Montag, 12. Februar 2024

Krimi: Wer den Löffel abgibt von Jessa Maxell

Klappentext:
Betsy Martin, Starköchin und Jurorin, öffnet zum zehnten Mal ihre Türen für die "Bake Week", einen erfolgreichen Backwettbewerb eines bekannten Streamingdiensts. Mit dem Fernsehteam, den Teilnehmern und Teilnehmerinnen muss sie dieses Jahr auch einen zweiten, jüngeren Juror auf ihrem Landsitz und Elternhaus Grafton Manor willkommen heißen – ihre Begeisterung über die Konkurrenz hält sich allerdings in Grenzen. Das Ensemble des Wettbewerbs ist wie stets bunt gemischt: Neben einer großmütterlichen älteren Dame sind ein wissenschaftlicher Perfektionist, eine ehrgeizige junge Frau, ein gelangweilter Start-up-Millionär, ein Familienvater und eine labile Hobbybäckerin vertreten. Doch hinter den Fassaden – nicht nur des Hauses, sondern auch der Menschen – verbergen sich Rätsel und Geheimnisse. Kleine Sabotageakte eskalieren und es kommt, wie es kommen muss: Bald liegt eine Leiche am Set.


Ein tolles, und sehr zum Inhalt passendes Cover ziert den Debütroman von Jessa Maxell. Schauplatz ist das Anwesen von der berühmten Köchin Betsy Martin. Hier soll die "Bake Week" aufgezeichnet werden, bei der Betsy bereits seit Jahren als Jurorin amtet. Doch Betsy freut sich dieses Jahr nicht wirklich auf die Woche, denn ihr wird ein junger Juror an die Seite gestellt, der ziemlich arrogant ist. 

Die Teilnehmer hingegen sind alle unsicher und nervös und könnten unterschiedlicher nicht sein. Es dauert nicht lange, und schon fliegen die ersten Kandidaten und Kandidatinnen aus der Sendung - so im Sinne von "Sechs kleine Bäckerlein...". Spätestens am zweiten Tag merken alle, dass da was ganz und gar nicht koscher läuft, denn es wird sabotiert. 

Und nun merkt man, wie gut die Autorin schreibt, denn sie überrascht immer wieder. Nach und nach erzählt sie mehr über die Kandidaten und Juroren. Des Weiteren lässt Jessa Maxell Dinge irgendwie stehen und man denkt, das müsse so oder so sein. Aber dann ist es doch oft ganz anders.

Die Geschichten und Schicksale der Kandidaten, also von Gerald, Hannah, Stella Pradyumna, Lottie und Peter waren interessant zu lesen, den Sieg hätte man den einen mehr, den anderen weniger gegönnt.

Es dauerte ein wenig, bis ich rein kam in die Story, dafür wurde ich danach jedenfalls gut unterhalten und war pausenlos gespannt, wer jetzt nun für welches Desaster zuständig ist. 
Manchmal jedoch hätte sie aus einigen Szenen (z.b. den Karteikarten) mehr rausholen können.

Ich würde mich freuen, wenn es von der Autorin demnächst mehr zu lesen gibt. Dieses Debüt ist gelungen und machte Spass. 

Fazit: Krimi und Backshow in einem - gekonnt umgesetzt. 
4 Punkte. 



Montagsfrage 12.02.24 - Wo seid ihr am Rosenmontag zu finden?


Wo seid ihr am Rosenmontag eher zu finden? 
Verkleidet und feiernd oder lesend auf der Couch?

Rosenmontag ist in der Schweiz kein Feiertag und Fasnacht wird auch nicht überall gleich "gefeiert". An meinem Wohnort gibt es keine Fasnacht - also schon ä bitz, aber eben nicht wirklich richtig, so wie ich es von zuhause her kenne oder wie zum Beispiel in Luzern am Schmutzigen Donnerstag und am Güdis-Montag oder wie nächste Woche in Basel die drei "scheenschte Dääg", die mit dem Morgestraich beginnen. 

Waggis auf Basler Läggerli
Waggis (typische Basler Fasnachtslarve) auf Basler Läggerli

Deshalb findet man mich am Rosenmontag normalerweise am ehesten zuhause im Homeoffice an. Dich dieses Jahr am Rosenmontag sogar Ferien habe, bin ich dieses Jahr tatsächlich zuhause. Ausnahmsweise hat die ganze Familie mal gleichzeitig Ferien, aber da das Wetter nicht mitspielt, machen wir keinen Ausflug, sondern bleiben daheim und schlafen aus, weil wir (zum ersten Mal) Super Bowl schauen. Und das, obwohl ich American Football unglaublich langweilig und uninteressant finde. Aber wenn es schon mal mit einem freien Tag anschliessend aufgeht, kann man sich das ja mal ansehen, vielleicht auch nur bis zur Pause - die ist gerade jetzt, während ich hier schreibe. Mal sehen, wie lange wir durchhalten.

Irgendwann am Tag werde ich aber sicherlich lesen, da ich am Sonntag "Book Lovers" beendet habe, und überlegt habe, ob ich mit dem dritten Teil der Hafenärztin oder "Der Buchclub" beginne, mich dann nicht entscheiden konnte und die Entscheidung auf Montag vertagen wollte. Nun kam vor einer Stunde überraschend ein vorbestelltes Buch rein, das ich erst im März erwartet habe, dessen ET (also des eBooks) anscheinend spontan vorgezogen wurde: "Mayfair House" - auch wenn ich die Rezi-Exemplare erst lesen wollte, ziehe ich das wahrscheinlich vor, denn die Leseprobe hatte mich Ende Dezember völlig überzeugt. Was hätte ich gegeben, hätt ich es damals schon zu Ende lesen können! Mal schaun, ob das heute bereits der Fall ist...

EDIT: Ich hab kurz nach 3:00 Uhr aufgegeben...


Freitag, 9. Februar 2024

Florence Butterfield und die Nachtschwalbe von Susan Fletcher

Klappentext:
Ein altes Herrenhaus mit einem großen Garten, in dem Lavendel, Mohn und Kornblumen blühen. Morgens singt der Zaunkönig in den Büschen, abends lässt man den Tag bei einem Gin Tonic unter den Apfelbäumen ausklingen. Florence Butterfield, lebenserfahren, weitgereist und ausgestattet mit unerschütterlichem Optimismus, kann sich keinen schöneren Ort für den Lebensabend vorstellen als die Seniorenresidenz Babbington Hall. Bis Heimleiterin Renata in der Mittsommernacht aus dem Fenster springt. Nur einen Tag, nachdem sie Florrie anvertraute, sie sei frisch verliebt und träume von einer Reise nach Paris. Je mehr Florrie über ihr eigenes, bewegtes Leben nachdenkt, desto überzeugter ist sie, dass Renata Opfer eines Verbrechens wurde.


Eigentlich dachte ich, es handle sich hier um einen Krimi. Als Ermittlerin eine im Rollstuhl sitzende Seniorin, geistig total fit. Dies ist Florence Butterfield, 87jährig. Sie lebt noch nicht lange in Babbington Hall. So weit so gut. 

Als Arthur, ein Bewohner der Seniorenresidenz, mit dem sich Florrie angefreundet hat, unerwartet stirbt, denkt noch niemand an einen ungeklärten Todesfall. Erst als die Heimleiterin Renata Green eines Abends aus dem Fenster stürzt, werden Florrie und Stanhope misstrauisch. Denn Renata erzählte am Vortag noch, dass sie verliebt sei und endlich einmal nach Paris wolle. Sie verabredete sich sogar mit Florence, denn sie sollte aus ihrem langen und abenteuerlichem Leben erzählen - und besonders von der Liebe.

Florence hatte sich bereits überlegt, was sie Renata alles erzählen wird und was nicht. So weit so - immer noch - gut. 

Doch nun beginnt Florence, in ihren Gedanken ihr gesamtes Leben durchzugehen. Susan Fletcher erzählt dies alles sehr bildhaft und poetisch. Und sehr ausführlich. Zwischendurch wird kaum nennenswert, aber immerhin ein wenig ermittelt, sehr bedachtsam, manchmal auch unaufmerksam. Da kommt keine Spannung auf, und "Krimi" ist somit die falsche Bezeichnung für diesen Roman, der 496 Seiten umfasst. 

Mir waren es 200 Seiten zu viel. Leider war auch die "Krimi"-Handlung nicht wirklich überzeugend, denn so, mit ähnlichen Gründen und denselben Tätern, hab ich es schon öfters in viel spannenderen Krimis gelesen (ebenso was Florries Geheimnis angeht). Keine Frage, Miss Butterfield hatte ein interessantes Leben, doch für mich passte dieser Mix nicht. Die Autorin hätte sich entscheiden sollen, über was sie schreibt: entweder über die Todesfälle oder über Florence Butterfield, dann wäre es nicht so unfassbar langatmig geworden - da hilft dann eben auch die schönste Sprache nicht. 

"Florence Butterfield und die Nachtschwalbe" ist ein Roman für Leute mit Geduld. Für Leser und Leserinnen, die mehr Freude an schönen Sätzen und bildhaftem Sprachstil haben als an fesselnder Handlung. 

Fazit: Wer täglich gerne nur einige Sätze lesen mag und poetische Worte geniesst, und sich damit begnügt, dem kann ich diesen Roman von Herzen empfehlen. Krimiliebhaber*innen sollten besser Abstand nehmen.
3 Punkte. 




Krimi: Monsieur le Comte und die Kunst der Täuschung von Pierre Martin (Monsieur le Comte 2)

Klappentext:
Lucien Comte de Chacarasse hat seinem Vater am Sterbebett ein Versprechen gegeben: Er wird die Tradition des Adelsgeschlechts seiner Familie fortsetzen und geheime Aufträge für bezahlte Morde entgegennehmen – und sie zur Zufriedenheit seines Onkels zum Abschluss bringen. Das aber ist nur mit Tricks und unter Vortäuschung falscher Tatsachen möglich. Denn: Lucien hat einen Vorsatz gefasst: Er bringt keine Menschen um. Dabei hat er von klein auf die Kunst des Tötens gelernt – nun ist eine andere Kunst gefragt: jene der listigen Täuschung. Monsieur le Comtes nächster Auftrag führt ihn nach Marseille, wo er in ein Priestergewand gekleidet ein seelsorgerisches Gespräch mit der Zielperson führt: Wird es ihm mithilfe dieser raffinierten Täuschung gelingen, sein neues Opfer gleichzeitig zu töten und am Leben zu lassen?


Wie aus dem ersten Band bekannt, möchte Lucien le Comte die Familientradition nicht aufrecht erhalten. Sich lossagen davon kann er sich allerdings auch (noch) nicht. Deshalb nimmt er sich vor zu tricksen - oder wie er es nennt: zu täuschen. 

Lucien bedient sich in der Trickkiste und hat für seinen nächsten Auftrag eine gute Idee und täuscht dort den Tod eines Mannes vor. Ein bisschen Muffensausen hat er jedoch, als eine Polizeireporterin seinen Weg quert.

Der nächste Auftrag folgt zugleich und der ist schwieriger - der Auftraggeber soll auch das Opfer sein. Lucien bleibt aber noch genügend Zeit seinen Onkel zurechtzuweisen und ihm nachzuspionieren, sich mit Damen zu treffen und die eine von ihrem Stalker zu befreien, plus sich um sein Restaurant zu kümmern, in dem er gegen die örtliche Mafia, die ihn erpressen will, vorgeht. 

Es wird nicht langweilig in diesem zweiten Band. "Die Kunst der Täuschung" hat Lucien perfekt drauf. Dabei bleibt er immer höflich, fast immer charmant und outet sich öfters als Fan von Madame le Commissaire (wie auch von ihrem mittlerweile kaputten Auto und von ihrem Begleiter Rouven). Ich muss gestehen, ich bin trotz aller Unterhaltung, die mir "Monsier le Comte" bietet, mehr Fan von "Madame le Commissaire", deren Reihe mir tatsächlich viel besser gefällt. 
 
Nach dem ersten Band war für mich entscheidend wie der zweite Band ist, um zu sehen, ob ich diese Reihe um Monsieur le Comte Lucien weiterverfolge. Ja, ich werde es, aber nicht als Mustread sondern als "nice to read" - wenn sich die Gelegenheit ergibt. Ich denke noch immer, dass die "Kunst der Täuschung" mit der Zeit nicht mehr so interessant ist und sich auch das Drumherum irgendwann erschöpft. Trotz allem Humor, witzigen Ideen, viel Savoir Vivre und einigem mehr, spürte ich das bei mir schon jetzt ein bisschen. 

Fazit: Humorvoll und unterhaltende Lektüre! 
4 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 2: Die Kunst der Täuschung

Donnerstag, 8. Februar 2024

TTT Top Ten Thursday 08.02.2024 - Welche 2024er Neuerscheinungen möchtest du lesen

Top Ten Thursday" ist eine Aktion von Aleshanee von Weltenwanderer. Jeden Donnerstag stellt sie eine Frage, zu der man als Antwort Bücherlisten mit 10 Buchtitel, Buchcover oder ähnlichem erstellt. 



Welche 2024er Neuerscheinungen möchtest du gerne lesen?


Mehr als die hier genannten Titel jedenfalls! Und auch diese sind nur ein kleiner Teil der Neuerscheinungen aus dem ersten Halbjahr, die ich lesen möchte.

Eigentlich letztes Jahr im Herbst schon erscheinen sollen und dann leider auf den Herbst verschoben, ist "Bathseba - Die Löwin von Jerusalem". Alle anderen Titel erscheinen hoffentlich planmässig. 

Darunter ein neuer Italien-Roman von Marie Matisek; eine neue Reihe von Miriam Covi; erstmals ein Krimi von Michelle Marly, der im Künstlermilieu spielt - eigentlich genau mein Beuteschema; Reihenfortsetzungen von Bannalec, Martin, Lassen, Milonas, Herzog und Kostas/Oetker; sowie sich vielversprechend anhörende Bücher von mir noch unbekannten Autor*innen wie Alex Hay mit "Mayfair House" - die Leseprobe war viel zu kurz! Ich glaub, ich hätte das Buch an diesem Tag Anfang Januar gleich ausgelesen, hätte ich es weiter lesen können - und Jessica Bull mit dem ersten Band der neuen "Miss Austen ermittelt"-Reihe.





Ich sehe grad, bei mir stehen viel mehr Krimis auf der Liste als Romane. Wie ist das Verhältnis bei euch und welche Must-Reads stehen auf eurer 2024-Liste? 

Dienstag, 6. Februar 2024

Das kleine Schloss in Schottland von Julie Caplin (Romantic Escapes 9)

Klappentext:
Izzy McBride hätte nie damit gerechnet, von ihrem Großonkel ein Schloss zu erben. In der Vorweihnachtszeit reist sie nach Schottland – nur um festzustellen, dass es sich bei dem Anwesen um eine einzige Baustelle handelt. Es wird viel Zeit und Geld kosten, bis daraus ein einladendes Bed&Breakfast wird. Denn genau das ist der Plan von Izzys übereifriger Mutter. Und damit etwas Geld in die Kasse fließt, hat diese bereits ein Zimmer an den gut aussehenden Autor Ross Adair vermietet. Für Izzy ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn während sich der erste Schnee über die schottischen Highlands legt, versucht sie, das Anwesen zu einem gemütlichen Ort zu machen – bevor sie über die Feiertage einschneien.


Izzy McBride, bekannt aus Band 8, dem "kleinen Cottage in Irland", ist nun endlich in Schottland, auf "ihrem" Schloss angekommen. Eigentlich will sie langsam beginnen das Schloss auf Vordermann zu bringen und das Gelernte aus dem Kochkurs in Irland auszuprobieren, um Sicherheit im Kochen zu haben, sobald sie ihr Bed and Breakfast eröffnen wird. 

Doch sie hat die Rechnung ohne ihre exzentrische Mutter Xanthe gemacht. Die hat heimlich schon einen Gast einquartieren lassen - er zahlt gut, und Geld können sie gebrauchen, da die Renovation einiges schluckt. Aber nicht genug, bald kündigt sich auch eine Reisegruppe für über die Weihnachtstage an. Gut, dass Izzy ihre Freunde aus dem Kochkurs, Jason und Fliss, immer fragen kann.

Unterdessen hat Izzy viel mit ihrem Gast, dem Autor Ross Adair, zu tun. Obwohl sich die beiden meistens gut verstehen, geraden sie genau so oft aneinander. Ihn scheint ein Geheimnis zu umgeben, da ist sich Izzy sicher. Nicht sicher ist man als Leserin, man überlegt sich sich öfters, ob Ross vielleicht nicht auch hinter den Saphiren her ist oder nur der von der Mutter gerufene Möchtegernhistoriker und Schatzsucher Godfrey, der alle nervt.

Die Figuren haben mir gut gefallen, auch die Wildzelter. Der Umgang mit Izzys anstrengenden Mutter verlangt einiges ab. Izzy reagiert glücklicherweise anders, als ich das getan hätte, bewundernswert. Auch Ross hat mit seiner Familie zu kämpfen, er kann damit nicht so gut umgehen wie Izzy. 

Der Roman überrascht immer wieder: durch neue Situationen, neue Gäste, Dorfbewohner und anderem mehr. Die abwechslungsreiche Story versprüht eine heimelige, winterliche Atmosphäre trotz Baustelle auf dem Kinlochleven Castle. 

Kein Wunder, dass man "Das kleine Schloss in Schottland" viel zu schnell ausgelesen hat, denn man fliegt nur so durch die Seiten. Witzige Dialoge krönen die Geschichte, Spannung ist ebenfalls vorhanden und natürlich viel Schnee und Weihnachtsstimmung. Das viele gute Essen wird beinahe zur Nebensache, obwohl einige talentierte Köche auf unterschiedliche Weisen beteiligt sind. 

Fazit: Ganz toller weihnachtlich-winterlicher Wohlfühlroman, den man mit Vergnügen verschlingt - da stimmt einfach alles. 
5 Punkte. 



So was wie Freunde von Bella Osborne

Klappentext:
Tom führt ein alles andere als normales Teenagerleben. Vor sieben Jahren starb seine Mutter, und sein Vater verfällt zunehmend dem Whisky. Trost findet Tom in der örtlichen Bücherei und in den Büchern, meist Romanzen, die seine Mutter so sehr mochte. Das darf natürlich niemand wissen, vor allem nicht die coole Farah aus der Schule, die ebenfalls oft Bücher ausleiht. Maggie ist Rentnerin, bestellt ihren Hof aber noch immer selbst, nur der störrische Traktorreifen macht Probleme. Seit einiger Zeit fällt ihr bei ihren Buchclub-Treffen in der Bücherei ein verloren wirkender Junge auf. Als sie von seiner Geschichte erfährt, macht sie ihm ein Angebot: Er hilft ihr auf dem Hof und bekommt dafür endlich einmal etwas anderes zu essen als Fischstäbchen. Bald entsteht eine Freundschaft zwischen ihnen, alles könnte wunderbar sein – doch dann soll die Bücherei geschlossen werden. Gemeinsam mit Farah und dem Buchclub schmieden Tom und Maggie einen Plan, um ihren Lieblingsort zu retten.


Ganz anders als ihre bisherigen Romane ist Bella Osbornes neuester Roman "So was wie Freunde". Auch wenn Familienbeziehungen bei ihr immer Thema waren, könnte man hier meinen, man lese ein Buch von einer anderen Autorin. Das einzige Gemeinsame ist das tiefe Selbstwertgefühl ihrer Figuren. 

Der alkoholkranke Vater von Tom will, dass Tom mit der Schule aufhört und arbeitet, damit Geld reinkommt. Doch Tom will unbedingt studieren. Und er möchte Farah kennenlernen, weiss aber nicht wie, woraufhin er sich Bücher in der Bibliothek ausleiht. Dort trifft er auf Seniorin Maggie, die alleine auf einer Farm lebt und Schafe züchtet. Der einzige Ort, an dem sie unter Menschen ist, ist die Bibliothek, wo sie in einer Lesegruppe teilnimmt. 

Tom braucht jemand, der sich um ihn kümmert und Maggie jemanden, um den sie sich kümmern kann, und so werden die beiden "So was wie Freunde". Und gemeinsam stehen sie ein und auf für die Bibliothek, die geschlossen werden soll. 

Der Roman ist gut geschrieben und nimmt viele und zwar ausschliesslich schwere Themen auf. Die  Entwicklung der Figuren ist stimmig und glaubwürdig. Maggie wie auch Tom sind tolle Charaktere, beide haben auch Humor, aber sie kamen mir nicht nahe. 

Ich wollte nicht, wie bei anderen Büchern der Autorin, unbedingt so schnell wie möglich zu Ende lesen, die Story hat mich aus irgendeinem Grund zu wenig berührt oder interessiert. Sass ich dran, kam ich zwar vorwärts, aber das wiederaufnehmen der Lektüre war nie "dringend". 

Während die privaten Teile gut gelöst wurden, fand ich die Rettung der Bibliothek nicht wirklich gelungen geschildert, das lief eher nebenbei. Dieser Strang wurde, zwar nicht künstlich, aber dennoch, in die Länge gezogen. Für einmal finde ich den deutschen Titel deshalb sehr viel passender als den englischen, denn es geht tatsächlich viel mehr um Freundschaft als um "The Library". 

Fazit: Der gute Schreibstil hätte 4 Punkte verdient, mich konnte die Geschichte aber zu wenig abholen. 
3.5 Punkte.