Mittwoch, 9. Dezember 2015

Krimi: Der tödliche Tanz des Monsieur Bernard von Marie Pellissier (Gardienne Lucie, Band 2)

Klappentext:
Hinter der glänzenden Fassade der Pariser Oper wird nach einer Premierenvorstellung der für sein exzessives Leben bekannte Ballettdirektor Guillaume Bernard tot aufgefunden. Mit ihrem untrüglichen Gespür für die Aufklärung von Verbrechen nimmt sich Gardienne Lucie der Sache an. Sie kannte Guillaume schon lange, wohnte er doch im Haus an der Place des Vosges, wo sie seit über 40 Jahren als Hausmeisterin das Regiment führt. Lucie will unbedingt wissen, was mit dem Ballettdirektor passiert ist. Und taucht tief in die Vergangenheit der Pariser Ballettszene ein, wobei sie sich gefährlich weit in den Kreis der Verdächtigen begibt …


Der zweite Band (zu Band 1 hier entlang) in welchem Gardienne Lucie ihre Ermittlungsfähigkeiten einsetzen kann: 

An der Place des Vosges Nr. 3 hat Lucie viel zu tun: sie kümmert sich um ihre Familie, hilft ihren Mietern bei der Wäsche und beim Einkauf, und Nachts sorgt sie für Ruhe. Zusätzlich springt sie spontan als Putzhilfe an der Oper ein, weil dort die Putzmannschaft streikt. Kaum ist sie vor Ort, stirbt ihr Mieter und Balletdirektor Guillame Bernard. Lucie ruft sofort Komissar Léon Legrand an, denn sie glaubt nicht an einen Unfall. Und schon steckt sie mittendrin und kann gar nicht geniessen, dass Choreografin Amandine, deren Kinderfrau Lucie früher war, wieder für kurze Zeit an der Place des Vosges wohnt. Zum Glück bekommt sie auch nicht mit, dass ihr neuer Verwalter sie zweimal aufsucht, doch ihre Mieter, allen voran der Komponist Monsieur Rosenberg, springen für sie in die Bresche.

Der Schauplätze dieses Krimis sind ausschliesslich die Place des Vosges und die Pariser Oper. Schön fand ich, dass einem nicht nur die Ballettwelt, sondern auch die Architektur des Palais Garnier, der die Oper beherberg, näher gebracht wurde.  
Auch all die Intrigen, die sich an so einem ehrwürdigen Ort abspielen könnten, wurden humorvoll und interessant beschrieben.

Weniger gefallen hat mir, dass Kommissar Legrand in diesem Band als liebestrunkener Trottel beschrieben wurde. Auch wenn er Lucie nicht wirklich mag - das hat er nicht verdient. Aber zum Glück standen ihm ja Lucie und seine Mitarbeiterin Aurélie Petit zur Seite. Legrand befand sich auch was Lucie betrifft in der Gedankenmühle gefangen: wieso ist Lucie überzeugt, dass es ein Mord war? Wieso verhört Lucie Amandine an der Place des Vosges? Wen schützt sie? Ist Lucie wohl schuld? Hat sie gar ein Komplott gebildet? ... 

Den Krimi empfand ich als sehr spannend. Die Autorin verstand es bestens immer wieder andere mögliche Verdächtige aufzuzeigen, und oft dachte ich, dass meine anfängliche Vermutung doch nicht stimmt. Das tat sie schlussendlich aber doch und ich freute mich riesig darüber! Aber bis dahin grübelte ich oft an meinen detektivischen Fähigkeiten ;-)  

Für den dritten Band wünsche ich mir, dass Lucie und Legrand sich mehr vertrauen. Aber vielleicht haben beide am Ende des vorliegenden Band dazu gelernt. 

Fazit: 
Ein erfrischender Kriminalfall mit einer bodenständigen und mit viel Gottvertrauen ausgestatteten Ermittlerin.  
4 Punkte.


Kommentare:

  1. Oper klingt gut, da muss ich mir den zweiten Band wohl noch ansehen, obwohl ich vom ersten nicht so begeistert war. Ich habe mich dort schon über den Kommissar genervt, denn sooo dumm, wie er dort wegkommt, kann ein Polizist in leitender Funktion doch gar nicht sein, sonst wäre Paris schon längst in Kriminalität versunken. Da übertreibt die Autorin zugunsten einiger Gags beträchtlich. Es wäre schön, wenn sein Charakter für die Folgebände etwas glaubwürdiger und normaler wird, statt weiter als Witzfigur herhalten zu müssen...

    LG, Julia

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  2. Hier kommt er noch doofer weg, aber schon so doof, dass man darüber weglesen kann. Ich hoffe ja auch auf Besserung im dritten Band :-)

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