besuch von seiner Ex-Freundin. Dies passt ihm gar nicht - seine entsprechende Gefühlslage kriegt sein Arbeitsumfeld ab. 

Wenn man nach einer ernüchternden Lektüre zu einem Buch greifen kann, von dem man weiss, dass man nicht enttäuscht wird, ist das richtig wohltuend. Die Oxfordkrimi-Serie ist zuverlässig diesbezüglich - auch der vierte Band hat mich überzeugt.

Fazit: Ein entspannender und unterhaltender Britcrime, in dessen Fokus der Ruderclub steht. 
4 Punkte.

Reihenfolge:
Band 4: Tödliches Blau


Mittwoch, 14. Juni 2017

Meine zauberhafte Eisdiele in der Provence von Elizabeth Bard

Klappentext:

Eigentlich wollten sie für immer in Paris bleiben. Aber kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes entdecken Elizabeth und ihr Mann bei einem Ausflug in ein provenzalisches Dorf das ehemalige Zuhause eines berühmten Dichters. Sie verfallen dem Charme des Ortes und entscheiden sich schneller, als man ein Crêpe wendet, mit Sack und Pack und Pfannen in den Süden zu ziehen. Und diesem Neuanfang wohnt wirklich ein Zauber inne: Sie erleben das erste Jahr als Eltern, das erste Jahr auf dem Land, und sie beginnen ein weiteres großes Abenteuer: Sie eröffnen ihren eigenen Eissalon und experimentieren mit regionalen Zutaten und ungewöhnlichen Aromen wie Safran, Schafsmilch, und Olivenöl. Eis von ›Scaramouche‹ wird ein großer Erfolg für Elizabeth und Gwendal und die Provence ein Fest fürs Leben.

Am Anfang dachte ich, ich komme über das Inhaltsverzeichnis nicht hinaus. Denn jedes Kapitel ist einem Menu gewidmet, das mir nur schon beim Lesen der Speisen das Wasser im Mund zusammen laufen lässt. Später beim Lesen merkt man, dass jedes Menu einen Bezug zum betreffenden Kapitel hat.

Elizabeth Bard erzählt aus ihrem Leben: wie sie sich in Paris verliebt, verheiratet und niedergelassen hat. Wie sie und ihr Mann nach zehn Jahren in Paris auf die Idee kamen, sich im Luberon niederzulassen, dazu die Geschichte ihres neuen Hauses, der Renovation, der Umzug. Wie sie die Schwangerschaft erlebt hat, wie es ist, Mutter zu sein. Wie das Leben im kleinen Dorf Céreste mit all seinen Vor- und Nachteilen so ist; wie es ist, wenn man Besuch bekommt. Wie sie sich in ihrem Urlaub bei ihrer Mutter in Amerika gefühlt hat; wie sie sich fühlte, als ihre Mutter bei ihr zu Besuch war. Und dann, gegen Ende des Buches: wie sie auf die Idee mit der Eisdiele kamen. Wie sie ein passendes Lokal suchten, dieses umbauten, wo sie ihre Nahrungsmittel herkriegen. Erst ganz am Schluss, auf den letzten Seiten, beschreibt sie endlich die Eröffnung der Eisdiele. 

Wer wie ich eine Geschichte über die Eisdiele erwartet, ungefähr so wie in Abby Clements "Das Glück schmeckt nach Zitroneneis", wird enttäuscht sein. Denn die Eisdiele ist das Ziel dieser Erzählung, und nicht wie gedacht der Beginn.

Elizabeth Bards frech-frischer und bildlicher Schreibstil gefällt mir sehr gut, die ersten Kapitel zu lesen war ein Vergnügen. Doch mit der Zeit wurde es mir langweilig. Die Autorin schildert in der Ich-Form auf den 464 Seiten alles, was mit ihrem Leben im nahen und weiten Sinn zu tun hat. Sie verliert sich manchmal in Erinnerungen und findet nur schwer wieder zurück zum eigentlich gerade erzählten Thema. Und alles, wirklich alles, wird vom Essen begleitet und umrahmt. Die Autorin geniesst das unbeschwerte Geniessen in Frankreich, aber vergleicht es fortwährend mit der amerikanischen Tischkultur. 

Nicht nur beim Essen, sondern schlichtweg überall wird auf die Unterschiede zwischen der amerikanischen und französischen Mentalität aufmerksam gemacht. Vom Beispiel, als ihre Mutter aus Amerika zu Besuch kommt, und lauter abgepackte Süssigkeiten mitbringt und dann auch vor Ort nur Tiefkühlware und Fertigfood im Supermarkt ausserhalb des Dorfes einkauft, während Frau Bard fast nur noch auf dem Markt einkauft bis zu der Schilderung, wie sich die Kinder bei der Passbeantragung verhalten - neben dem Essen und ihrem neuen Leben dreht sich alles um die kulturellen Differenzen der beiden Länder. 
Für die einen Amerikaner mag das vielleicht interessant sein, für die anderen ein Schlag ins Gesicht. Für mich als Europäerin hörte es sich an, als ob die Autorin in diesem Buch ihre eigene Lebensgeschichte aufarbeitet und ihre neuen Denkweisen darin rechtfertigt. 

Irgendwie erinnert mich das Buch an Elizabeth Gilberts "Eat Pray Love" - welches schöner, vor allem aber spannender und gefühlvoller erzählt wird. Elizabeth Bard hingegen geht lediglich bei den Beschreibungen der Mahlzeiten und der Auswahl der frischen Lebensmittel total in ihrem Element auf. Vielleicht ist es eher ein Buch für Amerikaner, die nach Frankreich ziehen wollen oder davon träumen. Vielleicht liest sich "Meine zauberhafte Eisdiele in der Provence" für Europäer besser, wenn es häppchenweise gelesen wird, jeden Abend ein Kapitel. Vielleicht. Peu à peu. Wer das kann, wird wahrscheinlich glücklich werden mit dem Buch. 

Fazit: Gefälliger Schreibstil, aber ein mit der Zeit langweilig werdender Erlebnisbericht über das Savoir Vivre in Frankreich im Besonderen und franko-amerikanische Mentalitätsunterschiede im Allgemeinen. Dafür mit vielen tollen Rezepten. Häppchenweise zu geniessen (- nicht die Rezepte, das Buch)!
3 Punkte.

Montag, 12. Juni 2017

Der Duft von Liebe und Limonen von Flumeri & Giacometti

Klappentext:
Melania ist leidenschaftliche Köchin. Am liebsten entwickelt sie ihre eigenen süßen Naschereien. Dann wird sie auf die Insel Capri eingeladen, um für den renommierten Koch Fabrizio Greco seine Biografie zu schreiben. Schnell ist sie fasziniert von diesem Mann, dessen Koch-Kreationen eine fast magische Kraft auf Melania ausüben. Während ihrer langen Ausflüge und Gespräche genießt sie nicht nur die wild-romantische Schönheit der Insel, sondern auch die zarten Avancen von Fabrizio. Doch je länger sie mit ihm zusammen ist, desto mehr beschleicht sie das Gefühl, dass er ihr etwas verheimlicht. Eigentlich Grund genug, um auf Abstand zu gehen. Wird es ihr gelingen während der magischen Nächte eines Sommers auf Capri dem Charme dieses Mannes zu widerstehen? 

Wie bereits in "Die Zutaten der Liebe" spürt man die Leidenschaften der beiden Autorinnen. Gutes Essen und die Liebe zu Italien, hier speziell zur Insel Capri. 

Die Römerin Mel schreibt einen Kochblog und liebt es zusammen mit den Kindern aus dem Kinderhaus zu backen. Sie hat ihren grössten Traum, ein Buchprojekt, einem Verlag angeboten und wartet auf die Antwort. Die folgt prompt, doch der Verlag möchte, dass sie zuerst als Ghostwriter die Autobiografie eines berühmten Koches von Capri schreibt. Sie nimmt den Auftrag an, in der Hoffnung, danach grünes Licht für ihr eigenes Projekt zu bekommen. Als Mel in Capri eintrifft ist sie fasziniert von der schönen Insel und kommt in den Alstadtgassen alsbald ins Gespräch. Auf diesem Wege findet sie eine Unterkunft: ein schönes Anwesen, dass von der Familie D'Ascenzo bewohnt wird. Hier trifft sie auf keinen ruhigen, aber schönen Rückzugsort und ist begeistert vom Zusammenhalt der generationenübergreifenden Mitbewohner. 
Das Zusammentreffen mit dem Meisterkoch Fabrizio, über den sie schreiben soll, gestaltet sich komplizierter. Aus dem einfachen Fischersohn aus Furore, wurde ein erfolgreicher Koch, der seine Gefühle unter seiner arroganten Fassade versteckt. Mel spürt dies und möchte darunter schauen, auch darüber schreiben, aber Fabrizio blockt ab. Klar, dass es deswegen zum Streit kommt und Mel kurz davor steht, dieses Projekt abzubrechen. 

Fabrizio denkt, er könne alle Frauen mit seinem Essen verführen, was ihm in Amerika auch gelang. Er kam zurück nach Italien, weil er den Duft nach Meer und Pinien vermisste. Für sie ist die Situation mit Fabrizio emotional sehr schwierig. Aber sie liebt die Insel und geniesst ihre Zeit trotz den Schwierigkeiten mit dem Starkoch. 

Mir gefielen besonders die Beschreibungen der Wohnsituation bei den D'Ascenzos. Nonna Rosa und Zia Maria, die Mel bekochen und voll schwatzen, all die tierischen Mitbewohner, der Zwist zwischen Antonio und seinem Vater Augusto. Aber ich freute mich auch jedesmal wenn Nando, Fabrizios Onkel, in Erscheinung trat. Der ältere kluge Herr sorgt wie die Tanten für Bodenständigkeit; sie sind allesamt zufrieden mit ihren eigenen - und gar nicht so 08/15-mässigen - Lebensentwürfen. 

Der Plot ist theoretisch einfach - schöner Mann trifft verletzte Frau - und dennoch glänzt die Geschichte durch die charakteristischen Figuren und den atmosphärisch und sommerlich verpackten Beschreibungen der Insel, als ob Werbung für die Insel gemacht werden soll. 

Der Roman ist vergnüglich und ruhig zu lesen. Durch das Zusammentreffen von Mel und Fabrizio sowie der erotisch umschriebenen Küche versprüht die Geschichte eine spezielle Sinnlichkeit. 

Fazit: Liebe und Küche kombiniert mit Sommer und Meer - eine leichte Geschichte für jeden Urlaub.
4 Punkte.