Sonntag, 5. Juli 2015

Das Korallenhaus von Anna Levin

Klappentext:
Als die Meeresbiologin Nina in einem Haus bei Tazacorte ein altes Tagebuch und eine Kette aus schwarzen Korallen findet, ahnt sie nicht, dass dieser Fund ihr Leben für immer verändern wird. Sie kam nach La Palma, um bedrohte Korallenarten zu studieren, doch die Geschichte der Korallentaucherin Serena, die den Freitod im Meer suchte und von dem Hirten Mateo gerettet wurde, schlägt sie in ihren Bann. Denn sie erzählt von einer Liebe, wie Nina selbst sie sich immer erträumt hat. Woher aber kommen die Parallelen im Leben beider Frauen? Und wem ist Ninas Forscherteam ein Dorn im Auge?


Das tolle Cover mit der Fächerkoralle und der Titel hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Auch der Klappentext verheisst eine spannende Geschichte zu einem eher seltenen Thema. 
Doch beim Lesen stellte sich mir dann die Frage: Ist es eine Liebesgeschichte mit eingebauter Abenteuergeschichte oder eine spannende Abenteuergeschichte mit einer Liebesgeschichte verbunden?

Nachdem Nina ihren Freund knutschend mit einer anderen Frau sieht, ist für sie klar, dass sie das Angebot, auf La Palma an einem Korallen-Forschungsprojekt teilzunehmen, sofort annimmt. 
Zusammen den Studenten Pepe Morales, Jesper Vikström, dem Leiter Arnulf Ingvison und dem Unterwasserfotograf Fabio Guantes arbeiten sie an dem Projekt. Nina und Fabio tauchen zu den Korallen, nehmen Proben und fotografieren die Bestände. Anschliessend werden die Proben und Daten ausgewertet. Doch es scheint, als ob einige Leute auf der Insel Probleme mit der Arbeit des Teams haben: Reifen werden aufgeschlitzt und Drohbriefe geschrieben. Wer steckt dahinter? Wer möchte das Projekt gefährden?
Nina ist nicht nur von der Unterwasserwelt fasziniert sondern auch von Fabio. Doch kann sie ihm trauen? Sie lenkt sich mit dem Lesen des kleinen Tagebuchs von Serena ab, das sie beim Aufräumen in ihrem Schuppen gefunden hat. Serenas Aufzeichnungen erinnern Nina an sich selbst und geben ihr Stoff zum Nachdenken, bis sie sich entscheidet wie ihr Leben weitergehen soll. 

Für mich nahm die Liebesgeschichte definitiv viel Raum ein, deshalb ist der Roman für mich klar eine Liebesgeschichte mit eingebautem Abenteuer. Da kann wohl die Autorin nicht über ihren Schatten springen, denn die Autorin veröffentlicht unter anderem Namen historische Liebesgeschichten.
Wahrscheinlich war die Autorin auch sonst zu stark in ihrer "historischen Umgebung" verfangen: im Mittelalter war es üblich die Leute nach ihrer Herkunft zu benennen, heute jedoch nicht mehr. Deshalb hat es mich gestört, dass die Leute vom Team oft nicht mit Namen genannt wurden, sondern mit ihrer Herkunft. Innerhalb eines so kleinen Teams redet man sicher auch in Deutschland nicht oft von "der Isländer", "der Spanier" etc. Das tönt für Schweizer Ohren extrem herablassend - obwohl es im Buch nicht so gemeint ist. 

Abgesehen davon hat mir die Geschichte sehr gut gefallen, und erinnerte mich an Schnorchelferien in Marsa Alam - an die tolle Unterwasserwelt, die wohl jeden in ihren Bann zieht. Umso mehr schmerzt es, wenn man sieht wie dieser schöne Lebensraum nicht nur durch Fischfang, Erwärmung und Versauerung der Meere, sondern vor allem durch die Geldgier der Menschen bedroht wird. 

Fazit: Eigentlich hätte ich das Buch erst in einigen Wochen, im Urlaub auf Teneriffa lesen sollen, es hätte perfekt gepasst! Aber diese packende, schöne Liebesgeschichte mit einem Hauch Abenteuer liest sich auch sehr gut auf dem eigenen Sofa. 
4 Punkte. 


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