Samstag, 31. Oktober 2015

Lesebiografie Oktober 2015

- Mandeljahre von Katrin Tempel 
- Coco und das Geheimnis des Glücks von Niamh Greene 
- Der Duft des Oleanders von Silvija Hinzmann 
- Mord auf der Levada von Joyce Summer 
- Agatha Raisin und die tote Urlauberin von M.C.Beaton 
- Inspector Bradford trinkt Friesentee von Marion Griffith-Karger 
- Canterbury Serenade von Gitta Edelmann 
- Weihnachtszauber wider Willen von Sarah Morgan 
- Oops, die Arche ist weg von Mark Hodkinson 
- Winterglanz von Elin Hilderbrand


Freitag, 30. Oktober 2015

Weihnachtszauber wider Willen von Sarah Morgan (Snow Crystal 3)

Klappentext:
Als Skifahrer war er unschlagbar - aber als Dad ist Tylor O’Neil weit von einer Goldmedaille entfernt. Um seiner 13-jährigen Tochter zu beweisen, wie sehr er sie liebt, will er ihr das schönste Weihnachtsfest aller Zeiten bereiten. Das Snow Crystal Skiresort seiner Familie bildet dafür schon mal die perfekte Postkartenidylle. Doch bei den restlichen Details braucht er Unterstützung. Wer könnte ihm besser beibringen, was zum Fest der Liebe gehört, als eine Lehrerin? Gut, seine alte Schulfreundin Brenna ist genau genommen Skilehrerin, dennoch scheint sie auch den Slalom weihnachtlicher Bräuche perfekt zu beherrschen. Der guten alten Tradition des Kusses unterm Mistelzweig kann Tylor jedenfalls schnell etwas abgewinnen.


Der dritte Band der O'Neil-Trilogie ist da! Begeistert hab ich mich damit aufs Sofa verzogen. Und in die Bahn. Ins Tram. Ins Bett. Ganz schlimm wars jeweils beim Umsteigen von Bahn aufs Tram oder umgekehrt, oder der Fussmarsch nach Hause. Kindle schliessen und aufs Weiterlesen planggen. Viel zu schnell hatte ich es ausgelesen, trotz der Umsteige- und Koch- und anderen Pausen!

Ich konnte kaum aufhören zu lesen, denn der Roman knüpft leistungsmässig wieder an den ersten Band, "Winterzauber wider Willen" an. Vom zweiten Band "Sommerzauber wider Willen" war ich ja nicht so überzeugt. So freute ich mich umso mehr, dass sich "Weihnachtswunder wider Willen" wieder als ein Pageturner herausstellte.  

Es schneit und schneit und somit ist das Resort in Snow Crystal blitzschnell ausgebucht. Deshalb muss Brenna ihren Bungalow hergeben und wird bei Tyler und seiner Tochter Jess einquartiert. Jess ist begeistert, Tyler und Brenna nicht so sehr. Brenna, weil sie seit Kindheit verliebt in Tyler ist und Tyler beginnt langsam zu merken, dass Brenna nicht nur seine allerbeste Freundin, sondern auch eine Frau ist. Doch er hat das Gefühl, dass er bisher alle Beziehungen zerstört hat und will nun nicht noch seine ihm sehr wichtige Freundschaft mit Brenna aufs Spiel setzen. 

Ihr geht es genau gleich, doch irgendwann hat sie genug davon - im Umgang mit Jess erinnert sie sich wieder an ihre Schulzeit und was sie alles einstecken musste, weil ihr das Selbstbewusstsein fehlte. Brenna übt sich also mit neuem Selbstvertrauen, was ihr auch hervorragend steht. Manchmal zweifelt sie zwar noch an sich selbst, und auch Tyler kämpft mit sich. Doch am Ende überrascht er nicht nur Brenna, sondern auch seine Familie. 

Vielleicht gefiel mir "Weihnachtszauber wider Willen" ja so gut, weil Walter nur einen Mini-Auftritt hatte und hier vor allem die Frauen der Familie im Vordergrund stehen? 

Nein, nicht nur. Der Grundtenor hier ist zwar harmonischer, trotz all der verkorksten Beziehungen, die beschrieben werden. Und auch in diesem Band geht es wie schon in den ersten beiden um Vergangenheitsbewältigung und ihre Aufarbeitung. Vielleicht lag es auch am Humor, der hier gar nicht zu kurz kam  - oft lachte ich vor mich hin, wenn Brenna selbst plötzlich erschüttert von ihrem Mut war. Mir gefiel auch der respektvolle Umgang der Darsteller untereinander. Dass Tylers dreizehnjährige Tochter oft erwachsener dachte als die Erwachsenen beeindruckte ebenso. 

Kurzum: eine tolle Liebesgeschichte verteilt auf 384 Seiten, die auch vor ernsteren Themen nicht halt macht und die Leser blitzschnell in ihren Bann zieht. 5 Punkte für diesen gelungenen Abschluss der viel zu kurzen Serie. 

Reihenfolge:

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Coco und das Geheimnis von Glück von Niamh Greene

Klappentext:
Seit sie denken kann, hat Coco Swan sich für ihren Vornamen geschämt. Bei einem solchen Namen, davon ist die Zweiunddreißigjährige überzeugt, erwartet man Schönheit und Glamour. Eben eine Frau wie Coco Chanel – und keine durchschnittlich aussehende Antiquitätenhändlerin aus einer durchschnittlichen Kleinstadt. Als allerdings in einem ersteigerten Schränkchen eine alte Chanel-Handtasche auftaucht, wird Cocos Leben völlig auf den Kopf gestellt. Denn ein vergilbter Brief im Seitenfach der Tasche entpuppt sich für Coco mit einem Mal als Schlüssel zum Glück.



Eigentlich hätte ich ja andere Bücher lesen wollen, doch irgendwas sprach mich an diesem Buch auf meiner Merkliste an und so zog ich es meinen SUB vor. Was Nettes ohne Ansprüche für Zwischendurch, war mein hauptsächlicher Gedanke. Und dann hat mich dieser "nette", kleine, unscheinbare Roman sowas von positiv überrascht: 

Die 32jährige Coco wurde von ihrer Grossmutter aufgezogen und lebt immer noch mit ihr zusammen. Ihnen gehört ein Antiquitätengeschäft im irischen Dronmore. Coco liebt ihren Beruf und geht ganz in ihm auf. Das einzige was sie nicht mag, ist ihr Namen, denn fast jeder spricht sie darauf an, "Coco - wie Coco Chanel"? Ja, denn ihre Mutter, die vor fast 20 Jahren an einem Verkehrsunfall starb, war ein grosser Fan von der Modeschöpferin. 

Als Coco in einem Waschtisch eine echte Chanel-Handtasche inklusive einem darin versteckte Liebesbrief entdeckt, ist Coco so fasziniert davon, dass sie die Tasche samt Brief der rechtmässigen Besitzerin zurückgeben will. Die romantisch veranlagte und an Zeichen glaubende Coco denkt, dass ihre Mutter ihr durch die Tasche etwas mitteilen möchte - denn sie versprach ihr eines Tages genau so eine Tasche zu kaufen. Und auch wenn es kein Zeichen sein sollte, die Tasche möchte sie auf jeden Fall zurückgeben. Und so beginnt eine aufregende Reise durchs Leben einiger mit der Handtasche in Verbindung stehender Personen.

Doch Coco muss sich auch mit ihrem direkten Umfeld auseinandersetzen. Dass Grossmutter Ruth in ihrem Alter und nach dem Tode von Ruths Ehemann wieder ein Liebesleben hat, muss Coco erst verarbeiten. Und Anna, Ruths ewig motzende Schwester, ist so schwierig, dass sie am besten nichts davon erfährt. Und wie kann Coco ihrer besten Freundin Cat helfen, die mit ihrem ältesten Sohn Mark Probleme hat? 

Diese wundervolle Geschichte mit ihren authentisch wirkenden Charakteren überzeugt durch ihre Warmherzigkeit. Passieren tut viel, und dennoch ist der Roman unaufgeregt. So kommt zwar eine klitzekleine Liebesgeschichte darin vor, doch die ist so gekonnt in die Rahmenhandlung gesetzt, dass sie glücklicherweise nicht zum Hauptthema wird. 

Hauptthema bleibt das Rätsel um die Herkunft der Tasche. Und natürlich das "Glück", das im Titel vorkommt. Glück wird hier vor allem mit Zufriedenheit übersetzt: zufrieden sein mit dem was man hat und nicht immer noch mehr oder möglichst Ausgefallenes zu wollen. 

Fazit: Die etwas andere Detektivgeschichte. Es ist ein Roman mit "Jö, herzig"-Faktor, der ohne Kitsch auskommt, dafür mit einigen Prisen Glücksstaub für das Wohlbefinden der Protagonisten am Schluss sorgt. 
Beeindruckte 5 Punkte. 

Montag, 26. Oktober 2015

Montagsfrage 26.10.2015


Halloween naht, stimmt ihr euch mit passender Lektüre ein oder macht ihr euch nichts daraus?

Ich mag weder Gruselgeschichten noch Halloween - das mag in Amerika Tradition haben, aber nicht bei uns in der Schweiz - von daher mach ich mir da gar nichts draus. 

Aber anscheinend wohnten mal Amerikaner hier oder es wurde sonst aufgeschnappt, denn im Quartier ist es fast schon üblich, dass die Kinder losgehen. Nun, ich habe eine Tochter, die findet es natürlich lässig, wenn man einfach nur durch ein Sprüchlein aufsagen und sich verkleiden Süssigkeiten geschenkt bekommt. Letztes Jahr durfte sie zum ersten Mal mit Nachbarn auf "Tour". Und würde auch dieses Jahr wieder gerne. Doch da letztes Jahr anscheinend einige Teenies im Quartier Steine geschmissen und sonst Mist gebaut haben, wollen jetzt die Mütter mit den unter Zehnjährigen nicht mehr los. Finde ich gut :-) 

Als Alternativprogramm habe ich mir überlegt, dass wir dafür unsere eigene Tradition erfinden können und an dem Abend (solange Halloween am Wochenende ist) jeweils einen Harry Potter-Film schauen und dem Geknabbere dazu ein wenig einen Halloween-Touch geben könnten. Harry Potter Band 1 hab ich ihr im Frühsommer als Gutenachtgeschichte erzählt und danach hat sie dass Buch noch selbst gelesen, so könnten wir also gut mit dem Film starten :-) Den Vorschlag werde ich diese Woche Kind und Mann unterbreiten, falls Halloween zur Sprache kommt. Da es am Wochenende ist, reden sie in der Schule nicht so oft davon und ich hoffe, sie könnte es ja auch vergessen....

Vor zwei Jahren hab ich am Halloween-Weekend unserer europäischen Tradition - Reformationstag und Allerheiligen - gedacht, indem ich mich dem Historien-Marathon angeschlossen hatte und hab ein Buch über die Reformationszeit gelesen. Das entspricht mir schon viel eher.

Freitag, 23. Oktober 2015

Krimi: Mord auf der Levada von Joyce Summer

Klappentext: 
Eigentlich wollte die Hamburger Café Besitzerin Pauline mit ihrem Mann Ben einen geruhsamen Schnorchel- und Wanderurlaub auf Madeira verbringen. Aber gleich kurz nach ihrer Ankunft stolpert sie über den ersten Toten. Als sie auf eigene Faust Nachforschungen beginnt, muss sie feststellen, dass die Spuren zum Tod des letzten Habsburger Kaisers führen. Was hat dieser mit dem Mord und einem Flugzeugabsturz zu tun? Der einheimische Comissário glaubt nicht so recht an Paulines Theorien und schon bald schwebt sie in größter Gefahr.



Da hatte ich von Madeira bisher nur immer in Zusammenhang mit Sissi oder mit Schnaps gehört und dann komm ich zum Vergnügen, innerhalb dreier Monate gleich zwei Bücher zu lesen, die auf Madeira spielen. Das erste war ein Roman, "Das Lied der Sturmvögel" von Anna Levindas zweite Buch ist ein Kriminalfall von der Autorin Joyce Summer, die mir das eBook zur Verfügung stellte - erst noch mit elektrischer Widmung sozusagen, das fand ich ja ganz herzig :-) Herzlichen Dank, Joyce ! 

Kaffeebesitzerin Pauline macht mit ihrem Ehemann Ben Ferien auf Madeira. Sie waren schon einmal da - und weil es ihnen gefallen hat, buchten sie erneut. Doch der Urlaub ist schon bald betrübt, da Pauline beim Joggen eine Leiche entdeckt. Comissàrio Avila verdächtigt das deutsche Paar zuerst, doch bald schon hat er weitere Verdächtige zur Hand. Der Tote, Lucca DeFreitas, scheint nicht nur jovial gewesen zu sein, sondern auch politisch verstrickt, hatte einige heimliche Affären und zwei uneheliche Kinder. 

Pauline und Ben lenken sich vom Todesfall ab, in dem sie die Insel erkunden und sich bei einer Tauchschule wegen einem Tauchgang erkundigen. Dort treffen sie auf einen arroganten Schweizer (leider kommen wir Schweizer sehr schlecht weg im Buch), der kurz darauf spurlos verschwindet. Nun steht Avila gleich vor zwei ungelösten Fällen in dem sonst ruhigen Madeira und wieder verdächtigt er zuerst Pauline und Ben. Pauline wiederum geht ihren eigenen Vermutungen nach.

Als "richtige" Detektivin erscheint Pauline mir nicht, sie ist mehr einfach grad zur Stelle, wenn etwas passiert. Comissàrio Avila und sein Subcomissàrio sind da schon eher die Ermittler. Es dauert zwar bis sie auf die richtige Spur kommen, aber erst Pauline sorgt für das wichtigste Detail, das zur Lösung beiträgt. Dem Leser hingegen gehen bereits während der Lektüre einige Kronleuchter auf, da man die Verbindung zur Vergangenheit hat und sich so einiges zusammenreimen kann.

Der Krimi bezieht sich nicht nur auf die Gegenwartsgeschichte mit Pauline, sondern startet fesselnd mit einem Auftakt anno 1977. Ein Mann besteigt in Genf ein Flugzeug nach Madeira und möchte etwas Wichtiges auf der Insel erledigen, doch das Flugzeug stürzt bei der Landung ab. Ob es Überlebende gab oder nicht, erfährt der Leser erst mittendrin und auch dann bleibt noch lange offen, um wen es sich bei dem ominösen Flugpassagier handelte. 

Erzählt wird auch die Geschichte vom letzten österreichischen Kaiser, Karl I., der seine letzten Lebensmonate 1922 auf Madeira verbrachte. Mit ihm seine Frau, Königin Zita. Der Einbezug von Karl und Zitas Leben auf Madeira fand ich ganz toll. 

Ich mag es gerne, wenn eher unbekanntere, historische Persönlichkeiten (über die es sonst kaum was zu lesen gibt) in Büchern auftauchen. Noch mehr, wenn damalige wahre Begebenheiten weiter gesponnen werden, wie es im vorliegenden Krimi der Fall ist. Mit der Erwähnung von Zita war meine Neugier natürlich schon am Anfang geweckt, denn Zita verbrachte einen Grossteil ihres Lebens im bündnerischen Zizers. Da ich selbst in der Nähe aufwuchs und meine Mutter sogar noch näher, nur ein, zwei Dörfer neben Zizers, war mir Zita ein begriff. Den hab ich als Kind natürlich immer mit Sissi in Verbindung gebracht (wir Kinder und Teenies liebten damals die Sissi-Filme, kein Weihnachten ohne Sissi-Filme!), und so fand ich es immer spannend, wenn meine Mutter mir erzählte, dass sie Kaiserin Zita oft gesehen hat, vor ihrem Häuschen und auch unterwegs in den Dörfern

Joyce Summer Erstling ist spannend geschrieben und machte nicht nur wegen Kaiserin Zita Freude zu lesen. Manchmal verzettelt sich die Autorin zwar in zu vielen Details und sie könnte an der Sprache noch feilen - zu viele holprige Sätze trüben leider den Lesegenuss. 

Fazit: Ein spannendes, gelungenes Debut mit kleinen Mängeln. 
4 Punkte. 

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Krimi: Der Duft des Oleanders von Silvija Hinzmann

Klappentext:
Die spätsommerliche Idylle ist trügerisch. Vor der malerischen Kulisse von Rovinj und anderen Orten in Istrien bewegt sich Joe Prohaska am Rande der Legalität, und doch kann er nicht anders, als der Wahrheit auf den Grund zu gehen, die die späten Opfer und Täter des Krieges in Ex-Jugoslawien miteinander verbindet. Joe Prohaska, ehemaliger Kriminalhauptkommissar aus Stuttgart mit deutsch-kroatischen Wurzeln, lebt seit seiner Frühpensionierung in einem winzigen Dorf in der Nähe von Rovinj. Er ist gerade stiller Teilhaber eines kleinen Fotoladens geworden, den sein Jugendfreund Ivo betreibt. Prohaska möchte künftig nur noch als Fotograf arbeiten und eine Istrien-Monografie herausbringen. Doch eines nachts wird er Zeuge eines Überfalls.


Da ich Krimis liebe, schau ich mich immer gerne nach neuen Fällen um, die an nicht so üblichen Orten und Gegenden spielen. Da kam mir im Sommer die Anfrage des Verlages gerade recht, denn Istrien ist Neuland für mich. Ich war gespannt! Leider war ich aber doch nicht so schnell mit Lesen wie gedacht. Herzlichen Dank an den Verlag, der mir das eBook zur Verfügung stellte! Entschuldigung, dass ich länger brauchte als versprochen.

Denn die Verspätung hatte einen Grund: Als ich die Lektüre zum ersten Mal in die Hand nahm, war ich ganz schnell durcheinander. So viele verschiedene Personen, denen ganz kurze Kapitel gewidmet werden - mein Kopf rauchte und so legte ich das iPad wieder zur Seite.

Als ich mir den Krimi dann definitiv vornahm, sorgte ich vor, indem ich Notizbuch und Bleistift zur Hand nahm und mir all die Namen oder Merkmale der vorkommenden Personen notierte; Personen, die anfangs oft auch namenlos blieben. Ich mag das ja gar nicht, wenn ein Buchanfang derart kompliziert vielfältig mit diversen Namen gespickt ist. Es stört den Lesefluss erheblich. Nun gut, meine Notizen fassten folgendes zusammen:

Da hätten wir zuerst mal Jäger, ein deutscher Journalist, der aus anfänglich unbekannten Gründen nach Kroatien reist und dort jemand treffen will. Blöd nur, dass er vor dem Treffen ermordet wird. 

Luca Aquila und sein Trüffelschwein finden zusätzlich zu einigen Trüffeln eine Leiche im Wald. Sein Sohn Maurizio rät ihm zur Polizei zu gehen - obwohl man das Gefühl hat, dass auch Maurizio etwas zu verbergen hätte. Luca wendet sich nicht direkt an die Polizei, was auch ihn irgendwie verdächtig macht. 

Der 26jährige Robert wird angefahren - zum Glück taucht Joe Prohaska auf bevor noch Schlimmeres geschieht. Aber was verschweigt Robert? Auch Robert will nicht zur Polizei Anzeige erstatten. Wieso haben die alle Angst vor der Polizei?

Prohaska ist ein ehemaliger deutscher Polizist mit kroatischen Wurzeln, der sich nach seiner Frühpensionierung in Istrien niederliess. Wüsste man nicht, dass er in dieser neuen Krimiserie der Ermittler sein soll, würde man auch ihm misstrauen. Prohaska will eigentlich nur fotografieren und stellt sich bereits ein Bildband sowie eine Ausstellung im Fremdenverkehrsbüro vor. 

Nora, die dort arbeitet, scheint ihm zu gefallen. Immerhin gibt es durch ihr Erscheinen einen Hinweis auf den Buchtitel. Doch auch sie ist sehr komisch drauf. Denn der Chauffeur Igor Busetta macht den reichen und unkoscheren Unternehmer Drago Blagic drauf aufmerksam, dass sich Nora mit einem Polizisten eingelassen hat. Auch Tomo, sein Butler und Schiffsführer, wird darüber informiert. Was der wohl für ein Spiel treibt?

Nun haben wir die wichtigsten Protagonisten im Buch, ausser eventuell noch Kommissar Rossi. Er und Prohaska umkreisen sich anfangs wie misstrauische Hunde. Doch bald freunden sie sich an. Immerhin zwei, denn alle andern Personen bleiben undurchsichtig und scheinen gegeneinander zu agieren.

Bald aber wurde mein Durcheinander im Kopf weniger, denn langsam verbanden sich die Fäden miteinander und man erahnte in welche Richtung es geht. Doch wer und wieso für all die Toten verantwortlich ist, löst sich erst gegen Schluss auf. 

Es lohnt sich das Chaos vom Anfang durchzustehen. Der Krimi entwickelt sich zu einer spannenden und unterhaltenden Lektüre mit teilweisem Bezug zum Kroatienkrieg. Auch witzige Szenen, wie z.B. Prohaskas nächtliches, unfreiwilliges Bad und das fehlende Benzin des Motorbootes mitten im Meer, fehlen nicht. 

Das Titelbild soll wohl die Altstadt von Rovinj darstellen. Ein Foto vom Hafen hätte meiner Meinung nach besser gepasst, da sich doch vieles in Hafennähe abspielt. Ich war noch nie in Kroatien, doch die Beschreibungen der Ortschaften machen glustig darauf sich Rovinj mal selbst anzuschauen.

Leider tauchen vor allem gegen Schluss einige Layoutfehler auf. Es fehlen Worte in den Sätzen oder es gibt zu viele davon. Da müsste der Lektor nochmals drüber lesen.

Fazit: Ein gelungener Erstling! Hat man den wirren Anfang überstanden, macht es Spass Prohaska bei seinen mehr oder weniger offiziellen, und vor allem eigenmächtigen Ermittlungen zu begleiten. 
4 Punkte. 


Montag, 19. Oktober 2015

Montagsfrage 19.10.2015


Falls du aktuell Bücher vorbestellt hast, welches erscheint als nächstes?

Ich bestelle äusserst selten Bücher vor, habe aber eine Wunschliste, auf der das Erscheinungsdatum der Bücher zuvorderst steht. Das sieht dann etwa so aus  - nur viel länger natürlich, die Liste reicht bis in den März hinein ;-) :


Oktober 2015:
22.10: Als die Träume noch uns gehörten von Marian Izaguirre

November 2015: 
09.11: Der tödliche Tanz des Monsieur Berard von Marie Pellissier (Band 2)
09.11: Die Sturmschwester von Lucinda Riley
09.11: Ein Stück vom Himmel von Claudie Gallay
12.11: Jene Jahre in Paris von Rachel Hore
16.11: Der Kommisssar und der Orden von Mont-Saint-Michel (Normandie-Krimi Band 3) von Maria Dries
16.11: Janes Austen bleibt zum Frühstück von Manuela Inusa
16.11: Das Schönste kommt zum Schluss von Monica McInerney

Als erstes auf der Liste wäre also das Buch von Marian Izaguirre, aber ich weiss noch nicht ob ich es mir bereits schon kaufe oder noch damit warte. Dafür werde ich mir aber sicher der erste November-Eintrag kaufen, auf Band 2 der Pariser Hausmeisterin Madame Blandel-Serie freue ich mich schon sehr! 


Vergangene Woche fand die Frankfurter Buchmesse statt, alternativ für die Daheimgebliebenen gab es auf den verschiedenen Social Media Kanälen die Leseparty ≠fbm15 - ich war mit meinem Blog auf Facebook mit dabei. Habt ihr auch daran teilgenommen oder wart ihr gar vor Ort in Frankfurt?

Diese Woche erwarten euch auf meinem Blog zwei Krimi-Erstlinge von bisher unbekannten Autorinnen vor, die beide lesenswert sind. Seid gespannt!