Dienstag, 8. September 2020

Die Pianistin von Beate Rygiert (AFzAuL 2)

Klappentext:
Leipzig, 1835: Die sechzehnjährige Pianistin Clara spielt vor ausverkauften Häusern. Fünf Monate lang ist sie mit ihrem Vater auf Tournee. Was wie ein harmonisches Miteinander wirkt, ist in Wirklichkeit die reinste Hölle. Die beiden sind heillos zerstritten. Der Grund: Clara ist verliebt. Ihr Vater ist dagegen, dass sie sich jetzt schon bindet. Und schon gar nicht an diesen zwar hochbegabten, aber absolut lebensuntüchtigen Robert Schumann. Doch Clara, die nicht nur die musikalische Begabung, sondern auch den Eigensinn ihres Vaters geerbt hat, wehrt sich und kämpft für ihre Liebe.



Über das Leben von Clara Schumann wusste ich bisher nichts, ich kannte nur die CD's von Interpreten, die ihre Werke spielten. Oft zusammen mit den ihres Mannes Robert Schumann. Doch mehr war mir nicht bekannt. Deshalb war ich neugierig auf ihr Leben, welches Beate Rygiert uns Leser*innen in "Die Pianistin" näher bringen möchte.

Die ersten Kapitel lasen sich schnell und süffig, doch bald stellte sich eine Müdigkeit ein. Neben den Konzertreisen, auf die sich die junge Clara mit ihrem Vater Friedrich Wieck begab, geht es nur um die Liebe zwischen Clara und Robert und um ihren Vater, der diese Liaison nicht duldete und total gegen eine Hochzeit der beiden Musiker war. 

Doch wie wir ja bereits wissen, konnten sie Jahre später heiraten - bis es soweit ist, vergehen fast zwei Drittel im Roman. Die Ehe danach war aber auch nicht viel glücklicher. Clara ging es wohl am besten, als Robert starb, endlich war sie frei von allen Zwängen. Erst gängelte sie ihr Vater, dann Robert, beide engten sie ein. Wäre Vater Wieck nicht ganz so rigoros gewesen, hätte Clara vielleicht gemerkt, dass sie eine Ehe mit Robert nicht glücklich machen wird. Anzeichen waren bereits da, doch da beide sich ja nur selten sahen, hätte Clara nur minim mehr realen Kontakt gebraucht um zu sehen, dass Robert nicht gesund ist. 

Aber der Lauf der Geschichte war nun mal anders und die Autorin gab sich redlich Mühe, aus dem Wenigen und dem immer gleichen Thema etwas Interessantes zu schreiben. Doch bis zur lange ersehnten Heirat von Clara und Robert dauert es viel zu lange und ich langweilte mich. 

Ich sass fünf Tage an dem Buch, was für mich aussergewöhnlich lange ist. Ich hatte kein Verlangen abends - und erst noch am Wochenende - weiter zu lesen und musste mir schlussendlich einige Stunden tagsüber einplanen, um das Buch zu Ende zu lesen. Leider war ich auch nach "der Heirat" öfters kurz davor den Roman abzubrechen, war dann aber auch schon zu weit, um kurz vor Schluss aufzugeben. 

Beate Rygiert kann schreiben, das bewies spätestens der Roman um George Sand, und sie gab sich auch hier Mühe, aber wenn die Vorlage nicht mehr hergibt, wird es für jede*n Autor*in schwierig, eine gefällige Lektüre daraus zu basteln. 

Eigentlich sollte man meinen zwei Musiker gleich Traumehe, doch Vater Wieck wollte das nicht. War er als Vater eifersüchtig oder sah er in Clara nur eine Geldquelle, die ihm entglitt, wenn sie heiratet? Ganz spät im Roman sagt auch endlich Claras Mutter etwas zu ihrer Ehe zu Friedrich Wieck. Das schilderte die Autorin gut. Ebenso die Unannehmlichkeiten von tagelangen Reise mit Kutschen, das Leben als Musikerin, das Wunderkind, das später verheiratet mit einem Komponisten plötzlich nur noch "die Frau von" ist. Die Charaktere konnte die Autorin gut rüberbringen, meine Sympathie hatten klar die gezeichneten Frauen. 

Der Reihen-Titel "Aussergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe" beinhaltet theoretisch auch den "Aufbruch", der hier leider fast nur im Nachwort vorkam. Die "Liebe" wird viel stärker gewichtet und nimmt schwerpunktmässig fast den ganzen Raum ein. 

Vielleicht wäre es besser gewesen, nicht die Liebe zu Robert Schumann in den Vordergrund zu stellen, sondern die Zeit danach zu porträtieren, mit Rückblicken auf diese harten Jahre, um den "Aufbruch" mit "Liebe" zu untermalen. Wahrscheinlich wäre das spannender geworden. Denn Claras Aufenthalt in Paris und später ihre eigenen Konzertreisen, ihr Verhältnis mit einem anderen Musiker, und Jahre danach noch endlich in London konzertieren - das alles wäre interessant gewesen, kam aber zu kurz bis kaum vor. 

Beate Rygiert hat sich ins Zeug gelegt, um den Leser*innen einen spannenden Roman über das Leben von Clara Schumann vorzulegen. Spannend ist er aufgrund der "never ending lovestory" nicht geworden. Interessant stellenweise schon.

Fazit: Das viel zu lange und langweilige "Wann klappt's endlich mit der Hochzeit?" überwiegt, deshalb konnte mich diese Geschichte einfach nicht fesseln.
3 Punkte. 

Vielen Dank an den atb Aufbau Verlag!

Reihenfolge "Aussergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe":
Band 1: George Sand und die Sprache der Liebe von Beate Rygiert
Band 2: Die Pianistin von Beate Rygiert
Band 3: Milena und die Briefe der Liebe von Stefanie Schuster (ET 10. November)
Band 4: Die Rebellin von Thérèse Lambert (ET 18. Januar 2021)


Montag, 7. September 2020

#litlovetalk September 2020

Wir stellen euch an jedem siebten Tag im Monat eine Frage zu Romanen, die von lit.love-AutorInnen geschrieben wurden.

September-Frage: 



Noch vor einigen Jahren habe ich bedeutend mehr historische Roman gelesen als jetzt, doch mit dem Aufkommen der Zeitebenenromane wurde mein Bedürfnis nach Geschichtlichem besser gestillt. Seither lese ich zwar immer noch historische Romane, aber nicht mehr so oft.

Wobei spezifisch von den lit.Love-Autorinnen doch viele historische Romane auf meinen Leselisten mit dabei sind. Gerade ist ja die Vorgeschichte zum 3. Band der Schokoladenvilla-Serie erschienen. Und auf den dritten Band, der am 12. Oktober erscheint, freue ich mich schon. Beim Lesen historischer Romane bekommt man ja immer noch viel Geschichte mit, das mag ich sehr. Egal, ob das Zeitgeschichte ist oder Erfindungen der damaligen Zeit, wie zum Beispiel Schokolade-Automaten, wie sie Maria Nikolai in ihre Romane mit einbringt. 

 

Bei Petra Durst-Benning erfährt man aktuell viel über den Beruf der Fotografen oder der Leinenweber in ihrer "Die Fotografin"-Serie. Nächste Woche erscheint der vierte Teil. Meine Lieblingsbücher von ihr sind aber "Antonias Wille" und "Solang die Welt noch schläft" (als Velofahren für Frauen noch nicht gang und gäbe war) und "Die Glasbläserin" (Christbaumkugeln in the making). Julia Kröhn schrieb unter anderem über die Entwicklung der Mode ("Das Modehaus") und Reisebüros. Unter einem ihrer Pseudonyme sogar über die Grimaldis. Das liegt noch auf meinem SuB, genau wie "Das Traum vom Meer" und Durst-Bennings zweiter und dritter Band der Fotografin.




Dann haben wir noch Beate Maly, die uns in "Lottes Träume" eindrücklich den Beginn des "Skifahren für jedermann" respektive vor allem für Frauen näher brachte, oder Annette Wieners, bei derem Mädchen aus der Severinstrasse es sich ums Fotografieren während der Kriegszeit dreht. 


Bettina Storks, Sylvia Lott und Lucinda Riley schreiben Zeitebenen-Romane. Da ist es auch immer interessant, die Verbindung von früher zu heute zu sehen. 


Was ich bei historischen Romanen aber weniger mag, ist, wenn sie ausschliesslich zur Zeit der ersten beiden Weltkriege spielen. Das Thema ist wichtig, ja wichtiger denn je, aber es gibt ja noch viele andere Jahrhunderte, die auch nicht langweilig waren, wenn ich das so flapsig sagen darf. 

Kriegsjahre eignen sich für Autor*innen natürlich hervorragend, um ihren Protagonisten ganz neue Lebensläufe zu bieten, um unliebsame Lover im Krieg verschwinden zu lassen und so weiter. Ich hab aber schnell genug davon und kann daher nur wenige solcher Bücher im Jahr lesen und würde lieber mehr aus anderen Zeiten lesen, es muss ja nicht immer über dieselben dreissig Jahre geschrieben werden.

Deshalb lese ich lieber historische Krimis als historische Romane, aber die gehören ja nicht ins lit.Love-Thema. 

Ich gehe jetzt mal gucken, was Susanne Edelmann und Ute von scarlett59 lieber lesen. 

Und wie sieht es bei euch aus? Aus welchem Genre stehen bei euch mehr Bücher im Regal, sind es historische oder moderne Romane? 



Und unter #litlovetalk findet ihr alle bisherigen Fragen auch auf Instagram. 

Diese Autoren waren an den bisherigen lit.Love-Festivals zu Gast:




Sonntag, 6. September 2020

Rosenträume von Debbie Macomber (Cedar Cove 2)

Klappentext:
Das Leben der Bibliothekarin Grace Shermans im beschaulichen Cedar Cove ist ruhig und unbeschwert, bis ihr Mann Dan von einem auf den anderen Tag verschwindet. Grace hat keine Ahnung, was ihn als hingebungsvollen Vater und wunderbaren Ehemann dazu gebracht hat, sie wortlos zu verlassen. Auch Grace‘ Tochter hält verzweifelt an der Hoffnung fest, dass er zurückkommen wird. Zu unvorstellbar ist der Gedanke, dass er ihre kleine Tochter, sein erstes Enkelkind nicht im Arm halten wird. Trotz des Schmerzes muss die Familie lernen, was es heißt, ohne Dan weiterzuleben und es sind ihre Freunde und die Gemeinschaft der Kleinstadt, die ihr in dieser schweren Zeit zur Seite stehen und ihnen zeigen, was es heißt, eine Familie zu sein.


Im ersten Band der Cedar Cove-Serie, in "Leuchtturmnächte", ist Dan, der Mann von Grace spurlos verschwunden. Damit umzugehen ist schwer für Grace und ihre beiden erwachsenen Töchter. Denn gerade auch Maryellen hat ihre eigenen Probleme, sie wurde bereits von einem Mann enttäuscht. Nach einer viel zu frühen Heirat und Scheidung wollte sie jahrelang keine Beziehung mehr. Eigentlich auch jetzt nicht, aber Künstler Jon Bowman weckt etwas in ihr, dass sie so noch nicht kennt. Als etwas passiert, denkt sie, er sei genau gleich wie ihr Ex-Mann und gibt Jon nicht mal die Chance für ein Gespräch.

Grace hingegen wird von Cliff Harding hofiert. Obwohl sie sich in Abwesenheit von Dan scheiden lassen hat, kann sie irgendwie nicht abschliessen. Klar, denn sie hat ja keine Ahnung was Dan geschah - hat er sie wegen einer anderen Frau verlassen oder lebt er vielleicht gar nicht mehr? Als dann noch im Thyme und Tide ein unbekannter Gast eintrifft, der eventuell etwas mit Dan zu schaffen haben könnte, kann sich Grace auf nichts mehr konzentrieren.

Olivia hat aktuell öfters mit ihrem Ex-Mann Stan zu tun, was Jack eifersüchtig macht. Denn er sieht, dass Stan Olivia wieder liebt und hat Angst um ihre relativ frische Beziehung. Ausserdem wohnt sein Sohn Eric gerade bei ihm, weil dieser Streit mit seiner Freundin Shelly hat. Sie sei schwanger von ihm, aber das kann doch gar nicht sein - meint Eric. Olivias Tochter Justine hat von Seth, der in Alaska als Fischer arbeitet, schon lange nichts mehr gehört - bereut sie die schnelle Heirat etwa schon?

Neben den bereits bekannten Figuren tauchen hier Rosie und Zack auf, in deren Ehe es nicht gut läuft. Zack ist wütend, weil Zuhause so ein Chaos ist und Rosie keine Zeit zum Abendessen kochen und Haushalten hat. Sie hingegen versteht nicht, dass Zack ihre Hausarbeit und das ehrenamtliche Mitarbeiten in der Schule etc. nicht würdigt. Die beiden werden die Hauptfiguren im dritten Band "Winterglühen" sein.

Das am Anfang eingefügte Personenregister ist hilfreich, um einen Überblick über die Figuren zu haben. Die Probleme der Charaktere in Cedar Cove sind alle ähnlich: es geht um Liebe, Gefühle, Hochzeiten, um Beziehungen und Kinder. Debbie Macomber gelingt es dabei, sich nicht zu verzetteln, sondern die diversen Storys gut zu verteilen, damit man kein Durcheinander bekommt - auch wenn einige Szenen manchmal an eine Seifenoper erinnern. Aber man muss halt auch immer im Kopf haben, dass die Serie vor fast 20 Jahren geschrieben wurde. 

Mir gefiel, dass der Zeitraum, in dem der Roman spielt, einige Monate dauert und dadurch den Beteiligten Zeit gibt, sich zu entwickeln und ihre Meinungen gegebenenfalls auch wieder zu ändern. So wirken die Storys meistens glaubhaft. Anstatt "Rosenträume" würde der Titel "Rosenkrieg" zwar besser passen ;-) Im englischen Original haben die Romane jeweils einen Strassennamen - der, an denen die jeweiligen Protagonisten wohnen. 

Fazit: Ein "Abschalt"-Roman: hinsetzen, lesen und den Alltag vergessen. 
4 Punkte. 


Reihenfolge:

Mittwoch, 2. September 2020

Politik: Zu viel und nie genug von Mary L. Trump

Klappentext:
Mary L. Trump, Nichte des US-Präsidenten und promovierte klinische Psychologin, enthüllt die dunkle Seite der Familie Trump. Einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte Mary im Hause ihrer Großeltern in New York, wo auch Donald und seine vier Geschwister aufwuchsen. Sie schildert, wie Donald Trump in einer Atmosphäre heranwuchs, die ihn für sein Leben zeichnete und ihn letztlich zu einer Bedrohung für das Wohlergehen und die Sicherheit der ganzen Welt machte. Als einziges Familienmitglied ist Mary Trump dazu bereit, aus eigener Anschauung die Wahrheit über eine der mächtigsten Familien der Welt zu erzählen. Ihre Insiderperspektive in Verbindung mit ihrer fachlichen Ausbildung ermöglicht einen absolut einmaligen Einblick in die Psyche des unberechenbarsten Mannes, der je an der Spitze einer Weltmacht stand.

Mary L. Trump erzählt ihre Familiengeschichte und verweilt dabei vor allem bei der Biografie ihres Grossvaters Fred und die von zwei seiner fünf Kinder, nämlich Fred junior, Freddie genannt, und Donald. Freddie ist Marys Vater. Als ältester Sohn stand er extrem unter dem Einfluss des Vaters, der ein harter, gefühlloser Mensch war. Seine Lebenseinstellung gab er seinen Kindern weiter, erwartete, dass sie so werden wie er. Jegliches Aufmucken wurde nicht geduldet, woran vor allem Freddie litt. Sich von seinem Vater zu lösen gelang ihm nicht. Gedankt wurde es ihm mit Verachtung. Nur einer machte den Vater wohl stolz: Donald, der sich sogar noch schlimmer entwickelte als sein väterliches Vorbild. 

Donald erinnerte mich immer ganz stark an dreijährige Trotzköpfe, die andern ihr Spielzeug wegnehmen, behaupten, es sei seins und die anderen damit haut und gleichzeitig nach Aufmerksamkeit und Liebe heimst. Nach dem Lesen von "Zu viel und nie genug" weiss ich, dass ich mit meinem Eindruck noch viel näher dran war, als ich je dachte. 

Die Autorin erzählt die wahre Familiengeschichte der Trumps. Sie selbst scheint sich mittlerweile von der Familie gelöst zu haben, aber auch ihr viel es schwer, trotz allem, was die Familie ihr und ihrem Vater antat. 

Und sie erzählt dabei nicht mal irgendwas total Skandalöses, sondern nur Ereignisse, die real so statt fanden. Nach der Lektüre wundert es mich noch mehr, dass die Amerikaner solch einen Menschen in das Amt des Präsidenten wählten, obwohl in Amerika schon früh bekannt war, was für ein Lügner und Betrüger Donald ist. Einer der total verschuldet von Apanagen der Banken lebte, monatlich einen riesigen Betrag bekam, mit dem eine vierköpfige Familie einige Jahre lang gut leben könnte. Ein Soziopath, der seine Wähler nicht mal mag, sondern sich einen Scheiss um alle anderen ausser sich selbst kümmert, und auch vor seinen eigenen Familienmitglieder nicht Halt macht und sie übers Ohr haut. Einer, der nur sich selbst der Nächste ist. 

"Zu viel und nie genug" - ein Titel, der nicht passender sein könnte. Das Buch ist keine Enthüllungsstory, sondern eine Analyse einer dysfunktionalen Familie. 

Fazit: Mary L. Trump ist es gelungen, den Lesern eine sachliche Vorstellung davon zu geben, wieso der Mann, der aktuell im Oval Office sitzt, so ist wie er ist. Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Amerikaner dieses Buch lesen, damit der jetzige Bewohner des Weissen Hauses diesen Winter umziehen muss. 
4 Punkte. 


Dienstag, 1. September 2020

Vorschau: Neuzugänge und Neuerscheinungen im September 2020

Herbstbeginn! Zumindest aus meteorologischer Sicht. Ich mag den September. Nicht mehr zu heiss, aber noch nicht kalt, die Blätter an den Bäumen verfärben sich, die Auswahl auf dem Markt riesig, man kann je nach Temperatur draussen oder drinnen gemütlich lesen. Falls der eigene SuB dazu nichts hergeben sollte - hust, hust, hust - kann man sich durch die Neuheiten schmökern.


Neben zwei interessanten historischen Roman freu ich mich auf zwei Krimis (nämlich den zweiten Teil für Jackie Dupont in Monaco und auf Sandra Flemming in Cornwall, die mittlerweile zum vierten Mal ermittelt), einige Romane und weitere neue Weihnachtsromane. Über den ersten hab ich mich ja schon im August amüsiert. Immerhin kommen die September-Weihnachtsromane alle erst Ende Monat, da kann man die gut noch in den Oktober rüber nehmen oder auf den ersten Schnee im November/Dezember warten. Eigentlich wollte ich schreiben "auf die ersten Lebkuchen warten" - aber die gibts ja bereits, wie ich gestern in einem Lebensmittelgeschäft bereits feststellte.

"Winter in Bloomsbury" ist der vierte Teil der Bloomsbury-Serie - der erste Teil ist auch bekannt unter "Der kleine Laden der einsamen Herzen" - und wird wohl sehr süss, denn es geht um Tom, der Montags nicht nur wegen der Kuchen im Laden arbeitet. Eher wegen Mattie, die die Kuchen bäckt. Die Serie wurde von Band zu Band besser, meine Erwartungen liegen also hoch.

Ein Herbst ohne Weihnachtsroman von Sarah Morgan ist mittlerweile auch fast wie Weihnachten ohne Karen Swan. Debbie Macombers "Winterwunderzeit" ist im Original schon vor vielen Jahren erschienen, mal schauen, ob es eine der besseren oder weniger guten Weihnachtsstorys von ihr ist. Auf Michelle Marlys "White Christmas" bin ich aber am allermeisten gespannt.

"Herzblitze" und "Adventszeit in der Valerie Lane" sollten bereits auf dem Weg zu mir sein, bei der "Fotografin" muss ich erst mal noch die Bände 2 und 3 lesen, bevor ich mich an Band 4 mache. Mal schauen, ob das im September der Fall ist, oder erst später. Ich hab ja auch noch einen gut gefüllten SuB, auf dem einige Romane liegen, die ich jetzt im Herbst endlich lesen möchte. Darunter zwei dreiteilige Reihen, die "Firefly Lake" von Jen Gilroy, und eine andere von Ella Thomson. 


Interessante Neuerscheinungen im August 2020:









Ich lasse mich Ende Monat ja immer selbst überraschen, zu welchen Büchern ich schlussendlich greife. Schauen wir in 29 Tagen also nochmals, ob ich tatsächlich alle der hier erwähnten Bücher gelesen habe oder es eher andere Titel wurden.

Habt ihr eure Leseliste für den September auch schon wie ich "provisorisch" erstellt? Auf welche Neuerscheinungen freut ihr euch im September? Ist es euch für die vielen Weihnachtsromane noch zu früh oder kommen die passend?


Montag, 31. August 2020

Mein Lesemonat und Monatsrückblick August 2020

Mein August ist in Hälften aufgeteilt: in der ersten Hälfte des Augusts waren hier noch Schulsommerferien, seit Mitte Monat habe ich nun wieder Corona-Alltag (Kind in der Schule, Mann immer noch im Home Office). Auch das Wetter schien in zwei Hälften geteilt: eine lange Hitzewelle, seit Samstag hat es nun aber deutlich abgekühlt und vor allem sehr viel geregnet, so dass einige Bäche und Flüsse über die Ufer getreten sind. Der Herbst ist nahe, fast schon da, man spürt es deutlich - fast mehr Herbst als Spätsommer ist in der Luft. 

Deshalb habe ich bereits am Freitag anstatt morgen meine Sommerdeko abgeräumt und auf Spätsommer/Frühherbst umgestellt - ich hatte total Lust dazu, denn es ist schliesslich meine Lieblingsjahreszeit. Auf dem Markt fand ich diese schönen Blumen: 


Parallel zur Saisonumstellung habe ich auch den ersten Weihnachtsroman in diesem Jahr gelesen: "Ein verschneites Weihnachtsfest in Cornwall" von Jane Linfoot. Bzw. waren es eigentlich zwei, denn der vierte Band der Valerie Lane ("Das wunderbare Wollparadies") war auch sehr weihnachtlich-winterlich. 

Gelesen habe ich insgesamt 16 Bücher, plus eine Kurzgeschichte. Nämlich die heute erschienene Vorgeschichte zum dritten Band der Schokoladenvilla (ET 12. 10) von Maria Nikolai. 

Meinen SuB konnte ich im August nur leicht abbauen, aber immerhin eine Reihe beenden, somit habe ich (fast) alle Bücher von Manuela Inusa gelesen. Etwas, was ich mir für 2020 und 2021 vorgenommen habe: angefangene Reihen so weit wie möglich zu beenden und von möglichst vielen Autor*innen alle Bücher zu lesen. Der erste Band der Valerie Lane hatte mir ja gar nicht gefallen, die restlichen sind besser, einfach insgesamt eh zuckrig-süss, aber manchmal braucht man genau das. 

Zwei Krimis habe ich im August abgebrochen: "Tessiner Verwicklungen" von Sandra Hughes und "Das Dorf in den roten Wäldern" von Louise Penny. Die Verwicklungen konnten mich auf den ersten 50 Seiten nicht abholen, also gab ich es auf. Den ersten Fall von Inspector Gamache fand ich langweilig, da hab ich den Schluss aber noch gelesen, um zu sehen, ob meine Vermutung stimmt. Tat sie, der Täter war tatsächlich der, den ich beim ersten Auftauchen vermutete. Vielleicht ist der zweite Band spannender und vielleicht gebe ich dem mal noch eine Chance; das Setting fände ich nämlich toll. Aber beim ersten Band hab ich jedenfalls nichts verpasst. 

Im August ist ein neuer eReader bei mir eingezogen, der kann Farbe - es ist der Pocketbook Color, den ich euch hier vorgestellt habe. 



Enttäuscht hat mich Brunetti - ich denke ja schon seit ein paar Jahren, dass ich nicht mehr weiterlese (und machs dann doch), weil sich alles irgendwie wiederholt, das Kommissariat im letzten Jahrhundert stehen geblieben ist und die Fälle nur noch langweilig sind. Die aktuellen Umweltthemen, in die sie verpackt sind, sind auch nicht so aktuell und innovativ, so dass die Brunetti-Reihe zu lesen leider keinen Spass mehr macht. 

Informativ waren die beiden neuen Romane über Peggy Guggenheim. Wenn ihr sie liest, beginnt bitte bei "Peggy Guggenheim" und nimmt als zweites Buch "Miss Guggenheim". Wieso diese Reihenfolge wichtig ist, habe ich euch in einem extra Blogbeitrag  zusammengefasst. 

Begeistert hat mich "Lehrerin einer neuen Zeit" von Laura Baldini und der zweite Teil der Happy Ever After-Serie von Jenny Colgan. Der war viel bodenständiger als der märchenhafte erste Teil. 

2 Punkte:
- Geheime Quellen von Donna Leon (Brunetti 29) 

3.5 Punkte:
- Mandelglück von Manuela Inusa (Kalifornische Träume 3) 
- Engadiner Abgründe von Gian Maria Calonder (Massimo Capaul 1)

4 Punkte:
- Die Dirigentin von Maria Peters 
- Miss Guggenheim von Leah Hayden (MFrzKuL 15 )
- Die Chocolaterie der Träume von Manuela Inusa (Valerie Lane 2) 
- Der zauberhafte Trödelladen von Manuela Inusa (Valerie Lane 3) 
- Das wunderbare Wollparadies von Manuela Inusa (Valerie Lane 4) 
- Der fabelhafte Geschenkeladen von Manuela Inusa (Valerie Lane 5) 
- Die kleine Strasse der grossen Herzen von Manuela Inusa (Valerie Lane 6) 
- Zu viel und nie genug von Mary L. Trump
- Prequel zu Zeit des Schicksals von Maria Nikolai

5 Punkte: 
- Wo dich das Leben anlächelt von Jenny Colgan (Happy Ever After 2) 
- Lehrerin einer neuen Zeit von Laura Baldini


Soviel zu meinen gelesenen Büchern. Die Rezension zum Trump-Buch kommt in den nächsten Tagen ist nun auch verlinkt - jetzt ist mir klar, wieso der Typ so ist wie er ist...


Welche Bücher haben euch im August überzeugt und welche nicht? Habt ihr vielleicht dieselben Titel gelesen wie ich? Erzählt!



Sonntag, 30. August 2020

Ein verschneites Weihnachtsfest von Jane Linfoot

Klappentext:
Weihnachten auf einem Schloss in Cornwall! Ivy ist begeistert, als sie gebeten wird, das Schloss bis zu den Weihnachtsfeiertagen instagramtauglich gemütlich zu dekorieren und in Szene zu setzen. Als Ivy dort ankommt, muss sie allerdings feststellen, dass noch viel Arbeit vor ihr liegt. Das Gebäude ist alles andere als weihnachtlich geschmückt und Bill, der Hausherr, nicht sonderlich erpicht darauf, dies zu ändern. Zu allem Überfluss kennt Ivy ihn. Seit sie Bill vor einigen Jahren im Skiurlaub begegnet ist, kann sie ihn nicht vergessen - und jetzt sollen sie die Weihnachtsfeiertage miteinander verbringen. Sofort ist Ivy klar, dass hier einige Komplikationen auf sie warten, die sie definitiv nicht eingeplant hatte.

Dekorateurin Ivy soll in einem Schloss in Cornwall, gleich bei St. Aidan, Weihnachtsfeeling aufkommen lassen. Die Schwester von Ivys Freundin Fliss, Libby, hat Ivy engagiert, um das für zwei Wochen gemietete Schloss so zu dekorieren, dass es für Libbys Social Media Kanäle vorzeigbar ist und Libby Fotos schiessen kann, die aussehen als ob sie einer Wohnzeitschrift entspringen und es so aussehen soll, als ob Libby mit ihrer Familie und ihren Gästen ein perfektes Weihnachtsfest feiert. 

Genau so ist es, "es soll so aussehen". Denn das Schloss hat so gar nicht die Atmosphäre, die Libby sich bei der Buchung wohl vorstellte. Es ist kahl und beherbergte in letzter Zeit fast nur Junggesellenfeiern. Viel, und vor allem viel mehr Arbeit als gedacht für Ivy, die einige Tage vorher anreist - zum Glück! - und sich ausserdem noch mit dem Vermieter auseinandersetzen muss.

Es ist niemand anderer als Bill, den sie vor sieben Jahren in Chamonix kennenlernte, als sie dort mit ihrem damaligen Freund und weiteren Bekannten zusammen die Skiferien verbrachte. Seither ging Bill ihr nie wieder aus dem Kopf. Doch Ivy will ihn nicht an sich ranlassen, genauso wie sie auch sonst niemand an ihre Gefühle lässt, seit sie vor zwei Jahren einen schlimmen Verkehrsunfall hatte und seither eine Narbe ihre Stirn ziert, die sie mit langen Haaren und einer Mütze verdeckt.

Ivy ist froh um den Weihnachtsjob, aber dass sie aus einem quasi leeren Schloss eine weihnachtliche Wohlfühloase zaubern soll, ist auch für sie nicht leicht. Dann stehen plötzlich einige der Gäste viel zu früh vor der Türe, was für weiteres Chaos sorgt. Chaos ist das richtige Wort, denn genau das bricht jetzt aus - das perfekte Weihnachtsfest am Meer muss erst verdient werden. 

Wer Lust auf einen besinnlichen Weihnachtsroman hat, kommt nicht auf seine Kosten. Denn "Ein verschneites Weihnachtsfest in Cornwall" hat die Bezeichnung Rom-Com absolut verdient. Romantik tritt zwar erst am Schluss auf, dafür ist der grosse Rest eine riesige Komödie. Aber dafür kann man den Roman auch gut schon Monate vor Weihnachten lesen, er macht einfach Spass.

Den humorigen Schreibstill kennt man von Jane Linfoot ja bereits. Hier schrammt er zwar manchmal hart an der Grenze an "zu viele witzige und überzeichnete Situationen" vorbei. Aber Figuren wie Miranda, Keef, Bill und Ivy eigenen sich auch viel zu gut dazu. Linfoot nimmt alles aufs Korn, scheinbar perfekte Social Media-Fotos, die aussehen wie aus dem Bildband, diverse Essensvorlieben, Backwettbewerbe, Flirtereien in diversen Ausprägungen und und und...

Linfoots Charaktere sind auf den ersten und zweiten Blick oft sperrig, man dringt erst nach und nach zu ihnen vor, doch dann sieht man die wahre Person dahinter. Wie zum Beispiel Bill, der irgendwas verheimlicht und nur wenig preisgibt von seiner aktuellen Lebenssituation. Aber auch die anderen Figuren haben viel zu bieten und der oder die eine oder andere überrascht dabei.

Bills Schloss liegt in der Nähe von St. Aidan. Jane Linfoot-Leserinnen werden sich freuen, wenn die ganze Truppe sich in den hübschen Ort begibt und durch diverse Pubs, Cafés und Läden streift, die man aus ihren anderen Romanen schon kennt.

Zwölf Tage vor Weihnachten - zwölf Tage, die allen Figuren ein Leben lang in Erinnerung bleiben werden. Und ein schlussendlich perfektes Weihnachtsfest, wenn auch ein wenig anders, als sich das die Beteiligten vorgestellt haben. 

Fazit: Eine amüsante Weihnachtskomödie, die auch Weihnachtsmuffel beglücken könnte. 
4 Punkte.