Donnerstag, 30. November 2017

Lesebiografie November 2017

Es ist kalt draussen und es soll in den nächsten Tagen noch kälter werden! An solchen Minusgrad-Tagen möchte ich am liebsten den ganzen Tag auf dem Sofa liegen und lesen - die Realität sieht leider anders aus, auch wenn genügend Lesestoff vorhanden wäre. Vielleicht klappt das ja zwischen den Feiertagen. Zumindest kann ich dann sicher mal Abends ein spannendes Buch zu Ende lesen, wenn am Morgen der Wecker nicht klingelt.




Auf meiner Leseliste für Dezember steht "Die Wolkenfischerin" und "Die Glückssterne" von Claudia Winter, noch drei Weihnachtsbücher wie "Weihnachtspunsch und Rentierpulli" von Debbie Johnson, "Herr Mozart wacht auf" von Eva Baronsky und "Das Mädchen, das Weihnachten rettete" von Matt Haig. Letzteres habe ich bereits begonnen, aber wieder auf die Seite gelegt weil ich es leider nur als Printbuch habe und es zuerst mit meiner Tochter teilen musste (sie hat gewonnen) - und ich zu oft ausser Haus war und dann nur einen Reader dabei habe. Aber auch "Nachtblau" von Simone van der Vlugt sollte ich endlich mal lesen. 

Auf jeden Fall werde ich mir im Dezember mindestens noch einen Ian Rankin schnappen. Seine Inspector Rebus-Serie wollte ich schon seit zwei Jahren beginnen zu lesen, für 2017 habe ich sie mir vorgenommen. Jetzt bleiben mir noch 31 Tage um mit der Serie anzufangen!

Nun aber zurück zum November. Gelesen habe ich folgende dreizehn Bücher:

Der kleine Teeladen zum Glück (Valerie Lane 1) von Manuela Inusa
Das Revier der schrägen Vögel von Sophie Hénaff (Kommando Abstellgleis Band 2) 
Das bisschen Mord von Michelle Kelly (Keeley Band 2)
- Ein Winter voller Wunder von Amanda Prowse
Madeiragrab von Joyce Summer (Commissario Avila ermittelt
Das Labyrinth der Wörter von Marie-Sabine Roger
- Die Perlenschwester von Lucinda Riley (7-Schwestern-Serie 4)
- Herr Mozart wacht auf von Eva Baronsky
- Eine Weihnachtsgeschenk für Walter von Barbara Wersba
- Ein Junge namens Weihnachten von Matt Haig
- Weihnachten mit dir von Debbie Johnson (Comfort Food Café 2)
- Tod am Cours Mirabeau (Verlaque 6) von Mary L. Longworth

Es waren einige Überraschungen dabei - von den einen war ich enttäuscht, andere waren erstaunlich gut. 
Mehr erwartet hatte ich vom ersten Teil der Valerie Lane-Serie von Manuela Inusa wie auch vom letzten Teil der "kleine Bäckerei am Strandweg"-Serie von Jenny Colgan, von Marie-Sabine Rogers "Das Labyrinth der Wörter" wie auch von "Herr Mozart wacht auf" von Eva Baronsky. Bei Mozart bin ich gespannt auf den zweiten Teil, befürchte aber, dass es mir zuviel wird. 

Wie erwartet toll war natürlich der vierte Teil der Sieben-Schwester-Serie von Lucinda Riley. "Die Perlenschwester" nahm mich mit nach Australien, ebenso "Ein Winter voller Wunder" von Amanda Prowse. Diese beiden Bücher kann ich uneingeschränkt empfehlen! Wie auch der zweite Teil um das Kommando Abstellgleis, eine Krimiserie mit einer tollen Polizisten-Brigade, die in Paris ermitteln. 

Drei weiteren Weihnachtsgeschichten habe ich ebenfalls 5 Punkte vergeben: der herzigen Geschichte um eine Ratte in "Ein Weihnachtsgeschenk für Walter" von Barbara Wersba, dem "Junge namens Weihnacht" von Matt Haig und der Fortsetzung vom Comfort Food Café "Weihnachten mit dir" von Debbie Johnson. 

Noch immer bin ich im Rückstand mit Rezensionen (zu Ende) schreiben. Leider kamen auch im November Woche für Woche ungeplante Termine rein, so dass ich weniger Zeit für die Blogarbeit hatte. Die ganzen "Franzosen" fehlen noch - Krimis, die im Elsass spielen und einige Romane von französischen Autoren. Bis Ende Jahr möchte ich die alle online bzw. zumindest fertig geschrieben haben, damit ich dann ballastfrei ins neue Jahr starten kann.

Sobald dieser Beitrag online ist, werde ich mich nun aber zuerst der Weihnachtsdekoration widmen. Die diversen Lichterketten muss ich noch drapieren und dann heisst es schauen und abwarten, wieviel der heiklen Weihnachtsdeko zukünftig unsere Katzen überleben wird... 

          


😁  Sieht nicht so vielversprechend aus, oder? 😁






Mittwoch, 29. November 2017

Lesung mit Margrit Auer oder wie man (s)ein Kind glücklich macht

Kindergeburtstag - uff, schon wieder! Was soll man schenken, wenn sie schon alles haben, sich nur Büchergutscheine wünschen (und bekommen), aber doch mal was anderes ist?

Mir kam Zürich liest zugute - im Rahmen des Lesefestivals sollte auch die Autorin der beliebten Kinderbuchreihe "Die Schule der magischen Tiere" eine Lesung für Kinder abhalten. Die Lesung wurde organisiert vom Kinderbuchladen Zürich.

So schenkte ich meiner Tochter einen Überraschungs-gutschein für den Samstagnachmittag, 29. Oktober. Sie hatte keine Ahnung, ich hab dicht gehalten und rein gar nichts verraten. Bis zu diesem Samstag ging es noch mit der Neugier, doch nachdem ich sie um 14:00 Uhr vom Training abholte, fing es an mit der Fragerei: Wohin gehen wir? Womit hat die Überraschung zu tun? Gehen wir in eine Buchhandlung? In den Zoo? Etwas Essen? Reiten? Nein, nein, nein... ich verrate nichts. Wir gingen zuerst noch einkaufen mit dem Papi, der danach aber alleine nach Hause ging. So langsam liefen wir Richtung Niederdorf. Gehen wir ins Grossmünster? Machen wir einen Umweg? Ja, zum Starbucks, ich wollte noch einen Kaffi und Tochter bekam ein Cookie. Doch vorher kamen wir am Kinderbuchladen vorbei - da ich befürchtete, dass eins der Schaufenster wegen der Lesung entsprechend dekoriert ist, bog ich vorher ab und erst auf dem Rückweg Richtung Grossmünster liefen wir beim Buchladen vorbei. Glück gehabt, die Schaufenster waren nicht dekoriert (eigentlich schade, vielleicht wären dann noch mehr Zuschauer an die Lesung gekommen?)

Vor der Helferei ein Schild - "Mami, Martin Luther-Theater?" Nein, wir müssen eine Etage höher - und da hat sie auch schon den Bildschirm entdeckt. Echt? Lesung? Ist die Autorin auch da? Wie lange geht es? Und so ging die Fragerei weiter bis wir oben im Saal angelangt waren. Mein Kind strahlte mittlerweile von einem Ohr zum anderen - Überraschung gelungen! 



Neben Bettina von Bleisatz war Frau Auer auch schon da und wir durften gleich ein Foto machen. Danach suchten wir unsere Plätze. Für alle, die Tickets vorbestellt hatten, wurde ein Sitzplatz reserviert. Deswegen kamen wir in den Genuss von tollen Plätzen in der ersten Reihe. 



Bald schon füllte sich der Saal und pünktlich begrüsste eine Mitarbeiterin des Kinderbuchladens die Autorin und die Zuschauer. 

Daraufhin legte Margrit Auer  los. Sie erzählte über sich sowie Grundlegendes über ihre Kinderbuchserie, las aus zwei Büchern vor, projizierte Bilder dazu auf die Wand und irgendwann fanden sich alle Besucher in einer Turnstunde mit Schildkröte Henriette: stehend, rennend, hüpfend, fliegend... 









Ausser Atem durften wir uns wieder setzen und hörten gebannt weiter den vielen Abenteuer aus der Wintersteinschule zu. Danach durften der Autorin Fragen gestellt werden, die sie zur Zufriedenheit aller beantwortete.










Zuletzt wollte Frau Auer wissen, welches magische Tier die Kinder selbst gerne hätten. Vielleicht taucht ja das eine oder andere in einem der nächsten Bücher auf, wer weiss. 
Hm, eigentlich wäre ein kleines Tier, welches man in der Jackentasche dabei haben könnte ja ideal. Eine Maus oder ein Hamster. Aber ein Esel oder Kamel fände ich in der Schule der magischen Tiere weitaus spannender. Mal sehen, welche Tiere Mister Morrison nächstens in die Tierhandlung aufnimmt, 



Und dann war die Lesung auch schon zu Ende, wieder pünktlich auf die Minute, wir sind ja schliesslich in der Schweiz. Die Kinder und auch wir Erwachsene hätten alle gerne noch weiter den Schilderungen der Autorin gelauscht. Margrit Auer war sehr gut vorbereitet und gestaltete die Lesung interessant und abwechslungsreich. 
Man merkt, dass sie einen sehr guten Draht zu den Kindern hat und auch nicht das erste Mal vor einer Meute Schüler steht. Nicht nur in Zürich bei der Lesung, auch mit ihren Büchern macht sie viele Kinderherzen glücklich. Herzlichen Dank für die schöne, aber viel zu kurze Lesung! 

PS: Meine Tochter hat in den Tagen nach der Lesung gleich nochmals alle Bücher gelesen und freut sich, dass der neueste und neunte Band, der morgen erscheint, am Freitag in ihrem Adventskalender steckt - auf ihren Wunsch, denn schliesslich war bisher ja immer Anfang Dezember ein Buch im Kalender versteckt :-) 

Dienstag, 28. November 2017

Das bisschen Mord von Michelle Kelly (Keeley Carpenter 2)

Klappentext:

Keeleys Yoga-Café in der kleinen englischen Stadt Belfrey ist zu einer Institution geworden, und ihre Beziehung zu dem gutaussehenden Detective Constable Ben Taylor hat sich prächtig entwickelt. Da wird der Bürgermeister von Belfrey grausam ermordet. Keeleys Freundin Raquel, die Hauptverdächtige, bittet sie um Hilfe. Aber Ben möchte seine Freundin unbedingt aus den Ermittlungen raushalten. Das wird nicht nur gefährlich für Keeley, sondern bietet auch jede Menge Sprengstoff für ihre Beziehung.




Vor gut einem Jahr erschien der erste Band der Serie um Keeley Carpenter. Mittlerweile wohnt sie im Obergeschoss ihres gut laufenden Cafés und ist mit Ben zusammen. Ihr Yogakurse finden Anklang und Keeley könnte zufrieden sein. Nur der bevorstehende Besuch ihrer Mutter Darla macht ihr Sorgen. Vielleicht lenkt das gleichzeitig stattfindende Kunstfestival sie ein wenig ab. Doch dann sorgt ganz anderes für Aufregung in Belfrey: Bürgermeister Gerald wird ermordet. Tags zuvor wurde Keeley, Duane, Megan und andere Café-Gäste Zeuge von einem lautstarken Streit zwischen Keeleys Konkurrentin Raquel und deren neuen Liebhaber Gerald. Um was ging es in dem Streit? War der Streit etwa der Grund für Geralds Ermordung? 

Die Leser des ersten Bandes trauern wohl alle nicht um den umstrittenen Bürgermeister Gerald. Raquel würden die meisten wohl auch gerne im Gefängnis sehen, doch ist sie für seinen Tod verantwortlich? Selbst Keeley ist sich nicht sicher. Trotz aller Rivalität bittet Raquel Keeley um Hilfe, deren detektivische Fähigkeiten Raquel wohl beeindruckt haben. Leider macht dies Raquel nicht netter. Duane trauert unverständlicherweise immer noch um Raquel, die munter herum flirtet. Unter anderem mit Christian, einem Künstler, der mit seiner Freundin Suzy (die fast noch arroganter ist als Raquel) bei Megan für die Zeit des Kunstfestivals einquartiert ist. Suzy ist ein Biest, doch das grösste Problem für Keeley ist ihre nervtötende Mutter Darla - die mit Gerald sehr gut bekannt war.

Darla ist so eine Mutter, die niemand möchte: immer nur kritisiert sie an Keeley herum, nichts und niemand ist ihr gut genug. Komisch ist Darla, aber alt jedenfalls nicht, auch wenn Keeley so tut als ob ihre Mutter steinalt ist. Dabei ist sie erst 47 und für eine Mutter einer erwachsenen Tochter eigentlich noch sehr jung. Auch wenn Darla total nervig ist, Keeleys Getue um ihre "alte" Mutter fand ich lästig.  

Gestört haben mich aber auch die vielen Satzwiederholungen. Als ob wir Leser doof wären. Es reicht, wenn man einmal schreibt, wieso jemand so denkt oder handelt. Man muss es nicht fünf Sätze später wiederholen. Darunter litt meiner Meinung nach die ansonsten flüssige Handlung. 

Dafür ist, wie schon im ersten Teil, das Rätsel um den Mörder spannend und überraschend, jedenfalls war es nicht so wie ich in der ersten Hälfte vermutet habe. 

Im ersten Band wurde fast jedes Kapitel mit einer yogischen Atemübung abgeschlossen. Hier im zweiten Band sind es Yoga-Haltungen. Besonders beim ersten Kapitel passt die erwähnte Übung perfekt und sorgte für einen Lacher bei mir. 

Fazit: Inhaltlich gefälliger als der erste Band, die Mordaufklärung spannend bis am Ende, aber leider viel zu viele Satzwiederholungen. 
3.5 Punkte


Montag, 27. November 2017

Montagsfrage 27.11.2017


Der 1. Advent naht - stehen schon Bücher auf deinem Weihnachtswunschzettel? Wenn ja, welche?

Ich glaube, die Frage hätte man einfacher in "Welche Bücher stehen auf deiner Wunschliste" umformulieren können, denn bei uns Bücherwürmern stehen mit Sicherheit Bücher auf der Liste (unabhängig ob man wie ich nur eine allgemeine Wunschbuchliste hat oder einen Weihnachtswunschzettel schreibt). Oder etwa nicht?  

Eine Weihnachtswunschliste habe ich nicht, eine Bücherwunschliste hingegen schon. Für die Erfüllung dieser Wunschliste sorge ich selbst, da mir niemand Bücher schenkt, höchstens mal einen Büchergutschein. Das ist mir auch viel lieber, weil ich mir dann genau die eBooks kaufen kann, die ich mir wünsche.

Da ich mir erst gerade kürzlich neue eBooks geleistet habe, steht gerade nicht viel auf meiner Liste. Darunter einige Bücher, die nächstes Jahr als Taschenbuch erscheinen und falls die vorher nicht bei Skoobe oder in der Onleihe erscheinen, mir dann kaufe. Da mein SuB noch gut gefüllt ist, kann ich gut warten. 

Wenn in diesem Jahr noch neue Bücher einziehen, dann wird es wohl "Mr. Widows Katzenverleih" von Antonia Michaelis sein, und eventuell einige Bücher der Krimiserie "Kommissar Pascha" von Su Turhan, vielleicht auch noch Karen Swans "Sternenwinternacht". Das im Dezember erscheinende "Highway to Heaven" von Katarina Bivald würde mich zwar auch interessieren, aber da warte ich erstmal einige Rezensionen ab. 

Diese Woche steht noch das Befüllen des Adventskalender meiner Tochter an. Am 1. Dezember gibt es fast schon traditionell ein Buch, sie hat mir gesagt, das fände sie immer sehr schön. Wie gut, dass am 30.11 der neueste Band der "Die Schule der magischen Tiere" erscheint! Ich habe es vorbestellt und heute die Versandinformation bekommen. Also kann ich es wirklich auch am 1. Dezember einplanen, sehr gut. 

Mir habe ich einen neuen Reader gegönnt - der kommt auch pünktlich auf den Advent bei mir an. Fehlt bloss noch ein Sponsor, der mir bis Heiligabend Adventskalendermässig jeden Tag ein Buch draufschickt ;-) 

Habt eine gute Woche!

Sonntag, 26. November 2017

Was für eine Woche! Lesewoche 47/2017


Was für eine Woche! Eigentlich schien sie relativ ruhig zu werden, doch nix da. Jedesmal wenn ich mich für Blogarbeit an den Computer setzen wollte, kam etwas Ungeplantes dazwischen. Deshalb war es diese Woche sehr ruhig auf meinem Bücherblog - die geplanten Rezensionen erscheinen stattdessen nächste Woche. Auch zum Lesen blieb nicht so viel Zeit wie gehofft, bin zumindest literarisch ganz im Weihnachtsromane-Modus :-) "Ein Weihnachtsgeschenk für Walter" und Matt Haigs "Ein Junge namens Weihnacht" habe ich anfangs Woche gelesen.





Trotz vielen Notfalleinsätzen war meine Woche aber trotzdem schön! 
Dienstag: Bloggermeeting in Konstanz mit Bettina von Bleisatz.
Mittwoch: Kaffi-Morgen und pädagogisches Fachsimpeln bei meiner Nachbarin.
Donnerstag: Konzertbesuch in der Tonhalle Zürich Maag - ein Chor mit 170 Fünftklässlern (inklusive meiner Tochter) sang in Begleitung des Tonhalleorchester Zürich klassische Stücke.
Freitag: spontanes Backen mit einem ganz lieben dreijährigen Jungen.



Gestern Samstag gab es meinen ersten Glühwein der Saison samt einem späterem gemütlichem Abendessen in unserer Stammbeiz mit meinen Freunden vom „Stammtischtreffen“, das alle zwei Monate stattfindet. 

Zusammen mit meiner Tochter habe ich unter der Woche auch schon für die ersten Weihnachtsgeschenke gesorgt. Auch an ihren Adventskalender hab ich gedacht - jetzt muss ich die Sächeli bloss noch verpacken und zum 1. Dezember den Adventkalender aufhängen und alles in die Filzsterne füllen.



Zum Abschluss dieser ereignisreichen Woche setz ich mich nun gemütlich mit meinem aktuellen Buch "Weihnachten mit dir" von Debbie Johnson auf das Sofa und geniesse den restlichen Sonntag in Ruhe. 
Draussen schneit es immer wieder - meine Katzen erlebten vorhin auf dem Balkon ihren ersten Schee und jagten den Schneeflocken nach - und zum Abendessen freu ich mich auf ein feines Raclette.

Morgen heisst es dann wieder Rezensionen schreiben :-) 


Freitag, 17. November 2017

Das Labyrinth der Wörter von Marie-Sabine Roger

Klappentext:

“Mit dem Nachdenken anzufangen ist etwa so, wie wenn man einem Kurzsichtigen ein Brille gibt.“ Ganz besonders gilt das für Ich-Erzähler Germain Chazes, den seine Mutter von Klein auf für einen Dummkopf hält. „Wenn Du unter einer Glasglocke aufgezogen wirst, kannst Du keine großen Höhenflüge machen.“ Dann trifft der großgewachsene Mann im Park die kleine Margueritte Escoffier. Die alte Dame liest ihm Albert Camus’ Die Pest vor. Oder Bücher von glücklichen Mutter-Sohn-Beziehungen und exotischen Amazonas-Indianern. Margueritte schenkt ihm ein Wörterbuch, „ein großartiges Labyrinth, indem man sich voller Glück verirrt!“ Weil sich die 86-Jährige wirklich dafür interessiert, was der 45-Jährige denkt, wird sie zu seiner Vertrauten.


Die DVD liegt seit Jahren ungesehen bei mir herum und nun dachte ich, dass ich vielleicht doch eher mal das Buch lese, weil Bücher ja eigentlich immer besser sind als der Film. Nach der Lesen frag ich mich, ob ich mir den Film überhaupt ansehen soll.

Der 46jährige Germain trifft im Park auf die 86jährige Margueritte. Mit einer Plauderei über das Zählen der Tauben beginnen die Tage ihrer Freundschaft. Er: gross und breit. Sie: klein und gebrechlich. Sie liest ihm vor, und plötzlich beginnt er sich für Worte und Geschichten zu interessieren. Germain verändert sich langsam, auch seinen Freunden fällt es auf.

Doch diese schnelle Verwandlung nehme ich der Autorin nicht ab, zumindest nicht alles. Der grösste Teil der Geschichte spielt sich in Germains Gedanken ab, er ist der Erzähler. Einerseits soll er der ungebildete, dumme und naive Typ sein, andererseits passen seine Gedankengänge nicht wirklich zu solch einem Typen. Er wirft mit vulgären Ausdrücken um sich herum, nur um in der nächsten Minute eine Metapher loszulassen. Das wirkt viel zu künstlich auf mich.

Dazu lese ich immer wieder zwischen den Zeilen den moralisch erhobenen Zeigefinger heraus, als ob die Autorin die Leser unterrichten und belehren möchte. Zwar nie wenn Margueritte spricht, sondern fast immer in Germains Gedanken. Bei Margueritte hätte ich es ja noch verstanden, doch sie reagierte jeweils gelassen und nett. Die Interaktion zwischen den beiden empfand ich zu oberflächlich.

Das Buch hat mich enttäuscht. Es ist eine langweilige um einen grobschlächtigen Mann, dem eine alte Frau vorliest. Aus diesem Thema hätte man viel mehr rausholen können. Ja, auch bei nur 272 Seiten.

Fazit: Mit nur einigen wenigen netten Zeilen kann der Roman bei mir nicht punkten. Zu phrasenhaft und ohne jegliche Tiefe fehlt mir vor allem der Erzählcharme und die subtile Poesie, die man sonst oft bei französischen Autoren findet. 
2 Punkte.

Donnerstag, 16. November 2017

Krimi: Das Revier der schrägen Vögel von Sophie Hénaff (Kommando Abstellgleis 2)

Klappentext:
Die Ermittler-Einheit von Kommissarin Anne Capestan ist wieder da. Sie hat sich um einen neuen schrägen Vogel bereichert, einen Polizisten, der sich für D’Artagnan, den Helden des Romans Die drei Musketiere von Alexandre Dumas hält. Und wieder wird der Truppe der Ausrangierten ein besonders pikanter Fall übertragen: Ein Mord auf offener Straße, das Opfer war ein hohes Tier bei der Polizei –und Anne Capestans Ex-Schwiegervater. Das bringt Anne gleich mehrfach in Schwierigkeiten. Denn wie soll sie es ihrem Exmann beibringen, wenn sie eigentlich nie mehr mit ihm sprechen will? Und das ist nur der Auftakt einer Mordserie. Wieder löst die Truppe auf unkonventionelle Weise die verzwickten Fälle, und es offenbaren sich private und behördliche Verstrickungen, deren Aufdeckung der neuen Führungsriege von 36, Quai des Orfèvres äußerst unangenehm sind.

Nach sieben Monaten ging es endlich weiter mit dem Kommando Abstellgleis - der erste Band hat mich im Frühjahr positiv überrascht und ich hätte am liebsten gleich weitergelesen. Ich war gespannt, welchen alten Fall die Brigade nun zugeschanzt bekommt.  

Erstaunlicherweise wird Anne zu einem aktuellen Mordfall gerufen. Schnell wird klar wieso. Der Tote war nicht nur Polizist und Annes Ausbildner, sondern auch ihr Schwiegervater, den sie so gar nicht mochte. Ihr Team bekommt nur unvollständige Akteneinsicht, so dass sie auf verschiedenen Ebenen selbst recherchieren müssen und sich nicht auf die Akten verlassen wollen. 
So kommen sie einer Mordserie auf die Spur, was im Quai des Orfevres gar nicht goutiert wird. Trotz vielen Rückschlägen schafft Annes Team die Auflösung des Falles. 


Bis dahin ist es ein weiter Weg, der wie gewohnt humorvoll und mit vielen guten Ideen einhergehen. Ihnen stehen nur bescheidene Mittel zur Verfügung, aber sie machen das Beste daraus. Um offizielle Phantombilder zu zeichnen, helfen sie sich mit einem Computerspiel, bei dem man seine Spielfiguren selbst gestalten kann. Kreativ ermitteln - die schrägen Vögel zeigen wie es geht. 


Interessant fand ich die Einblicke in Annes Privatleben. Im ersten Band gab es einige Andeutungen, hier erfahren wir alles über sie. Ihre Ehe mit Paul, ihr Elternhaus, ihre Zeit in Lyon. Doch auch über Capitaine Orsini Hintergrund wird im Laufe der Geschichte vieles erzählt. 


Das Team bekommt doppelt Verstärkung - eine "Polizei"-Ratte und einen Polizisten, der gerade aus der Klinik entlassen wurde. Er denkt, er sei das Musketier D'Artagnan und lebe schon seit 500 Jahren. Lange bleibt es ruhig um ihn, doch auch er bekommt Gelegenheit sich mit seinen Fähigkeiten zu beweisen.

Die Adventszeit, in der dieser Band spielt, liefert nur die Vorlage um sich als Team verbunden zu fühlen. Am Ende wird klar, dass ihre ausgelagerte Dienststelle mit so vielen unterschiedlichen Einzelkämpfern tatsächlich zu einem richtigen Team heranwächst, denn es entwickeln sich Freundschaften und alle unterstützen sich gegenseitig. 

Gut entwickelter Aufbau, witzige Dialoge, Spannung pur - alles was ein guter Krimi braucht. 

Fazit: Von allen belächelt und unterdrückt zeigt die Chaostruppe erneut, was sie draufhat. Für alle Krimifans ein Muss! 
5 Punkte. 


Reihenfolge:
Band 2: Das Revier der schrägen Vögel
Band 3: Mission Blindgänger