Posts mit dem Label Luxemburg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Luxemburg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 28. Januar 2026

Krimi: Verhängnisvoller Champagner von Tom Hillenbrand (Xavier Kieffer 8)

Klappentext: 
Seine Lehre hat der Luxemburger Koch Xavier Kieffer einst in der Champagne absolviert. Als er dort einen alten Freund besucht, der inzwischen ein Champagnerhaus leitet, wird er Zeuge eines schrecklichen Unfalls. Oder war es Mord' Kieffer beginnt zu ermitteln und muss feststellen, dass sich hinter den luxuriösen Fassaden der großen Champagnerhäuser allerlei Geheimnisse verbergen – und dass nicht alles, was perlt und moussiert, auch tatsächlich den Namen Champagner verdient. Während seiner Recherchen in Paris, Reims und Luxemburg lernt der Koch, dass manchen jedes Mittel Recht ist, um im globalen Milliardengeschäft mit Schaumwein mitzumischen.



Als Xavier im Lager seines Restaurants einige spezielle Kisten Champagner entdeckt, erinnert er sich an früher, an seine Ausbildungszeit in der Champagne. Kurz darauf sieht er einen von seiner damaligen Clique, Luc Reiser, in Paris an einem Gabin-Event. Sie verabreden, dass Xavier Luc bald mal besuchen kommen wird. Als dies dann geschieht, findet Xavier Luc schwer verletzt auf, Luc verstirbt noch vor Ort. Spätestens einige Tage später, als Xavier in Luxemburg unerwarteten Besuch erhält, ist ihm klar, dass es sich um einen gezielten Mordanschlag auf Luc gehandelt haben muss. 

Während in Rückblicken immer wieder Details von früher erzählt werden, von Boudier, Xaviers Chef und seinen damaligen Kollegen, darunter Paul, der exzentrische Argentinier Leonardo, Yves Colrier, neben Luc Reiser der zweite Champagnerprinz in der Gruppe, und Fabienne, die erst mit Xavier anbandelte, dann mit anderen und nun mit Luc verheiratet ist, ermittelt in der Gegenwart Xavier auf Bitte von Fabienne auf eigene Faust. Er informiert sich über das Champagnergeschäft und stösst dabei auf viele legale und illegale Mauscheleien.

Zum Glück mag ich keinen Champagner und auch keinen Sekt, sonst wäre mir die Lust darauf wohl tatsächlich vergangen. Verschnittenes Blubberwasser - ein Millionengeschäft. Xavier kommt dem allen auf die Spur und ermittelt am Ende auch die Täterschaft.

Dieser achte Band ist wie bereits der siebte Fall wieder echt gut geschrieben. Es macht wieder richtig Spass, die Reihe zu verfolgen, besonders nachdem ich nach der Lektüre von Band 5 und 6 eigentlich keine Lust mehr dazu hatte. Xavier raucht noch immer viel, aber auch das ist längst nicht mehr so schlimm wie den vergangenen Bänden. 

Neben der Champagner-Mord-Geschichte geht es nebenbei auch um einen Vorfahren von Xavier, um den sich Legenden ranken, das war nett zu lesen. 

In "Verhängnisvoller Champagner" trifft die Leserschaft auf altbekannte Figuren wie der Finne Pekka, Xaviers Freundin Valérie und der ganze "Deux Eglises"-Staff, der dieses Mal sehr oft auf Xavier verzichten muss und natürlich auch noch kurz seine Polizei-Bekanntschaften. 

Ein Fall mit hohem Spannungsbogen und interessanten Details zur Champagner-Herstellung. Mir gefielen auch die Rückblicke in die 80er-Jahre, so lernte man Xavier gleich noch ein bisschen besser kennen. Wie immer kommt auch das Lokalkolorit nicht zu kurz.

Fazit: Ein gelungener achter Band, der mit viel Spannung und Hintergrundwissen zur Champagner-Herstellung auftrumpft. 
4 Sterne.



Reihenfolge:
Band 1: Teufelsfrucht
Band 2: Rotes Gold
Band 3: Letzte Ernte
Band 7: Goldenes Gift 

Dienstag, 9. November 2021

Goldenes Gift von Tom Hillenbrand (Xavier Kieffer 7)

Klappentext:
Als sein Imker zu Tode kommt und dessen Bienenstöcke verschwinden, beginnt der Luxemburger Koch Xavier Kieffer zu recherchieren. Hat der Tod mit dem weltweiten Geschäft mit dem Honig zu tun? Der ehemalige Sternekoch Xavier Kieffer lässt von einem Imker speziellen Honig aus der Luxemburger Unterstadt für sein Restaurant produzieren. Als der Mann plötzlich stirbt und seine Bienenstöcke nicht mehr aufzufinden sind, geht Kieffer der Sache nach. Gemeinsam mit seiner Freundin, der Gastrokritikerin Valérie Gabin, findet er sich schnell im Mittelpunkt eines gigantischen Skandals wieder, der um den halben Globus reicht und sowohl die Reinheit des Honigs als auch das Überleben der Bienen gefährdet. Können sie verhindern, dass der Weltmarkt mit gepanschtem Honig geflutet wird? Können sie ihren Widersachern das Handwerk legen, bevor es zu spät ist?


Eigentlich wollte ich die Serie nicht mehr unbedingt weiter verfolgen, doch das Thema Honig interessiert mich und ich war gespannt, mit was Tom Hillenbrand seinen Privatermittler, den Koch Xavier Kieffer, konfrontiert. 

Dass ein Imker bei seiner Arbeit gestorben ist, weiss bald die ganze Stadt, sowas spricht sich in Luxemburg einfach schnell herum. Xavier kannte den Imker, da er von ihm Honig bezog. Aber nicht nur weil der Imker ihm noch Honig schuldet, ist Xavier in Alarmbereitschaft - irgendwas ist komisch und als kurz darauf die ersten Honigstöcke verschwinden, bestätigt sich sein Gefühl. 

Da zeitgleich in Amerika Valérie einen Bienenstockraub beobachtete, wissen beide, dass an den jeweiligen Geschichten etwas dran ist und sie versuchen mehr über das Honiggeschäft heraus zu finden. Mehr noch als Xavier ist es Valérie, die darüber einen Artikel schreiben will und sich bald drauf in den an Luxemburg angrenzenden Ländern auf die Suche begibt. Xavier bleibt, bis auf einen kurzen Ausflug nach Deutschland, für einmal in seinem Heimatland und ermittelt dort mit der für ihn typischen Beharrlichkeit.

Tim Hillenbrand lässt Xavier, der mit Technik auf Kriegsfuss steht, modernster Technik gegenüberstehen. Der Autor hat wohl so ziemlich alles, was er über Honigpanschereien und Bienenwissenschaften heraus gefunden hat, in diesem siebten Band irgendwo untergebracht. Deshalb ist es interessant zu lesen, was die Bösen in der Welt sich alles einfallen lassen, um zu mehr Honigertrag, zu einfacherer Blütenbestäubung, etc. zu kommen. 

"Goldenes Gift" zeigt auch auf, dass es wichtig ist, nicht zu knausern und im Supermarkt nicht den billigsten Honig zu kaufen, sondern, wenn immer möglich, seinen Honig von lokalen Imkern zu beziehen. Wer den Preis nicht zahlen möchte und nur ein müdes Lächeln dafür übrig hat, der ist der richtige Leser für diesen Krimi. Spätestens nach der Lektüre ist auch ein Skeptiker überzeugt. 

Obwohl ich fand, dass einiges zu konstruiert überall rein gequetscht wurde, insbesondere den Amerikateil mit Valérie, und mich die ewige Raucher-Debatte zwischen den beiden nervte, hat mir die Honig-Thematik und die damit verbundenen Möglichkeiten gut gefallen. 

Fazit: Ein vielschichtiger und kurzweiliger siebter Band, der gut unterhält. 
4 Punkte. 



Reihenfolge:
Band 1: Teufelsfrucht
Band 2: Rotes Gold
Band 3: Letzte Ernte
Band 7: Goldenes Gift 

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Krimi: Bittere Schokolade von Tom Hillenbrand (Xavier Kieffer 6)

Klappentext:
Eigentlich wollte der Luxemburger Koch Xavier Kieffer seine Jugendliebe Ketti Faber niemals wiedersehen – an ihre gemeinsame Zeit in Paris erinnert er sich nicht allzu gerne zurück. Doch als die Patisseurin ihn einlädt, ihre neue Schokoladenmanufaktur in der Nähe von Brüssel zu besichtigen, kann er nicht widerstehen. Kurz darauf wird Ketti brutal ermordet. Hat ihr Tod etwas mit jener mysteriösen Plantage in Westafrika zu tun, von der die Manufaktur ihren besonderen, fair angebauten Kakao bezog? Und was hat es mit dem Luxemburger Botschafter der Republik Kongo auf sich, der in etwa zur selben Zeit verstarb wie Ketti Faber? Kieffer beginnt zu ermitteln und kommt einem Verbrechen von ungeheuren Ausmaßen auf die Spur. Und er lernt, dass Schokolade eine sehr bittere Angelegenheit sein kann.


In diesem sechsten Band ist Kieffers Freundin Valerie mit ihren eigenen Sorgen beschäftigt und lässt ihn ihr nicht helfen. So hat Xavier keine Gewissensbisse als seine Ex-Freundin Ketti Faber ihn kontaktiert. Wie er bald feststellen muss, ist die Kontaktaufnahme von ihr geplant worden. Ketti steckt nämlich in Schwierigkeiten. Als nicht nur Ketti, sondern auch ein Diplomat stirbt, ermittelt Xavier auf eigene Faust - und das nicht nur im Kakaobohnen-Universum.

Tom Hillenbrand greift wie gewohnt mehrere Themen auf und verpackt sie in eine spannende Story. Für Kieffer und auch für die Leser bleibt deshalb Kettis Mord lange unerklärlich. Die Krimihandlung ist solide, wenn auch teilweise recht konstruiert - zum Beispiel der Teil im Kongo.

Was mir weniger gefallen hat, ist, dass Kieffer erneut wie ein Schlot raucht. Nach dem letzten Band dachte ich, dass es nun endlich besser wird, aber hier steckt er sich gefühlt alle fünf Minuten eine Kippe in den Mund. Und abends kippen Pekka und Kieffer flaschenweise Wein in sich hinein. Zusätzlich hat Kieffer kaum Zeit in seinem eigenen Restaurant zu kochen oder anderswo gutes Essen zu geniessen. Die aufgezählten luxemburgischen Spezialitäten sind fast in jedem Band dieselben, es gibt also auch hier nichts Neues mehr. Für mich ist das ein grosser Widerspruch, denn die Serie wird als "kulinarischer Krimireihe" beworben.

Die Serie sollte daher besser mit "Wirtschaftskrimi" beworben werden, das wär ehrlicher und zutreffender, denn damit hat es Xavier Kieffer ja jedesmal zu tun. Diese unehrlichen Machenschaften wirtschaftlicher Grössen oder Firmen zu entlarven, darin ist er wirklich gut.

Fazit: Wem Kulinarik wichtig ist, wird nicht glücklich; wer unangepasste Ermittler und Wirtschaftskrimis mag, könnte "Bittere Schokolade "mögen.
4 Punkte. 



Reihenfolge:
Band 1: Teufelsfrucht
Band 2: Rotes Gold
Band 3: Letzte Ernte
Band 7: Goldenes Gift 

Mittwoch, 25. Januar 2017

Krimi: Gefährliche Empfehlungen von Tom Hillenbrand (Xavier Kieffer 5)

Klappentext:
Frankreichs legendärer Gastroführer »Guide Gabin« lädt zu einem rauschenden Fest in seinem neuen Firmenmuseum in Paris, und der Luxemburger Koch Xavier Kieffer ist mittendrin. Während der Feier verschwindet eines der Exponate – die extrem seltene Ausgabe des »Guide Bleu« von 1939, von der nur wenige Exemplare existieren. Kieffer beginnt, Nachforschungen anzustellen. Bald erfährt er, dass wegen der Sternebibel bereits mehrere Menschen sterben mussten. Aber was ist so gefährlich an einem über siebzig Jahre alten Restaurantführer? Was ist das Geheimnis des blauen Buchs?



Anders als ich bei den ersten vier Teilen stehen in "Gefährliche Empfehlungen" nicht Lebensmittel, sondern ein Gastroführer im Mittelpunkt. Zunächst dachte ich, wir Leser würden in die gastronomische Sternevergabe eingeführt, doch nein, schlussendlich ging es um etwas ganz anderes. 

Xavier macht sich auf Geheiss von fast oberster Stelle auf die Suche nach dem auf der Eröffnungsgala des Maison Gabin gestohlenen Guide Bleu. Er pendelt dabei unzählige Male zwischen Frankreich, Luxemburg und Deutschland hin und her. Sein Restaurant ist anscheinend in guten Händen, wenn er einfach kommen und gehen kann wie er will. Für mich wirkt das nicht ganz stimmig, besonders als Xavier nach einem Vorfall einfach verschwindet, anstatt sich um seine Angestellten zu kümmern. 

Wie in dieser Szene wurden auch an anderen Stellen des Buches einige aktuelle Themen aufgegriffen, aber leider nach dem Motto: "Kann in ein paar Sätzen abgehakt werden". Zuviel Effekthascherei meiner Meinung nach. 

Einzig bei den Szenen um Estebans Neueröffnung wurden die gastronomischen Neuheiten länger in Szene gesetzt - und auf die Schippe genommen.  

Oft las ich weitschweifige Ausführungen über Xaviers Spaziergänge, Erkundigungen etc. Jedesmal dachte ich "Achtung, jetzt passiert etwas". Doch nein, die Ausführungen zogen sich dahin. Bis dann tatsächlich mal etwas passierte, wirkte es mir viel zu konstruiert. 

Die mitzuverfolgende Geschichte des Guide Gabin fand ich interessant und die Spannung um das Geheimnis des 39er-Guide hält sehr lange an, doch das Rätsels Lösung enttäuschte mich. Es sind einige unglaubwürdige Szenen enthalten, mitten im Buch und vor allem am Ende. Dabei las sich der Krimi im ersten Drittel noch sehr flüssig und spannend. 

Liebhaber der französischen Fleischküche kommen aber voll auf ihre Kosten. Wie immer speist Xavier während seinen Ermittlungen üppig und ausgiebig in vielen verschiedenen Küchen. 

Meiner Meinung nach kann der fünfte Teil leider nicht mit dem sehr interessanten und auch spannend geschriebenen vierten Teil ("Tödliche Oliven") mithalten. 

Fazit: Leser der ersten vier Teile werden verwundert sein: statt Lebensmittelskandale trumpft Hillenbrand mit einer Agentengeschichte auf - leider mit enttäuschendem Ende.  
3.5 Punkte

Vielen Dank an den KiWi-Verlag!


Reihenfolge:
Band 1: Teufelsfrucht
Band 2: Rotes Gold
Band 3: Letzte Ernte
Band 7: Goldenes Gift 

Mittwoch, 4. Februar 2015

Krimi: Tödliche Oliven von Tom Hillenbrand (Xavier Kieffer 4)

Klappentext:
Einmal im Jahr gönnt sich der Koch und Gourmet Xavier Kieffer einen Ausflug nach Italien. Gemeinsam mit seinem Schulfreund, dem Wein- und Ölhändler Alessandro Colao, fährt er in die Toskana, unternimmt Weinproben und fährt einige Tage darauf mit einem Laster voller Wein und Öl zurück nach Luxemburg. Diesmal geht der Trip allerdings gehörig schief. Sein Freund versetzt ihn und Kieffer findet heraus, dass Alessandro bereits Tage zuvor ohne ihn nach Italien aufgebrochen ist – und seither hat niemand etwas von ihm gehört. Der Koch macht sich auf die Suche. Aber statt Alessandro findet er eine verlassene Mühle, Tanks voll seltsam riechenden Olivenöls und bewaffnete Männer, die gerade Öl in einen Lastwagen pumpen. Hat der Ölhändler krumme Geschäfte getätigt? Kann Kieffer seinen Freund finden, bevor es zu spät ist?


Im September habe ich hier bereits über die Reihe berichtet. Ich war mir damals noch nicht sicher, ob ich den vorliegenden Band lesen wollte oder nicht. Ich habs getan. Und bereue es nicht!

Zwei meiner Kritikpunkte treffen hier für einmal nicht zu: zum ersten Mal raucht Xavier Kieffer nicht wie ein Schlot. Im Gegensatz zu den anderen Büchern raucht er hier kaum oder es wird schlichtweg nicht erwähnt. Zudem entfällt der Börsenzirkus. 

Die Story an sich gefällt mir gut - oder vielleicht gerade deswegen, weil die bisher bemängelten Punkte ganz fehlen.

Wieso Alessandro nebenbei mit Oliven handelt, finde ich ein wenig gesucht und weit hergeholt. Aber okay, das war auch schon meine einzige Kritik an "Tödliche Oliven". Es gibt sicherlich spannendere Krimihandlungen, aber bei Xavier Kieffer geht es jeweils zusätzlich um die Lebensmittelbranche und deshalb finde ich hier die Kombination aus beidem gelungen.

Der Leser erfährt einiges über den Olivenhandel, die Qualität der Oliven bzw. der Öle und welche Wege Oliven gehen bis sie schlussendlich als Öl bei uns im Supermarkt zu kaufen sind. 

Dass sich hier ein grosses Geschäft dahinter verbirgt, mit ganz vielen "Bschiissereien" über Herkunft und Qualität und anderen Industrietricks verwundert nicht wirklich. Verschiedene Tests unterstreichen Tom Hillenbrands Message voll und ganz: zum Beispiel hier über Oliven und hier über Olivenöle

Fazit: Wenn Xavier weiterhin so wenig raucht könnte ich bald noch ein Fan dieser Serie werden.
4 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 1: Teufelsfrucht
Band 2: Rotes Gold
Band 3: Letzte Ernte
Band 7: Goldenes Gift 

Mittwoch, 24. September 2014

Krimi: Xavier Kieffers kulinarische Krimis von Tom Hillenbrand

Tom Hillenbrand, geboren 1972, kommt aus Hamburg und wohnt in München. Er studierte Europapolitik, volontierte an der Holtzbrinck-Journalistenschule und war Ressortleiter bei Spiegel Online. Während eines Praktikum verliebte sich der Hobbykoch in das Großherzogtum Luxemburg. Unter dem Namen "Tom König" verfasst er Sachbücher und schreibt eine Wirtschaftskolumne.

Der Luxemburger Koch Xavier Kieffer ist in seinen Food-Krimis, wie Tom Hillenbrand sie selbst nennt, der Hobby-Detektiv. Eigentlich könnte Xavier schon längst ein Sternekoch sein, doch diese hochrangige Gastronomiewelt ist ihm zu stressig und er führt  lieber sein kleines gemütliches Restaurant "Deux eglises" in der "D'Stad", wie Luxemburger ihre Hauptstadt nennen. Sehr gerne sitzt er auch mit seinem finnischen Freund Pekka Vatanen, einem EU-Beamten, auf seiner Terrasse um eine Flasche Wein zu trinken.

Sympathisch, dass diese Reihe in einer literarisch eher wenig beachteten Gegend angesiedelt ist. Seine Dienstreisen und Ermittlungen führen Xavier aber auch nach Paris, nach Deutschland, Italien und in die Schweiz. Er freundet sich mit Valérie, Herausgeberin und Erbin des Restaurantführers Guide Gabin, an.  Durch Valérie lernt er auch den Bürgermeister von Paris, François Allégret, kennen. Obwohl Xavier nichts dafür kann, dass in Band 1 ein Gast tot in seinem Restaurant zusammenbricht, fordert ihn Kommissar Manderscheid stark. So bleibt das Verhältnis zwischen ihnen beiden in allen Büchern angestrengt. 

Diese kulinarischen Krimis sind gut geschrieben, keine Frage. Die Gastronomieszene wird jeweils kritisch durchleuchtet und kriegt in allen Büchern ihr Fett weg. Auch die Machenschaften der internationalen Nahrungsmittelkonzerne schneiden nicht gut ab. Der Leser erhält viele Informationen zu den jeweiligen Hauptthemen der Bücher.

Inhaltlich aber enthalten sie mir viel zu viel Wirtschaftsgedöhns und Börsenzirkus, die nehmen besonders in Band 3 massenweise Raum ein. Das Kulinarische kommt oft zu kurz, und ich würde die Serie eher Wirtschaftskrimis nennen. "Teufelsfrucht" hat mir diesbezüglich fast noch am besten gefallen. 

Dazu kommt, dass Xavier praktisch auf jeder Seite mindestens einmal raucht oder sich gerade eine Zigarette ansteckt und oft noch eine zweite, so im Sinne von "Wie viele Zigaretten bring ich auf eine Seite?". "Er raucht wie ein Schlot" ist untertrieben. Man könnte fast meinen, der Autor bekäme Geld fürs Erwähnen der Zigarettenmarke oder das Rauchen überhaupt. Mich stört das enorm und es lenkt mich zu stark von der eigentlichen Krimi-Handlung ab. 

Deshalb kann ich auch keine ungeschränkte Lesempfehlung abgeben. Band 3 wollte ich zuerst nicht kaufen, habe es schlussendlich doch. Ich bin noch unschlüssig ob Band 4 "Tödliche Oliven", welches am 6. November erscheint, bei mir einziehen darf. Wahrscheinlich schon, aber nur weil mich das Thema Oliven interessiert, da ich persönlich Olivenbauern kenne. 


Band 1, Teufelsfrucht:
Ein Krimi zum Genießen! Der ehemalige Sternekoch Xavier Kieffer hat der Haute Cuisine abgeschworen und betreibt in der Luxemburger Unterstadt ein kleines Restaurant, wo er seinen Gästen Huesenziwwi, Bouneschlupp und Rieslingpaschtéit serviert. Doch dann bricht eines Tages ein renommierter Pariser Gastro-Kritiker tot in seinem Restaurant zusammen – und plötzlich steht Kieffer unter Mordverdacht. Als dann noch sein alter Lehrmeister spurlos verschwindet, beschließt der Luxemburger, die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen; sie führen ihn bis nach Paris und Genf. Dabei stößt er auf eine mysteriöse, außergewöhnlich schmackhafte Frucht, auf gewissenlose Lebensmittelkonzerne und egomanische Fernsehköche. Immer tiefer taucht Kieffer in die von Konkurrenzkampf und Qualitätsdruck beherrschte Gourmetszene ein – und erkennt, was auf dem Spiel steht.



Band 2, Rotes Gold:
Seit der Luxemburger Koch Xavier Kieffer mit Frankreichs berühmtester Gastrokritikerin liiert ist, wird er zu den exklusivsten Events eingeladen. Doch das edle Dinner beim Pariser Bürgermeister endet bereits nach der Vorspeise: Ryūnosuke Mifune, Europas berühmtester Sushi-Koch, kippt plötzlich tot um. Die Diagnose lautet: Fischvergiftung. Doch Kieffer ist skeptisch und deckt schnell Widersprüche auf. Er taucht ein in die Welt der Sushiküche und muss erkennen, dass es Fische gibt, die teurer sind als Gold – und wertvoller als ein Menschenleben.




Band 3, Letzte Ernte:
Ein Glas Wein, Rieslingspastete und danach ein Stück Quetschetaart mit Sahne – auf der Luxemburger Sommerkirmes lassen es sich der ehemalige Sternekoch Xavier Kieffer und seine Freundin, die Gastrokritikerin Valerie Gabin, richtig gut gehen. Doch in einem Bierzelt drückt ihm ein Fremder plötzlich eine Magnetkarte in die Hand und verschwindet. Am nächsten Morgen wird der Mann unter der Roten Brücke tot aufgefunden. Warum hat er Kieffer diese Karte gegeben? Was hat es mit den Computercodes darauf auf sich? Und warum sind plötzlich so viele Leute hinter ihm her? Der Luxemburger Koch steht plötzlich im Zentrum einer Verschwörung und erkennt, dass seine Freundin in höchster Gefahr schwebt.



Band 4, Tödliche Oliven:
Einmal im Jahr gönnt sich der Koch und Gourmet Xavier Kieffer einen Ausflug nach Italien. Gemeinsam mit seinem Schulfreund, dem Wein- und Ölhändler Alessandro Colao, fährt er in die Toskana, unternimmt Weinproben und fährt einige Tage darauf mit einem Laster voller Wein und Öl zurück nach Luxemburg.Diesmal geht der Trip allerdings gehörig schief. Sein Freund versetzt ihn und Kieffer findet heraus, dass Alessandro bereits Tage zuvor ohne ihn nach Italien aufgebrochen ist – und seither hat niemand etwas von ihm gehört. Der Koch macht sich auf die Suche. Aber statt Alessandro findet er eine verlassene Mühle, Tanks voll seltsam riechenden Olivenöls und bewaffnete Männer, die gerade Öl in einen Lastwagen pumpen. Hat der Ölhändler krumme Geschäfte getätigt? Kann Kieffer seinen Freund finden, bevor es zu spät ist?


Reihenfolge:
Band 1: Teufelsfrucht
Band 2: Rotes Gold
Band 3: Letzte Ernte
Band 7: Goldenes Gift