Dienstag, 31. März 2015

Yoga: Bin ich schon erleuchtet von Suzanne Morrison

Klappentext:
Suzanne, eine junge New Yorkerin (leicht verrückt-depressive, alkoholtrinkende und rauchende Schauspielerin) reist für zwei Monate zu ihrer Yoga-Lehrerin nach Bali auf der Suche nach der Glückseligkeit. Aber die Lehrerin entpuppt sich als nicht tauglich und Suzanne muss zwei Monate mit Tofu, ungesalzenem Gemüse und zwei Dutzend Yogis verbringen, die Eigenurin trinken, um sich vor Parasiten zu schützen - und das alles vor der malerischen Kulisse Balis. Wird Suzanne sich finden? Oder wird ihre dunkle (städtisch, weltliche) Seite die Oberhand behalten?



Suzanne ist begeistert von ihrer Yogalehrerin und willigt ein, eine zweimonatige Yogalehrerausbildung auf Bali zu absolvieren. 

Obwohl sie einerseits nicht weiss was da auf sie zukommt, ist sie doch froh, eine Pause von ihrem Alltagsleben zu haben. 

In Tagebucheinträgen schreibt sie humorvoll, amüsiert, sarkastisch, ironisch, nachdenklich und tiefgründig von ihren Erlebnissen auf Bali und danach. Sie stellt schlussendlich fest, dass auch Yogalehrer nur Menschen sind und keinen Deut besser oder gar "erleuchteter" als sie selbst. 

Die Autorin beschreibt viele Erlebnisse aus der Yogaszene, die man 1:1 auch in anderen Gruppierungen findet, egal ob das kirchliche, sportliche, andere hobbymässige Szenen sind. 

Da sie sich selbst nicht allzu ernst nimmt, ist das Buch sehr unterhaltsam und gelungen.

Fazit: Lesenswert. 
4 Punkte. 


Montag, 30. März 2015

Montagsfrage 30.03.2015



Glaubst du, du hast schonmal einer Buchfigur nachgeeifert?

Als Kind definitiv, da wollte ich gern zu den Kindern bei "Geheimnis um..." von Enid Blyton dazugehören und eine Detektivin sein wie sie.
Aber als Erwachsene nicht, denn ich finde, jeder soll der Mensch sein der er ist und nicht Persönlichkeit oder Aussehen von anderen übernehmen wollen. Man kann sich von Buchfiguren inspirieren lassen, aber nacheifern an sich finde ich ein gefährliche Sache. 

Sonntag, 29. März 2015

Yoga: Das wahre Leben der Montagsmenschen von Milena Moser

Klappentext: 
Als Balletttänzerin und als Yoga-Lehrerin konnte sich die 36-jährige Nevada stets auf ihren Körper verlassen. Plötzlich aber lässt er sie im Stich. Drei Schüler halten ihr dennoch die Treue und kommen immer montags zum Kurs. Als ein Mord geschieht, gesteht eine Schülerin die Tat der Polizei - allerdings ohne sie begangen zu haben, wie Nevada mit Hilfe eines Yoga-Spruchs herausfindet. Milena Mosers neuer Roman knüpft an ihre großen Erfolge an: treffend beobachtet, spannend und witzig erzählt, verwickelt die Autorin aus der Schweiz vier Menschen in ein tragikomisch-furioses Lebens- und Liebesdrama.


"Montagsmenschen" ist ein Roman über das Leben von einigen Frauen und Männern, die Montags einen Yogakurs bei Yogalehrerin Nevada besuchen.

Detailgenau zeichnet die Autorin ein klares Bild und das Alltagsleben der Protagonisten; beschreibt die Hintergründe, wie sie zu dem wurden was sie jetzt sind, ihre Träume und wie sie gern sein möchten: 

Nevada, die ihrem Körper schon immer zuviel zumutete und immer öfters wiederkehrende Schmerzen hat. Poppy, Archivarin, die nichts auf die Reihe bringt, weil ihre Gedanken nie zur Ruhe kommen. Marie, die genug von ihrem Schauspieler-Ehemann hat und lieber als Hausärztin anstatt im Spital arbeiten würde. Und Ted, der von seiner Frau und Tochter getrennt lebende Lehrer.

Der Roman lässt nichts aus, egal ob es Banalitäten, Abgründe, Krankheiten, Liebeskummer oder sogar Gefängnisaufenthalte sind. Aber trotz aller Tragik ist das Buch leicht und flüssig zu lesen. Am besten gefallen hat mir die Geschichte von Poppy: gegen Schluss kommt heraus, dass es für ihr "neben-den-Schuhen-stehen" und nichts auf die Reihe bringen, einen Begriff gibt und man ihr helfen kann. 

Ansonsten bin ich ein wenig zwiegespalten - was bei der Lektüre dieses Romans nur als leichte Skepsis im Hinterkopf begann, wurde bei der Fortsetzung "Das wahre Leben" grösser: 



Klappentext: 
Zwei Frauen in der Mitte ihres Lebens, beide in der Krise. Nevada ist krank und lernt gerade damit umzugehen. Immer noch unterrichtet sie Yoga und das so erfolgreich, dass ihr eine Klasse mit schwierigen, absturzgefährdeten Mädchen anvertraut wird. Erika dagegen beschliesst angesichts ihres Versagens als Mutter und Ehefrau das zu tun, was ihr niemand zutraut: Sie verlässt ihr luxuriöses Zuhause am Zürichberg und zieht in eine heruntergekommende Vorstadtsiedlung. Dort lernt sie Nevada kennen, die unverhofft von der grossen Liebe erwischt wird. Mit Witz, Verve und voller Zuneigung lockt Moser ihre Figuren durch existentielle Höhen und Tiefen. Eine intensive Liebesgeschichte rund um Schmerz, Krankheit und Trennung. 


Neben den bereits bekannten Protagonisten kommt hier u.a.  noch Erika dazu. Auch ihre Geschichte hat es in sich. 

Nevada kann mittlerweile kaum mehr laufen und sitzt im Rollstuhl. Beim Arzt lernt sie einen Mann kennen und verliebt sich sofort in ihn. Auch er hat kein leichtes Leben hinter sich. Nevada zieht um und trifft am neuen Wohnort auf Ted und Marie, ebenso auf Erika. Nun verweben sich die Geschichten noch mehr ineinander. 

Und spätestens jetzt sass meine Skepsis nicht mehr nur im Hinterkopf - obwohl die Autorin sehr bildlich und intensiv schreibt und trotz allen Schicksalsschlägen auch humorvoll bleibt, sind mir all diese Geschichten irgendwie zu konstruiert. Jede einzelne Person, die in den beiden Büchern vorkommt, hat von Geburt weg keine einfache Lebensgeschichte. Das ist mir zu unglaubhaft und viel zu viel Tragödie auf einem Haufen.

Fazit: Zuviel Schicksal auf kleiner Fläche. 
Für beide Bücher 3.5 Punkte. 


PS: Mir gefiel sehr gut, dass Milena Moser in beiden Büchern schweizerdeutsche Ausdrücke die sich nur schwerlich auf Hochdeutsch übersetzen lassen schweizerdeutsch gelassen hat. S' "Znünitäschli" z.B. :-)

Mittwoch, 25. März 2015

Yoga: Schlampenyoga von Milena Moser

Klappentext:
Milena Moser ist bekennender Couch-Potato, bis sich eines Tages ihr Rücken mit einem lauten Knacken meldet. Nun muss wohl doch irgendeine Form der Bewegung her. Bedingung: Gut für den Rücken, aber garantiert nichts anstrengend! Sie entscheidet sich für Yoga. Schön und gut, aber welches? "Power-Yoga", "Power-Flow", "Flow-Flow" oder doch lieber "Yoga für dich und deinen Hund?" Wissbegierig begibt sich Milena Moser auf die Suche nach der klassischen Form und erlebt dabei wunderbar witzige und oft auch skurrile Geschichten aus der exaltierten Lifestyle-Welt. Ein unverzichtbarer und zugleich höchste amüsanter Wegweiser durch den jahrtausendealten Yoga-Dschungel. 

"Schlampenyoga" war nach der Putzfraueninsel mein zweites Buch von Milena Moser. Und quasi mein erstes Buch über Yoga. 

Die Autorin erzählt wie sie auf Yoga aufmerksam wurde und sich eines Tages in San Francisco zu einem Kurs getraute. Schon bald darauf möchte sie nicht mehr auf Yoga verzichten, muss sich aber einen neuen Kurs suchen, da ihre Lehrerin in eine andere Stadt zieht. 

Mittlerweile weiss sie mehr über Yoga und die diversen Stile, die ihre Suche nach dem neuen Kurs erschwert. Für was soll sie sich bloss entscheiden? Also entschliesst sie sich verschiedene Stile auszuprobieren und besucht Retreats und Yoga-Messen. 

Sie beschreibt ihre Erlebnisse auf der Suche nach dem Nonplusultra-Kurs sehr ehrlich und humorvoll. 

Wer glaubt, die ganzen Instagram-Yogaposen-Selfies seien ganz neu, der irrt. Milena hats erfunden! Jedes neue Kapitel wird mit einem Foto von ihr in einer Yogapose eingeleitet.

Fazit: Eine lustige Erzählung mit kurzweiligen Hintergrundinformationen über die Geschichte des Yogas. 
4.5 Punkte

Dienstag, 24. März 2015

Büchertreff-Leserlieblinge 2014

Die Wahl des Bookie-Buchpreis, den es seit 2005 gibt, hat einen neuen - und meiner Meinung nach - passenderen Namen bekommen:



Auf Büchertreff.de könnt ihr die besten Bücher des vergangenen Jahres wählen!

In der Nominierungsphase (23.3.2015 bis 5.4.2015) könnt ihr eure Vorschläge einreichen - die Voraussetzungen dafür sind, dass das Buch im Jahr 2014 erstmals in Deutsch erschienen ist und auf büchertreff.de rezensiert wurde. 
In der Abstimmungsphase findet vom 6.4.2015 bis 19.4.2015 statt. In diesen zwei Wochen könnt ihr euren Favoriten aus den nominierten Bücher wählen. 

Alles Weitere dazu findet ihr auf der Wahl-Info-Seite. Die Nominierungen könnt ihr auf der Award-Seite verfolgen. 

Viel Spass beim Wählen!

Montag, 23. März 2015

Montagsfrage 23.03.2015


Habt ihr schonmal Situationen beobachtet, die euch an Passagen aus gelesenen Büchern erinnern? 

Ja. Gerade letzten Sonntag. So bin ich nämlich auch auf die Idee zur heutigen  Frage gekommen. Praktisch, dass Silke vom Blog Buchfresserchen, die jeweils die Montagsfragen stellt, vergangenen Montag schrieb, dass Frage-Ideen jederzeit willkommen seien und man sie ihr schicken könnte. Das tat ich. Und heute nun beantworten wir bereits meine Frage :-) 

Ich sass letzten Sonntagnachmittag mit Bekannten in Basel in einem Restaurant am BahnhofplatzIrgendwann kam ein älterer Mann mit Koffer in Begleitung eines jungen Mannes ins Restaurant, sie bestellten sich etwas zu essen. Ganz unspektakulär. Aber irgendwas an  ihnen erinnerte mich stark an die Szene aus "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry", als Harold im Bahnhofbuffet den älteren Gentleman sah. Auch Queenie erzählt in "Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry" davon. 
Ich versetzte mich in Harold und in Queenie und überlegte die ganze Zeit, weswegen die beiden wohl im Restaurant sind: aus dem gleichen Grund wie bei Harold oder gehen beide oder nur der eine auf Reisen oder oder....? Nach circa einer Stunde haben sie das Restaurant verlassen, doch ich dachte sogar noch auf dem Heimweg an die beiden und an Harold und Queenie. Bis heute weiss ich nicht wieso gerade die zwei Herren mich an die Szene aus den beiden Büchern erinnerten. Aber ich fühlte mich stark in die Bücher zurück versetzt. Ein schönes Gefühl! 


Mittwoch, 18. März 2015

Yoga: Do you Yoga? von Emma Burstall

Klappentext:
Sonnengrüße, Beckenbodentraining und verrenkte Gliedmaßen – das regelmäßige Training macht Carmen, Patrice, Percy und Susanne zu engen Freundinnen, die auch außerhalb des Fitnessstudios viel gemeinsam haben: Sie wohnen in tollen Häusern, haben Familie und Vorzeige-Ehen. Doch noch ahnt keine von ihnen, dass die sorgsam gepflegten Fassaden bald einstürzen werden.






Ich beginne die Yoga-Serie mit einem Roman, das zwar "Yoga" im Titel führt, aber in dem es gar nicht um Yoga geht. Eine Yogastunde wird kurz mal mit 2-3 Sätzen erwähnt, tut aber nichts zur Sache. 

Also nicht kaufen, wenn ihr einen Yoga-Roman erwartet! Da haben sich die deutschen Übersetzer wieder einmal entsetzlich schwer getan, denn der englische Originaltitel heisst "Gym & Slimline", was wesentlich besser passt. 

Als ich das Buch vor einigen Jahren zum ersten Mal gelesen habe, wartete ich darauf, dass die Frauen endlich mal ins Yoga gehen. Ich wartete und wartete, bis ich dann schliesslich merkte, dass der Titel ein Fake ist und es überhaupt nicht um Yoga geht.

Stattdessen lernen sich die vier Frauen in einem neu eröffneten Fitnessstudio kennen. Die Handlungsplätze wechseln zwischen Lektionen im Fitnessstudio und ihren Häusern/Wohnungen. Vier Jahre später setzt der Roman ein, nun hat der Alltag die Frauen, die mittlerweile Freundinnen sind, eingeholt und nichts ist so wie damals erträumt.

Fazit: Die Geschichte ist zwar kurzweilig, aber überzeugt bin ich nicht. So nach dem Motto: "Kann man lesen, muss man aber nicht". 
3.5 Punkte.