Sonntag, 10. Mai 2020

Krimi: Spur der Schatten von Gil Ribeiro (Lost in Fuseta 2)

Klappentext:
»Ich habe das Gefühl, ich bin jetzt angekommen«, hatte Leander Lost schwer verletzt, aber glücklich zu seinen neuen portugiesischen Kollegen gesagt, nachdem sie in ihrem ersten gemeinsamen Fall den schmutzigen Geschäften eines Wasserversorgers an der Algarve auf die Schliche gekommen waren – und nachdem Lost endlich verstanden hatte, wie man einen gelungenen Witz macht. So stürzt sich der schlaksige Deutsche und Asperger-Autist gemeinsam mit den Sub-Inspektoren Graciana Rosado und Carlos Esteves in die Ermittlungen um eine verschwundene Kollegin – zumal er fasziniert ist von der Tochter der Verschwundenen, die ähnlich eigenwillig auf die Welt zu blicken scheint wie er.


In Leander Losts zweiten Fall an der Algarve wird eine Polizistin von der Guarda Nacional vermisst. Während alle noch warten wollen mit einer Suche nach Teresa, weiss Graciana, dass etwas passiert sein muss.

Denn Teresa würde nie ihr Handy daheim liegen lassen. Nur schwer kommt die Kommissarin und ihr Team voran. Sie drehen sich im Kreis und haben lange keine Ahnung, welches Motiv für Teresas Verschwinden überhaupt vorliegt. Eigentlich brauchen sie alle Mitarbeiter für diesen Fall, aber zeitgleich sollen sie einer angolanische junge Frau Personenschutz geben, die in Kürze in Lissabon eine Rede halten soll. 

Das Kommissariat bekommt in diesem Teil eine neue Chefin, Cristina Sobral. Eine Spanierin wie Miguel Duarte. Sie lernt ihre Mitarbeiter gut kennen und arbeitet sich schnell ein. Auch Leander Lost scheint sich wohl zu fühlen in seinem Team mit Graciana und Carlos; die beiden verstehen seine Eigenart immer besser. Lost trifft in Eva, der Tochter der Vermissten, auf Seinesgleichen, was weitere Einblicke in das Leben von Asperger gibt. 

Lost probiert aber auch Neues aus, versucht sich in rhetorischer Kommunikation, Wortmüll für ihn, aber nützlich wie er zu verstehen glaubt. Soraia, Gracianas Schwester, wird immer wichtiger für ihn. Doch er muss erst noch herausfinden, was das genau für ein "Gefühl" ist. 

In den Beschreibungen des Autors bekommen die Leser derweil ein Gefühl für die portugiesische Lebensart, ihre Mahlzeiten und die Landschaft geboten.

Den Fall selbst fand ich nicht so spannend wie noch der erste in "Lost in Fuseta". Das Thema, dass sich erst gegen Ende heraus kristallisiert, interessiert mich nicht sehr in Kombination mit einem Krimi. "Spur der Schatten" überzeugt aber vor allem von der Zusammenarbeit Policia Judicario und ihren eigenwilligen Charakteren. 

Fazit: Ein nicht so interessanter Fall, dafür umso stärkere Figuren machen diesen zweiten Teil lesenswert.  
4 Punkte. 



Freitag, 8. Mai 2020

Dein Lächeln um halb acht von Laura Jane Williams

Klappentext: 
Normalerweise nimmt die Londonerin Nadia die 7:30-U-Bahn – es sei denn, sie verschläft oder übernachtet bei ihrer Freundin Emma oder es kommt eben sonst irgendetwas dazwischen. Schließlich ahnt Nadia nicht, dass Daniel jeden Morgen auf sie wartet, seit er sie in einem mit Kaffee bespritzten Kleid gesehen und sich nicht getraut hat, sie anzusprechen. Dann entdeckt Nadia eines Tages eine Anzeige in der Zeitung: »An die hinreißende Frau mit den Kaffee-Flecken auf dem Kleid: Ich bin der Typ, der immer in der Nähe der Tür steht und darauf hofft, dich wiederzusehen. Lust auf einen Drink?« Nach einer schweren Enttäuschung glaubt Nadia nicht mehr so recht an die Liebe, trotzdem stimmt sie nach einigem Zögern einem Treffen in einer Bar zu. Doch kurz bevor sie eintrifft, wird Daniel zu einem familiären Notfall gerufen.


Montagmorgens um 7:30 Uhr steigt Nadia in die Northern Line der Londoner U-Bahn. Manchmal auch Dienstags. Je fortgeschrittener die Woche, je weniger oft schafft sie es. Und wenn sie es schafft, dann oft nur sehr knapp und sie merkt dabei nicht, wie ihr jemand die Tube-Türe offen hält. 

Dieser jemand ist Daniel, der die hübsche Unbekannte kennenlernen will. Eines Morgens im Büro erhält Nadia von ihrer Freundin eine Nachricht: "Damit bist sicher du gemeint" - eine Anzeige in Missed Connections trifft genau auf Nadia zu. Die will erst nichts davon wissen, ist aber doch irgendwie geschmeichelt und gibt sich noch mehr Mühe, morgens die U-Bahn zu erwischen. Das klappt nur noch selten und so sieht sie Daniel nicht, da bringt es auch nicht viel, dass sie sich traute zu antworten. Sie wollen einfach nicht mehr aufeinander treffen. 

Dabei wären sie so oft zur gleichen Zeit am selben Ort. Und verpassen sich dabei immer. Am Anfang fiebert man als Leser mit und hofft, dass sie sich endlich erkennen. Je länger diese verpassten Dates andauern, zieht es sich hin und wird fast schon mühsam. Es geht zu lange, bis die Autorin die Kurve bekommt und endlich Erbarmen mit ihren Charakteren hat.

Nadia und Daniel werden so beschrieben, dass man merkt, dass sie gut zusammen passen, und kamen beide nett rüber. Nadias Freundinnen Gaby und Emma hingegen mochte ich nicht so, zu viel jugendliches Dirty Talking kombiniert mit feministischen Ansichten. Es hörte sich zu aufgesetzt an, aber anscheinend unterhalten sich Millenials in London auf diese Art und Weise - vielleicht finden das Leserinnen unter 30 nicht so nervig und überflüssig wie ich. 

Lorenzo, Daniels Mitbewohner, hat diesbezüglich gewisse Ähnlichkeiten mit den beiden Freundinnen, wenn auch auf eine ganz andere Art. Am besten gefiel mir Romeo, ein sympathischer Typ. Bei ihm dachte ich immer, da müsse noch ein Haken sein - aber er fiel wohl vor allem deshalb auf, weil er am normalsten beschrieben wurde und in der hippen Grossstadt-Szenerie fast schon altmodisch wirkte. Daniel wurde leider oft zu sentimental und zu sehr als Muttersöhnchen dargestellt, das hatte er nicht nötig. Nadia wirkt teilweise zu passiv.

Der Titel und Klappentext hörten sich vielversprechend an, doch diese sommerliche Lovestory wirkt im Gegensatz zu "Love to Share" wenig charmant, wohl wegen der gewählten Sprache der Nebenfiguren. Nadia und Daniel waren da viel poetischer und weniger verrucht unterwegs. 

"Dein Lächeln um halb acht" ist eine nicht so romantische Komödie, dafür extrem modern. Es geht um völlig unwichtig Club-Mitgliedschaften, hochdotierte Jobs (Consulting, Labor für künstliche Intelligenz) für junge Menschen, die sich dann auch locker ans Geld ausgeben machen, sich schnell mal fünf Drinks für 500 englische Pfund leisten und so Zeugs. Diese Szenerie fand ich befremdlich, Nadia und Daniel wollten da auch nicht richtig rein passen, da sie oft zu gut für diese Welt dargestellt werden. 

Fazit: Mir oft zu jugendlich und zu modern, mittendrin zu langgezogen, das Ende nett, weshalb ich aufrunde auf 3.5 Punkte. 


Donnerstag, 7. Mai 2020

Krimi: Kretischer Abgrund von Nikos Milonas (Michalis Charisteas 2)

Klappentext:
Ein heißer Sommer auf Kreta und Kommissar Michalis Charisteas ist einem kaltblütigen Mörder auf der Spur – der zweite Band der Kreta-Krimiserie von Nikos Milonás Es ist der heißeste August seit langem. Selbst für uns Kreter, denkt Kommissar Michalis Charisteas mit einem mitleidigen Blick auf seine deutsche Freundin Hannah, die das erste Mal im Hochsommer in der Hafenstadt Chania zu Besuch ist. Bis er selbst bei 40 Grad im Schatten ermitteln muss. In der bekannten Samaria-Schlucht wurde eine junge Frau ermordet aufgefunden. Ein Eifersuchtsdrama, wie es scheint, und schnell ist ein Verdächtiger ohne Alibi verhaftet. Zu schnell für Michalis’ Geschmack. Doch spätestens als es einen weiteren Toten gibt, dieses Mal im beschaulichen Paleochora, wird klar, dass sich auf der Insel etwas ganz anderes in tödlicher Gewalt entlädt.


Oliven im Mund, Anna Vissi auf den Ohren und "Kretischer Abgrund" vor den Augen - während ich den Krimi lese, spüre ich die Hitze flimmern, auf Kreta in diesem August.

Autor Nikos Milonas (Pseudonym von Frank D. Müller) nimmt uns Leser wieder mit auf die griechische Insel und bringt uns die Lebensart der Kreter sowie die eindrückliche Landschaft näher. Aber auch Probleme der Inselbewohner werden in diesem spannenden Krimi mit einbezogen. Durch die vielen Schauplätze dieses zweiten Bandes erlebt man Kreta fast so, als ob man vor Ort ist, erinnert sich an eigene Erlebnisse, die man auf der beliebten Urlaubsinsel hatte oder kommt in Dörfer, die man selbst noch nie besucht hatte, auch wenn man bereits öfters auf Kreta war. 

Hier auf Kreta hat Athenerin Meropi jemanden kennen und lieben gelernt und will deshalb ihren eifersüchtigen Verlobten Jannis verlassen. Doch so weit kommt es nicht, denn nun liegt sie erschlagen in der Samariaschlucht. Das Team stösst bei ihrer Bergung an seine Grenzen. Michalis Charisteas und Pavlos Koronaios werden die nächsten Tage noch darunter leiden: starker Muskelkater, Blasen an den Füssen und ein kaputter Lift in der Mordkommission. 

Allzu oft sind sie zum Glück aber nicht im Polizeigebäude, sondern unterwegs - zum Beispiel nach Sougia, wo die Firma Psareus, bei der Meropi arbeitete, eine Zweigstelle, ein Büro hat. Oder auch nach Paleochora, hier will Psareus eine grosse Fischfarm realisieren. Aquakulturen sind schlecht für die Umwelt, weswegen die Firma vielen Projektgegnern gegenübersteht. Immerhin könnte man in Heraklion den Kollegen aus Chania Arbeit abnehmen, doch die Polizei in der Inselhauptstadt ist unterbesetzt. 

Es wird also nicht langweilig für die Kommissare, was Charisteas bedrückt, denn seine Freundin Hannah ist nur noch wenige Tage auf der Insel, bevor sie wieder nach Deutschland zurück fliegt. Ihnen beiden bleibt nicht viel gemeinsame Zeit, denn auch in Charisteas Familie ist einiges los.

So ist der Kreta-Krimi auch für uns Leser nicht öde. "Kretischer Abgrund" hat mich sehr gut unterhalten, ich mag Michalis Familie immer mehr und auch Koronaios finde ich sympathischer als noch im ersten Band. Ohne Sekretärin Myrta geht nichts, sie entpuppt sich als Herz des Präsidiums. Charisteas spürt und sieht an Tatorten viel, was andere nicht beachten würden. Seine Kollegen schätzen seine Art immer mehr, denn sie merken, dass diese Beobachtungen wichtig für die laufenden Ermittlungen sind. Und so ist und bleibt der Krimi bis hin zur letzten Seite fesselnd. 

Fazit: Ob unterwegs auf den Strassen oder Tavli spielend und Raki trinkend im Kafenion - Charisteas und Koronaios ermitteln fast rund um die Uhr in diesem packenden zweiten Fall. 
4 Punkte. 


Reihenfolge:

#litlovetalk Mai 2020



Wir stellen euch von Januar bis November 2020 - bis zur lit.love 2020 - monatlich an jedem 7. Tag (also heute am 7. April, am 7. Mai, am 7. Juni, etc.) eine Frage zu Romanen, die von lit.love-AutorInnen geschrieben wurden. 

Wir freuen uns, wenn ihr sie gemeinsam mit uns beantwortet. Entweder per Kommentar, auf euren Blogs oder Social Media Kanälen. Verwendet dabei den Hashtag #litlovetalk - so heisst unsere Aktion, die die Wartezeit zur nächsten lit.Love verkürzen soll. Die Links zu euren Antworten auf euren Blogs dürft ihr gerne in den Kommentaren verlinken. 


Kommen wir zur Mai-Frage:  




Naja, da bin ich ein bisschen zwiegespalten. 

Denn bisher hab ich noch kein Buch der eingeladenen Autoren gelesen, nicht grundsätzlich, aber ich fand sie bisher nicht interessant genug, um sie zu lesen. 

Aber genau deshalb dürfen Autoren gerne auch eingeladen werden, vielleicht habe ich nach einer besuchten Veranstaltung auf der lit.Love plötzlich Lust, den einen oder andern Titel doch noch zu lesen. Genau wie es mir auch bei Autorinnen passiert - da mache ich keinen Unterschied. 

Das Problem ist nur: das Programm ist so vielfältig und oft muss man sich zwischen drei gleichzeitig laufenden Veranstaltungen entscheiden. Bisher haben mich die  Veranstaltungen mit den Autorinnen mehr angelacht, weswegen ich glaubs auch noch keinen Talk besuchte, bei denen die Autoren mit diskutiert haben. 

Gehört habe ich sie aber, die Männer - besonders letztes Jahr hörte man immer wieder grosses Gelächter durch die Räume ziehen, auffallend immer dann, wenn Herr Kaminer dabei war :-) Vielleicht lese ich tatsächlich irgendwann noch ein Buch von ihm, oder von Michel Birbaek, wer weiss. Oder besuche an einer der nächsten lit.Love's Veranstaltungen, bei denen die eingeladenen Autoren dabei sind. 

Jetzt kommen wir zum "aber": 

Aus einigen Literaturkreisen heisst es ja immer wieder, man solle mehr Frauen lesen. Deshalb könnte die lit.Love von mir aus auch in Frauenhand bzw. in den Autorinnenhänden bleiben. Da könnte die lit.Love noch mehr zeigen, schaut mal, was die Autorinnen alles können, wissen, schreiben, wie sie recherchieren, berühren und wie breit gefächert ihre Werke sind - auch wenn das Thema Liebe übergeordnet ist (aber da Liebe ja schon in jedem Krimi auftaucht, macht das für mich eh kein Unterschied). 

Frauen zu lesen, ist für mich kein Problem, das tue ich sehr oft und gerne. Für all jene jedoch, die das #wirlesenfrauen fordern, aber das Gefühl haben, es gäbe zu wenige Autorinnen auf dieser Welt, wäre die lit.Love das perfekte Lesefestival, denn hier präsentieren sie sich und ihre Werke, die sich sehen und vor allem lesen lassen können. 

Ob jetzt Autoren dabei sind oder nicht, für mich ist es okay wie es ist. Ob mit oder ohne: vielleicht ist es ja wie ihm richtigen Leben: es geht ganz gut ohne, aber manchmal ist mit auch ganz spannend ;-) 



Was meint ihr zu dieser schwierigen Frage - wollt ihr mehr Autoren auf der lit.Love oder sollen die Autorinnen unter sich bleiben? 


Damit es für euch einfacher ist passende Bücher zu finden, findet ihr hier die Autorennamen:





Hier findet ihr weitere Antworten auf die heuteige #litlovetalk-Frage:

Dienstag, 5. Mai 2020

Die Zeit der Glühwürmchen von Patricia Koelle (Inselgärten 1)

Klappentext:
Es sind Bilder von Glühwürmchen, Schmetterlingen, Bienen und Libellen auf einem alten, wunderschön gearbeiteten Sekretär, die Journalistin Taru und die junge Studentin Remy dazu inspirieren, ihren Traum zu verwirklichen. Da diese zarten Insekten in der heutigen Zeit bedroht sind, wollen die beiden Frauen einen Garten bauen, um all den selten gewordenen Lebewesen ein Zuhause zu geben. Auf der Insel Rügen planen sie einen magischen Ort, der seinen Zauber entfaltet und Kraft spendet. Aber wird es ihnen gelingen, andere Menschen mit ihrer Idee zu berühren? Taru und Remy müssen ihr Herz öffnen, um den Inselgarten zum Leben zu erwecken.


Nachdem mir eine Freundin von den Büchern von Autorin Patricia Koelle vorgeschwärmt hat, hab ich mir vorgenommen diese zu lesen. Als erstes griff ich zu Koelles neuem Roman "Die Zeit der Glühwürmchen". Es ist der erste Band der dreiteiligen Inselgärten-Serie, deren weitere Bände in den nächsten Monaten erscheinen, die man aber trotzdem als Stand-Alone lesen kann.

Wir lernen zuerst die 50jährige Journalistin Taru Favonius kennen, die sich nicht mehr über ihren kleinkarierten Chef ärgern will und, mit dem Kopf voller Ideen für tolle Artikel, die Reissleine zieht. Nach Jahren des Reisens geniesst sie ihr Häuschen im Grünen, ihren Garten, die Schafe und ihre beiden Nachbarskinder. Philea liebt Meeresschmetterlinge und Memo hinterlässt gerne Post-its auf allen möglichen Dingen und schreibt darauf, was diese Dinge auch sein könnten. Bald stösst auch Jara, die mondscheinkranke Nachbarin von der anderen Seite, dazu. Zusammen konkretisieren sie einen Mondgarten, der Jara ermöglicht Blütenpracht zu erleben und der Taru an ihre Kindheit erinnert.

Durch ihre Tochter Kaia lernt Taru Remy kennen. Beide lieben sie Geschichten und Biologie und haben dieselben Träume einer unabhängigen Zeitschrift. Während sie versuchen diesen Traum gemeinsam zu verwirklichen, entdeckt Remy einen alten Schrank mit Bildern von Glühwürmchen und anderen Insekten drauf. Remy kennt nur einen kleinen Teil der Schrankgeschichte, doch die hat sie so berührt, dass sie versucht, alles darüber heraus zu finden. Wen wundert's - auch hinter dem Schrank, eigentlich ein Sekretär, steckt eine Gartengeschichte.

Dieser Garten ist derjenige, der im Klappentext erwähnt wird. Er führt uns zu Mervin und Clara Lerner, in die DDR im Jahre 1964. Doch auch Tarus Erinnerungen führen in die DDR und erzählen ihre berührende Lebensgeschichte. Die Geschichte von zwei Kindern, die durch Wald und Feld streifen und offen, mutig und ängstlich sind, die Natur erforschen und Geschichten leben wollen, und langsam erwachsen werden.

Mich hat nicht nur Tarus Geschichte berührt, sondern der ganze wunderbare Roman. Hier ist so enorm viel drin: viele Geschichten werden erzählt, die perfekt zusammen passen und eine herzergreifende Wärme ausstrahlen.

Bewegend wird von Baumverstecken, dunklen Seen, leuchtenden Schnecken, weissen Hirschen, Drachengiebeln und Kesselhaken erzählt. Und immer wieder von Glühwürmchen, den Namensgeber dieses wunderschönen Romans.

"Die Zeit der Glühwürmchen" ist nicht nur ein Roman für Gartenliebhaber, nein, es ist ein Buch für alle, die immer noch staunen können, um das, was um sie herum geschieht und die den Zauber der kleinen, einfachen Dinge noch immer sehen.

Patricia Koelle hat mir mit diesem Roman mein erstes Lese-Jahreshighlight gegeben und ich weiss jetzt schon, dass ich ihn ganz oft verschenken werde, damit auch meine Freundinnen diese ergreifende Geschichte erleben dürfen.

Fazit: Ein bezaubernder, wunderschöner Roman für alle, die ihre kindliche Neugier nicht verloren haben! 
5 Punkte. 


Sonntag, 3. Mai 2020

Orangenträume von Manuela Inusa (Kalifornische Träume 2)

Klappentext:
Endlich ist für Lucinda die schönste Zeit des Jahres gekommen: Wie jeden Juli besuchen ihre drei besten Freundinnen sie auf ihrer geliebten Orangenfarm im sonnigen Kalifornien. Der Plan: Orangen pflücken, die Sonne genießen, in Erinnerungen schwelgen und über das Leben und die Liebe sprechen – da gibt es zum Beispiel Jonah, den attraktiven Lebensmittelhändler aus dem Nachbarort, mit dem Lucinda sich mehr als nur eine Liebelei vorstellen könnte. Doch Rosemary, Jennifer und Michelle wissen nicht, dass die Farm kaum noch Gewinn macht und Lucinda kurz vor der Pleite steht. Als sie den Freundinnen offenbart, dass dies wohl der letzte Orangensommer sein wird, sind alle entsetzt. Doch sie fassen einen Plan, die Farm zu retten.

Was für eine schöne und tolle Story! 

Mit diesem Roman ist Manuela Inusa endgültig den Autoren-Kinderschuhen entwachsen. Manuela Inusa kann damit definitiv mit Autorinnen wie zum Beispiel Debbie Johnson oder Debbie Macomber mithalten. Die Geschichte wirkt sehr erwachsen, nicht mehr so brav wie noch die Valerie-Lane-Serie. 

Wir Leser begleiten in "Orangenträume" die vier Freundinnen Lucinda, Michelle, Rosemary und Jennifer bei ihrem alljährlichen Treffen auf Lucindas Orangenfarm. Zusammen haben sie die Schulbank gedrückt, sich zwischen den Orangenbäumen Geheimnisse vertraut und nun treffen sie sich einmal im Jahr für ein Wochenende. Um einfach mal nur wieder Freundinnen zu sein und drei unbeschwerte Tage zu geniessen. Sie alle freuen sich immer riesig auf dieses, ihnen heilige, Wochenende.

Michelle kommt aus Texas, wo sie mit ihrem eifersüchtigen Mann und ihren beiden Kindern wohnt. Jennifer aus Atlanta, wo sie als Anwältin arbeitet und Rosemary aus Malibu - sie ist als Schauspielerin berühmt geworden. Lucinda wohnt am schönsten Platz der Welt, kann ihre Farm aber kaum mehr halten. 

Dieses Jahr wird das Treffen aber ein anderes sein, denn fast jede der vier Frauen hat ein Geheimnis mitgebracht, welches im Laufe der Tage enthüllt wird. Dadurch bekommt der Roman eine enorme Tiefe trotz der sommerlichen Temperaturen und ist fesselnd zu lesen. 

Spass macht das Lesen ebenso, denn trotz allem kommt auch der Humor nicht zu kurz. Ebensowenig wie die Liebe, Rosemary hat sie bereits in ihrem Ehemann gefunden, aber Lucinda und Jennifer sind auf dem besten Wege ihre Herzen zu verschenken. Das wird spannend, aber auch berührend.

"Orangenträume" hat genau die richtige Balance zwischen Tiefgang und Leichtigkeit, so dass man trotz den Schicksalsschlägen, die einige der Protagonisten zu ertragen haben, nicht im Elend versinkt. Ja, wie ich ganz oben bereits geschrieben habe, dieser Roman kann sich sehen lassen! In euren Bücherregalen und auf Bestsellerlisten zum Beispiel :-)

Fazit: Definitiv der beste Manuela Inusa-Roman bisher und deshalb: absolut lesenswert!
5 Punkte. 

Die Romane der "Kalifornische Träume"-Serie können unabhängig voneinander gelesen werden. 


Reihenfolge: 
(Romane können unabhängig voneinander gelesen werden)
Band 1: Wintervanille
Band 2: Orangenträume 
Band 3: Mandelglück
Band 4: Erdbeerversprechen
Band 5: Walnusswünsche (ET 20.9)  

Freitag, 1. Mai 2020

Vorschau: Neuerscheinungen und Neuzugänge im Mai 2020

März, April und Mai sind generell die Monate mit den meisten Buch-Neuerscheinungen. Der Corona-Lockdown sorgte nun dafür, dass einige Titel als Printausgabe nun erst im Herbst oder im Frühsommer erscheinen, aber auch, dass einige Titel als eBook vorgezogen wurden. Als digitaler Leserin hat dies meine provisorische Leseliste durcheinander gebracht. Ich hatte plötzlich eBooks im Mailfach, die ich erst Ende Mai oder Anfangs Juni erwartete. Und dabei dachte ich noch, ach, die einen kommen erst später, also hab ich Zeit um meinen SuB abzubauen... Nix da :-) 

Da ich gestern in meinem April-Leserückblick auf die Mai-Vorschau verzichtete, bekommt ihr sie nun neu in dieser Form zu sehen: 


Meine Neuzugänge - Rezensionsexemplare:






Meine Neuzugänge - neu gekauft oder aus der Onleihe:





Neuerscheinungen im Mai 2020, auf die ich mich freue:







Von diesen Neuerscheinungen werden einige Titel im Laufe des Monats bei mir eintrudeln. Die einen werde ich direkt im Mai lesen, andere davon kommen auf den SuB oder bleiben auf der Wunschliste und erst im Laufe des Jahres gelesen.

Stehen die einen oder anderen Titel auch auf euren Lese- oder Wunschlisten? Und mit welchem Buch startet ihr in den Mai? 
Bei mir ist es "Orangenträume" von Manuela Inusa, mein heutiges Abendessen ist bereits davon inspiriert :-)