Donnerstag, 5. Januar 2023

Jahresrückblick - Meine Highlights und Flops 2022


Wenn ich ans Jahr 2022 denke, dann vor allem an den Baulärm ringsrum, der mich von Ende April bis September begleitete, nervte und uns alle im Sommer dünnhäutig machte. Von daher genoss ich die zehn Tage Ferien am Meer im August umso mehr, da es dort super ruhig war. Im September ging es nochmals ans Meer, was ich nach den zwei reiselosen Jahren zuvor enorm genossen habe. Am Meer habe ich dann auch ausgiebig gelesen, vor allem in den August-Ferien. Das tat richtig gut! 

Am Meer und anderswo war ich auch mit meinen gelesenen Büchern unterwegs. Circa 20 Länder hab ich literarisch besucht. Am häufigsten war ich 2022 in Deutschland mit 34 Besuchen, gefolgt von England mit 32 und Amerika mit 27 Besuchen. In Frankreich war ich 2022 nur noch 17 und in Italien 11 Mal. Irland, Kanada, Griechenland, Spanien, Portugal, Schweden, Österreich und die Schweiz hab ich auch besucht, einmal bis viermal. Zudem war ich 2022 noch in Costa Rica, Fidschi, Norwegen und in einigen orientalischen Ländern. 

2022 schrieb ich 173 Blogbeiträge, davon 120 Rezensionen. Das sind nur 2 Rezensionen weniger als 2021, obwohl ich viel weniger Bücher gelesen habe als noch im 2021 - das erstaunt mich jetzt doch grad ein wenig, gefühlt hab ich viel weniger Rezensionen geschrieben, weil ich aufgrund meines neuen alten Jobs sehr viel Vorbereitungszeit brauchte (und noch bis Sommer 2023 brauchen werde). Danach wird sich meine Zeitbilanz (hoffentlich) wieder ausgleichen. 

Da ich Sach-, Fach- und Kochbücher nicht zu meinen Blog-Büchern zähle, komme ich ohne die auf ganze gelesene 150 Bücher plus 4 zwischen 25 und 50% Inhalt abgebrochene. Ich hatte demzufolge 2022 mindestens 154 Bücher in der Hand und somit knapp 50 weniger als im 2021; darunter 35 Fünf-Sterne-Bücher.

Soweit die trockenen Zahlen, jetzt zu den Inhalten: 

Meine Krimi-Neuentdeckung:
- Flüssiges Gold von Paolo Riva (Commissario Luca 1) - obwohl ich ja denke, den Autor bereits öfters gelesen haben, er schreibt hier unter Pseudonym
- Tod im Olivenfass von Renato Pozzi - auch hier hab ich btr. dem Autorennamen gegenüber einige Bedenken, siehe Rezension. 

Mein Roman-Highlight:
Liebe, schmetterlingsbunt von Hannah Juli

Meine Historische-Romane-Highlights:
- Der Prinz an ihrer Seite von Flora Harding 
- Die Gärtnerinnen von Kew Gardens von Posy Lovell 
- Die Töchter der Hoffnung von Maria Nikolai (Bodensee-Saga 1)

Meine Weihnachtsromane-Highlights:
- Winterträume am Kamin von Mary Kay Andrews
- Das Weihnachtskleid von Courtney Cole
Das Fest der Liebe von Jean Meltzer

Meine Lieblingsserien bzw. neue Reihen im 2022:
Mit der "Die Hafenärztin" hab ich das Jahr begonnen, hab es überraschend erhalten und kam erst gar nicht draus, bis ich merkte, dass ich die Autorin ja schon kenne. Mit dem dritten Band hab ich das Jahr abgeschlossen, aber noch nicht die Reihe, denn die geht im Herbst 2023 weiter.
- Ein Leben für die Freiheit von Henrike Engel (Die Hafenärztin 1) 
Ein Leben für das Glück der Kinder von Henrike Engel (Die Hafenärztin 2)
- Ein Leben für das Recht auf Liebe von Henrike Engel (Die Hafenärztin 3)

Verliebt hab ich mich in die kleine Insel "Whale Island", die mir Miriam Covi schmackhaft machte:
Heimkehr nach Whale Island von Miriam Covi (Whale Island 1)
Neuanfang in Whale Island von Miriam Covi (Whale Island 2)
Sehnsucht nach Whale Island von Miriam Covi (Whale Island 3)

Ein Buch, das mir trotz "nicht genügender" Punktezahl bzw. grosser Kritik in Erinnerung bleibt: 
- Un-Verhüllt von Julia Haart

Autorinnen-Neuentdeckungen und mein Lesetipp an euch:
Clare Marchant mit "Die Frauen von Saffron Hall"
und
Charlotte McGregor mit "Island Dreams - Der Garten am Meer"

Die Flops im 2022:
Die Weihnachtsromane von Karen Swan und Sarah Morgan. Sowie diese zwei Krimis, die ich Anfangs Jahr gelesen haben: "Der tote Champagner-Präsident" von Carlo Feber (Cédric Bressons 1. Fall) und "Die Flucht" von Wolfgang Wettstein.

Letzte gekaufte Bücher im 2022:
 
"Der Tote von Wiltshire von Katherine Webb und "Wo du das Glück findest" von Jana Lukas (Alte Schule 2)

Was ich 2022 SuB-unabhängig lesen wollte und nur zum Teil geschafft habe:
"Angefangene" Autor*innen und begonnene Reihen zu Ende lesen. Ein bisschen weiter als 2021 bin ich allerdings. Bei Karen Swan hab ich es geschafft alle Bücher zu lesen - den Strandferien sei Dank. Auch in den Ferien hab ich von Ella Thompson die Lighthouse-Trilogie vom SuB befreit und endlich gelesen. 

Das war mein literarisches Jahr 2022 - wie war euer Lesejahr? 



Sonntag, 1. Januar 2023

Monatsvorschau und Neuerscheinungen im Januar 2023




Ä guats Neus - Ein gutes neues Jahr euch allen!


Auf meine Januar-Neuerscheinungsliste haben es nur folgende drei Bücher geschafft: 


Davon sofort bei ET lesen möchte ich aber nur einen, und das ist "Auf den Spuren der Königin" von Clare Marchant. Von ihr hab ich 2022 "Die Frauen von Saffron Hall" gelesen, das ganz toll war, weswegen ich erfreut war, dass ihr zweites auf deutsch übersetzte Buch bereits jetzt im Januar erscheint. 

Später mal lesen möchte ich "Miss Bennet" von Janice Hadlow. Darin geht es um Mary Bennet, eine der fünf Bennet-Töchter, die von Jane Austens "Stolz und Vorurteil" bekannt ist. Der erste Schönbrunn-Band liegt noch auf meinem SuB, aber da hab ich noch keine Lust drauf, weswegen der zweite Band auch erst danach vielleicht gelesen wird. 

Theoretisch standen noch weitere drei Bücher auf meiner Neuerscheinungsliste, doch die hab ich kurzerhand gestrichen. Die werde ich mir vielleicht nochmals anschauen, wenn mein SuB kleiner ist. 

Eigentlich hätte ja schon der Dezember ein SuB-Monat werden sollen, doch das hat nicht so geklappt wie gewünscht. Wer mein Dezember-Rückblick gelesen hat, weiss Bescheid. Hoffentlich wird das nun im Januar und bis Mitte Februar besser, denn erst dann hab ich wieder mehrere interessante Neuerscheinungen zum "unbedingt" lesen und somit bis dahin Zeit für meinen SuB.

Aktuell lese ich den Krimi "Der Tote im Netz" von Frauke Scheunemann, danach möchte ich den zweiten Band der Bodensee-Saga von Maria Nikolai lesen und einige Bücher aus der Onleihe, wie zum Beispiel "Der kleine Laden zum Glück" von Jane Linfoot. 

Auch dem ersten Band von "Der Mordclub von Shaftesbury 1" von Emily Winston werde ich eine Chance geben, auch wenn ich leider erst kürzlich gesehen habe, dass es sich dabei um ein Pseudonym einer deutschen Autorin handelt. Irgendwie hab ich je länger je mehr keine Lust mehr auf Bücher deutscher Autorinnen, die unter einem englischen Namen gedruckt werden. Ich werde also mal reinlesen, aber ich hab dann auch kein Problem abzubrechen, wenns mir nicht gefällt. 

Danach lasse ich mich selbst überraschen - und schau was mich von meinem SuB gerade anspricht und gelesen werden will. 

Welche Bücher habt ihr im Januar geplant zu lesen?



Samstag, 31. Dezember 2022

Mein Lesemonat und Monatsrückblick Dezember 2022


Der Dezember 2022 in wenigen Stunden vorbei. Darüber bin ich nicht unfroh, denn er war ziemlich bescheiden, in allen Belangen. 

Erst war meine Tochter krank, dann ich, und dann war der Dezember auch fast schon vorbei. Die ersten Wochen waren sehr kalt, so dass der Schnee liegen blieb, was sehr schön war. Doch nachdem es nun fast zwei Wochen wieder warm ist, hab ich das Gefühl, der Winter ist für mich vorüber, der Frühling kann kommen. In diesem Modus bin ich zwar immer im Januar, aber nun setzte das Gefühl schon vor Weihnachten ein. 

Meine Lesestimmung im Dezember war ziemlich mies. Erst hab ich viel Fussball geschaut, und oft waren die Matches spannender als meine Lektüre. Als ich krank war, war ich zu kaputt zum Lesen. Und diese Woche hatten wir nun nicht nur viel Besuch, sondern an den freien Abenden die zweite Staffel von Unorthodox geschaut, so blieb das Lesen auf der Strecke. Irgendwie hatte ich auch nicht viel Lust dazu, denn bei meiner Bücherauswahl im Dezember hatte ich nicht so ein glückliches Händchen. Die ersten Bücher (Hafenärztin und Der Salon) waren noch am besten, aber dann wurde es von Buch zu Buch fast bedeutungsloser. 

Somit hab ich nur acht Bücher gelesen, so wenige wie schon ewig nicht mehr. Ich "kämpfte" mich mit dicken Büchern durch den Dezember, zweimal über 600 Seiten, einmal fast 550, dann eins mit knapp 500 Seiten. Bevor ich zu normal-durchschnittlichen Romanen mit um die 400 Seiten griff, musst erst noch was Kurzes her, Cherringham Band 42 und der Kurzroman "Weihnachtszauber im Salzgarten". Letzteres fand ich preislich sehr frech, für 144 Seiten zahlt man fast genau soviel wie für einen normalen Roman. Den Preis hätte ich nicht bezahlt, ich konnte ihn mit einem Gutschreinrabatt bekommen, sonst hätte ich es gelassen, leider hat er mich auch inhaltlich enttäuscht. 

Zwei weitere grosse Enttäuschungen waren die Weihnachtsromane von Autorinnen, die eigentlich für gute Bücher bekannt sind: Karen Swan und Sarah Morgan. Letzteren werde ich noch rezensieren, dazu hatte ich - abgesehen von wenig Zeit - diese Woche keine Lust. 

Meine im Dezember gelesenen 8 Bücher:

3 Punkte:
- Winterträume im Schnee von Karen Swan 

3.5 Punkte:
- Weihnachtszauber im Salzgarten von Tabea Bach (Kurzroman)


4 Punkte:
- Ein Apfelbaum am Meer von Anne Barns 
- Ein hoffnungsvoller Aufbruch von Julia Fischer (Der Salon 2) 
- Der Duft von Tee und Winter von Hannah Luis 
- Tod im Herrenhaus von Matthew Costello und Neil Richards (Cherringham 42) 

5 Punkte:
- Ein Leben für das Recht auf Liebe von Henrike Engel (Die Hafenärztin 3) 




Erst dachte ich, ich würde "Der Tote im Netz" noch auslesen, aber das war mir gestern schon klar, dass es da nicht mehr reicht. Eigentlich wollte ich lieber "Töchter des Glücks" von Maria Nikolai lesen, aber mit knapp 600 Seiten war mir das ein dickes Buch zu viel im Dezember. Vielleicht hätte ich das doch geschafft anstatt dem aktuellen Krimi, denn bei Band 1 war ich so gefesselt, dass ich ihn in zwei Tagen gelesen habe. Egal, kann ich im Januar noch machen.

Mehr zum Dezember möchte ich gar nicht sagen. Alles Weitere in den nächsten Tagen: die Vorschau auf den Januar (und aufs 2023 und damit wohl ein Wiedersehen mit vielen von euch) gibt es morgen, mein Jahresrückblick im Laufe der nächsten Woche. 

Es bleibt nur noch, euch einen guten Rutsch ins 2023 zu wünschen und stosse gedanklich mit euch auf das neue Jahr an! 

Samstag, 24. Dezember 2022

Frohe Weihnachten - Weihnachtsromane

Schon seit mindestens drei Jahren habe ich vor, euch jeweils im November eine Weihnachtsromane-Sammlung zu zeigen, ähnlich wie ""Sommer" im Titel". Doch ich habe es nie geschafft, aber seit einigen Tagen habe ich die Links meiner Weihnachtsromane-Rezensionen nun in eine eigene Seite gepackt. 

Ihr findet oben rechts nun eine neue Bibliotheksseite: Biblio: Weihnachtsromane. Schaut euch dort doch um, wenn ihr über die Festtage noch nicht wisst, was ihr lesen möchtet und vielleicht auch noch Lust auf einen Weihnachtsroman habt.


Von Herzen wünsche ich euch friedliche und ruhige (oder gesellige, je nach Vorliebe, oder beides zusammen) Weihnachtstage.


FROHE WEIHNACHTEN!

Mittwoch, 21. Dezember 2022

Winterträume im Schnee von Karen Swan

Klappentext:
Der Snowboarder Kit Foley ist für seine Skandale ebenso bekannt wie für seine spektakulären Siege. Doch über den verheerenden Unfall, in den er und ein Rivale verwickelt waren, spricht er niemals. Die preisgekrönte Regisseurin Clover Phillips ist fest entschlossen, in ihrem neusten Film die Wahrheit ans Licht zu bringen. Sie folgt Kit in die tief verschneiten österreichischen Alpen und quartiert sich kurzerhand in seinem Chalet ein. Clover ist überzeugt, dass Kit etwas zu verbergen hat. Aber je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto mehr fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Ist er wirklich so kühl und unnahbar, wie er sich gibt?



Nachdem ich diesen Sommer und Herbst nun alle übersetzten Romane von Karen Swan gelesen habe, freute ich mich auf "Winterträume im Schnee". Ich fand leider nur Schnee, aber keine Träume.

Ja, ich weiss, Karen Swan hat in ihren neueren Romanen nicht mehr so oberflächlich wie noch in ihren ersten Büchern geschrieben und nahm oft ernstere Themen auf, so auch dieses Mal. Doch diese Geschichte um Dokumentarfilmerin Clover und Surfer/Snowboarder Kit war nicht nur ernst, sondern auch kalt. Und damit ist nicht der Schnee gemeint, sondern die Atmosphäre. Emotionen gab es gerade mal am Anfang, als eine Surfer-Zeremonie in Amerika beschrieben wurde. 

Diese Szene war schön, doch danach wurde ich nicht mehr warm - weder mit der Geschichte noch mit den Charakteren. 

Nachdem Clover einen Preis für ihre Doku über einen verunglückten Surfer, Cory, gewann, sucht sie ein neues Projekt. Sie möchte über Kit, den Unfallverursacher, schreiben. Der hat mittlerweile die Sportart gewechselt und fährt Snowboard und will diesen Winter bei Wettbewerben mitfahren. So weit eine gute Idee, aber Clover ist derart in ihren Gefühlen "pro Cory" gefangen, dass sie gar nicht neutral auf Kit zugehen kann. Kit ist  abweisend und eigentlich nur selten in Persona da, es wird viel mehr sehr oft über ihn gesprochen und spekuliert - obwohl sie im selben Chalet wohnen.

Unzählige Male war ich kurz davor, den Roman abzubrechen. Denn das waren keine Winterträume im Schnee, die ich da zu lesen bekam, sondern eine gefrustete Atmosphäre. Die eine Figur ist so von ihrer Sicht geblendet und absolut nicht neutral, die andere Figur einfach nur verstockt und verschlossen. Erst am Schluss ändert sich da etwas daran, aber dass ich bis dahin durchgehalten habe, war nur meiner Neugier, ob es nicht doch noch eine Überraschung gibt, geschuldet. 

Karen Swan kann schreiben, keine Frage. Auch hier ist die Story am Ende mit Biegen und Brechen einigermassen stimmig, aber ich hätte mir definitiv mehr Goodwill, Mitgefühl und Offenheit seitens der Protagonisten gewünscht und ganz viele positive Vibes. Dann hätte die ganze Story immer noch funktioniert, wäre aber bedeutend lesefreundlicher gewesen und die Entwicklung der Beziehung hätte man auch nachvollziehen können.  

Fazit: Kalte Herzen und eingefrorene Gefühle - wäre ein Titel, der besser gepasst hätte. Der Roman hat mich gar nicht begeistert, es waren harte und sehr lange 609 Seiten, mit denen ich mich hier abkämpfte. 
3 Punkte. 

Der Duft von Tee und Winter von Hannah Luis

Klappentext:
Zufällig stößt Laura auf ein wunderschönes altes Buch über die Welt des indischen Tees. Darin entdeckt sie das Sepia-Foto eines jungen Mannes – und den Namen der ehemaligen Besitzerin des Buchs, Agatha Sperlich. Die alte Dame reagiert abweisend, als Laura ihr das Foto zurückzubringen will. Doch dann beginnt Agatha zu erzählen: von ihrer Kindheit in England und Jeevan, ihrer großen Liebe, mit der sie nicht zusammen sein durfte. Auf der Suche nach Jeevan reist Laura schließlich nach Kent. Umgeben von der winterlichen Landschaft und den britischen Teegenüssen deckt sie mithilfe von Jeevans Großneffen Joshua ein lang gehütetes Familiengeheimnis auf. Doch kann es eine Zukunft für zwei Menschen geben, deren Schicksale so verschieden sind? Während sich Laura diese Frage stellt, wird ihr bewusst, dass sie dabei auch an Joshua denken muss.


Da ich weiss, dass es viele Leserinnen gibt, die ihre Lektüre auf eine spezielle Art auswählen, nämlich ob Rezepte enthalten sind oder nicht, sag ich euch gleich, dass es in "Der Duft von Tee und Winter" einen Rezepteteil am Ende gibt. Tee und Kekse toppen den Roman, am besten man bäckt sich gleich Ingwerkekse und hat diverse Teemischungen zum Aufbrühen parat, bevor man mit dem Lesen beginnt. (Ich bin ja mehr Team Ilina. Wer das ist? Erfährt ihr etwa nach 2/3 des Romans.)

Nachdem ich vor ungefähr einem Jahr "Bretonischer Zitronenzauber" gelesen habe, war ich ziemlich neugierig auf diesen winterlichen - jedenfalls sagt dies das Cover und der Titel aus - Roman von Hannah Luis. Die Story spielt zwar Ende des Jahres, aber es ist kein "klassischer" Weihnachtsroman, man kann in gut auch noch im Januar oder eigentlich sogar während dem ganzen Jahr lesen, da er auch einen Vergangenheitsstrang beinhaltet. Der Tee im Titel ist jedenfalls gegenwärtiger als der Winter.

Als Laura in einem offenen Bücherschrank ein Buch über Tee entdeckt, ist ihre Welt noch in Ordnung. Ein Umzug von Wiesbaden nach Hamburg und ein Jobwechsel steht bevor und noch ahnt sie nicht, dass dieses Buch ihr neue Wege ebnet. Im Buch findet sie ein Foto, welches sie der ersten Besitzerin des Buches, deren Name im Buch steht, zurückbringt. Es ist eine ältere Dame, die sehr eigen ist, doch Laura merkt bald, dass diese Agatha Sperlich eigentlich gar nicht so harsch ist, weicher Kern und so. Agatha erzählt Laura bald von diesem Mann auf dem Foto. Von Jeevan, Agathas Liebe, die nicht sein durfte. Laura ist berührt und nutzt einige freie Tage um nach England zu fahren und diesen Jeevan zu suchen. Schneller als gedacht lernt sie Jeevans Familie kennen. 

Hannah Luis hat einen gefälligen Schreibstil und gekonnt gibt sie peu à peu Details über Agathas und Jeevans Leben und ihr Vermächtnis preis. Auch wenn man sich als Leserin zwischendurch gewisse Dinge erklären kann, offenbart sie diese dann noch mit zusätzlichen Geschehnissen, die man nicht erahnt hat. Somit präsentiert sie uns eine tolle Vergangenheitsgeschichte, bei der man durchaus mal emotional werden könnte.

Aber auch Lauras Geschichte ist interessant. Ihre neuen Freundschaften tun ihr gut und mir gefiel, dass die Zeit, die sie für Agatha und England hatte, sich stimmig ergab und nicht auf eine billige "Zufalls-Art". Lauras Leidenschaft für Kräuterteemischungen fand ich passend, aber dass in ihrem Umfeld noch niemand von Chai hörte und Laura selbst nicht auf die Idee kam, die Kräuter mit Schwarztee zu mischen, fand ich nicht so glaubwürdig. Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt. 

Fazit: Ein schöner Roman über zwei, die sich nicht haben durften - perfekt für ein gemütliches Lese-Wochenende, egal in welcher Jahreszeit 
4 Punkte. 


Donnerstag, 15. Dezember 2022

Ein hoffnungsvoller Aufbruch von Julia Fischer (Der Salon 2)

Klappentext:
München, 1963. Für die junge Leni wird ein Traum wahr: Sie wurde für einen der begehrten Praktikumsplätze bei Starfriseur Vidal Sassoon in London ausgewählt. Das erste Mal in ihrem Leben verlässt sie ihre Heimat und entdeckt in der pulsierenden Metropole das Lebensgefühl der Swinging Sixties - bis ein Versprechen, das Leni ihrer Mutter gab, ihre neu gewonnene Freiheit überschattet. Ihre Schwägerin Charlotte tritt unterdessen eine Stelle im Münchner Modehaus Bogner an, wo sie den charismatischen Fotografen Walter kennenlernt. Sein leidenschaftliches Temperament fasziniert sie, doch ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit führt schon bald zu Konflikten.



Nach den 50er-Jahre im ersten Band sind nun die 60er dran. Etwa fünf Jahre ist es her seit dem dramatischen Ende in Band 1. Charlotte lebt mit Peter bei Käthe und Leni. Käthe möchte den Salon endlich Leni übergeben, doch Leni hat ihre eigenen Pläne - sie hat immer noch den Traum von ihrem eigenen Salon im Kopf. Doch erst geht es für sie nach London, zu einem Praktikum zu Vidal Sasson.

Ihr Chef Alexander hingegen möchte seinen Salon verkaufen, damit er in sein Haus nach Frankreich ziehen kann. Doch der Verkauf zieht sich in die Länge. 

Charlotte bekommt eine Stelle im Modehaus Bogner, als Assistentin der Chefin. Bei der Arbeit lernt sie den Fotografen Walter kennen, der sie überredet, es mal wieder vor der Kamera zu versuchen. So ab und zu könnte sie es sich ja schon vorstellen, aber nicht mehr als Volljob, denn sie möchte ihren fünfjährigen Sohn Peter nicht zu lange alleine lassen. 

Um Peter kümmert sich Oma Käthe, aber auch sein Patenonkel Schorsch ist immer zur Stelle. Schorsch überlegt sich eine Landpraxis zu übernehmen, um in der Nähe von Leni zu sein, denn in sie ist er noch immer verliebt. Doch Leni hat nur ihren Salon im Kopf.

Auch weiteren bekannten Figuren aus Band 1 wird man in "Ein hoffnungsvoller Aufbruch" wieder begegnen. Anhand der Geschichten aller Figuren wird man als Leser*in Zeitzeuge der 60er-Jahre. Autorin Julia Fischer lässt ihre Charaktere Dinge tun oder erleben, die damals im Kommen oder schon Mainstream waren. Lenis Londoner Praktikum beim damaligen Starcoiffeur, das Nachtleben und die Mode in London zum Beispiel oder Charlottes geschäftliche Ausflüge im Bereich Sportmode und alpine Sportarten zu der Zeit. Auch andere Themen wie gleichgeschlechtliche Liebe, die verboten war und vieles mehr kommt zur Sprache. Das Moderne steht dem Traditionellen gegenüber, letzteres vor allem in der Figur von Käthe, die nicht alles gutheisst, was die junge Generation denkt und macht. 

So war auch dieser zweite Band eine interessante Lektüre, wie immer flüssig und emotional geschrieben und ohne Längen. 

Fazit: Den 60er-Zeitgeist hat Julia Fischer sehr gut eingefangen. Zusammen mit der Geschichte um Lenis Familie kann sich dieser zweite Band sehen lassen. 
4 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 2: Ein hoffnungsvoller Aufbruch