Mittwoch, 28. Oktober 2015

Coco und das Geheimnis von Glück von Niamh Greene

Klappentext:
Seit sie denken kann, hat Coco Swan sich für ihren Vornamen geschämt. Bei einem solchen Namen, davon ist die Zweiunddreißigjährige überzeugt, erwartet man Schönheit und Glamour. Eben eine Frau wie Coco Chanel – und keine durchschnittlich aussehende Antiquitätenhändlerin aus einer durchschnittlichen Kleinstadt. Als allerdings in einem ersteigerten Schränkchen eine alte Chanel-Handtasche auftaucht, wird Cocos Leben völlig auf den Kopf gestellt. Denn ein vergilbter Brief im Seitenfach der Tasche entpuppt sich für Coco mit einem Mal als Schlüssel zum Glück.



Eigentlich hätte ich ja andere Bücher lesen wollen, doch irgendwas sprach mich an diesem Buch auf meiner Skoobe-Merkliste an und so zog ich es meinen SUB vor. Was Nettes ohne Ansprüche für Zwischendurch, war mein hauptsächlicher Gedanke. Und dann hat mich dieser "nette", kleine, unscheinbare Roman sowas von positiv überrascht: 

Die 32jährige Coco wurde von ihrer Grossmutter aufgezogen und lebt immer noch mit ihr zusammen. Ihnen gehört ein Antiquitätengeschäft im irischen Dronmore. Coco liebt ihren Beruf und geht ganz in ihm auf. Das einzige was sie nicht mag, ist ihr Namen, denn fast jeder spricht sie darauf an, "Coco - wie Coco Chanel"? Ja, denn ihre Mutter, die vor fast 20 Jahren an einem Verkehrsunfall starb, war ein grosser Fan von der Modeschöpferin. Als Coco in einem Waschtisch eine echte Chanel-Handtasche inklusive einem darin versteckte Liebesbrief entdeckt, ist Coco so fasziniert davon, dass sie die Tasche samt Brief der rechtmässigen Besitzerin zurückgeben will. Die romantisch veranlagte und an Zeichen glaubende Coco denkt, dass ihre Mutter ihr durch die Tasche etwas mitteilen möchte - denn sie versprach ihr eines Tages genau so eine Tasche zu kaufen. Und auch wenn es kein Zeichen sein sollte, die Tasche möchte sie auf jeden Fall zurückgeben. Und so beginnt eine aufregende Reise durchs Leben einiger mit der Handtasche in Verbindung stehender Personen.
Doch Coco muss sich auch mit ihrem direkten Umfeld auseinandersetzen. Dass Grossmutter Ruth in ihrem Alter und nach dem Tode von Ruths Ehemann wieder ein Liebesleben hat, muss Coco erst verarbeiten. Und Anna, Ruths ewig motzende Schwester, ist so schwierig, dass sie am besten nichts davon erfährt. Und wie kann Coco ihrer besten Freundin Cat helfen, die mit ihrem ältesten Sohn Mark Probleme hat? 

Diese wundervolle Geschichte mit ihren authentisch wirkenden Charakteren überzeugt durch ihre Warmherzigkeit. Passieren tut viel, und dennoch ist der Roman unaufgeregt. So kommt zwar eine klitzekleine Liebesgeschichte darin vor, doch die ist so gekonnt in die Rahmenhandlung gesetzt, dass sie glücklicherweise nicht zum Hauptthema wird. Hauptthema bleibt das Rätsel um die Herkunft der Tasche. Und natürlich das "Glück", das im Titel vorkommt. Glück wird hier vor allem mit Zufriedenheit übersetzt: zufrieden sein mit dem was man hat und nicht immer noch mehr oder möglichst Ausgefallenes zu wollen. 

Fazit: Die etwas andere Detektivgeschichte. Es ist ein Roman mit "Jö, herzig"-Faktor, der ohne Kitsch auskommt, dafür mit einigen Prisen Glücksstaub für das Wohlbefinden der Protagonisten am Schluss sorgt. Beeindruckte 5 Punkte. 

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