Donnerstag, 3. November 2016

Messebericht zur Frankfurter Buchmesse @fbm16


Nach Leipzig im März machte ich mich vor zwei Wochen auf nach Frankfurt, um die dortige Buchmesse zu entdecken. Die Daten von der #fbm sind leider immer in den Zürcher Schulherbstferien gelegen, so dass ich mit meiner Familie meistens im Urlaub bin, doch dieses Jahr blieben wir zuhause und so konnte dennoch nach Frankfurt reisen. Viereinhalb Stunden im Zug, ideal zum Lesen und sich auf Termine vorbereiten. 
Spät Nachmittags kam ich an - ideale drei Stunden um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Vor lauter Gängen und Rolltreppen (fast schlimmer als an einigen Flughäfen) dachte ich schon, ich erreiche die Messehallen nie, doch dann stand ich nach einigen Minuten Fussmarsch tatsächlich in Halle 3. 

Donnerstag:
Ich schlenderte gemütlich durch die beiden Hallen 3.0 und 3.1 und merkte mir schon mal den Standort einiger Verlage, an denen ich Freitag und Samstag Termine hatte. Gegen 17:30 besuchte ich bei Thienemann-Esslinger die Standparty, bei der zu musikalischer Begleitung Nele Neuhaus und Oliver Scherz für ihre verkauften Kinderbücher ausgezeichnet wurden. Bei Carlsen einige Schritte weiter bewunderte ich eine grosse Spezialausgabe des neuen Harry Potter-Buches und plauderte mit einem Verlagsmitarbeiter. In den Gängen ringsrum entdeckte ich weitere kleinere oder grosse Kinderbuchverlage, wie zum Beispiel die Beltz-Arena.
Dann war es auch schon Zeit fürs gemütliche Bloggertreffen bei Hoffmann & Campe, wo ich mich mit Anja von "Mein kleines Bücherzimmer" verabredet hatte. Nach dem informativen Treffen (und einigen neuen interessanten Buchtitel auf meiner Merkliste) hatten Anja und ich eine regnerische Autofahrt vor uns Richtung Unterkunft, in der wir uns ein Zimmer teilten. Auf der Fahrt staunte ich mal wieder über die vielen rücksichtslosen deutschen Raser, die sich weder um Verkehrsregeln noch um andere Verkehrsteilnehmer noch um Wetterbegebenheiten kümmerten. Unverständlich sowas. Da bin ich wirklich froh um unsere Schweizer Geschwindigkeitsbegrenzungen (an die sich zwar auch nicht alle halten, aber eindeutig weniger gerast werden kann). Nachdem wir eingecheckt und unser Zimmer bezogen haben, ging es gleich wieder raus zum Abendessen. Anschliessend liessen wir den Abend auf unserem Zimmer mit einem Glas Wein und Gesprächen über Bücher, Blogs und Büchermessen ausklingen. 


Freitag:
Morgens waren wir zwar beizeiten unterwegs, doch ein Stau, aufgrund einer sich über einige Kilometer hinziehende Baustelle, liess mich mein erster Termin am Freitag verpassen. Schade, gerne wäre ich beim Droemer Knaur Bloggertreffen dabei gewesen - hatte mich ja im Zug mit den Leseproben noch auf Kurzinterviews mit den Autorinnen vorbereitet. 
Immerhin schaffte ich es pünktlich zum zweiten Termin: der Schweizerische Buchverlegerverband SBVV lud zum Zmorgä - Birchermüäsli und Kaffi und Speeddatings mit den Verlagsvertretern, die uns in kleinen Gruppen oder einzeln von ihren Neuerscheinungen oder allgemeine Infos zu ihren Verlagen gaben. Ich empfand den Zmorgä sehr informativ und freute mich, so viele Verlagsmitarbeiter auf einen Haufen kennen zu lernen - und Schweizerdeutsch sprechen zu können ;-) Später am Tag ergaben sich noch Gespräche mit zwei Schweizer Verlagen, die nicht dabei waren bei den Speeddatings und mich darüber ausfragten. Sie waren sich vor allem nicht sicher, ob deutsche Blogger wirklich Interesse an Büchern von Schweizer Verlagen haben. Aber der Andrang beim Treffen zeigte meiner Meinung nach doch deutliches Interesse. Leider musste ich ohne Birchermüäsli und Kaffi weg, da ich um 11:00 Uhr bereits den nächsten Termin hatte. 
Bei Dryas erwarteten mich ein warmer Kaffi (der in der Pension am Morgen war leider kalt :-( ) und Verlegerin Sandra Thoms, die mir Wissenswertes zu ihrem Verlag und der Verbindung Dryas-Goldfinch erzählte. Am Stand traf ich zudem die beiden Autorinnen Gitta Edelmann (Canterbury-Serie) und Iyy A. Paul (ihr erster Irlandkrimi erscheint im Frühling), worüber ich mich sehr freute. Auf dem Foto seht ihr auch noch Autorin Rebecca Michéle, mit der ich mich am Sonntag unterhielt.  Über Dryas und sein Angebot werde ich bald ausführlicher in einem separaten Post berichten. 
Um 12:00 Uhr ging es direkt weiter zum Bloggertreffen von Diogenes. Die Verlagsvorschau wurde witzig und charmant präsentiert, danach (und davor) hatte ich nette Gespräche mit anderen Bloggern. Mein Bericht über meinen Besuch im Diogenes Verlag im Rahmen von "Zürich liest" folgt. Anschliessend machte ich mich auf zum Orbanism Space in Halle 4.1 zum Blogger Future Place #bfp16. Ganz toll war, dass es hier WLAN gab, fast der einzige Ort auf der Messe, wo man gratis Internet hatte - als Bloggerin aus dem Ausland ohne Roaming-Abo schätzte ich diesen Service sehr. 
Später nutzte ich die freie Zeit um durch die Hallen 5 und 6, in der die ausländischen Verlage vertreten waren, und über die Agora zu schlendern und mich mit einer Crêpe zu verpflegen. Die Zeit verging schnell und schon stand das Random House-Bloggertreffen an. Random House hatte wohl die grösste Standfläche mit vielen Sitzgelegenheiten, und so teilten sich die vielen anwesenden Blogger und Autoren gut auf ohne sich allzu sehr auf den Füssen zu stehen. Ich entdeckte Luis Sellano und überlegte mir für einen Moment, ob ich mich ihm vorstellen soll oder nicht, denn sein Erstlingskrimi Portugiesisches Erbe überzeugte mich leider nicht. Ich wagte es und es ergab sich ein nettes Gespräch. Luis versicherte mir, dass es im zweiten Band nicht mehr so viele (von mir kritisierten) Zufälle geben soll ;-) Nach der Messe erfuhr ich, dass auch Sophie Bonnet vor Ort gewesen wäre. Schade, ich hätte sie gerne kennengelernt, denn ihre Krimis mag ich sehr gerne. Stattdessen konnte ich mich mit den Bloggerportal-Mitarbeiter von Goldmann, Blanvalet und Heyne unterhalten - ich fand es schön, auch mal das echte Gesicht zu den Personen zu haben, mit denen man sonst nur per Mail in Kontakt steht. 
Oder von anderen Blogs kennt, wie z.B. Marie von "Marie's salon du livre" und Lisa, mit der Anja und ich ausgiebig plauderten, bevor wir uns in Richtung Parkhaus aufmachten. Auf dem Foto seht ihr unten die tollen silbernen Lampen über der Bar bei Random House - die würden sich bei mir im Wohnzimmer auch gut machen :-) 
Wir hatten uns vorgenommen, direkt nach dem Bloggertreffen noch bei Tageslicht zu unserer Unterkunft zu fahren, damit wir uns die historische Altstadt ansehen können. Es dämmerte bereits, aber wir erhaschten doch noch einen Blick aufs Kloster. Bei unserem Spaziergang - endlich frische Luft nach einem Tag in den Messehallen - entdeckten wir auf dem Dorfplatz ein kleines Bistro, in dem wir uns mit viel Grünzeug stärkten. Ich fand es ganz toll, dass ich die Abende nicht allein in einem Hotelzimmer verbringen musste, sondern mit einer Gleichgesinnten über unsere Tage auf der Messe und vieles anderes plaudern konnte!

Samstag:
Am Samstag kamen wir erstaunlich rasch zu und in die Messehallen. Ich musste meinen Koffer an der Garderobe einstellen und rechnete mit langen Wartezeiten, doch es waren nur drei Leute vor mir. Dafür drängten sich die Massen umso schneller in den Hallen, besonders in und ringsum Halle 3. In Halle 4.1 warteten die Herzenstage auf mich und das Internet :-) Mittags traf ich mich vor dem Lesezelt mit einigen vom Büchertreff-Forum. Da es draussen recht kalt und zwischendurch auch nass war, suchten wir uns im Zwischengang vor Halle 3 einen Platz zum Quatschen, aber die vielen Cosplayer übertönten uns schnell. Ich war erstaunt derart viele Cosplayer zu sehen, denn ich dachte die gehen nur nach Leipzig weil dort auch die Manga-Convention stattfindet. 
Nun wurde es extrem eng in den Hallen, aussen wurden Gänge und Wege abgesperrt. Ich mag solch ein Gedränge überhaupt nicht und fand es ziemlich ungemütlich. Ich mag dann auch nicht rumlaufen und mir Neues ansehen; vor lauter Leute sieht man eh nichts. Ganz doof fand ich auch all jene, die mitten in den Gängen stehen blieben, nur weil sich vorne an x-beliebigen Ständen viele Leute tummelten. "Du schau, da stehen viele Leute, ist wohl jemand Berühmtes da" "Ja bleiben wir hier stehen und schauen." Genau. Mitten im Gang stehen bleiben, anderen den Weg versperren und doch nicht sehen was denn da vorne am Stand genau läuft.... 
Um Zeit bis 15:00 Uhr totzuschlagen, dachte ich, ich kauf meiner Tochter das neue Ostwind-Buch und stehe an, um es signieren zu lassen, dann geht die Zeit um und ich muss nicht ins Gedränge rein. Die Aktion dauerte nicht mal drei Minuten, ich war die dritte in der Reihe... Also plauderte ich nett mit einer Knaus-Mitarbeiterin, setzte mich später bei Random House an ein Tischchen und blätterte in einem Verlagskatalog (Danke für den Espresso!), danach setzte ich mich gleich gegenüber zu Dryas. 
Viel zu früh für das Treffen mit Rebecca Michéle, aber ich genoss es einfach da zu sitzen und den Trubel um mich rum zu beobachten. Langsam wurden die Menschenmengen weniger, was angenehm war. Rebecca kam auch schon früher an den Stand, so dass ich mit ihr ein wenig plaudern konnte, bevor ich dann fast pünktlich zu meinem zweiten von drei 15:00-Uhr-Terminen ging. Drei Stunden lang nichts, dann gleich drei Termine auf einmal. Beim Harper Collins Bloggertisch begrüsste Jenny die anwesenden Bloggerinnen, darunter noch eine zweite Schweizerin. Sie ist allerdings sehr jung und bloggt v.a. über Fantasy, so dass ihr Blog mir nicht bekannt ist. Nach der Vorstellung der Frühlingsbücher machte ich mich ein letztes Mal auf den Weg zum Orbanism Space wo Mitarbeiter von der Lesejury, Vorablesen, Netgalley und Lovelybooks ihre Buchcommunities vorstellten und mit den Anwesenden über ihre Angebote diskutierten. Leider kam ich erst kurz vor Schluss dort an und bekam nur noch den Schlussteil mit.


Nun machte ich mich ein letztes Mal auf den Weg durch die Hallen, holte mein Gepäck ab und fuhr zum Bahnhof. Hunger machte sich breit, hatte ja seit dem kleinen Frühstück nichts mehr gegessen. Ich entdeckte in der Nähe vom Bahnhof ein kleines Bistro mit grossem Angebot an Panini, Wraps und türkischen Backwaren. Zurück am Bahnhof Frankfurt deckte ich mich mit je zwei Zeitschriften für mich und meine Tochter und einem kleinen Notizheft ein, bevor um 18:00 Uhr mein Zug Richtung Zürich abfuhr. Die Rückreise war angenehm, bis auf die unbequemen Sitze der DB - wenn ich das nächste Mal länger deutsche Bahn fahre, nehme ich mir ein Nackenstützkissen mit. Kurz vor 23:00 kam ich dann wohlbehalten zu Hause an. 


Am Montag schlugen die Messe-Viren zu - Halsweh, danach ne dicke Erkältung und ich das erste Mal seit drei Jahren wieder krank. Anscheinend war ich nicht die Einzige, ein kleiner Trost :-) Neben den Viren, vielen Erlebnissen und sehr netten und teilweise spontanen Gesprächen mit Verlags- oder andern Buchmenschen nahm ich auch einige Messeerinnerungen in Form von Verlagsprospekten, Taschen, ganz tollen Notizbüchern, Lesezeichen und Fotos mit in die Schweiz.


Oft wurde ich gefragt, wo es denn besser sei - Frankfurt im Herbst oder Leipzig im Frühling. In Leipzig fand ich es gemütlicher und genoss die Annehmlichkeiten für die Presse (eigene Garderobe, ein Pressecafé um sich mal zurückzuziehen und die vielen WLAN-Möglichkeiten, die mir in Frankfurt fehlten). In Frankfurt fand ich dafür die Fachbesuchertage eine tolle Sache. Als Fazit bleibt mir nur zu sagen, dass die Messetage jedes Mal ein Highlight sind, egal ob Leipzig oder Frankfurt. 



Montag, 31. Oktober 2016

Lesebiografie Oktober 2016

- Blutroter Flieder von Mareike Marlow  
- Wie Himbeeren im Sommer von Cathy Bramley  
- Bücher mit Aussicht von Jessica Fox 
- Ist die Liebe nicht schön? von Carmel Harrington
- Tod im Tropenhaus - John Mackkenzies sechster Fall 
- Für immer und einen Weihnachtsmorgen von Sarah Morgan 
- Lass mich leben, Istanbul von Celil Oker 
- Der zauberhafte Wunschbuchladen von Katja Frixe
- Mit Liebe gewürzt von Mary Kay Andrews 
- Ungebetene Gäste (Cherringham 25) von Matthew Costello und Neil Richards 
- Janes Austens Geheimnis von Charlie Lovett 

Montagsfrage 31.10.2016


Magst du Bücher mit Gruselfaktor oder Horror?

Nein. Mit diesem Genre kann ich absolut nichts anfangen. 


Und sonst so:
Letzte Woche haben mich die #fbm16 Viren erwischt: wie viele andere Besucher hab ich mir eine heftige Erkältung mitgebracht. Da man als Mutter nicht wirklich krank sein kann, bzw. "Ausschlafen, Rest vom Tag auf Sofa liegen und lesen und Tee trinken" ein Tagtraum bleibt, war ich abends so kaputt, dass ich kaum Lesen mochte. Blogbeiträge schreiben ging auch nicht und deshalb war es sehr ruhig auf meinem Blog. 
Kam noch dazu, dass am Freitag "Zürich liest" #zl16 begann und zusammen mit den ans Festival geladenen deutschen Bloggern (Frederike, Janine, Mara, Sarah, Uwe) durfte ich und Bettina vom Blog laubet den Diogenes Verlag besuchen. Darüber und auch über die Lesungen am Freitag mit Esmahan Aykol und am Samstag mit Petros Markaris und Celil Oker werde ich euch diese Woche berichten. Auch der letzte Woche versprochene Messebeitrag werde ich in den kommenden Tagen online stellen. Ja, und Rezis gibts natürlich auch. Bleibt dran!

Montag, 24. Oktober 2016

Montagsfrage 24.10.2016


Welche fünf Eigenarten/Verhaltensweisen zeichnen dich - vom Lesen abgesehen - als Bücherwurm aus? 

Guten Morgen erst mal! 

Ich kam Samstagnacht mit vielen Eindrücken von der Buchmesse zurück und werde heute Fotos und alle Karten sortieren und im Laufe der Woche einen Messerbericht veröffentlichen. Schaut also mal rein, wenn es euch interessiert!
Am Samstag war die Messe extrem voll und man kam oft fast nicht durch, man durfte auch einige Wege nicht benutzen, die die Tage vorher passierbar waren - da dachte ich mir "Bloss raus hier", aber kaum war ich zuhause "Schön wars, ich möchte gleich nochmals hin" ;-) 


Heute wird nach fünf Bücherwurm-Verhaltensweisen gefragt, mal sehen ob ich auf fünf komme:

1. Ich habe immer ein Buch in der Tasche - bzw. verlasse ich das Haus nie ohne einen meiner eReader. 

2. Wartezeiten überbrücken? Na klar, lesend! 

3. Meine Familie und Freunde hören oft den Satz: "Ah, eine Buchhandlung." Egal ob zuhause oder im Urlaub. Nach diesem Satz laufen sie mittlerweile ganz von alleine in Richtung Eingang und kaum drinnen ertönt von meinem Mann als Standardantwort: "Ich warte dann mal hier." Gut dressiert sind sie, nicht?

4. Apropos dressiert: Wenn ich nachts meiner Tochter ein neues Buch oder ein neues eBook auf ihre Reader ziehe und auf ihren Nachttisch lege, kann ich am nächsten Morgen ausschlafen bzw. länger schlafen als normal, denn:

5. "Nur noch ein Kapitel" - und dann werden es drei. Oder fünf. Oder so. Fast jede Nacht :-)

Habt ihr eure fünf Eigenarten gefunden? Und wie habt ihr die letzten Tage verbracht - auf der Messe oder an einer Leseparty? 



Donnerstag, 20. Oktober 2016

Wie weiter in Higher Barton ohne Mabel Clarence?

Wie geht es wohl weiter in Higher Barton, wenn Mabel und Victor sich in den Ruhestand begeben?

Wir Leser werden sicher nicht nur Mabel, sondern auch andere liebgewonnene Charaktere vermissen. Doch Autorin Rebecca Michéle sorgt sich um ihre Leser und bringt uns 2017 eine neue Serie, die ebenfalls in Higher Barton spielt. Mehr dazu erzählt uns Rebecca gleich selbst: 

Mit dem Krimi „Gestorben wird früher“ geht eine Ära zu Ende, denn die resolute Mabel Clarence und der kauzige Tierart Victor Daniels ermitteln hier in ihrem (vorerst?) letztem Fall.
Was wäre Cornwall und Higher Barton jedoch ohne Verbrechen? Was macht der sympathische Ermittler Christopher Bourke ohne weitere Leichen? Und soll der smarte Anwalt Alan Trengove etwa nur noch über verstaubte Akten brüten?
Dies wollte ich meinem geliebten Personen und Orten nicht zumuten, und so gehen im Herbst 2017 die Verbrechen auf Higher Barton und in der Umgebung weiter. Higher Barton wird zu einem romantischen Landhotel, doch noch vor der offiziellen Eröffnung verschwindet der Direktor Harris Garvey spurlos – mit ihm eine große, im Safe gelagerte Menge Bargeld. Alles deutet darauf hin, dass er sich aus dem Staub gemacht hat. Dann jedoch wird er tot aufgefunden, und in dem Hotel gibt es mehrere Personen, die einen guten Grund haben, Garvey zu töten, der zur Erreichen seiner eigenen Ziele alles andere als zimperlich vorgegangen ist und viele Menschen vor dem Kopf gestoßen hat.
In den Fokus der Ermittlungen gerät Sandra Flemming, die nun neue Direktorin, darüber hinaus wegen einer vergangenen Angelegenheit ein starkes Motiv hat, Garvey von den Lebenden zu den Toten zu befördern …

Cornwall und blutrünstige Thriller – das passt für mich irgendwie nicht zusammen. Auch wenn die neue Reihe anders als die Abenteuer für Mabel und Victor werden wird: Der zauberhafte Flair Cornwalls mit der atemberaubenden Landschaft, herrschaftlichen Landhäusern, kleinen Cottages und zum Teil sehr skurrilen Menschen bleibt erhalten. Natürlich kommt auch der zum Teil doch sehr schwarze britische Humor nicht zu kurz.

Auch dieser Krimi ist unter dem Obergriff „Cosy Krimi“ einzuordnen und ich freue mich, wenn meine Leser der neuen Reihe die gleiche Treue halten, wie sie es bei Mabel getan haben.

Danke, Rebecca Michéle, für deine Vorschau! Ich bin ja schwer gespannt und ehrlich gesagt, kann ich mir  noch nicht vorstellen, dass Mabel so wirklich ganz die Finger von ungeklärten Fällen lassen kann. Aber ich lasse mich gerne überraschen :-)

Reihenfolge der Mabel Clarence-Serie:
Hier findet ihr eine Vorstellung der Serie (Band 1 bis 4)
Band 1: Die Tote von Higher Barton
Band 2: Der Tod schreibt mit
Band 3: Schatten über Allerby
Band 4: Ein tödlicher Schatz
Band 5: Mord vor Drehschluss
Band 6: Gestorben wird früher
Herbstlicher Kurzkrimi: Der Kürbismörder (nur als eBook)
Ein Roman über Higher Bartons Schlossgeist: Das Flüstern der Wände

Krimi: Gestorben wird früher (Mabel Clarence 6) von Rebecca Michéle

Klappentext:
Elisabeth Bennett ist tot, gestorben in einer exklusiven Seniorenresidenz in St. Ives – offenbar an einem Herzleiden, obwohl sie am Abend zuvor noch völlig gesund war. Deren Freundin glaubt an einen Mord und bittet die ehemalige Krankenschwester Mabel Clarence um Hilfe. Unter falschem Namen mietet Mabel sich in der Seniorenresidenz ein. Welche Rolle spielen die Besitzer und das zum Teil undurchsichtige Pflegepersonal? Und dann ist da noch der vermögende und charmante Sir William, der aus seiner Verehrung keinen Hehl macht und Mabels Gefühle mächtig durcheinander wirbelt.



Mabel hat gerade nicht viel zu tun, da Victor auf Besuch bei seiner Nichte und seiner Schwester ist. Da klingelt eine Frau bei ihr, die über Umwegen von Mabels Ermittlungserfolgen hörte und sie bittet, heraus zu finden, was es mit dem Tod von einer Bekannten auf sich hat. Diese wohnte in einer Seniorenresidenz und verstarb plötzlich. Der Neffe der Toten ist geldgierig und es wird befürchtet, dass er etwas mit dem Tod zu tun hat. Kaum ist die Frau ausser Haus, sitzt Mabel schon im Zug und fährt alleine und ohne jemanden zu informieren nach St. Yves und mietet sich kurzerhand in der Residenz ein. 

Ihr gefällt es dort erstaunlicherweise sehr gut, obwohl die Senioren sehr kurz gehalten werden. Beim Bridge spielen lernt Mabel ihre teilweise skurrilen Mitbewohner kennen und hat bald schon einen Verehrer, der sie hofiert. Das schmeichelt Mabel sehr, denn selbiges wünschte sie sich von Victor. Trotzdem vergisst sie ihren Auftrag nicht und versucht ganz ohne Hilfe zu ermitteln. Bald schon merkt sie, dass die Angestellten und Chefs der Residenz nicht ganz koscher sind und vermutet einige Geheimnisse hinter den luxuriösen Mauern. 

Natürlich geht es auch in diesem Band nicht ohne Victor und dem Krimi würde einiges fehlen, wenn er und Inspector Randolph Warren keinen Auftritt hätten. Victor ist grummlig, und eifersüchtig auf Mabels neue Bekanntschaft. Randolph hingegen verhält sich wie ein umgekehrter Handschuh; erstaunlicherweise versteht er Mabel und hilft so gut er kann. Leider ist es nicht sein Revier, aber nur schon sein Verständnis rechnet man ihm hoch an. Mabel ist wie immer neugierig, aufgeschlossen und liebenswert. Ihre Ausbildung als Krankenschwester kommt ihr in diesem Band sehr zugute und hilft Mabel, den Fall zu lösen.

Von St. Ives bekommt man ausser der Aussicht von der Residenz nicht so viel mit, doch an Lokalkolorit wird trotzdem nicht gespart. Man merkt dieser Serie die Liebe der Autorin zu Cornwall und der britischen Lebensart einfach an. 

Fazit: Mabels letzter Fall: flüssig zu lesen, spannend und humorvoll wie immer und ein toll gelungener Abschluss dieser mir lieb gewordenen Serie. 

Leider war dies der letzte Teil der cornischen Miss Marple, äh, Mabel Clarence - doch auf Higher Barton findet sich eine neue Ermittlerin ein. Mehr dazu ein paar Zeilen weiter unten.

Reihenfolge der Mabel Clarence-Serie:
Vorstellung der Reihe (Band 1-4)
Band 1: Die Tote von Higher Barton
Band 2: Der Tod schreibt mit
Band 3: Schatten über Allerby
Band 4: Ein tödlicher Schatz
Band 5: Mord vor Drehschluss
Band 6: Gestorben wird früher
Herbstlicher Kurzkrimi: Der Kürbismörder (nur als eBook)
Ein Roman über Higher Bartons Schlossgeist: Das Flüstern der Wände


Wie es mit Higher Barton weitergeht, erzählt Rebecca Michéle euch gleich selbst: 

Mit dem Krimi „Gestorben wird früher“ geht eine Ära zu Ende, denn die resolute Mabel Clarence und der kauzige Tierart Victor Daniels ermitteln hier in ihrem (vorerst?) letztem Fall.
Was wäre Cornwall und Higher Barton jedoch ohne Verbrechen? Was macht der sympathische Ermittler Christopher Bourke ohne weitere Leichen? Und soll der smarte Anwalt Alan Trengove etwa nur noch über verstaubte Akten brüten?
Dies wollte ich meinem geliebten Personen und Orten nicht zumuten, und so gehen im Herbst 2017 die Verbrechen auf Higher Barton und in der Umgebung weiter. Higher Barton wird zu einem romantischen Landhotel, doch noch vor der offiziellen Eröffnung verschwindet der Direktor Harris Garvey spurlos – mit ihm eine große, im Safe gelagerte Menge Bargeld. Alles deutet darauf hin, dass er sich aus dem Staub gemacht hat. Dann jedoch wird er tot aufgefunden, und in dem Hotel gibt es mehrere Personen, die einen guten Grund haben, Garvey zu töten, der zur Erreichen seiner eigenen Ziele alles andere als zimperlich vorgegangen ist und viele Menschen vor dem Kopf gestoßen hat.
In den Fokus der Ermittlungen gerät Sandra Flemming, die nun neue Direktorin, darüber hinaus wegen einer vergangenen Angelegenheit ein starkes Motiv hat, Garvey von den Lebenden zu den Toten zu befördern …

Cornwall und blutrünstige Thriller – das passt für mich irgendwie nicht zusammen. Auch wenn die neue Reihe anders als die Abenteuer für Mabel und Victor werden wird: Der zauberhafte Flair Cornwalls mit der atemberaubenden Landschaft, herrschaftlichen Landhäusern, kleinen Cottages und zum Teil sehr skurrilen Menschen bleibt erhalten. Natürlich kommt auch der zum Teil doch sehr schwarze britische Humor nicht zu kurz.

Auch dieser Krimi ist unter dem Obergriff „Cosy Krimi“ einzuordnen und ich freue mich, wenn meine Leser der neuen Reihe die gleiche Treue halten, wie sie es bei Mabel getan haben.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Ist die Liebe nicht schön? von Carmel Harrington

Klappentext:

Weihnachten war stets die schönste Zeit des Jahres für Belle. Die funkelnden Lichter Dublins, der knirschende Schnee unter den Schuhen, der Zauber, der in der Luft liegt. Doch dieses Jahr ist sie blind für all das, und ihre Welt ist grau, nachdem sie alles verloren hat, was sie liebt. Aber Weihnachten hat auch dieses Jahr nicht seinen Zauber verloren … und schickt Belle jemanden, der ihr vor Augen führen soll, wie schön das Leben ist.





Der Klappentext verrät nicht viel, dennoch machte mich der Text und vor allem das schöne Cover gwundrig auf diesen Weihnachtsroman. Ich erwartete in etwa eine Frau, die ihre Familie verlor oder ihren Partner, sowas in der Art. Doch was da auf den Leser zukommt, ist garantiert nicht das Erwartete!

Auf den ersten Seiten erleben wir ein fröhlich verliebtes Paar im verschneiten Dublin am Heiligen Abend 2005. Belle und Jim sind die zwei Glücklichen, und da ist noch die Rede von einer Tess, von der ich annahm, sie sei eine WG-Freundin.
Im nächsten Kapitel geht es zurück in Belles Kindheit. Sie wächst bei Pflegeeltern auf und wird einige Male weitergereicht bis sie kurz vor Weihnachten 1988 zu Jess kommt. Jess entpuppt sich als Pflegemutter, mit Vorliebe für Pralinés. Belles grösster Weihnachtswunsch, den sie sich kaum zu denken getraut, wäre eine Freundin. Ihr Wunsch geht auf überraschende Weise in Erfüllung.  

In vielen Weihnachtsromanen jetten die Protagonisten um die Welt, haben haufenweise Geld, mehr oder weniger einflussreiche Jobs (zumindest gut bezahlte) und leben im Luxus. Doch dieser hier kommt so still daher wie eine Schneeflocke, die vom Himmel fällt. Und so einzigartig jede Schneeflocke ist, so einzigartig ist dieser grossartige, stille und wunderschönste Weihnachtsroman aller Zeiten.

Der Roman ist in drei Teile gegliedert, in denen wir Leser Belles Leben viele Jahre lang begleiten. Die Themen "Pflegekinder" und "Weihnachten" wollen auf den ersten Blick nicht so richtig passen, doch leicht wie eine Schneeflocke lässt die Autorin beides perfekt zusammen fliessen. Sie zaubert damit eine emotionale, zuweilen ein wenig magische Geschichte, die von der ersten bis letzten Seite fesselt. 

Die liebenswerten Charaktere mit ihren speziellen Eigenheiten kann man nur mögen. Belle sieht in vielem das Gute und will immer nur das Beste. Doch dabei vergisst sie sich selbst. Jess ist unkompliziert und absolut keine Vorzeigemutter, doch sie hat das Herz am rechten Fleck und zeigt worauf es ankommt. (Nämlich nicht aufs Perfektsein.) Jim Looney verliert nie die Hoffnung und ist meist der geborene Optimist. 

Obwohl viele der im Buch vorkommenden Figuren einige Schicksalschläge hinnehmen mussten, veranschaulicht uns die Geschichte, dass das Leben trotzdem lebenswert ist und vieles was wir tun und uns unwichtig scheint, trotzdem grossen Einfluss haben kann. Passend zu Weihnachten erzählt Carmel Harrington charmant und feinfühlig von Hoffnung und Liebe.  

Fazit: "Every time a Bell rings" bzw. "Ist die Liebe nicht schön?" ist der allerschönste Weihnachtsroman, den ich je gelesen habe. Ungewöhnlich, aber wunderbar berührend. 
Wenn ihr nur einen Weihnachtsroman lesen wollt in diesem Jahr, dann unbedingt diesen!
5 Punkte.