Donnerstag, 1. Oktober 2020

Vorschau: Neuzugänge und Neuerscheinungen im Oktober 2020

  

Willkommen Oktober

nicht nur in der Natur, auch büchermässig rascheln die Blätter im Oktober. Neben einigen Folgen der Bunburry-Reihe warten bei mir zuhause bereits folgende Bücher aufs gelesen werden - am Samstag soll es heftig regnen, ideal also für einen gemütlichen Lesenachmittag auf dem Sofa:




Interessante Neuerscheinungen im Oktober 2020:

    

   

  

"Isola Mortale" gehört eigentlich auch zu den Neuerscheinungen, aber da ich es bereits hier habe, habe ich es oben eingeordnet. Erfreulicherweise sind  gleich fünf Krimis dabei, davon habe ich dieses Jahr viel zu wenig gelesen. Eigentlich freue ich mich auf alle der gezeigten Bücher, aber am meisten freue ich mich auf "Das Lächeln der Libellen", "Baskische Tragödie" und den dritten Teil der Schokoladenvilla "Zeit des Schicksals". 

Sehr gespannt bin ich auch auf den neuen Peter Grant - die Serie hat neue Cover bekommen, ich muss mich erst noch dran gewöhnen, denn ich fand die alten Cover viel schöner - und auf einen neuen Kanada-Krimi "Dunkle Wolken über Alberta". Habt ihr von dem schon mal gehört?

Welche Bücher von meiner Liste interessieren euch, stehen die vielleicht auch auf eurer Liste und welche Bücher wollt ihr im Oktober sicherlich lesen? 

Geniesst das Blätterfallen und das Blätterrauschen im Oktober - habt einen guten Monat!


Mittwoch, 30. September 2020

Mein Lesemonat und Monatsrückblick September 2020

Weihnachten steht vor der Tür! Könnte man jedenfalls meinen, wenn man meinen Lese-September anschaut. Von 18 Büchern waren 6 Bücher Weihnachtsromane plus ein DIY-Adventsbuch. Ich hab sie aber genossen und weitere werden im Oktober folgen. 


Seit langem hatte ich wieder mal 4.5 Punkte verteilt, und zwar bei Sarah Morgans neuestem Weihnachtsroman "Eine Weihnachtshochzeit im Schnee". Der Roman ist super schön, für mich hätte es bloss noch ein wenig mehr Schnee oder Schlittenfahrten geben können. Crystal Snow-mässig halt. 

Aber wie gesagt, das ist Jammern auf sehr hohem Niveau, denn wie ihr weiter unten seht, haben mich die allermeisten Bücher im September überzeugt, denn es gibt nur wenige 3 und 3.5 Punkte-Romane. Am meisten enttäuscht war ich von "Die Bäckerei der Wunder" was weder Fisch noch Vogel war, da hab ich bei weitem viel mehr erwartet. Ebenso bei "Die Pianistin", aber wenn die Realität nicht mehr her gibt, wirds auch für Autorinnen schwierig, da was Spannendes draus zu machen. "Wiedersehen in Virgin River" war mir ein wenig zu platt und zu leicht, und ich dachte beim Lesen noch, wieso die Autorin nicht als Erstes die Story vom Bar-Besitzer und der Hebamme erzählt hat, bis ich Depp am Ende merkte, dass ich den zweiten Band zuerst gelesen habe, obwohl ich beide von der Onleihe ausgeliehen habe... 

"Das Geheimnis des toten Anwalts" ist Band 15 der "Tee? Kaffee? Mord!"-Serie. Mir gefällt die Serie gut, sonst würde ich sie ja auch nicht weiter lesen. Aber hier empfand ich das Thema ein wenig zu weit hergeholt für das kleine Dörfchen Earlsraven. "Winterwunderzeit" von Debbie Macomber sollte im Advent gelesen werden, nicht vorher, dann ist man den Engeln gegenüber milder gestimmt. Ich fand das andere Thema aber sehr problematisch und zu oberflächlich-heil dargestellt. In der Rezension hab ich meine Meinung genauer ausgeführt. Ihren zweiten Cedar Cove-Band "Rosenträume" hat mir da schon besser gefallen. 

Der neueste Roman von Anne Barns, "Eisblumenwinter", hat mir erwartungsgemäss gut gefallen. Zudem hab ich zwei weitere Bücher von ihr, die ich noch nicht gelesen hatte und die sie a) unter Anne Töpfer, ihr Pseudonym für den Ullstein Verlag und b) unter ihrem echten Namen Andrea Russo auch bei Mira veröffentlichte, verschlungen. Fazit: bisher mochte ich alle Bücher der Autorin ohne Ausnahme! 

Eine andere Autorin hab ich im September zum ersten Mal gelesen, nämlich Tanja Janz. Schon seit Jahren wollte ich von ihr was lesen, doch es klappte nie, ich schob es immer raus - bis eben vor zwei Wochen. "Wintermeer und Dünenzauber" hat mir so gut gefallen, dass ich auch ihre anderen Bücher noch lesen möchte. 

Ein Highlight war "Herzblitze" von Kristina Valentin/Günak. Tolles Thema, tolle Umsetzung.

Krimis waren leider nur wenige dabei im September. Einen ("Requiem am Comer See") habe ich begonnen, den lese ich im Oktober zu Ende. Einen habe ich abgebrochen: den sechsten Band der Kommissar Duval-Serie von Christine Cazon. Am Anfang wird der Mord genau beschrieben, der Mörder ist somit bekannt - mit Duval kam ich noch gar nicht in Berührung, als ich "Das tiefe Blau der Côte d'Azur" nach dem ersten Viertel abbrach. Zum Glück war der vierte Sandra Flemming-Band interessanter (v.a. nach dem zu konstruierten 3. Band), ebenso "Mord beim Diamantendinner" und der erste Bunberry-Band. 

Geärgert habe ich mich im September über die neue Blogger-Version. Die Voreinstellung mit einem "Absatz" zuerst ist mühsam, jedesmal muss man alles selbst wieder einstellen. Noch blöder jedenfalls ist das Bilder einfügen geworden. Immerhin hab ich nun einen Trick herausgefunden, wie ich das Coverbild bei einer Rezension an der für mich üblichen Stelle hinkriege. Aber mehrere Bilder in einem Beitrag wie diesem unterzubringen, ist fast unmöglich und gerade nur auf eine Weise machbar. Es gibt noch mehr zeitfressende Umstellungen, die mir nicht gefallen. Immerhin kann man jetzt die Links wieder problemlos einfügen denn das klappte im Sommer nicht mit der neuen Version. Die alte Version war okay, wieso müssen die auch immer verschlimmbessern?

 

Und hier nun meine September-Bücher als Liste: 

Abgebrochen:
- Das tiefe blaue Meer der Côte d'Azur von Christine Cazon (bei 25% abgebrochen)

3 Punkte:
- Die Pianistin - Clara Schumann und die Musik der Liebe von Beate Rygiert 
- Wiedersehen in Virgin River von Robyn Carr (Virgin River 2) 
- Die Bäckerei der Wunder von Christian Escribà & Silvia Tarrago 

3.5 Punkte:
- Das Geheimnis des toten Anwalts von Ellen Barksdale (TKM 15) 
- Winterwunderzeit von Debbie Macomber

4 Punkte:
- Rosenträume von Debbie Macomber (Cedar Cove 2)
- Die Braut sieht rot von Rebecca Michéle (Sandra Flemming 4)
- Adventszeit an der Valerie Lane von Manuela Inusa 
- Eisblumenwinter von Anne Barns 
- Mademoiselle Rosalie und der tote Chocolatier von Julie Lescault (Rosalie 4)
- Wintermeer und Dünenzauber von Tanja Janz 
- Mord beim Diamanten-Dinner von Eve Lambert (Jackie Dupont 2)
- Vorhang auf für einen Mord von Helena Marchmont (Bunburry 1)

4.5 Punkte:

5 Punkte:
- Madame Curie und die Kraft zu träumen von Susanna Leonard (Ikonen ihrer Zeit 1) 
- Spätsommerfreundinnen von Andrea Russo 
- Das Brombeerzimmer von Anne Töpfer
Herzblitze von Kristina Valentin

Die letzten sechs Tage hatte ich nicht so viel Zeit, und kam deshalb nicht so oft zum Rezensionen schreiben, deshalb stehen drei noch aus. Da wir die nächsten zwei Wochen Herbstferien haben und es zumindest für die erste Woche nicht nach schönem Herbstwetter aussieht, werden wir öfters zu Hause sein und ich sollte die restlichen Rezensionen nachliefern und meinen Lese-Stapel, der in diesen Tagen angewachsen ist, abbauen können. 

Welche Bücher sich auf dem (imaginären) Stapel (weil auf dem eReader stapelt es sich ja nicht so bildlich) befinden, zeige ich euch morgen. Ebenso Oktober-Neuerscheinungen, auf die ich mich freue. 

Wie war euer September? 









Dienstag, 29. September 2020

Eine Weihnachtshochzeit im Schnee von Sarah Morgan

Klappentext:
Im verschneiten Aspen soll Rosies Hochzeit stattfinden. Doch dem steht mehr im Weg, als alle ahnen: Die Eltern der Braut stehen selbst kurz vor der Scheidung und wollen nur genau bis nach den Feierlichkeiten den Schein wahren. Die Schwester der Braut hält die Eheschließung für einen Fehler und will Rosie davor bewahren, verliebt sich aber unsterblich in den Trauzeugen. Und die Braut selbst hat auch schon kalte Füße! Je näher der große Tag rückt, desto höher schwappen die Emotionen. Dieses Weihnachtsfest wird für jeden in der Familie unvergesslich!




"Eine Weihnachtshochzeit im Schnee" macht Spass sagt Katies Mitbewohnerin, sagt ebenfalls Rosies Schwiegermutter in Spe, sagt auch Rosie. 

Doch Roses Mutter Maggie und Rosies Schwester Katie halten das für keine gute Idee - Rosie kennt Dan doch erst seit einer Handvoll Monaten und jetzt soll schon geheiratet werden? Dazu noch an Weihnachten und in den USA, anstatt zuhause im Honeysuckle Cottage nahe Oxford Weihnachten zu feiern wie immer. 

Nach den Telefonaten mit ihren Verwandten ist sich auch Rosie nicht mehr so sicher. Auch ihr geht es doch ein wenig zu schnell und immer öfter fällt ihr auf, dass sie eigentlich gar nicht so viel über Dan weiss und umgekehrt. Doch jetzt noch einen Rückzieher machen?

Derweil reisen ihre Eltern an. Zusammen, obwohl sie sich vor einiger Zeit getrennt haben, es ihren Töchtern aber noch nicht gesagt haben und gerade ist der Zeitpunkt ja auch schlecht. Die kratzbürstige Katie ist froh, kann sie alleine fliegen, denn nach einem traumatischen Erlebnis vor einigen Wochen ist sie nicht mehr dieselbe und will nun vor allem die Hochzeit ihrer Schwester verhindern. Und dann treffen sich alle in Aspen in einer Schneelandschaft und müssen sich ihrem Innenleben stellen. 

Wem das Setting der Snow Crystal-Serie gefallen hat, wird sich auch hier wohlfühlen, denn auch hier liegt viel Schnee und die Baumhäuser müssen der Beschreibung nach einfach bezaubernd sein. 

Viel Zeit um das winterliche Ambiente zu geniessen, bleibt den drei Frauen nicht, sie alle haben einiges zu tun, um ihre Probleme zu lösen. Abwechselnd erzählt Sarah Morgan von Maggie, Katie und Rosie und bringt die Story auf den Punkt. 

Es sind unterschiedliche, meistens liebenswerte und sehr bodenständige Charaktere, die die Autorin in "Eine Weihnachtshochzeit im Schnee" zusammenbringt. Am wenigsten spürbar für mich war Dan, umso mehr sein Trauzeuge Jordan. Sarah Morgen lockert die emotionale Geschichte mit humorvollen Dialogen und Szenen auf, erklärt gut, wieso Katie so abgeht und legt eine runde Story, so wie wir es von ihr gewohnt sind, vor. 
 
Einmal mehr ein super schöner und herzerwärmender Weihnachtsroman von Sarah Morgan und deshalb:

Fazit: Kuscheldecke ausbreiten, Tee aufsetzen, Kaminfeuer-Atmosphäre schaffen und die nächsten Stunden lesend in der Snowfall Lodge verbringen! 
4.5 Punkte. 


Montag, 28. September 2020

Winterwunderzeit von Debbie Macomber

Klappentext:
Weihnachten steht vor der Tür, und Laurel McCullough könnte wirklich ein paar gute Nachrichten vertragen. Ihr Mann Zach und sie wünschen sich von ganzem Herzen ein Baby, aber dieser Traum scheint unmöglich. Noch dazu mussten die beiden bei Laurels geliebter Großmutter Helen einziehen, denn die alte Dame braucht mehr und mehr Hilfe im Alltag und eigentlich eine Pflegekraft. Doch Wunder sind in dieser ganz besonderen Zeit kurz vor Weihnachten nie weit entfernt, denn dann klingelt Mrs. Miracle an der Tür. Und die ist Expertin darin, Familien beizustehen, die Hilfe brauchen. Helen blüht spürbar auf, denn Mrs. Miracle ist nichts weniger als ein Glücksfall. Und als das Fest der Liebe näher rückt, schöpfen auch Laurel und Zach langsam, aber sicher wieder Hoffnung.

"Winterwunderland" ist im amerikanischen Original ein Teil der Mrs. Miracle-Serie. Von der, meines Wissens nach, noch nichts übersetzt wurde. In Amerika wurden die ersten drei Teile verfilmt.

In diesem Roman wünschen sich Laurel und Zach seit langem ein Kind, doch auch auf dem Adoptionsweg gelang es ihnen bisher nicht. Laurel sagt, sie hätte damit abgeschlossen, doch Zach glaubt ihr nicht. Laurels demente Grossmutter Helen aber glaubt, dass der Wunsch ihrer Enkelin schon bald in Erfüllung gehen wird. Doch wer glaubt schon einer dementen alten Frau, die nicht mal mehr den Heimweg findet?

Helen merkt, dass sie immer vergesslicher wird und stimmt einer Tagesbetreuung zu, so dass sie nicht alleine ist, wenn Laurel und Zach auf Arbeit sind. Leider hat Laurel bei den Betreuungsstellen auf die Schnelle kein Erfolg. Bis Merkle, Mrs Miracle, vor der Türe steht. Dass diese nicht wirklich von der Firma "Caring Angels" geschickt wurde, ist Helen schnell klar. Laurel hingegen schiebt Helens Aussagen auf ihre Demenz, nur Zach wird nach einem Einkaufserlebnis stutzig. 

Im Laufe der Geschichte macht man Bekanntschaft mit Merkles Freundinnen Shirley, Goodness und Mercy, die für lustige Szenen sorgen.

Die Story an sich ist nett, aber sehr oberflächlich. Sie erinnerte mich an gewisse Romane von Cecelia Ahern. Man merkt die christliche Gesinnung der Autorin noch deutlicher als in ihren anderen Romanen. Wer also nichts mit Engeln am Hut hat, nicht an Gott und Gebete glaubt, und einen unerfüllten Kinderwunsch hat, sollte das Buch besser nicht lesen.

Denn der Roman könnte falsche Hoffnungen wecken. Debbie Macombers Botschaft ist klar: "Gebete werden auf jeden Fall erhöht." Dass die vielleicht nicht genau so erhöht werden, wie man es sich wünscht und ein Gebet kein Wunschzettel ist, der nächstens in allen Punkten erfüllt wird, lässt die Autorin aus. In nur einem einzigen Nebensatz geht sie darauf ein, danach hört sich alles viel zu einfach an. 

Wer das alles ausblenden kann und nicht anfällig ist, hat einen sternenstaubleichten Weihnachtsroman vor sich, der einen in die richtige Adventsstimmung bringt und bei dem man nach der Lektüre die Krippe vom Estrich holt, sofern man sie noch nicht aufgestellt hat. 

Mir aber war trotzdem viel zu viel heile Welt enthalten. Hätte die Autorin den Fokus ein wenig breiter gestellt, hätte sie die Thematik wunderbar vertiefen können. 

Lesen sollte man "Winterwunderzeit" am besten im Advent, da sind die Leserinnen in der richtigen Stimmung und man verzeiht dann der Autorin ihre Missionsversuche wohl auch eher.

Fazit: Nette Story für die Adventszeit, aber aufgrund der Thematik nicht für jede Leserin die passende Lektüre.
3.5 Punkte. 



Mittwoch, 23. September 2020

Krimi: Mademoiselle Rosalie und der tote Chocolatier von Julie Lescault (Rosalie 4)

Klappentext:
Frühling in der Provence. In dem kleinen Städtchen Vassols betritt ein unbekannter Mann den Laden des Chocolatiers Arthur Bonnet und überreicht ihm einen Umschlag. Dann bricht der Fremde bewusstlos zusammen. Kurz darauf wird Bonnet tot in seiner Villa aufgefunden. Was erst nach Herzinfarkt aussieht, entpuppt sich bald als Mord. Commissaire Viale sieht den Kreis der Verdächtigen innerhalb der Familie Bonnet. Doch Friseurin und Hobbydetektivin Rosalie und ihr Freund, der Apotheker Vincent, fragen sich, was der Unbekannte mit dem Mord zu tun hat. Noch bevor sie ihn im Krankenhaus befragen können, wird jedoch auch er für immer zum Schweigen gebracht.


Wie gut, dass Rosalies Vater gerade auf dem Schokoladentrip ist! So kann Rosalie mit gutem Grund in der Chocolaterie herumschnüffeln, denn der Besitzer Arthur Bonnet verstarb, bevor die Preisverleihung für das Eccocert-Siegel stattfinden konnte und auch seine Nachfolge scheint nicht geklärt. Vincent obduziert ihn und vermutet, dass es sich um einen Mord handelt. Hat eventuell der ominöse Besuch eines Kongolesen, der im Laden zusammenbricht, damit zu tun? 

Der sorgt für Klatsch in Vassols und lenkt von der Bürgermeisterwahl ab, denn es gibt doch tatsächlich zwei Bewerber um den Posten. Nicht ablenken hingegen lassen sich Hervé und Lucinde, die Ehe-Probleme haben. Hervé flirtet in der Bar und Lucinde treibt sich auf Datingplattformen umher und ist schnell geschmeichelt. Vor allem ein Online-Verehrer hat es ihr angetan, den will sie unbedingt auch real kennenlernen.

Rosalies Bruder, Kommissar Maurice Viale, hat einen neuen Mitarbeiter, doch Viale hat keine Zeit für den jungen Croiset, denn er muss sich um seine Kinder kümmern, die sich immer mehr quer stellen, seit ihre Mutter nicht mehr bei ihnen wohnt. Duval ist wie immer, diesmal nervt er sich über den eifrigen Croiset. 

Diesbezüglich hätte ich mir mehr erhofft, irgendwie hätte es gepasst, wenn Croiset im neuen Fall mehr eingesetzt worden wäre. Naja, aber dafür gibt es ja Rosalie und Vincent. Und für einmal ist es nicht Rosalie, die sich in Gefahr begibt. Verdächtige gibt es einige, mir war aber trotzdem schnell klar was Sache ist. 

"Mademoiselle Rosalie und der tote Chocolatier" ist nicht so interessant und spannend wie Band 3. Die Kakao-Thematik erinnerte mich an Tom Hillenbrands "Bittere Schokolade". Der Hintergrund ist zwar anders aufgezogen, aber die Richtung ist ähnlich. 

In diesem Band gab es einige Erzählstränge, die am Ende teilweise offen blieben. Ich hätte mir ein bisschen mehr Tempo gewünscht, besonders beim Bürgermeister-Thema. Aber wer weiss was die Autorin noch in petto hat für zukünftige Fälle. Das Ende jedenfalls überraschte auf eine witzige Weise - auf die diesbezüglichen Erklärungen im fünften Band bin ich schon jetzt gespannt!  

Fazit: Der Kriminalfall ist nicht sehr spannend, dafür läuft im kleinen Vassols umso mehr. 
4 Punkte. 


Reihenfolge:

Dienstag, 22. September 2020

Wintermeer und Dünenzauber von Tanja Janz

Klapp
entext:
Wenn Jana am Nordseestrand steht und tief durchatmet, weiss sie, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Hier in St. Peter-Ording ist sie zu Hause, hier gehört sie hin. Alles andere lässt Jana hinter sich und freut sich darauf, hier einen Geschenkladen zu eröffnen. Direkt gegenüber von Ayk Truels Buchhandlung. Als der Buchhändler auffallend oft herüberkommt, beginnt Jana schon fast von gemeinsamen Abenden am Kamin zu träumen. Doch Ayk hat ein Geheimnis und ein ungewöhnliches Anliegen: Jana soll ihm helfen, den Zauber des Meeres einzufangen.



Die Romane von Tanja Janz haben mich schon oft angelächelt, schon lange wollte ich mal ein Buch von ihr lesen und so stapeln sich ihre Bücher auf meinen diversen Merk- und Wunschlisten. Doch nun habe ich es endlich geschafft - das schöne Cover des diesjährigen Winterromans und das Stichwort "Zauber des Meeres" im Klappentext haben mich geködert. 

In so einem Häuschen wie auf dem Cover könnte Jana eben eingezogen sein. Denn nach einigen Jahren auf Gran Canaria kommt sie zurück nach Hause und eröffnet mit ihrer Freundin Pütti in St. Peter-Ording einen kleinen Laden mit integriertem Café. Die Tücken des Alltags warten allerdings bereits auf sie: neben begeisterten Kunden gibt es auch skeptische, die Konkurrenz ist eifersüchtig und auch auf privater Ebene sind kleinere Turbulenzen angesagt. 

Denn Ayk, für den Jana in der 9. Klasse geschwärmt hat, besitzt nebenan einen Buchladen. Doch Ayk ist immer noch sehr wortkarg und Jana weiss nicht, woran sie an ihm ist. Vielleicht sollte sie ihn vergessen und besser mit dem Freund ihres Bruder, mit Tamme, ausgehen? 

Da es mein erstes Tanja Janz-Buch ist, weiss ich nicht, ob bereits Bekannte aus ihren anderen Büchern vorkommen, es hörte sich jedenfalls nicht so an. Gerne würde man die Familien von Jana und Pütti kennenlernen, in ihrem Laden einen Golden Milk Latte trinken, an den Kerzen schnuppern, sich bei Ayk Bücher kaufen und später mit Jana in ihrem Kapitänshäuschen einen Tee trinken und ihre selbstgemachten Dekorationen bestaunen. 

Die Geschichte um Jana und Ayk kommt leicht daher und behandelt trotzdem ein wichtiges und ernstes Thema. Der winterliche Roman lässt dabei aber ein wenig an Tiefgang vermissen, denn einiges ist zu schnell gelöst und das Heile-Welt-Feeling ist gleich wieder da. Real ist es nämlich nicht so einfach Heilsalben und Co. zu verkaufen. 

Dennoch habe ich den Roman sehr gerne und vor allem sehr schnell gelesen - ich konnte ihn nicht weglegen und so verbrachte ich einen schönen Frühherbst-Sonntag mit dem unterhaltenden "Wintermeer und Dünenzauber". Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte fast noch angefangen weihnachtlich anstatt herbstlich zu dekorieren, denn der Roman verbreitet totale Weihnachtsatmosphäre und gibt gratis noch einige Tipps zur Schnupfenlinderung. 

Die anderen Roman von Tanja Janz habe ich mittlerweile in meinen Merklisten nach ganz weit oben geschoben - diesen Advent möchte ich definitiv noch ihre zwei anderen Weihnachtsromane lesen. 

Fazit: Ein kuschliger, weihnachtlicher Wohlfühlroman, dem man die fehlende Vertiefung gerne verzeiht.
4 Punkte. 



Montag, 21. September 2020

Herzblitze von Kristina Valentin

Klappentext:
Felicitas wird vom Blitz getroffen. Wie durch ein Wunder bleibt sie unverletzt – doch sie hat das ganze letzte Jahr vergessen. Als sie versucht in ihr Leben zurückzukehren, erkennt sie es nicht wieder. Warum verhält sich ihr Ex-Mann so, als wäre alles wie früher? Wieso ist ihre Schwester so sonderbar distanziert? Wenn sie nur wüsste, was da in den vergangenen zwölf Monaten passiert ist! Felicitas macht sich auf die Suche nach der Wahrheit, die irgendwo in ihr schlummern muss. Dabei kommt sie nicht nur ihrem neuen Kollegen Sebastian näher als gedacht, sondern auch sich selbst.



Was für eine tolle Geschichte! Tiefgründig, ernst, lustig - und noch ganz viel Adjektive mehr, die man dem neuen Roman von Kristina Valentin zuordnen kann. 

Ihre Protagonistin Felicitas, Mitte Vierzig, wacht im Spital auf - sie wurde von einem Blitz getroffen und merkt schnell, dass sie unter einer Amnesie leidet. Ein ganzes Jahr fehlt in ihrer Erinnerung. Ein Jahr, das anscheinend sehr heftig gewesen sein muss, denn alle ihre Freunde eiern herum und rücken nur spärlich mit ihrem Wissen heraus. Felicitas weiss aber noch, dass davor ihre beste Freundin Melanie starb und ihr Mann sie kurz darauf verlassen hat. Zwei Schicksalsschläge kurz aufeinander - was das mit Felicitas gemacht hat, weiss sie nicht. 

Nur dass sie es komisch findet, dass ihr Haus tiptop aufgeräumt ist und - Hilfe - kein Kaffee mehr im Haus zu finden ist. Stattdessen aber ein Hund. Dass sie Fridolin übernehmen wollte, weiss sie natürlich auch nicht mehr. Aber er tut ihr gut. Wie auch Sebastian, der neue Mitarbeiter, ein eigener ruhiger Kauz, der gleichzeitig mit ihr die Arbeit aufnimmt. 

Auch die Arbeit tut ihr gut, obwohl sie keine Ahnung mehr hat, was sie genau abgesprochen hat, sofern sie sich keine Notizen gemacht hat. Felicitas arbeitet in einem Bestattungsunternehmen, wo die Wünsche der Verstorbenen und Hinterbliebenen wichtig zu nehmen sind. Wäre nicht ihr Ex-Mann, der sie ständig spontan überrascht, könnte es gut so weitergehen. Aber irgendwas Wichtiges war da noch vor dem Blitzschlag, bloss was?

Die Autorin "verarbeitet" gleich mehrere Themen: Menschen, die vom Blitz getroffen werden, überleben selten, und wenn, dann leiden sie oft unter einer Amnesie wie hier Felicitas. Dann geht es auch um Menschen, die in Bestattungsunternehmen arbeiten und ihren oft schwierigen Job sehr lieben. Tod, Trauer, Trennung, neue Chancen - sehr viel ist drin in "Herzblitze". 

Kristina Valentin nähert sich feinfühlig an die grosse Thematik ran, bleibt ihrem Schreibstil treu und bringt die Geschichte auf eine nachdenkliche, sensible, aber dennoch konstant humorige Art rüber. 

Felicitas Umfeld ist bis auf Mark sympathisch, alle Figuren haben ihre speziellen Eigenheiten, die gekonnt charakterisiert werden. Mein Liebling ist ganz klar Fridolin, der genau im rechten Moment zu Felicitas kommt, auch wenn es erst mal gar nicht so scheint. 

Fazit: Inhaltlich erwartet die Leser ein mega schöner Roman. Es ist eine der seltenen Geschichten, bei der man beim Lesen der letzten Seite bereut bereits zu Ende gelesen zu haben, weil man das Vergnügen, den Roman zu beginnen schon hinter sich hat. 
5 Punkte.