Samstag, 21. Oktober 2017

#fbm17 Frankfurter Buchmesse 2017 - Mittwoch

Am Mittwochmorgen musste ich früh aufstehen: um 7:30 Uhr sollte der Zug Richtung Zürich HB abfahren, doch er hatte Verspätung. Trotzdem reichte es mir noch, im Shopville Kaffee und Brötchen zu kaufen bevor der ICE Richtung Frankfurt abfuhr. Zum Glück, denn fünf Stunden ohne Kaffee hätte ich nicht überlebt ;-) Die Fahrt verlief ruhig, dieses Mal hatte ich mir - nach den letztjährigen Erfahrungen mit der DB - ein aufblasbares Nackenkissen gekauft, um es bequemer zu haben beim Lesen. Kurz nach 12:00 Uhr erreichten wir Frankfurt Süd, wo ich auf die S-Bahn zur Messe umsteigen konnte.

Beim Kofferabgeben an der Garderobe gab es Probleme (steif und fest wurde behauptet, dass die für Presseleute nicht umsonst ist), bis dann eine FBM-Mitarbeiterin die Garderobieren deutlich aufklärte und es schwarz auf weiss unterlegte. 
Ohne Gepäck ging ich erst mal in die Agora frische Luft schnappen und auf der anderen Seite beim ARD-Forum wieder rein, um dort meine zweite Tasse Kaffee zu trinken. 




Dermassen gestärkt schaute ich mir die Gastland-Halle an. Aus Holzstäben gefertigte Buchregale dominierten den Raum, sie machten den Eindruck dennoch luftig. Hier gab es nicht nur französische Bücher, Spiele und die Gutenbergpresse, sondern auch Croissants, Sandwiches, Macarons und mehr.



Hungrig ging ich gegenüber ins Skyline Plaza um mir erst zwei Liter Mineralwasser zu kaufen, damit ich Abends in der Pension und Donnerstags an der Messe etwas zum Trinken hatte. In der Foodhall hab ich mit Blick auf das Schaufenster schnell was zu Mittag gegessen, bevor ich mich zurück zur Messe aufmachte. 






Gut hatte ich was im Bauch, sonst wäre es hinten in Halle 3.1 schwer gewesen, den Pains au chocolat und diversen anderen französischen Brötchen zu widerstehen. Halle 3.0 war wieder „sauber“ - nur Bücher hier! 



Um 16:00 Uhr war ich eigentlich mit mindestens einer Bloggerin von #litnetzwerk vor dem Lesezelt verabredet, doch sie tauchte nicht auf - sie kam bei einem Verlag nicht weg, wie sie mir tags drauf erzählte. Auch mit Frau Goethe liest klappte es nicht - die Versuche uns über Twitter auszutauschen wo wir sind, war erfolglos, wir befanden uns immer an unterschiedlichen Orten. Abends verabredeten wir uns dann fix für Donnerstagnachmittag. 








Stattdessen erklomm ich den eindrücklichen Kein & Aber Turm, der dem Freitagshop in Zürich nachempfunden ist. Oben traf ich auf Journalistin und Autorin Marion Mink samt ihrer Tochter, mit denen ich nach gegenseitigem Fotografieren ins Gespräch kam. 




Fast hätte ich deshalb Michel Bussis Interview beim Orbanism Space verpasst, wohin der Aufbau Verlag zu Cremant und französischen Selfies geladen hatte. Die Geräusche und die anderen Events in der Halle übertönten leider teilweise das Gespräch des Autors mit seiner Lektorin und Übersetzerin.

Hier holte mich Anja von Mein kleines Bücherzimmer ab, zusammen machten wir uns auf zur S-Bahn und nach Bad Soden, wo wir unsere Pensionszimmer bezogen. Da wir in Bahnhofsnähe kein Restaurant fanden, kauften wir im Supermarkt ein und assen in der kleinen Küche der Pension zu Abend. Später im Zimmer hatte ich meinen kleinen Koffer schnell ausgepackt und liess den Tag mit Surfen und lesen meines aktuellen Buches ausklingen. Was ich noch nicht wusste: dass ich mit dem Autor meines #currentlyreading am folgenden Tag über sein Buch sprechen würde...  



Frankfurter Buchmesse 2017:
Mittwoch







Freitag, 20. Oktober 2017

Neuzugänge, Lesewoche 42/2017 und Marie Force



1. Hattest du in der vergangenen Woche viel Zeit und Lust, zu lesen?
Wie bereits in der vorherigen Woche kam ich auch diese Woche nicht oft zum lesen, fast nur in der Bahn. 

2. Welches Buch/ welche Bücher hast du in der vergangenen Woche gelesen und war ein besonderes Highlight dabei?
Am Sonntag auf dem Heimweg von der Messe habe ich Alexander Oetkers "Retour" ausgelesen", und da ich in Gedanken abwesend, einerseits noch bei der FBM, andererseits schon zuhause war, wollte ich ein Buch lesen, bei dem ich nicht so bei der Sache sein muss und habe deshalb den zweiten und dritten Band der Green Mountain-Serie gelesen.


Momentan bin ich am vierten Band dran. Ob ich die Serie danach weiterlesen weiss ich noch nicht. Die Geschichte der Abbotts finde ich toll, aber die Bücher würden auf die Hälfte schrumpfen, wenn man all die Sexszenen rausschneiden würde. Wer wie ich diese Szenen schon bei Sarah Morgan als zu ausführlich und zu oft beschrieben empfindet, darf die Greenmountain-Bücher nicht lesen, Marie Force toppt diesbezüglich alles. Hätte ich vor dem Kauf der ersten drei Bücher auf ihre Homepage geschaut, wäre mit einem Blick auf die Originalcover wohl alles klar gewesen; ich hätte sie mir nie gekauft, geschweige denn gelesen. Nun habe ich aber die Bücher bis Band 4 hier - und wie gesagt, gefällt mir die Aufmachung der deutschen Cover, die fiktive Ortschaft Butler, die Abbotts-Grossfamilie und natürlich auch Elch Fred. In jedem Band erhält man jeweils ein Update über die vergangenen und noch kommenden Paare, und all das zusammen macht die Serie eigentlich ganz nett. Wären da nicht die leider viel zu gehäuften und übertriebenen horizontalen Szenen, die mir das Lesevergnügen nehmen. Dafür sind die Bücher gut zu lesen in Zeiten, in denen man oft abgelenkt wird, weil man schnell wieder in der Geschichte drinnen ist und man seitenweise überblättern kann, wenn sich mal wieder alles unter der Bettdecke abspielt. Kennt ihr die Serie? Mögt ihr sie oder nerven euch die besagten Szenen auch?

3. Welchen Beitrag, den du in der vergangenen Woche auf deinem Blog veröffentlicht hast, möchtest du deinen Lesern besonders empfehlen?
Diese Woche ist dies mein erster Beitrag, letzte Woche gingen die Rezensionen zu den Gotlandkrimis "Mord auf der Insel" und "Trüffeltod" online. Britcrime auf Schwedisch!

4. Wie sehen deine (Lese-)Pläne für das Wochenende und die kommende Woche aus? 
Keine Ahnung! Ich lese jetzt erst mein aktuelles Buch aus, dann entscheide ich spontan. Wahrscheinlich wird es eins meiner Rezensionsexemplare, eventuell ein Krimi.
Weiter unten zeige ich euch meine Neuzugänge, darunter auch viele Weihnachtsromane. Doch das Wetter ist einfach noch zu schön und ich absolut nicht in Weihnachtsstimmung um diese jetzt zu lesen. Sollte es plötzlich kalt und nass werden, weiss ich jedoch schon was ich lesen werde... 

5. Wo kaufst du deine Bücher am liebsten - online, im Buchladen, gebraucht?
Online! Da ich nur eBooks lese, ist dies am einfachsten. Wenn ich Geschenke kaufe, kaufe ich in der Buchhandlung ein. 
Gebraucht kaufe ich nur höchst selten, eventuell einmal im Jahr, in der Bücherbrocky ein. Dorthin kann man gelesene Bücher bringen, und sich für wenig Geld Nachschub besorgen. Erst kürzlich war ich wieder einmal dort und habe meiner Tochter ein Pantau-Taschenbuch und einen Kinderkrimi gekauft. 

Meine Neuzugänge im Oktober:
Normalerweise schreibe ich nie über Neuzugänge auf meinem SuB. Doch an und während der Messe erreichten mich viele neue Bücher. 
An der Messe war ich auf einige Meet & Greets geladen, und jedesmal durften wir Bücher der betreffenden Autoren mitnehmen - inklusive persönlicher Widmung (mehr dazu bei meinen Messeberichten). Bei einigen Bloggertreffen bekamen wir Messebeutel mit jeweils zwei bis drei Büchern geschenkt. Da diese Bücher aber nicht meinem Lesegeschmack entsprachen, habe ich sie vor Ort gleich anderen Bloggern weitergeschenkt, einige davon werden wohl bei Bloggewinnspielen verlost werden. Von der Messe nach Hause gebracht, habe ich mir die drei Bücher rechts.

Die Bücher von zwei dieser französischen Autoren, Jean-Paul Didierlaurent und Antoine Laurain, kannte ich bereits und freute mich sehr darauf, die Autoren persönlich kennen zu lernen. 
"Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky" (Rezension folgt) habe ich bereits vor der Messe gelesen - es gefällt mir sehr viel besser als "Die Sehnsucht des Vorlesers" - hatte ich bereits zu Hause, nun aber noch mit Autogramm! Die zwei anderen Bücher zu lesen, darauf freue ich mich sehr. Bisher gefielen mir die vorherigen Bücher von Antoine Laurain, von daher denke ich, dass ich auch von "Die Melodie meines Lebens" nicht enttäuscht werde. Von Lorraine Fouchet habe ich bisher noch nichts gelesen, auf ihr Buch bin ich sehr gespannt. 

Wegen Krankheit konnte Grégoire Delacourt nicht an die Messe fahren, er wäre sonst mit dabei am Bloggertreffen vom Atlantik Verlag gewesen. Seine Bücher kenne ich bisher noch nicht, deshalb habe ich mir gestern eins gekauft. Wie auch Titel weiterer französischer Autoren, "Das Leben ist ein listiger Kater" und "Das Labyrinth der Wörter von Marie-Sabine Roger. 

Als Rezensionsexemplare kamen letzte Woche neu der zweite Band von Kommando Abstellgleis "Das Revier der schrägen Vögel" von Sophie Hénaff und "Der kleine Teeladen zum Glück" von Manuela Inusa auf meinen SuB. 


Auch Weihnachtsromane wie "Das Mädchen, das Weihnachten rettete" und "Ein Junge namens Weihnacht" von Matt Haig, "Ein Winter voller Wunder" von Amanda Prowse, "Ein Weihnachtsgeschenk für Walther" von Barbara Wersba, "Herr Mozart feiert Weihnachten" von Eva Bronsky, "Lichterzauber in Manhattan" von Sarah Morgan fanden in den letzten Tagen auf meinen Lesegeräten Platz:




Krimis mussten natürlich auch mit, und ein weiterer Roman: 


Vorbestellt habe ich mir gleich noch das eBook "Die Perlenschwester" von Lucinda Riley, das am 30. Oktober erscheint. Ich muss wohl nicht erwähnen, wie fest ich mich darauf freue ;-) 

Kennt ihr meine Neuzugänge bereits oder die Autoren dieser Bücher? Welche Bücher durften bei euch in letzter Zeit einziehen? 

Freitag, 13. Oktober 2017

Krimi: Trüffeltod von Marianne Cedervall (Anki Karlsson 2)

Klappentext:

Ein Jahr ist es her, seit Anki Karlsson in das kleine Dorf Mullvald gezogen ist. Nach den dramatischen Morden im letzten Herbst kann die pensionierte Lehrerin nun endlich die Ruhe genießen. Doch dann kommt wieder Schwung in den verschlafenen Ort: Ein Trüffelfestival findet statt! Nach einer turbulenten Trüffelsafari zusammen mit Ankis Freunden und Nachbarn gipfelt das Spektakel in einem Sechs-Gänge-Menü im schicken Hotel Plogbillen. Doch am Ende des Dinners ist einer der zwölf Gäste tot. Gift! Anki nimmt umgehend die Ermittlungen auf. Unterstützung bekommt sie von ihrem Freund, dem ehemaligen Kommissar Tryggve. Doch die beiden ahnen nicht, dass dieser Fall äußerst delikat ist. Und bald schon ist nicht nur das Leben eines Trüffelschweins, sondern auch Ankis in Gefahr.


Mit Anki und Tryggve ist der Autorin ein sympathisches Ermittlerpaar gelungen, die sich zum Ende des ersten Teils hin endlich erstanden haben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten merken die beiden, dass sie vieles verbindet. Gerade findet ein Trüffelfest in der kleinen Gemeinde statt mit verschiedenen Attraktionen. Anki wie auch Tryggve nehmen zum Abschluss an einem grossen Dinner teil. Als einer der Teilnehmer stirbt, ist es keine Frage, dass die zwei der Polizei nur zu gerne helfen.

Obwohl aufgrund des Trüffelfestivals beide Besuch haben, Anki von ihren drei besten Freundinnen Gunilla, Lena und Ingegard, Tryggve von von seiner Tochter Margareta, ihrem Mann Per und dessen Bekannten Ake, bleibt ihnen Zeit hinter die Geheimnisse des unbeliebten Toten zu kommen. Wie schon im ersten Teil bleibt es spannend bis zuletzt.

Die neuen Figuren im zweiten Teil sind der neue Pfarrer samt Ehefrau, Oskar und Astrid Bergsten, Wirt Gerhard sowie die grosse Familie Hansson. Die meisten der Hanssons haben ihr Leben den Trüffeln gewidmet: die einen suchen Trüffel mit ihren Hunden, die andern verkaufen sie auf dem Markt, die dritten kochen sie im Restaurant. 

Für Verwirrung sorgten aber die komplizierten Verwandschaftsverhältnisse dieser Familie. Um alle richtig einreihen zu können, habe ich mir einen Stammbaum gezeichnet, den ich beim Lesen immer parat hielt (siehe Foto unten). Alles andere bereitete aber keine Probleme und so war der Krimi erneut ein gemütliches Leseerlebnis.

Mullvald ist ein guter Schauplatz und bietet die perfekte Location für Krimis mit Einheimischen, Sommerfrischler und ehemalige Gotländer, die hier noch ein Ferienhaus besitzen und an Wochenenden, Feiertagen und Ferien anreisen. Ich bin jedenfalls gespannt, was Autorin Marianne Cedervall uns Lesern noch bereit hält.  

Fazit: Trüffel auf Gotland - nicht für alle ein Genuss. Doch der Krimi ist es allemal. 
4 Punkte. 

In diesem zweiten Teil geht es zügig auf Weihnachten zu und um sich in der kalten Jahrezeit wieder aufzuwärmen, geniessen Anki mit ihren Freundinnen und mit Tryggve öfters einen "Hot Teddy". Mit Erlaubnis des Piper-Verlags darf ich Euch das Rezept dafür verraten:


400 ml Wasser
2 Zimtstangen
6 Nelken
Saft einer Zitrone

Alles zusammen aufkochen, 15 Minuten ziehen lassen. Dann in die mit je ca. 4-5cl Kognak (oder: Whisky, Brandy oder Rum) vorbereiteten Teegläser giessen. 

(Tolino S. 37/272/Rezept für 2 Personen)

Reihenfolge:
Band 2: Trüffeltod

Stammbaum der Familie Hansson:

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Krimi: Mord auf der Insel von Marianne Cedervall (Anki Karlsson 1)

Klappentext:
Es ist Herbst auf der schwedischen Insel Gotland. Die Bäume leuchten in den schönsten Farben und die goldenen Sonnenstrahlen wärmen die Bewohner des kleinen Dorfs Mullvald. Anki Karlsson, eine rüstige Dame in den besten Jahren, ist mit ihren beiden Island-Pferden gerade erst hierher gezogen. Endlich hat sie einen Ort der Ruhe und des Friedens gefunden. Doch kaum ist ihr gemütliches Häuschen eingerichtet, da häufen sich auch schon die Absonderlichkeiten. Erst randaliert jemand in der Kirche. Dann wird das Lieblingspferd der einflussreichsten Frau von Mullvald vergiftet. Und schließlich liegt auch noch eine Tote auf Ankis Gartenterrasse. Da Anki nicht nur die »Neue« im Dorf ist, sondern unglücklicherweise auch immer zur falschen Zeit am falschen Ort, fällt der Verdacht bald auf sie. Und so beschließt die resolute Dame, die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen.


Bei diesem Krimi lockte mich zuerst das herbstliche Cover. Es verheisst eine einladende, spannende Geschichte um ein Haus oder seine Bewohner. 

Und so ist es auch tatsächlich. Anki zieht nach dem Tod ihres egoistischen Mannes nach Gotland und erfüllt sich ihren Traum, wieder Pferde zu halten. Schnell lebt sie sich ein und freundet sich mit der Pfarrerin und einigen anderen Bewohnern an. Nur der Ragnar, der Kirchensigrist, ist ein Ekel. Da ist Tryggve, der pensionierte Polizist, schon viel umgänglicher, obwohl er Anki gegenüber Vorurteile zu haben schein. Bald ist es aber mit der Ruhe vorbei, denn rund um ihr Haus passieren unerklärliche Dinge - Anki wird es zu bunt und beginnt unbequeme Fragen zu stellen.

Dieser neue Krimi erinnert mich an Britcrime - einfach auf schwedische Art. Ein kleines Dorf auf Gotland, eine Kirche, ein kleiner Supermarkt und interessante Figuren wie Pfarrerin Catharina Sevsson, ihre Haushälterin Rigmor Bloomberg, die hervorragend backen kann, ihre Freundinnen Britta Jacobsen und Solveig, die auf dem Gestüt von Agneta von Pers mitarbeitet, sowie Tierärztin Viveka Järnberg. Dazu einige unsympathische Gestalten wie Brittas Mann Ragnar, der jeder Frau an die Wäsche will, Kantor Hasse Snygg und Hufschmied Hakan Hehlin. An der Ermittlerfront stehen Anders Klintvall und Camilla Persson von der Polizei sowie einer der es nicht lassen: Tryggve, der es Anki anfangs nicht sehr leicht macht. 

Anki ist sympathisch und man fühlt richtig mit ihr, weil es in ihrem neuen Wohnort plötzlich so ungemütlich wird für sie. 

Schauplatz ist das fiktive Dorf Mullvald, im Osten der schwedischen Insel Gotland, im Umkreis von Ardre und Östergarn. Wenn die Bewohner  shoppen wollen, fahren sie mit dem Bus nach Visby. Dank der schönen Beschreibungen kann man sich Mulland gut vorstellen und fühlt sich wohl im Dorf. 

Dieser erste Teil einer Krimiserie eignet sich auch gut als Geschenk für krimilesende Pferdeliebhaber, da mit Ankis Pferden und Agnetas Gestüt viel Pferdestall-Flair verbreitet wird.
Immer im Vordergrund stehen die sehr unterhaltsam und spannenden Ermittlungen. "Mord auf der Insel" ist ein interessanter Krimi mit viel Ambiente und einer Handvoll Verdächtigen, und bleibt bis zum Ende hin spannend. 

Fazit: Schwedisches Pendant zu den Cotswold - auf Gotland ist es vorbei mit der Ruhe. Toller Cosy-Krimi, passend zum Herbst. 
4 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 1: Mord auf der Insel 
Band 2: Trüffeltod

Sonntag, 8. Oktober 2017

Hygge: Wie dänische Gemütlichkeit dein Leben glücklicher macht von Jonny Jackson & Elias Lorsen

Klappentext: 
Die Dänen sind eines der glücklichsten Völkchen der Erde. Ihr Geheimrezept zum Glücklichsein? Hygge!Hygge ist kein Wort, das sich leicht übersetzen lässt. Hygge ist ein Lebensgefühl, das die Magie der kleinen Dinge feiert. Es bedeutet Gemütlichkeit, Zusammensein, Picknicks an Sommerabenden und heiße Schokolade in Winternächten. Hygge ist schlicht ein kleines Gegengewicht zu unserer schnellen Welt. Dieses kleine Wohlfühlbuch gibt einen Einblick in die dänische Lebensphilosophie und bietet viele praktische Rezepte, Basteltipps und Anleitungen zum Glücklichsein.


Hygge - diesem Wort begegnete ich in letzter Zeit sehr oft. Es soll aus dem Dänischen kommen und so viel wie Gemütlichkeit oder Wohlbefinden heissen. Oder: Das Glück in den einfachen Freuden des Alltags finden. Mittlerweile gibt es einige Bücher und auch Zeitschriften zu diesem Thema.

Braucht es denn wirklich Bücher zum Thema Gemütlichkeit? Weiss man heutzutage denn nicht mehr, wie man es sich gemütlich machen kann? Um mir diese Fragen zu beantworten, hatte ich mir vorgenommen, mir nächstens eine Zeitschrift ("Hygge") zum Thema zu kaufen und ein Buch dazu an anzuschauen. Beim Verlag Ars Edition entdeckte ich ein gerade neu erschienenes Buch und erhielt es netterweise zur Rezension. Nun konnte ich mich ins Thema vertiefen. 

Das Buch von Jonny Jackson ist zum richtigen Zeitpunkt erschienen - im Herbst. Klar kann man es sich auch im Sommer gemütlich machen, doch der Herbst ist die Zeit, in der die meisten von uns sich gerne aufs Sofa zurück ziehen mit einem guten Buch, vielleicht etwas stricken, öfters Kuchen backen oder vermehrt wieder Warmes essen und trinken. Letzteres besonders nach einem Spaziergang im Wald, bei dem man die farbigen Blätter von den Bäumen fallen sah. 

Vielleicht gibt es Menschen, die Anleitungen oder Ideen brauchen, um sich nach hektischen Arbeitstagen fallen lassen zu können. Vielleicht haben sie es verlernt, wie man sich entspannt. Für all jene und aber auch für Menschen, die es von Natur aus gerne gemütlich und bereits ein kuscheliges Zuhause haben, ist dieser kleine Bildband ein ideales Geschenkbuch. Es besticht mit schönen Fotos und vielen Ideen, wie man es sich (noch) gemütlicher machen kann - und entspannen.  

Man liest von spannenden Spaziergängen und Ideen für saisongerechte Dekorationen, bekommt Tipps für das richtige Kaminfeuerholz und den Kauf umweltbewusster Kerzen. Eine Liste mit Wohlfühlfilmen und Anleitungen für Handarbeiten wie Filzpantoffeln oder Tassenwärmer folgen. Des weiteren sind Rezepte enthalten für viele warme Getränke und Speisen, unter anderem erfährt man wie man ein Lebkuchenhaus selber backen und bauen kann. 

Aus dem Buch nehme ich für mich die Tassenwärmer-Anleitung mit. Man könnte natürlich selbst zu den Stricknadeln greifen, aber die beschriebene Idee geht schnell: man braucht dafür nur einen alten Socken. 

Und dies ist genau das, was mir so gut gefallen hat, nämlich dass sämtliche Ideen ganz einfach umgesetzt werden können. Die Leser müssen also nicht per se bereits ein Profi im Backen und Basteln sein, auch Anfänger werden alles ohne viel Vorkenntnisse  realisieren können. Dies entspricht meiner Meinung nach dem Hygge-Gefühl: unkompliziert und ohne grossen Aufwand - damit man auch wirklich Zeit zum entspannen hat und sich nicht an schwierigen Instruktionen die Zähne ausbeisst und deswegen gestresst wird. Somit empfinde ich das Buch als gelungen!

Fazit: Ein durchaus hyggeliges Buch - ideal zum Verschenken, auch an sich selbst! 
4 Punkte.


Donnerstag, 5. Oktober 2017

Krimi: Gezeitenspiel von Benjamin Cors (Nicolas Guerlain 3)

Klappentext:
„J“ – so nennen die Franzosen den 6. Juni 1944, den Tag der Alliierten-Landung in der Normandie. „J“ – so nennt sich auch eine bislang unbekannte Gruppe, die zum Jahrestag des D-Day einen Anschlag ankündigt. Nicolas Guerlain, Personenschützer der französischen Regierung, kommt Stück für Stück hinter die Pläne. Hilfe bekommt er ausgerechnet von Julie, seiner verschollenen Partnerin, die plötzlich wieder auftaucht. In der Normandie, dem Schauplatz der Feierlichkeiten, ist nichts, wie es scheint … Wer ist Feind, wer Freund? Es beginnt für beide ein mörderischer Wettlauf mit der Zeit – denn der Tag „J“ rückt immer näher.


Nun liegt bereits der dritte Band um Personenschützer Nicolas Guerlain auf. In diesem Band dreht sich alles um den Gedenktag zum D-Day. Ein Anschlag sei geplant, man weiss auch von wem, aber mehr ist selbst dem Chef des Geheimdienstes, Nicolas Vater, nicht bekannt. Um niemanden zu gefährden wollen die Bodyguards des Ministers die Feierlichkeiten absagen, doch der Minister will nichts davon wissen. Nun gilt es herauszufinden welche Pläne der Attentäter hat und ihm zuvor zu kommen. Dies ist extrem schwierig, weil erstens sich der bekannte potentielle Attentäter überhaupt nicht auffällig verhält und zweitens andere schwerwiegende Vorkommnisse die Vorbereitungen für den D-Day überschatten.

Es sind eigentlich zwei Erzählstränge, einerseits ermittelt die Polizei mit Claire und Philippe in Arromanches in diversen Fällen von Vandalismus und einem schwer verletzten, im Wasser aufgefundenen Polizisten. Andererseits versucht Nicolas und die Pariser Truppe alles um den nur dem Geheimdienst angekündigten Anschlag in der Normandie zu verhindern. 

Obwohl in "Gezeitenspiel" endlich Julie für eine kurze Zeit auftaucht und man Nicolas Vater sowie seine Beziehung zu Nicolas besser kennen lernt, ist und bleibt Claire mein Lieblingscharakter in dieser Serie. Sie ist lernbegierig, hat durch Beobachtung viel von Nicolas abgeschaut und ist nicht wortfaul. Claire wird auf jeden Fall eine gute Polizistin und hat bereits in diesem Fall Nicolas den Platz streitig gemacht. 

Die Erzählung ist wie bisher in jedem Fall extrem temporeich. Besonders die mysteriösen Taten - u.a. rot angemalte Kreuze auf dem amerikanischen Friedhof - bergen einige Rätsel, die erst zum Schluss aufgelöst werden.

Weitere Geheimnisse verbirgt der Museumsmitarbeiter Jean Prudhomme, der heimlich im Museum tanzt und seinen anscheinend bettlägerigen Vater pflegt. Diese Figur, der "Jean Petit qui danse" ist dem Autor sehr gut gelungen.

Als bereits bekannter Charakter überrascht Tito mit witzigen und positiv frechen Gaunerstreichen.  

Alles in allem wäre "Gezeitenspiel" ein sehr spannender und interessant aufgemachter Kriminalroman mit tollen Charakteren. Jetzt kommt leider das aber: dass die verschwundene Julie endlich auftaucht, aber der wahre Grund für ihr Verschwinden damals nach wie vor unbeantwortet bleibt, hat mich enorm gestört. Mich nervt es unheimlich, wenn solche offenen Fragen über mehrere Bände hinweg Cliffhanger bilden. Das nimmt mir total die Lust zum weiterlesen und deshalb ist für mich diese Serie ab jetzt zu Ende, da kann er sonst noch so gut schreiben, der Benjamin Cors. 

Fazit: Bis auf den dritten Cliffhanger in Folge hat mir die abenteuerliche Geschichte mit Claire anstatt Nicolas im Mittelpunkt gut gefallen. 

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Monsieur Thomas und das Geschenk der Liebe von Gilles Legardinier

Klappentext:
Als der Arzt Thomas Sellac erfährt, dass er eine inzwischen 20-jährige Tochter hat, fällt er aus allen Wolken. Wie soll er Emma nach so langer Zeit ein guter Vater sein? Hals über Kopf kehrt er in seine Pariser Heimat zurück und nimmt einen Posten an, den keiner haben will, um in Emmas Nähe zu leben: Er wird Direktor eines kleinen Altenheims mit nur fünf schrulligen Bewohnern und der wunderbaren Krankenschwester Pauline. Doch die älteren Herrschaften stellen sich als Glücksfall heraus – denn schnell kommen sie hinter das Geheimnis ihres liebenswürdigen Leiters und tun daraufhin ihr Möglichstes, um Vater und Tochter zu vereinen.


Gilles Legardinier konnte mich mit "Julie, weiss, wo die Liebe wohnt" nicht überzeugen, umso mehr mit "Monsieur Blake und der Zauber der Liebe". In seinem neuen Roman spielt erneut ein Mann die Hauptrolle, so dass ich gespannt war. 


Hier erzählt der Autor von Thomas, der seit 20 Jahren humanitäre Arbeit in verschiedenen Ländern, zuletzt 12 Jahre in Indien, leistet. Er erfährt eher nebenbei, dass er eine Tochter hat - seine damalige Partnerin hat es ihm verschwiegen. Thomas will seine Tochter unbedingt kennenlernen. Deshalb zieht  er zurück nach Paris und hat erst mal einen Kulturschock, so viel hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Statt als renommierter Arzt in einem Krankenhaus zu arbeiten, übernimmt er eine Stelle in einem kleinen Altersheim mit nur sechs Patienten - einzig und allein, weil es nahe am Wohnort seiner Tochter liegt und er so hoffentlich Zeit findet, um sie zu sehen.

Kaum hat er sich im kleinen Altersheim ein wenig eingearbeitet, spioniert er schon seine unbekannte Tochter Emma aus und ergeht sich in Fantasien, was sie denkt, was sie tun könnte und beginnt ihr Umfeld zu beeinflussen. So begibt er sich in Situationen, die man einem gestandenen Arzt gar nicht zutraut. Aber was macht ein Vater nicht alles um seine Tochter zu beschützen! Sogar seine Patienten helfen mit, denn sie lieben ihren neuen Arzt, der sich Zeit nimmt für sie - der auch schnell hinter ihre Geheimnisse kommt. Ihm zur Seite steht die gewiefte allein erziehende Krankenschwester Pauline. Sie und ihr achtjähriger Sohn Théo sind das Herzstück der ungewöhnlichen Wohngemeinschaft im Altersheim. 

Der Autor versteht es grossartig den Vaterstolz von Thomas wie auch den Kulturschock zu beschreiben, wie zum Beispiel seine Überforderung angesichts der immensen Auswahl im Supermarkt. 

Keine Figur kommt zu kurz bei Gilles Legardinier. Sie sind alle liebenswürdig und schrullig zugleich. Sei es Chantal mit den blauen Haaren, Jean-Michel Ferreira, der viel zu gerne Süsses isst und sich ab und zu einen elektrischen Schlag verpasst, der im Garten um sich schiessende Oberst Francis Lanzac, Hélène, die Stimmen hört oder Michael mit der tollen Stimme und seinem Hund Attila. Man muss sie einfach alle gerne haben!

Mir scheint, mir liegen die "Monsieur"-Bücher viel mehr als die Frauengeschichten des Autors. Dieses Wohlfühlbuch weist zwischendrin zwar einzelne Längen auf, aber diese warmherzige Geschichte, in der sich die Alten mit dem Arzt und der Krankenschwester zusammen schliessen, wird dermassen charmant und zutiefst menschlich erzählt, so dass ich über die Längen leicht hinweg sehen kann.

Fazit: Eine besondere und sensible Geschichte, die mit witzigen Dialogen, lustigen Streichen und viel Einfühlungsvermögen überzeugt.
4 Punkte.