Mittwoch, 5. Januar 2022

Jahresrückblick - Meine Highlights und Flops 2021


2021 ist irgendwie schnell vergangen. War 2020 traurig durch viele Verluste, werde ich 2021 als eintönig in Erinnerung haben. Vor allem wegen der Pandemie, den damit verbundenen Lockdowns und Kontaktbeschränkungen, aber auch aus gesundheitlicher Sicht. Es war zwar nichts wirklich Schlimmes, aber enorm aufreibend. Verschlimmerungen von Allergien (mit der Folge noch weniger Nahrungsmittel-Auswahl zu haben als eh schon) wie auch diverse und langandauernde Verletzungen, die mich einschränkten. 

Für Abwechslung sorgten zum Glück die Bücher, die ich gelesen habe. Reisen war 2021 praktisch ja nur in Büchern möglich, das habe ich ausgenutzt und literarisch circa 26 Länder besucht. 
Am häufigsten war ich in England, ganze 47 Mal. In Frankreich 30 Mal, gefolgt von 27x Deutschland und 23x Amerika. Bella Italia besuchte ich 16x, die Schweiz 8x. Griechenland und Spanien je 6x, Israel 4x, Portugal und Irland je 3x. Vereinzelt war ich noch in Österreich, Kanada, Schweden, Neukaledonien, Patagonien, auf Fidschi, in Japan, Kroatien, Marokko, Luxemburg und in den Niederlanden literarisch unterwegs.. 

Insgesamt hatte ich im vergangenen Jahr erneut mindestens um die 200 Bücher in meiner Hand

Da ich Sach- und Kochbücher nicht zu meiner Lesebiografie zähle, komme ich ohne die auf ganz gelesene 190 Bücher plus 10 abgebrochene. Das sind 200 Bücher und somit 11 mehr als im 2020. Rein gefühlsmässig hätte ich weniger als 2020 vermutet. 

2021 schrieb ich 179 Blogbeiträge, davon 122 Rezensionen. Das sind weniger als 2020 und u.a. der längeren Sommerpause im 2021 und meiner Armverletzung in den letzten Monaten geschuldet. 

Das waren die Zahlen, jetzt zu den Highlights. 

Erst aber noch ein Fun-Fact: 2021 hab ich innerhalb weniger Tage zwei Bücher mit demselben Titel gelesen: "Die Roseninsel" (von Anna Reitner) und "Die Roseninsel" (von Gabriele Diechler) - beide im Frühling rezensiert. 

Insgesamt hatte ich vierzig 5-Punkte-Bücher (von der hohen Zahl bin ich jetzt richtig überrascht!), aus denen ich einige Favoriten herauspicke:

Meine Krimi-Highlights:
Ein Whisky auf den Tod von Melinda Mullet
- Der Schatz von Bellapais von Yanis Kostas (aka Alexander Oetker)

Meine Romane-Highlights:

Meine Historische-Romane-Highlights:
- Bella Donna. Die Schöne von Florenz von Catherine Aurel (Die Töchter Italiens 1)
- Die Verlorenen von Stacey Halls 

Meine Weihnachtsromane-Highlights:
- Die Schneeflocken-Melodie von Anna Liebig

Meine Lieblingsserien:
- Rabbi Klein - Mitte Januar neuentdeckt!

Ein Buch, das mir trotz "nicht genügender" Punktezahl in Erinnerung bleibt: 
- Ein niederträchtiger Mord von Cora Harrison (Mutter Oberin Aquinas 1)

Autoren-Neuentdeckungen:
Alfred Bodenheimer
Pauline Mai

Die, die (fast) immer gut schreiben und deshalb auch im 2020 überzeugten:
Julie Caplin
Miriam Covi
Patricia Koelle
Claudia Winter
Sophie Bonnet
Alexander Oetker
und viele mehr...

Die Flops im 2021:
Für immer und ein Wort von Anne Sanders - hatte dafür aber das schönste Cover im 2021.

Was ich 2021 SuB-unabhängig lesen wollte und nicht, bzw. nur zum Teil, geschafft habe:
"Angefangene" Autor*innen zu Ende lesen und Reihen zu Ende lesen. 

Letzte gekaufte Bücher im 2021: 
- Die Töchter der Hoffnung von Maria Nikolai 
- Mord will keine Zeugen von Ann Granger (Jessica Campbell 7)

Die #12für2021 hab ich geschafft, musste im Dezember aber noch zwei Bücher dafür lesen. 2020 klappte dies nicht, deshalb wollte ich die Challenge jetzt unbedingt abschliessen. Da ich den ersten Band der Firefly Lake-Reihe auf der Liste hatte, hab ich Band 2 und 3 auch gleich gelesen, also waren es somit #14für2021. Die weiteren Bände der Rosenthal-Reihe hab ich auch noch gelesen, die waren aber nicht auf meinem SuB, die hab ich mir zusätzlich besorgt. Rezensiert habe ich bisher keine dieser 14 Bücher. 

- Die Tränen von Sines von Claudia Santana
- Für immer in deinem Herzen Viola Shipman
- Die letzte Sünde von Katharina Höftmann (Assaf Rosenthal 1)
- Am Ende das Glück der Welt von Sophia Bergmann
- Die Dame in Gold von Valérie Trierweiler
- Zitronensommer von Cathy Bramley 
- Die Insel der Zitronenblüten von Cristina Campos
Das kleine Theater am Meer von Rosanna Ley
- Das Leuchten des Safrans von Juliet Hall
- Die Parfümerie der Liebe von Nuria Pradas 
- Dort, wo ich dich finde von Jen Gilroy (Firefly Lake 1) 
- Wenn ich dir nahe bin von Jen Gilroy (Firelfy Lake 2)
- Du bist mein Zuhause von Jen Gilroy (Firefly Lake 3)

2022 werde ich mich dem SuB-Abbau widmen. Dazu kommt noch ein Extra-Beitrag. 

Soviel zu meinem 2021 - wie war euer 2021? 
💜




Montag, 3. Januar 2022

Ich, Ariadne von Jennifer Saint

Klappentext:
Ariadne, Tochter von König Minos und Schwester des Minotaurus, ist so ganz anders als ihre Geschwister. Aufgewachsen mit den griechischen Heldensagen, schwört sie sich, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und es nicht den Göttern zu überlassen. Jedes Jahr beobachtet sie, wie das unterworfene Athen als Tribut 14 Jugendliche nach Kreta schickt, um den Hunger des Minotaurus zu stillen. Sie lehnt sich vergeblich gegen diese Grausamkeit auf. Bis sie sich in einen der Todgeweihten verliebt. Theseus verspricht ihr, sie mit nach Athen zu nehmen, wenn sie ihm hilft, das Ungeheuer zu töten. Ariadne verrät den Zugang zum Labyrinth und schenkt Theseus einen roten Wollfaden, sodass er den Weg zurück zu ihr findet. Gemeinsam segeln sie los, doch Theseus lässt sie auf der Insel Naxos zurück. Damit beginnt Ariadnes eigene Geschichte.


Nach den beiden einzigartigen Romanen von Madeleine Miller erwartete ich von "Ich, Ariadne" von Jennifer Saint ähnlich Gutes. Vor allem, da ich schon mehrere ältere Romane über Ariadne und Theseus las, die mir alle gut gefallen haben.

Doch leider kann dieser Roman bei weitem nicht mithalten. Ganz oft hab ich das Buch abends weggelegt und was anderes gelesen. Es waren einige Bücher, die ich diesem hier vorzog.

Schon der Anfang las sich schwierig, man wird überschwemmt mit Sagen, die nebensächlich sind. Der Schreibstil ist langweilig, es wird aus Sicht von Ariadne erzählt, aber man könnte ebensogut einfach die ursprüngliche griechische Sage in einem Mythologie-Buch nachlesen. 

Ariadne und auch die anderen Figuren blieben blass. Die Autorin hat der Protagonistin keine Persönlichkeit zugestanden, die man auf irgendeine Weise besser verstehen oder besonders mögen oder wenigstens gar nicht mögen hätte können. Ariadne macht nämlich genau nichts, sie wird mehr als Zuschauer beschrieben, denn als aktive Protagonistin. 

Ich kann nicht verstehen, wieso man diesen Roman als ebenbürtig zu Millers Romanen einordnet. Oft hab ich daran gedacht, abzubrechen, doch ich hielt durch, damit mir niemand sagen kann, "aber nach dem zweiten Drittel, nach der Hälfte, etc., wurde es besser". Wurde es nicht. Im zweiten Teil hat eindeutig Ariadnes Schwester Phädra die Nase vorn und wird mehr zur Protagonistin als Ariadne es je in diesem Roman war. 

Fazit: Leider konnte ich mich so gar nicht anfreunden mit "Ich, Ariadne". Vielleicht waren meine Erwartungshaltung nach den genialen Werken von Madeleine Miller auch einfach zu hoch. 
2.5 Punkte.


Samstag, 1. Januar 2022

Vorschau und Neuerscheinungen Januar 2022

Ich wünsche euch allen ein gutes, gesundes neues Jahr!



Neun Bücher haben es auf meine Januarliste geschafft: 


 




Davon liegen zwei bereits zum Lesen parat auf meinem Reader: "Der Tod bleibt über Nacht" ist der zweite Teil einer Krimiserie, dessen erster Teil ich letztes Jahr gelesen habe - deutsche Autorin schreibt unter Pseudonym. Auch unter Pseudonym schreibt eine mir bekannte deutsche Autorin in einem neuen Genre: "Die Hafenärztin" von Henrike Engel.

Den dritten Band der Simon Strasser-Reihe "Acqua Mortale" möchte ich auch lesen, genauso wie "Aloha im Herzen" - doch von Sabine Lay wartet ein anderer Roman auf meinem SuB, den ich zuerst lesen werde. 

Sicher nicht lesen, zumindest in den nächsten Jahren nicht, ist "Die aufgehende Sonne von Paris", eine Romanbiografie über Mata Hari. Über Mata hab ich schon genug gelesen, aber vielleicht seid ihr ja mehr interessiert daran als ich. 

"Der Traum von Rosen und Lavendel" ist ein zweiter Teil, dessen erster Teil auch auf meinem SuB liegt. Je nachdem wie der erste Teil mir gefällt, werde ich "Elenas Erbe" weiter verfolgen oder halt nicht. "Der kleine Glücksverleih" ist meiner Erinnerung nach ein Corona-Opfer und wurde auf 2022 verschoben. Werde ich wohl lesen, wenn mein SuB geschrumpft ist, genauso wie "Die Frauen von Schönbrunn" von Beate Maly. Ich war 1988 in Wien und besuchte den Tierpark, fand ihn aber ganz schrecklich. In der Zwischenzeit wurde wahrscheinlich ganz viel umgebaut und den Tieren mehr Platz geboten - ich hoffe es stark. Die Geschichte dahinter ist sicherlich interessant. 

Viele Neuerscheinungen werde ich im Januar also nicht lesen und somit werde ich auch weiterhin meinen SuB abbauen - den abzubauen hab ich mir eh für 2022 vorgenommen. Mehr dazu in den nächsten Tagen in einem extra Beitrag. 

Wie sieht es im Januar bei euch aus? Mehr SuB, mehr Neues - und falls ja, welche Titel springen euch im Januar ins Auge?

Freitag, 31. Dezember 2021

Mein Lesemonat und Monatsrückblick Dezember 2021

Pünktlich zum ersten Advent, am ersten Dezember, gab es Schnee. Und heute, am 31. Dezember haben wir frühlingshafte 14°. Auch meine gelesenen Dezember-Bücher befinden sich in diesem Spektrum: von eiskalt bis warm war einiges mit dabei. 


Von den 20 Büchern waren nur zwei Rezensionsexemplare, weshalb ich mich endlich um meinen SuB kümmern konnte. (Inklusive einem Sachbuch, im November hab ich die vergessen, da kamen vier Sachbücher dazu, aber die zähl ich in der Anzahl gelesener Bücher ja eh nicht mit). 

Das war schon schön, einfach spontan irgendein Buch öffnen und lesen :-) Ende Monat hab ich mich schlussendlich überwunden, die beiden noch ungelesenen Bücher meiner #12für2021-Liste zu lesen. Mehr zu #12für2021, wie auch meinen Jahresrückblick mit Tops und Flops, gibt es nächste Woche. 

abgebrochen:
- Zehn Wünsche für Alfréd von Maude Mihami
👉Die ersten 20 Seiten fand ich nicht ansprechend, deshalb gleich wieder weggelegt. 

2.5 Punkte:
- Ich, Ariadne von Jennifer Saint
👉Brutal langweilig, die Protagonistin wirkt leblos, ihre Schwester, eine Nebenfigur ist interessanter als die Prota. Rezension folgt. 


3 Punkte: 
- Die Parfümerie der Liebe von Nuria Pradas 
- Die Dame in Gold von Valérie Trierweiler 
👉Das waren die letzten zwei Bücher meiner #12für2021-Liste. Leider auch die langweiligsten Bücher der Liste. "Die Dame in Gold" interessierte mich kaum, ich hab den Roman aber sehr früh gekauft, als die Serie noch neu war - mittlerweile gibts einfach zu viele Romane über "bekannte Frauen"; der Inhalte vermochte mich auch nicht vom Gegenteil zu überzeugen. "Die Parfümerie der Liebe" ist eine beobachtende Erzählung ohne jeglichen Charme, einfach aneinandergereihte Ereignisse mit zu vielen Rückblicken. 


3.5 Punkte: 
- Die gefallene Schneekönigin von Gabriela Kasperski (Schnyder & Meier 1) 
- Liebe und andere Notlügen von Mary Kay Andrews 
Das kleine Theater am Meer von Rosanna Ley 
- Warum ich trotzdem an Happy Ends glaube von Alessia Gazzola
- Honigblütentage von Sofie Cramer 
- Cottage mit Meerblick von Caroline Roberts
- Die Katze und die Leiche in der Scheune von Kate High
- Das Geheimnis der Schokoladenkekse von Johanne Fluke (Hannah Swensen 1)
👉Diese Bücher sind per se nicht schlecht, aber es fehlte bei allen irgendwas. Tiefe, Charme, Thema. Die beiden Romane von MKA und Kate High wurden Anfangs 2000 im Original veröffentlicht; das merkt man halt einfach.




4 Punkte:
- Denn du sollst sterben von Deborah Crombie (Kincaid/James 18) 
- Ein Cottage voller Liebe von Jules Wake 
- Das Glück ist lavendelblau von Pauline Mai 
- Der Duft der weissen Kamelie von Roberta Marasco 
- Pension Herzschmerz von Christin-Marie Below 
- Unsere Zeit ist immer von Sophie Cousens
👉Gute Unterhaltung, kritiklos. Kincaid/James hatten endlich wieder einen normalen Fall, yeah!

 

 

5 Punkte:
- Das Leben ist ein Seidenkleid von Tanja Wekwerth 
👉Meine Monatsfavoriten. Wekwerth hat mich positiv überrascht, eine sehr schöne Geschichte; bei Russo wusste ich, dass das gut kommt, obwohl sie was ganz Neues probiert hat. 



Ich fands total schön, mich schamlos bei meinem SuB zu bedienen, denn die vielen Termine, die ich im Dezember hatte, stressten schon genug. Gefühlt hatte ich in diesem einen Monat mehr Termine (Physio, Ärzte, etc.) als im ganzen Jahr zusammen. So gab es auch mehr Reise- und Wartezeit, was gleichzeitig heisst, auch mehr Lesezeit. Dafür reichte die Zeit nicht mehr, um Rezensionen zu schreiben. Vielleicht schreib ich im Januar noch die eine oder andere, aber das werde ich spontan entscheiden, je nachdem wie es mit den vielen Terminen weitergeht.

Leider waren auch diese letzten beiden Dezemberwochen trotz Schulferien voller Termine, weswegen wir über die Festtage praktisch alle Besuche absagten. Nur am Heiligabend feierte meine Mutter mit uns und am 26.12 besuchte uns der Götti der Tochter. Alles andere sagten wir ab, wir hatten schlicht keine Energie mehr, an den einzigen zwei Tagen ohne Termine diese Woche noch drei bis vier Besuche zu empfangen - extra einkaufen und kochen wäre dann ja auch noch auf mich zu gekommen. Wenn ich die Corona-Fallzahlen dieser Woche betrachte, war das Absagen sämtlicher Besuche eh eine vorausschauende gute Idee. 

So schliessen wir alle wohl das Jahr 2021 wie es angefangen hat: kontaktreduziert und ruhig zu Hause, dafür aber mit Zeit für die vielen Büchern, die aufs Lesen werden, warten oder gewartet haben. 

Viele Rezensionen, Monatsabschlüsse und Vorschauen von euch Mit-Bloggern habe ich gelesen, kommentieren werde ich nächste Woche. 

Einen guten Rutsch ins 2022! 




Samstag, 25. Dezember 2021

Dienstag, 14. Dezember 2021

Der süsse Himmel der Schwestern Lindholm von Andrea Russo

Klappentext:
Schweden 1936: eine kleine Bäckerei am Rand des Kullabergs. Dort sind die fünf jungen Lindholm-Schwestern zu Hause. Seit Jahrzehnten backt die Familie an der Skåne-Küste Brot und andere Leckereien. Wirtschaftlich sind die Zeiten auch in Schweden schwer. Da kommen Ingrid, Hannah und Matilda auf die Idee, die Bäckerei um ein Gartencafé zu erweitern und die Gäste mit Vanilleherzen und anderen Familienrezepten zu verwöhnen. «Söta Himlen» wird es heißen. Schnell entwickelt sich der «Süße Himmel» zum beliebten Ausflugsziel. Doch dann beginnt ein neuer Krieg in Europa. Plötzlich droht die Weltgeschichte die engen Bande zwischen den Schwestern zu zerreißen – und mit ihnen den «Süßen Himmel».


Andrea Russo (auch bekannt von ihren Anne Barns- und Anne Töpfer-Romanen) begibt sich mit "Der süsse Himmel der Schwestern Lindholm" auf neue Pfade. 

Neu ist Schweden anstatt Deutschland Schauplatz ihres neuen Romans und neu ist auch die Zeit, in der der Roman angesiedelt ist. Nicht Gegenwart mit ein paar Rückblicken in die Vergangenheit, sondern Vergangenheit mit einem Prolog in der Gegenwart. 

Alt bekannt für Leserinnen der Autorin, dass meistens Schwestern die Protagonistinnen ihrer Romane sind. So auch hier. Deshalb startet der Roman im Jahr 1936 im damals kriegsneutralen Schweden und erzählt von einer im südschwedischen Fischerort Arild wohnhaften Familie, vor allem von den fünf Töchtern der Lindholms. 

Hauptsächlich geht es um die drei älteren Schwestern, alle drei plus minus 20 Jahre alt. Ingrid (21), Matilda (19) und Hannah (23). Matilda arbeitet im Nachbarort Mölle in einem Hotel, Hannah und Ingrid arbeiten in der familieneigenen Bäckerei, zusammen mit ihrer Mutter und Grossmutter. Die beiden jüngeren Schwestern, Ebba und Ulla, gehen noch zur Schule. Der Vater arbeitet aus wirtschaftlichen Gründen in der nördlichsten Stadt Schwedens, in Kiruna.

Während wir der Umsetzung der Idee der Schwestern der Bäckerei ein Café anzugliedern zusehen, erleben wir auch, wie sie alle drei versuchen, sich ein neues Leben neben der engen Familiengemeinschaft aufzubauen.

Hannah zum Beispiel, eine begnadete Bäckerin, ist eigentlich mit Gunnar liiert, verliebt sich aber in den Deutschen Karl. Die Familie ist skeptisch über diese mögliche Verbindung in diesen unsicheren Zeiten, allen voran der Grossvater, der die Deutschen nicht mag.

Ingrid muss sich eingestehen verliebt zu sein, aber diese Liebe scheint nicht erwidert zu werden - und überhaupt, alles gerade schwierig.

Matilda, der Freigeist unter den Schwestern, möchte Schauspielerin werden, und beginnt eine Affäre mit einem verheirateten Künstler, obwohl vor ihrer Nase jemand sitzen würde, der sie liebt. 

Es ist sehr spannend und interessant der Geschichte zu folgen, so flüssig wie sie geschrieben ist, sowieso. Man möchte den Roman auch nicht aus der Hand legen, bevor man nicht genau weiss, wie alles ausgegangen ist. Denn natürlich ist das, was ich oben zu den Schwestern geschrieben habe, nur ein winzig kleiner Ausschnitt von dem, was im Roman alles passiert. 

Die Frauen der Familie muss man einfach mögen, aber auch der grummlige Grossvater, der mehr mitbekommt, als die Schwestern denken, wächst einem irgendwie ans Herz. Deshalb freu ich mich auch sehr auf die Fortsetzung, denn es wird mindestens noch ein Lindholm-Roman folgen, Ende 2022 soll es vermutlich so weit sein. 

Dieses andere Setting, diese andere Zeit - ja, auch das kann und beherrscht Autorin Andrea Russo und beweist sie mit "Der süsse Himmel der Schwestern Lindholm". Wie immer sind einige Rezepte enthalten. Für die Chokladbollar braucht es nicht mal einen Backofen, sind kinderleicht nachzumachen - und perfekt geeignet, sie immer mal wieder während der Lektüre zu geniessen. Oder, als süsse und passende Beigabe, wenn man das Buch verschenken möchte. 

Fazit: Eine tolle, sympathische und vor allem lecker-süsse Geschichte - Andrea Russo at her best, von ihrer besten Seite. 
5 Punkte.


Reihenfolge:
Band 1: Der süsse Himmel der Schwestern Lindholm
Band 2: erscheint voraussichtlich Ende 2022


Montag, 13. Dezember 2021

Das Glück ist lavendelblau von Pauline Mai

Klappentext:
»Mathilde ist aus dem Fenster gestürzt!« Als Penelope vom Unfall ihrer Großmutter erfährt, lässt sie in Berlin alles stehen und liegen und reist in die Provence, um für sie da zu sein. Sich ganz um jemand anderen zu kümmern kommt ihr gerade recht, denn wenn es eines gibt, mit dem sie sich nicht beschäftigen will, ist es ihr eigenes Leben. Mit vollem Elan stürzt Penelope sich deshalb in die Arbeit in Mathildes kleiner Pension, wo sie sich bald nicht nur zwischen einer alten und einer neuen Liebe entscheiden muss, sondern auch an die Idylle ihrer sorglosen Kindertage erinnert wird. Zwischen weiten Lavendelfeldern und französischen Desserts fragt sie sich, wann sie verlernt hat glücklich zu sein. Was Penelope nicht ahnt: Die Sterne der Provence stehen günstiger für sie, als sie denkt.


Pepes Grossmutter liegt nach einem Sturz im Spital - wie gut, dass Pepe gerade Job und Freund los ist und sofort nach Frankreich reisen kann, um die Pension der Grossmutter weiter zu führen, solange Mamie im Krankenhaus ist. 

Pepe hat eine etwas schwierige Familiengeschichte, die beim Aufräumen in der Pension wieder an die Oberfläche kommt. Einiges davon kann sie mit ihren beiden sympathischen Gästen Henry und Leon besprechen. Die beiden kommen ausserdem in den Genuss von Pepes Backkünsten, denn Pepe backt nicht nur, wenn es ihr schlecht geht, sondern praktisch immer. 

Clem, Pepes Schwester, die im Nachbarort eine Buchhandlung führt, möchte Pepe mit einem Einheimischen verkuppeln - doch ob Pepe schon so weit ist für einen Flirt oder gar mehr, ist selbst Pepe nicht klar. Sie vermisst vor allem ihren besten Freund Jonas, mit dem sie sich leider auch auseinander gelebt hat. 

Pauline Mai schreibt mit "Das Glück ist lavendelblau" eine schöne Geschichte, die Hand und Fuss hat. Ein logischer Aufbau, verständliche Abfolgen, einige Geheimnisse, die es zu lüften gibt und ein flüssiger Schreibstil zeichnen den Roman aus. Ich fühlte mich wohl beim Lesen, es ist eine gute Geschichte und Kater Fuchur auf dem Cover macht die Sache rund.

Doch die erzählte Geschichte in Pauline Mais zweitem Roman, "Das Leben leuchtet sonnengelb", fand ich viel besser - spezieller vom Thema her, von der Atmosphäre - ich fand ihn toll und bin ein Fan dieser "sonnengelben" Story. Da ist natürlich klar, dass andere Geschichten wie die vorliegende "lavendelblaue" da nur schwer dran heran kommen. Ich bin nun vor allem auch auf den dritten, "apfelgrünen" Roman, der im Mai 2022 erscheint, gespannt. Dennoch unterhält "Das Glück ist lavendelblau" bestens. 

Fazit: Eine nette und unterhaltende Wohlfühl-Geschichte, die uns in die Provence mitnimmt. 
4 Punkte.