Mittwoch, 8. Februar 2023

Sommerträume am Meer von Karen Swan

Klappentext:
Bell liebt ihr Leben in Stockholm und ihren Job als Nanny bei Familie Mogert. Vor allem aber liebt sie den schwedischen Sommer, den sie alle zusammen auf einer kleinen Schäreninsel verbringen. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Seit einem verwirrenden Anruf ein paar Wochen zuvor ist die Stimmung angespannt, und Bell ahnt, dass die Mogerts ihr etwas verheimlichen. An Midsommar findet sie Trost und Geborgenheit in den starken Armen von Emil, dem schönsten Mann, der ihr je begegnet ist. Aber auch Emil hat seine Geheimnisse.




Bell ist Nanny bei Familie Mogert in Stockholm. Sie mag ihre Arbeit, und auch ihre WG, in der sie mit ihren Freunden lebt. Alles total easy. Doch als sie eines Morgens einen Anruf bei den Mogerts entgegen nimmt, verändert sich alles. Denn Hanna und Max haben Bell verschwiegen, dass Hannas Ehemann seit 7 Jahren im Koma liegt. Nun ist er erwacht - und das Leben wird kompliziert für alle. 

Vor allem, als er kurz darauf seinen Sohn Linus sehen möchte. Nach langen Gesprächen einigen sie sich darauf, dass Hannah und Max im Sommer, den sie mit der Familie traditionell auf einer Schäreninsel verbringen, den Kontakt zu Linus Vater langsam ermöglichen wollen, müssen. 

Es ist keine leichte Kost, die Karen Swan uns mit "Sommerträume am Meer", im Original "The Hidden Beach", vorgelegt hat. Dieser Strand spielt eine wichtige Rolle im Buch - der nichtssagende deutsche Titel beschönigt den Inhalt und wird der Geschichte nicht gerecht. 

Die Emotionen aller Beteiligten sind stark, die Situation überfordert und die Geheimnisse und Gefühle müssen endlich ans Licht kommen und ausgesprochen werden. Linus wird zum Spielball beider Seiten. Bell als relativ neutrale Person versucht das in Grenzen zu halten. Doch auch sie hat in diesem Kontext zu kämpfen - nun erfährt man ihre Vergangenheit, die auch nicht ohne ist. 

Die Gefühle von Emil, der sieben Jahre verpasst hat, während das Leben um ihn weiter ging, und alles Weitere, was so ein langes Koma mit sich bringt, hat die Autorin eindrücklich geschildert. Als Leserin fragt man sich unweigerlich, wie man selbst in der entsprechenden Situation - nicht nur als Emil, auch als Hanna, Max oder Bell - handeln würde. Manchmal versteht man die eine oder andere Entscheidung der Figuren nicht und steht mehr auf der Seite des Gegenübers, einige Seiten später versteht man den anderen Charakter besser. 

Diese Geschichte lässt sicher niemanden kalt, aber man muss sich darauf - und all die Emotionen, die sie mit sich bringt - einlassen. Ausgleichend wirken die Beschreibungen der schönen schwedischen Schären-Landschaft: das perfekte Ambiente für diesen Roman. 

Fazit: Packendes Drama um einen Mann, der jahrelang im Koma lag. 
4 Punkte. 

Krimi: Tod in Bletchley Park von Emma Goodwyn (John Mackenzie 10)

Klappentext:
Der sehnlich erwartete Rabennachwuchs ist im Tower eingetroffen und die ungestüme Renie endlich unter der Haube. Beefeater John Mackenzie freut sich auf einen entspannten Frühling. Doch daraus wird nichts: Am geschichtsträchtigen Ort Bletchley Park, wo geniale Kryptoanalytiker während des Zweiten Weltkriegs die Geheimnisse der Enigma lüfteten, kommt ein Collegedozent zu Tode. Hineingezogen in einen verhängnisvollen Strudel, muss der Mackenzie-Clan sich seiner bisher größten Herausforderung stellen.




Es ist ein Auf und Ab in dieser Reihe. Nach den ersten guten Bänden kamen einige, die mir nicht gefielen, bis mich Band 9 wieder begeistern konnte. 

Doch leider gehört Band 10, "Tod in Bletchley Park", wieder zu den langweiligen Bänden, denn es gibt haufenweise Mono- und Dialoge zu Dingen, die nicht relevant sind für den Fall. Das Meiste davon ist zwar interessant, und es fühlt sich an, als ob man direkt bei einer Führung durch Bletchley Park und andere Museen mit dabei wäre - einfach nur mit Text, ohne Bild. Diese Vorträge tragen aber rein gar nichts zur Lösung des Falles bei, was man ziemlich schnell ahnt. 

Alan, der eine neue Stelle angenommen hat - er soll das Cyber Security College in Bletchley Park aufbauen und als Dozent arbeiten - stolpert eines Abends über ein Mordopfer und wird als Täter verdächtigt. Die Medien belagern das Haus von Alan und Maggie, weshalb nun die ganze restliche Sippe zu ermitteln beginnt. 

Aber leider nicht mehr auf eine spannende Art und Weise. Es gibt lange quasi nur einen Verdächtigen und erst gegen Ende werden noch andere mögliche Täter aus dem Hut gezaubert. Vieles versandet irgendwo und auch all die Tiere, die im Laufe des Krimis vorkommen, spielen keine Rolle mehr. 

Hätte man etwas von den Vorträgen bei den Ermittlungen gebrauchen können, wäre eine gute Verbindung da gewesen, aber so haben wir Leser bloss ein bisschen Sightseeing und beobachten dabei eine Familie, die zusammen nach Argumenten oder Beweisen sucht, dass ihr Verwandter nichts mit dem Mord zu tun hat.

Deshalb ist dieser Band mehr ein Familienroman als ein Kriminalroman. Immerhin kurzweilig zu lesen, aber halt ohne Spannungsmomente.  

Fazit: Für einen Krimi leider zu langweilig. 
3 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 2: Tod im Kilt
Band 3: Tod im Museum
Band 4: Tod im Schatten der Tower Bridge

Montag, 6. Februar 2023

Sterne über Rom von Karen Swan

Klappentext:
Die Engländerin Cesca lebt in Rom und betreibt einen erfolgreichen Blog, der eine Hommage an die ewige Stadt und das Dolce Vita ist. Als sie Bekanntschaft mit ihrer Nachbarin macht, der berühmten Viscontessa Elena, sind sich beide sofort sympathisch. Nach einiger Zeit willigt Cesca sogar ein, Elenas Memoiren zu verfassen. Doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto mehr beschleicht Cesca das Gefühl, dass Elena etwas vor ihr verbirgt. Als auf einer Baustelle ein wertvoller Diamantring gefunden wird, der angeblich Elena gehört, stellt Cesca zusammen mit dem attraktiven Archäologen Nico Nachforschungen an – und fördert ein tragisches Geheimnis zu Tage.


Francesca Hackett geniesst das Leben in ihrer Wahlheimat Rom ausführlich - sie bloggt darüber und wenn sie nicht zu spät kommt, führt sie Touristengruppen durch die Stadt. Eines Tages findet Cesca eine gestohlene Handtasche mit einem sehr alten ungeöffneten Brief darin und bringt beides zurück - ihrer berühmten, aber nicht oft sichtbaren Nachbarin, einer Viscontessa, die in einer versteckten Villa gegenüber der Piazza lebt. 

Viscontessa Elena lebt zurückgezogen und kommt nach dem Besuch auf die Idee, dass Cesca ihre Memoiren schreiben könnte. Doch dazu müsste Elena sich öffnen, was ihr schwer fällt. Erst als Cesca Nachforschungen anstellt und sie Elena mit ersten Ergebnissen konfrontiert, beginnt sie zu erzählen. 

Von Rom erlebt man nicht viel (wenn man die Stadt eh schon kennt) und erneut war es mir zu viel Getue um Luxusmarken. Für mich hätte es deshalb Cescas Gegenwartsstrang nicht haben müssen, oder nur stark gekürzt, ich fand sie etwas in die Länge gezogen. Von mir aus hätte Karen Swan nur Elenas Geschichte erzählen können, obwohl mir beide Frauen nicht sonderlich sympathisch waren. 

Elenas Story fand ich aber gut erzählt und durchaus interessant, da die Autorin stückweise immer wieder Geheimnisse lüftet. Schön eins nach dem anderen. Liebe und Männer kommen darin vor, wie auch in Cescas Leben, die sehr gerne flirtet - aktuell am liebsten mit Nico, der gerade im Palazzo arbeitet und, wen wunderts, auch ein Geheimnisträger ist.

Es ist nicht der beste Roman von Swan, aber schlecht ist er auf jeden Fall auch nicht. Ich konnte ihn in den Ferien an einem Tag am Stück lesen. Ich weiss aber nicht, ob ich drangeblieben wäre, hätte ich "Sterne über Rom" im Alltag mit all den normalen Ablenkungen gelesen (mal zehn Minuten in der Bahn, mal eine Stunde zuhause, etc.), denn bis Elena und Cesca sich gegenseitig vertrauen und die Geschichte Fahrt aufnimmt, dauert es. Am Ende wird es aber in beiden Strängen spannend, dramareich und intensiv.

Fazit: Ein twistreicher Roman über Liebe und Geheimnisse und vor allem über das Leben einer amerikanischen Erbin, die bereits mit 26 Jahren mehrfach verheiratet war und später ihre Geheimnisse hinter den Mauern des Palazzos hütet.
4 Punkte. 

Samstag, 4. Februar 2023

Ein neuer Sommer in der kleinen Bäckerei von Jenny Colgan (Strandweg 4)

Klappentext:
Kleine Häuschen in Hellblau oder Zitronengelb, unberührte Natur überall – als Marisa Rossi auf der zauberhaften Insel ankommt, nimmt sie das alles kaum wahr. Seit dem Tod ihres geliebten Großvaters steht sie neben sich. Selbst das Kochen köstlicher italienischer Gerichte, sonst ihre Leidenschaft, ist ihr jetzt zu viel. Hier, am Ende der Welt, will sie sich neu erfinden. Doch das erweist sich als schwierig, denn ihr Nachbar ist ein attraktiver russischer Klavierlehrer, der lautstark bis in die Nacht komponiert. Nur zaghaft knüpft Marisa neue Freundschaften. So zu Polly, deren kleine Bäckerei am Strandweg dringend neue Ideen bräuchte. Mehr Pepp ist gefragt, mehr Leichtigkeit, mehr ... dolce vita?


Unerwartet für mich ging es mit der kleinen Bäckerei am Strandweg weiter. Dieses Mal stehen aber andere Charaktere im Vordergrund. Deshalb könnte man diesen Band auch ohne Vorkenntnisse der Vorgänger lesen. Interessanter ist es aber auf jeden Fall, wenn man die Hintergründe der Bäckerei, die Geschichte mit dem Leuchtturm, die diversen Turbulenzen auf der Gezeiteninsel und "Neil, the Puffin" bereits kennt. 

Marisa Rossi, die sich nach dem Tod ihres Grossvaters in einem Loch befindet, lässt sich auf einen Tausch mit ihrem WG-Genossen ein. Marisa soll nach Cornwall in einen Bungalow ziehen, der seiner Familie gehört, damit seine Freunde bei ihm in der Londoner WG wohnen können. Marisa lässt sich darauf ein. Da sie kaum mehr rausgeht, kommt es ja nicht drauf an, wo sie wohnt. 

Die Ruhe, die sie wollte, findet sie in Mount Polbearne allerdings nicht, denn nebenan wohnt der laute russische Klavierlehrer Alexei. Tagsüber spielen seine Schüler, abends und nachts er selbst. Marisa getraut sich nicht, etwas zu sagen, nur langsam nimmt sie Kontakt zu ihm auf. Und dies auch nur auf Druck ihrer italienischen Grossmutter, mit der sie oft telefoniert.

Es war schön zu sehen, wie Marisa langsam wieder Lebensmut erlangt und auch Alexei sich anderen gegenüber öffnet. Dazu trägt natürlich auch die kleine Bäckerei teil. Polly arbeitet wie immer zu viel und könnte Hilfe gebrauchen.

Langweilig wird es hier nicht - nicht nur bei den neuen Nachbarn läuft viel, auch bei Polly zuhause. Ein Leuchtturm ist ja nur bedingt geeignet um Kinder grosszuziehen, und so erleben Polly und Huckles Kinder Avery und Daisy zusammen mit Papageientaucher Neil einige Abenteuer. 

Für einmal gebührt aber nicht Neil die Ehre als geheimen Star des Romans, sondern Marisas Grossmutter. 

Jenny Colgan schreckt nie davor zurück, Charaktere mit wirklichen Problemen, hier eine Angststörung, einzubauen und präsentiert uns einen Roman über unterschiedliche Kulturen, Freundschaft und on the top: gutem Essen. Die Seiten sind gefüllt mit einer schönen, herzerwärmenden Story und wie immer ist alles charmant mit einer grossen Portion Humor verpackt.

Fazit: Wer eine aufmunternde Geschichte lesen möchte, und die Welt da draussen für einige Stunden vergessen will, sollte hier unbedingt zugreifen. 
4 Punkte. 

Reihenfolge:


Donnerstag, 2. Februar 2023

TTT Top Ten Thursday 02.02.23 - Zehn Bücher, die mit einem J beginnen

 "Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtitel, Buchcover oder ähnlichem erstellt. 



Zehn Bücher, die mit J beginnen

Erstaunlicherweise hab ich ganz viele gefunden - unter anderem eine ganze Reihe die mit "Je" beginnt, doch ich habe brav nur einen Band davon genommen. Dafür kommt die werte Jane Austen in diversen Ausführungen vor. Ich hätte noch "Jubilate", doch die Papst-Krimis hab ich schon oft gezeigt, dann lieber eine Jane Austen mehr, die hab ich glaub noch nie im TTT gezeigt. "Jeder Tag für dich" liegt noch auf dem SuB. 





Hier geht es zu den Rezensionen:

Mittwoch, 1. Februar 2023

Monatsvorschau und Neuerscheinungen im Februar 2023

Mit in den Februar hab ich einen begonnen Krimi genommen, den 6. Band für Jessica Campbell "Mord will keine Zeugen" von Ann Granger und ich denke, ich werde mich bis Mitte Monat oder zumindest mal die nächsten Tage vor allem meinen SuB-Krimis widmen. Meine Vormerkung für "Miss Bennet" in der Onleihe ist überraschend heute angekommen, also werde ich diesen Roman sicher auch noch lesen im Februar.


Ab Mitte Monat, etwa ab dem 13. Februar, stehen dann wieder einige Neuerscheinungen auf dem Plan. Wie immer möchte ich einige davon zeitnah lesen, bei anderen, genauer gesagt bei 4-5 Titeln, müsste ich jeweils erst mal noch mindestens einen (subbenden) Vorgängerband lesen und andere bleiben auf meiner Merkliste für später irgendwann mal.







"Die kleine Bucht in Kroatien" hab ich bereits auf Englisch gelesen, doch ich werde es sich auch noch auf Deutsch lesen. Ein Reread lohnt sich auf jeden Fall! 

Besonders freue ich mich auf "Die Töchter von Kew Gardens", da mir davon der erste Band so gut gefallen hat. "Die alte Schule am See" wird mit diesem im Februar erscheinenden dritten Band seinen Abschluss finden, nicht auf das Finale, aber auf den Roman freu ich mich. Ebenso auf "Frühlingsfunkeln" und "Sterne über dem Salzgarten". 

Neugierig bin ich auf den neuen Roman von Anne Barns - das Cover verrät schon, dass er anders wird als ihre bisher erschienenen Bücher. Ich bin gespannt. 
EDIT: Der Roman wurde auf Ende April verschoben! Ich lass ihn jetzt aber mal hier drin und erwähne ihn im April einfach nochmals :-)

Ob ich "Lady Mary Montagu" und "Die Meistern der Wachsfiguren" lesen werde, weiss ich noch nicht. Mir gefällt an diesen Titeln aber sehr, dass jetzt mal eher unbekannten Frauen, bzw. solche, über die man nicht so viel weiss, Romane gewidmet werden.

Wisst ihr schon, mit welchen Büchern ihr euren Lesemonat Februar füllt?



Dienstag, 31. Januar 2023

TTT Top Ten Thursday 26.01.23 Zehn Buchreihen mit Start oder Fortsetzung im 2023

"Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtitel, Buchcover oder ähnlichem erstellt. 



Zehn Reihen, die du in diesem Jahr endlich starten oder fortsetzen möchtest

Ich bin ein bisschen spät dran diese Woche, doch dafür hab ich noch in meinen letztjährigen Beiträgen nach geschaut. Einige der damals genannten Reihen hab ich im 2022 tatsächlich gelesen, andere jedoch subben noch immer. 

Andere wiederum, wie zum Beispiel die zwei letzten Bände von Flavia de Luce (Band 9 und 10) werde ich nicht mehr lesen und somit die Reihe nicht vervollständigen. Band 9 hab ich im Januar begonnen, doch dann zur Seite gelegt und gedanklich für mich abgeschlossen, da mich die ersten 40 Seiten nicht mehr abholen konnten. Dafür beende ich gerade die Jessica Campbell-Reihe, da lese ich aktuell den neuesten, sechsten Band und auch mit Cedar Cove bin ich top aktuell, da habe ich im Januar den im Dezember erschienenen Band 6 gelesen.  

Auf meinem SuB warten aber noch viele weitere Reihen, die ich in diesem Jahr endlich in Angriff nehmen möchte. Unter anderem sind es diese zwölf: 





Bei zumindest einem gezeigten Titel bin ich sicher, dass ich ihn lesen werde, denn es ist nur eine Dilogie (so weit ich bisher weiss), und nach dem diesen Band zu Ende: "Die Töchter von Kew Gardens" erscheint im Februar. Alle anderen Titel liegen bereits auf meinem SuB. 

Viel Spass beim Lesen eurer angefangenen Reihen!