Mittwoch, 23. November 2016

Krimi: Tod im Tropenhaus von Emma Goodwyn (John Mackenzie 6)

Klappentext:
Frühlingstage voller Romantik – davon hat Beefeater John Mackenzie lange geträumt. Doch nun fegen drei quirlige Neffen durch seine Wohnung und dann geschieht auch noch ein Mord. Zur Freude von Superintendent Simon Whittington ist der vermeintlich Schuldige schnell ausgemacht. Doch John ist überzeugt, dass mehr hinter der Bluttat im Zoo von London steckt. Inmitten von Faultieren, Fledermäusen und falschen Fährten fühlt er sich bald wie in einem echten Dschungel.




John Mackenzie freut sich auf Paulines Besuch, aber sie muss ihre Neffen mitbringen, und so sieht ihr Programm ein wenig anders aus. Johns Familie springt ein und begleitet sie in den Zoo - sie bekommen eine Privatführung weil Johns Zögling Freddie hier arbeitet. Bereits einen Tag nach dem Zoobesuch steht er unter Mordverdacht.

John und allen andern ist klar, dass Freddie unschuldig ist, doch Simon braucht schnell einen Täter und eine noch schnellere Auflösung, da eine grosse Tagung vor der Tür steht. Johns Nichte organisiert diese Tagung und berichtet von vielen wichtigen Teilnehmerinnen und brisanten Themen. Bald stellt sich heraus, dass einiges mehr hinter diesem Mord am Tierwärterchef steckt als bisher angenommen und die möglichen Verdächtigen vermehren sich rasant.

Johns Familie steht auch in "Tod im Tropenhaus" zur Stelle, wenn Hilfe nötig ist. Rennie ist in ihrem Job angekommen und beweist Organisationstalent. James weilt in Schottland bei seiner Schwester Isabel - wer die Serie bereits kennt, weiss, dass somit Emmeline, Johns Mutter, einen auf eifersüchtig und allein gelassen macht. Zum Glück lernt sie auf dem Kongress Dr. Aubinger kennen und ist endlich beschäftigt, und nimmt somit John den "Hütejob" ab, so dass er mehr Zeit für die Ermittlungen hat. Mehr Zeit hätten auch Pauline und John gerne für sich, doch es sollte nicht, zumindest noch nicht, sein. Vielleicht im nächsten Teil?

In diesem sechsten Band gibt es Harry Potter-Nachhilfe für John, ein Crashkurs in Ökologie und Tierkunde für die Leser und Spannung pur. Sprachlich Interessierte kommen mit Spanisch und Österreichisch voll auf ihre Kosten. 

Fazit: Äusserst unterhaltsamer und solider sechster Teil dieser tollen Serie! 
Zum ersten Mal gebe ich 5 Punkte. 

Reihenfolge:
Band 2: Tod im Kilt
Band 3: Tod im Museum
Band 4: Tod im Schatten der Tower Bridge

Montag, 21. November 2016

Montagsfrage 21.11.2016


Welcher Aspekt bzw. welches Element deines zuletzt gelesenen Buches gefiel dir besonders gut?


Mein letztgelesenes Buch ist "Winterglücksmomente" von Karen Swan. Wenn ihr meine Rezension dazu gelesen habt, wisst ihr was ich meine, wenn ich vom Überraschungselement spreche - zuerst dachte ich der Roman sei extrem oberflächlich und es ginge nur um Social Media, Hastags und möglichst viele Follower und ich wollte das Buch schon abbrechen. Doch dann, dann ging es in die Tiefe und das laute, schnelle Buch wurde langsamer und fand ganz neue leise Töne.

Zudem fand ich es ganz toll, dass für einmal fast nur ganz normale Figuren ohne Designerkleidung und - taschen vertreten waren. Nachdem ich sämtliche Bücher (z.B. "Ein Weihnachtskuss für Clementine", bei dem es sich nicht wirklich um einen Weihnachtsroman handelt) der Autorin gelesen habe, habe ich mir öfters gewünscht, dass Karen Swan mal von Tiffany & Co wegkommt. Hierzulande spricht eine Designerkluft wohl die wenigsten Leserinnen an und auch die ewigen Karrierefrauen als Protagonisten werden auf Dauer langweilig. Im letzten Buch "Winterküsse im Schnee" ging es, obwohl noch solche Elemente vorhanden waren, schon mal in eine bessere Richtung. Und ihr diesjähriger Weihnachtsroman hat endlich meinen Wunsch erfüllt und kommt ohne Glanz und Gloria aus. 


Und sonst so:
Gestern habe ich  die Bibliothek überarbeitet - ihr findet alle meine Rezensionen nach Vornamen der Autoren sortiert und verlinkt. Ihr dürft gerne mal stöbern :-)

Letzte Woche habe ich kaum gelesen, stattdessen mal wieder ausgiebig Musik gehört. Ich kenne nun fast alle Variationen von Leonards Cohen "Hallelujah" und mein momentanes Lieblingslied ist "I love my life" von Robbie Williams


In dieser Woche sollte ich noch die restlichen Inhalte für den Adventskalender meiner Tochter besorgen. Sie möchte keine aufwendigen Adventskalender wie die von Lego oder Playmobil, auch keine im Supermarkt gekauften mit Schoggi gefüllte, sondern schlicht einen von mir gemachten wie jedes Jahr - natürlich auch mit einigen kleinen Überraschungen gefüllt. Dazu wird sie sich vom Sackgeld ein Adventskalenderbuch kaufen, das letzte Mal war es einer von Sternenschweif, dieses Jahr wird es wohl ein "Die drei !!!" werden. Diese Woche erscheint ausserdem der achte Band der "Schule der magischen Tiere" und wird auf ihrem Kindle einziehen. 

Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, ob ich den diesjährigen Adventskranz traditionell binde mit viel Grün oder mich für eine moderne Variante entscheide (vier Kerzen entweder in grosse Gläser oder ein Tablett stelle und entsprechend dekoriere). Welche Variante wird nächsten Sonntag bei euch stehen? 

Voradventliche Grüsse 😃

Freitag, 18. November 2016

Winterglücksmomente von Karen Swan

Klappentext:

Weihnachtszeit in London: Funkelnde Lichter, tanzende Schneeflocken und köstliche Düfte – für viele ist es die schönste Zeit des Jahres. Für Nettie Watson aber ist es die schmerzliche Erinnerung an das glückliche Leben, das sie einmal hatte. Ablenkung verspricht ihr Job bei einer Charity-Veranstaltung. Doch der Abend endet peinlich: Mit einer Panne zieht Nettie alle Blicke auf sich und landet sogar im Internet. Und plötzlich steht ihr Leben kopf – selbst der Popstar Jamie Westlake wird auf sie aufmerksam. Nettie blockt jede Annäherung ab, zu groß ist ihre Angst vor Nähe – doch sie hat ihre Rechnung ohne die Liebe gemacht.



Kein Jahr ohne Karen Swans Weihnachtsbücher! 

Und mein erstes Buch von ihr als Rezensionsexemplar. Aber schon auf den ersten Seiten bereute ich es fast, ich fühlte mich steinalt. Als Teenager war jeder Sonntagnachmittag, den man zuhause vor dem Radio verbrachte und die Hitparadensongs auf Kassette aufnahm, ein Highlight. Im Job erlebte ich hautnah die Umstellung von LPs auf CDs mit. In meinen 20ern machte man ein Treffen entweder direkt ab, wenn man einander sah oder rief per Festnetztelefon an. Einladungen kamen per Briefpost und nicht per SMS. Und dann schlage ich diesen Roman auf und mich erschlägt es fast mit Modernität - man twittert, mailt, schreibt SMS. Sachen wie Ice Bucket Challenge, Owling, Planking und mehr sind die neuen Highlights und wenn man nicht täglich twittert, instagramt oder pinterestet, ist man niemand. CSR und Meme. Bitte, liefert doch gleich ein Wörterbuch mit.

Ich war also ziemlich entsetzt, als ich von dem #BlueBunnyGirl las, dem blauen Riesenkaninchen, das eine Eisbahn runterschlitterte - und wähnte mich während den ersten Seiten in einem Jugendroman. Das Filmchen der unabsichtlichen Schlitterpartie landet bei Twitter und "bäm" gehts los: Von ihrer Freundin Jules lässt die 26jährige Nettie, die im Kostüm des Kaninchens steckt, sich breitschlagen, jeden Tag bis Weihnachen etwas Verrücktes zu tun; nur damit sie Popstar Jamie als Follower nicht verliert. Und auch ihren Job nicht. 

So starten sie eine 12-Tage-bis-Weihnachten-Challenge und Nettie wird zum Blue Bunny Girl. In kürzester Zeit ist alles viral: die mobile Obsession der heutigen Zeit. Zwei junge Frauen, viel Social Media - was macht man nicht alles um die Hashtag-Liste anzuführen!

Ja, auch ich nutze Facebook, bin seit einem halben Jahr bei Twitter und blogge sogar. Doch was soll diese Social Media-Besessenheit und das Kämpfen um möglichst viele Follower in einem Weihnachtsroman? Das wollte für mich nicht richtig passen und ich ärgerte mich von Seite zu Seite mehr. Ich war wirklich haarscharf dran aufzuhören, doch dann lernte Nettie Jamie kennen. Und plötzlich machte alles Sinn. 

Langsam, aber stetig und ganz leise und fein veränderte sich meine Wut von Zeile zu Zeile in Neugier und Wohlwollen: Sarah Morgan hat mich kalt erwischt. 

Wunderbar schreibt sie von der scheuen Nettie, die ich zwar manchmal immer noch überempfindlich und grundlos verschlossen empfand, aber der bodenständige, sich kümmernde Jamie wog das auf. Natürlich kam es zu den üblichen Krisen, aber trotzdem entwickelte die Autorin diesen Roman grossartig. 

Nettie bewahrt nämlich ein Geheimnis, und die Autorin wirft jeweils nur kleine Brosamen hin - ja mein Gott, Nettie hätte sicherlich darüber reden können, und ja, es nervte mich, dass sie es nicht tat, aber die kleinen Einschübe/Hilfen kommen zur rechten Zeit. Und endlich nahmen die diversen Challenges nicht mehr so viel Platz ein. 

So entsetzt ich am Anfang war, so begeistert bin ich am Schluss. Auch wenn ich bis zum Ende die vielen Challenges und Internet-Fremdwörter mit ihren neumodischen englischen Namen doof und too much fand, die Liebesgeschichte wie auch Netties Geheimnis haben mein Herz berührt und ich konnte kaum mehr aufhören zu lesen. Nachts um 2:00 Uhr legte ich schweren Herzens und vernünftigerweise das Buch zur Seite, nur um tags darauf bei der erstbesten Möglichkeit die letzten Seiten in Angriff zu nehmen. Keine Musik als Begleitung, kein Kaffe oder Tee dazu, keine Doppelkekse wie sie in Netties und Jules Büro rumliegen und keinerlei Ablenkung, ich wollte nur noch zu Ende lesen. Erst als ich es ausgelesen hatte, eine Runde geseufzt, da machte ich es wie im Buch und gönnte mir eine Tasse Tee. 

Von Karen Swan wünschte ich mir schon lange, dass sie endlich mal ohne Luxusweibchen als Protagonisten auskommt und normale Figuren erschafft. Mit "Winterglücksmomente" ist ihr das gelungen. Die Autorin nimmt sogar Themen auf, die alles andere als chic sind und über die kaum gesprochen und geschrieben wird. Leider wird dies alles erst gegen Mitte des Romans oder noch später offensichtlich. Auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass einige Leser wie ich versucht sind, das Buch bereits im ersten Viertel abzubrechen, bleibt dran, es lohnt sich! 

Karen Swan ist es gelungen, einen witzigen, teilweise überspitzten, dennoch leisen Roman abzuliefern, der mit zwei tiefgründigen Themen (die ich hier nicht nennen möchte, um nicht zu viel vorwegzunehmen) versehen ist, die es Wert sind, gelesen zu werden - absolut passend zur Weihnachtszeit.

Fazit: Ein Angsthase im Hasenkostüm erobert zuerst Jamies und viel später auch mein Herz. Alles wird gut, mit einer Tasse Tee sowieso. Lasst euch begeistern von "Christmas on Primrose Hill"!
4.5 Punkte. 

Mittwoch, 16. November 2016

Jane Austens Geheimnis von Charlie Lovett

Klappentext:
Sophie Collingwood liebt Bücher, vor allem die von Jane Austen. Ihrer Leidenschaft kann sie auch beruflich nachgehen: als Angestellte in einem Londoner Antiquariat. Dort versucht sie für ihre Kunden noch die obskursten Werke aufzutreiben – wie beispielsweise „Ein kleines Buch allegorischer Geschichten". Für diese Sammlung erbaulicher Erzählungen aus dem Jahr 1796 gibt es gleich zwei Interessenten. Was Sophie nicht ahnt: Das schmale Bändchen birgt den Schlüssel zu einem Geheimnis um Jane Austens Meisterwerk “Stolz und Vorurteil”. Und plötzlich wird aus der Suche nach einem vergessenen Buch ein höchst gefährliches Abenteuer … Ein bezaubernder Roman um alte Bücher, junge Liebe und den Charme von Jane Austen! 

Ich mag Geschichten, die über die Person Jane Austen und ihre Bücher geschrieben werden. Im vorliegenden Roman geht es um beides. 

In der einen Geschichte erleben wir Jane Austen, wie sie sich mit dem 80jährigen Reverend Mansfield anfreundete und sich von ihm inspirieren liess. 

In der Parallelgeschichte geht es um die junge Sophie, die in der Nähe von Oxford lebt, in der Christ Church Bibliothek arbeitet, aber nach dem Tod ihres Onkels Bertram nach London zieht und in einem Bücherantiquariat eine Stelle annimmt. Dort bekommt sie gleich von zwei Kunden den Auftrag, eine Zweitauflage eines kleinen Büchleins von 1796 zu suchen. Als ihr kurz darauf gedroht wird, ist sie definitiv davon überzeugt, dass der Tod von Onkel Bertram nicht einfach ein Unfall war und beginnt zu ermitteln. 

Jane Austens fiktive Geschichte ist toll und warmherzig erzählt. Beim Lesen wünschte ich mir, dass Jane tatsächlich so einen Mentor gehabt hätte - die zwei haben trotz enormen Altersunterschied hervorragend miteinander harmoniert und ich hätte liebend gerne einen ganzen Roman nur über diese aussergewöhnliche Mentorenbeziehung gelesen. Dieser Teil für sich gesehen hätte 5 Punkte verdient. 

Leider wurde die Geschichte immer wieder durch die Gegenwartsgeschichte rund um Sophie unterbrochen. Mit Sophie wurde ich nicht warm. Sie ist naiv im Umgang mit den Männern, weiss generell nicht was sie will und scheint oberflächlich. Einzig die Beziehung zum Onkel war von Wärme und Zuneigung geprägt. Die Entwicklung der Sophie-Geschichte brauchte viel zu lange und wären nicht die interessanteren Austen/Mansfield-Einschübe gewesen, ich hätte abgehängt. 

Während 1796 alles passte, gab es in der Gegenwart viele Fragezeichen. Gewisse Vorkommnisse  oder Verhaltensmuster passen schlicht nicht in unsere Zeit, da muss der Autor zu sehr im 18. Jahrhundert festgesteckt zu haben. Sophies Vater zum Beispiel, ein komischer Kauz: Seine Beziehung zu seinem Bruder Bertram hab ich nicht wirklich verstanden, falls da überhaupt eine Beziehung war. Der Vater ist kalt, fremd und abweisend, er fragt nicht mal nach, ob Sophie zumindest eine Handvoll Bücher auswählen möchte und gibt alle weg. Ja, anno 1800 würde ich durchaus verstehen, wenn Töchter nicht nach ihrer Meinung gefragt werden oder wenn alles verscherbelt wird. Aber nicht im Jahr 2016.

Fazit: Gemischtwarenladen lässt grüssen. Weniger wäre mehr - Janes Geschichte hätte gereicht und überzeugt. Der Gegenwartskrimi hingegen war schal. 
3.5 Punkte.

Dienstag, 15. November 2016

Verlagsbesuch bei Diogenes

Wer kennt sie nicht, die weissen - okay, einigen wir uns auf helle - Buchcover, die schlicht nur mit Titel und Name des Autors und einem kleinen Bild versehen sind?

Seit Jahren ändert sich ausser der Helligkeitsstufe des Umschlags nichts am Layout und so haben Diogenes-Bücher einen sehr hohen Wiedererkennungs-wert. Der Verlag wurde 1952 gegründet und hat namhafte Autoren wie Paulo Coelho, Patrick Süsskind, John Irving, Martin Walker, Donna Leon und Petros Markaris im Programm. 


Da während dem "Zürich liest"-Festivals eine Handvoll deutsche Blogger gerade in Zürich weilte , wurden sie und einige Schweizer Bloggerinnen von Diogenes zum Verlagsbesuch eingeladen. 
Neben  Bettina Schnerr vom Blog Bleisatz, Monika von Adibuma und ich trafen wir unsere Kollegen aus Deutschland (Friederike von Die Buchbloggerin, Janine von kapri-zioes, Mara von Buzzaldrins Bücher, Sarah von Pinkfisch und Uwe von Kaffeehaussitzer) am Freitagmorgen an der Sprecherstrasse. Susanne Bühler, die bei Diogenes für Werbung/Online und für uns Blogger zuständig ist, begrüsste uns mit Kaffi, Gipfeli und Ufsteller (Spezialität einer Zürcher Bäckerei: Weggli-ähnliche Brötli mit Schoggi)Auch Pressechefin Ruth Geiger und Personalleiterin Franziska Liechti gesellten sich dazu und die drei begeisterten Frauen erzählten uns die Geschichte des Verlags und einige Anekdoten ihrer Erlebnisse mit Verlagsgründer Daniel Keel.

©Bettina Schnerr
Wir hätte noch lange lauschen können, doch die Zeit drängte für die Hausbesichtigung. Zuerst ging es auf die andere Strassenseite, in den berühmt-berüchtigten Diogenes-Keller. Ein Keller voller Bücher würde an sich schon begeistern. Doch zuerst konnten wir uns kaum sattsehen an der Autorenwand, an der sich die hauseigenen Autoren mit Autogramm verewigt haben. Irgendwann rissen wir uns los und schauten uns weiter um. Sämtliche Diogenes-Bücher in verschiedenen Ausgaben - herrlich! 


Vom Keller ging es ganz nach oben unter die Dachschrägen. Dort im Archiv stapeln sich viele Bildbände, die für Recherchen oder Coverideen gebraucht werden. Sie wurden gebraucht - die vielen Post-its belegen es. Eine Etage tiefer zeugen  Farben, Scheren, Lösungsmittel, Lineale und die langen Tische im Herstellungsatelier davon, dass auch im Computerzeitalter nach wie vor viel Wert auf Handarbeit gesetzt wird. 



Einen vielfältigen Einblick bekamen wir in der Lizenzabteilung. Im Bücherregal standen unzählige anderssprachige Ausgaben der Diogenes-Autoren. Bei Büchern mit fernöstlichen Schriftzeichen darauf war es sehr spannend zu rätseln, um welches Buch es sich handeln könnte. 
Mir hat es ein Donna Leon-Spiel von Ravensburger angetan - das ideale Geschenk für Brunetti-Liebhaber (Weihnachten kommt bald, denkt an die Geschenke!). 



Weiter ging es zur Lektorin Anna von Planta, die u.a. vom Nachkochen der Gerichte aus Martin Walkers Kochbuch plauderte und mit Sarah über neuentdeckte Autoren diskutierte. Unsere letzte Station war das Büro des Vertriebsleiters Ulrich Richter, bei dem unzählige signierte Bücher im Regal stehen. Auch er berichtete uns von seiner spannenden Arbeit. 

Nach einem letzten Blick ins Treppenhaus, in dem von oben nach unten in einer Zeitachse geschichtsträchtige Schriftsteller wie Homer und sämtliche Diogenes-Autoren auf Fotoposter abgebildet waren, verarbeiteten wir unsere Eindrücke im Sitzungszimmer mit Kaffi und Kuchen. Es war bereits mitten am Nachmittag als wir uns verabschiedeten. 


Draussen traf ich nochmals auf Anna von Planta, die von ihrer späten Mittagspause zurück kam und mit der ich mich noch ein wenig unterhielt - eine spannende, begeisterte und begeisternde Frau. Genau so wie all die Mitarbeiter, die mir an diesem Tag begegnet sind! Mir bleibt auffällig positiv in Erinnerung wie leidenschaftlich sie alle von ihrem Arbeitgeber und Arbeitsplatz und ihrer Liebe zu Bücher sprechen!




Herzlichen Dank, dass ihr uns an eurem Arbeitsalltag teilnehmen lassen habt! 






Montag, 14. November 2016

Montagsfrage 14.11.2016


Wie viele Bücher hast du dieses Jahr bereits gelesen und welche sind deine drei Favoriten?

Bis und mit jetzt sind es 120 Bücher, bis Montagmittag werden es 121 sein. Bin gerade auf den letzten Seiten von "Winterglücksmomente" und wenn ich nicht schon um 6:45 aufstehen müsste, würde ich es diese Nacht noch auslesen. 

Das Jahr ist ja noch nicht zu Ende und es könnten noch weitere Favoriten dazu kommen. Auf drei Stück beschränken finde ich aber jetzt schon schwierig und deshalb nenne ich heute nur Romane und keine Krimis. 

Meine bisherigen drei 2016-Favoriten sind: 



- "Ist die Liebe nicht schön?" von Carmel Harrington

- "Die sieben Schwestern" von Lucinda Riley (wobei dieses Buch ja Teil einer Serie ist, die ich garantiert auch unter meinen besten 2016-Serien einordnen werde; die Vorstellung der Serie findet ihr in meinem Post vom 8. März und heute erscheint übrigens der dritte Teil "Die Schattenschwester"!)

- "Rosmarintage" von Silke Schütz


"Honigtöchter", "Zimtsommer", "Wie Himbeeren im Sommer" sowie die "Puffin Island"-Serie von Sarah Morgan und die "Rose Harbor"-Serie von Debbie Macomber gehören aber auch zum Favoritenkreis. 

Kennt ihr meine Favoriten? Wenn ja, dürft ihr mir gern eure Meinung dazu unter die jeweiligen Rezensionen schreiben :-) Und welche drei Bücher haben in den bisherigen 10 1/2 Monaten von diesem Jahr euer Herz erobert? 

Hm, schon fast 2:00 Uhr und ich überlege mir nun ernsthaft, das Buch von Karen Swan noch auszulesen und am Morgen entsprechend viel Kaffee zu benötigen, oder doch vernünftig sein und wenigstens knapp 5 Stunden Schlaf zu bekommen. Gestern habe ich irgendwo noch einen Spruch gelesen über Augenringe wegen nächtelangem Lesen..... Passt. Zumindest in ein paar Stunden ;-)

Freitag, 11. November 2016

Für immer und einen Weihnachtsmorgen von Sarah Morgan (Puffin Island 3)

Klappentext:
Skylar hat noch nie verstanden, warum der TV-Historiker Alec von allen verehrt wird. Schließlich macht er keinen Hehl daraus, dass er sie nicht mag. Doch als das Schicksal ihr am Ende des Jahres dazwischenfunkt, muss sie Heiligabend ausgerechnet mit ihm verbringen. Und bald stellt Skylar fest: Nicht nur seiner Familie gelingt es, ihr Herz zu berühren. Auch Alec zeigt eine andere, zärtliche Seite von sich. Hat sie sich in ihm getäuscht? Oder ist es nur die verschneite Schönheit von Puffin Island, die sie auf ein Fest der Liebe hoffen lässt?



Puffin Island im Schnee - doch zuerst begleiten wir Skylar zu ihrer Ausstellung nach London. Da Alec Hunter gerade in London weilt, schickt Brittany ihn als "Vertretung" zur Vernissage. Dass Skylar und Alec nicht auskommen ist bekannt. Dennoch rettet Alec Skylar aus einer blöden Situation mit ihrem Verlobten Richard und nimmt sie mit zu seinen Eltern. Das sorgt für einige (für den Leser witzige) Missverständnisse. Alec hat Angst, dass es Skylar zu langweilig ist, aber alleine in London lassen will er sie nicht. Sky ist total begeistert vom Haus, den Hunden und seiner Familie - sie wird herzlich empfangen. 

Die Hunters feiern die Adventszeit so, wie Skylar es sich von Kindesbeinen an in ihren Träumen wünschte, bisher aber noch nie erlebt hat. Ihren Eltern geht es nur um Geld und Einfluss und statt ein persönliches kleines Weihnachtsfest im Kreise der Verwandten werden einflussreiche Persönlichkeiten eingeladen. Umso mehr geniesst Skylar die winterlichen Tage in den Cotswolds. Viel zu schnell sind sie vorbei und Alec und Skylar machen sich auf den Weg Richtung Flugfafen. Skylar muss zu ihrer Familie nach New York und Alec möchte Weihnachten arbeitend in seinem Haus auf Puffin Island verbringen.

Sarah Morgan hat im dritten Teil der Puffin Island-Serie erneut überzeugt. Mir hat sehr gefallen, dass sich in diesem Band nicht alles (zwar immer noch oft, aber nicht mehr fast ausschliesslich wie in den ersten beiden Teilen) in der Horizontale abspielt, sondern viel über Emotionen diskutiert wird und die Beziehungs-Traumas der beiden Protagonisten genau aufgearbeitet werden:

Skylar will ihren Eltern gefallen und rebellliert nicht wirklich. Erst mit Unterstützung ihrer Freunde und der Begegnung mit Alecs Familie steht sie für sich ein. Dass Richard nicht zu ihr passt, ist ihr schon lange klar. Sie wird und wurde weder von ihren Eltern noch Richard geschätzt und respektiert. Sie ist nur ein hübsches Accessoires, das sich unterordnen soll. Als Künstlerin erfolgreich, doch ein Nichts in den Augen ihrer Familie. Ein Schlüsselsatz, der viel aussagt: "Da war die eine Frage, die ihre Mutter ihr nicht gestellt hatte... Sie hatte nicht einmal gefragt, wie es ihrer Tochter ging."

Doch auch Alec ist verletzt, seine Ex-Frau passte so gar nicht zu ihm und in diesem Band enthüllt Sarah Morgan endlich die ganze Story um diese katastrophale Ehe, die in den vorherigen Büchern schon angedeutet wurde. 

Auf den ersten Blick sind Skylar und Alec extrem unterschiedliche Typen, auf den zweiten Blick sehen sie, dass sie eigentlich ganz ähnliche Ansichten und Wünsche ans Leben haben: die Freiheit, den Beruf auszuüben, für den sie sich entschieden haben und die Person sein dürfen, die sie sind, ohne Erwartungshaltungen anderer zu erfüllen. Die Autorin behandelt die Themen Respekt, Talent und Achtung des Gegenübers. 

Brittany und Emily und alle anderen Bekannten von Puffin Island sind auch in "Für immer und einen Weihnachtsmorgen" anzutreffen, alle sind hier passende Nebenfiguren. 

Nach "Einmal hin und für immer" dachte ich, es sei schwer das Buch zu toppen. Aber dieser dritte Teil hat es geschafft: es ist ein wunderbarer Abschluss der Puffin Island-Serie.

Fazit: Verdientes Finale mit viel Schnee und Gefühl  - ein schöner Abschluss, der einen in weihnachtliche Stimmung versetzt und somit die perfekte Dezemberlektüre!
5 Punkte. 

Vielen Dank an Mira Taschenbuch Verlag!

Reihenfolge: 
Prolog: Zwischen Vernunft und Sinnlichkeit
Band 1: Einmal hin und für immer
Band 2: Für immer und ein Leben lang
Band 3: Für immer und einen Weihnachtsmorgen