Mittwoch, 29. Oktober 2014

Winterapfelgarten von Brigitte Janson

Klappentext:
Claudia Konrad ist außer sich. Mit 51 soll sie plötzlich zu alt sein für ihren Job in einer Parfümerie? Nicht besser geht es ihrer Tochter Jule, die nach einem schrecklichen Unfall kaum noch das Haus verlässt. Ihre Freundin Sara ist dagegen müde – von ihrer langweiligen Ehe. Schluss damit, jetzt wird alles anders, denken sich die Freundinnen und ziehen auf einen Apfelhof im Alten Land. Tolle Idee, aber Gebäude können morsch, Äpfel wurmstichig und attraktive Nachbarn eigenbrötlerisch sein. Die Katastrophe naht. Der Rettungsengel auch. Rentnerin Elisabeth, auf der Flucht vor Altersheim und wohlwollender Verwandtschaft, strandet auf dem Hof und bringt mit viel Charme Ordnung in das Chaos.



Als die in Hamburg wohnende, toughe Highend-Parfümerie-Verkäuferin Claudia erfährt, dass man sie in die Logistik versetzen will, kündigt sie spontan ihren Job. Noch benebelt von ihrem Mut setzt sie sich auf eine Bank und entdeckt darauf einen vergessenen Apfel. Sie isst ihn und wird nun fast besessen von diesem Apfel und will unbedingt wissen, wie diese Apfelsorte heisst. 

Einige Tage später fährt sie mit Sara, einer frisch geschiedenen Anwaltsgattin, ins "Alte Land". Dort entdecken sie einen zum Verkauf ausgeschriebenen alten Bauernhof. Zufällig wachsen auf diesem Hof noch Winterglockenapfel-Bäume - eben jene Sorte Apfel, die Claudia einige Tage zuvor auf der Bank in Hamburg gegessen hat. Aus einem Gefühlsmix zwischen Nostalgie und Neuanfang für sie und ihre verunfallte Tochter Jule, beschliesst Claudia den Hof zu kaufen. Das geht problemlos, denn ganz zufälligerweise erbte sie vor einem Jahr Geld ;-)

In diesem Jahr scheinen Bücher mit "Apfel" im Titel sehr in Mode zu sein: "Der Apfelsammler", das noch erscheinende "Apfelrosenzeit" und das mir nun vorliegende, der "Winterapfelgarten".

Am Anfang hat mich das Buch richtig gepackt. Ich konnte kaum abwarten, bis endlich der Apfelhof ins Spiel kam. Als ich zwischendurch erfahren habe, dass Claudia plant Naturkosmetik herzustellen, hab ich mich echt gefreut - ein tolles Thema, das in Romanen leider praktisch nie vorkommt. 

Es geht um drei, später vier Frauen, die alle einen Neuanfang wagen. Alle vier machen bis zum Ende des Buches eine Verwandlung durch, die einen mehr, die anderen weniger. Jule nervte mich, sie war mir viel zu motzig und pessimistisch drauf. Am besten hat mir Elisabeth gefallen, von ihr erfährt man am wenigsten und auch ihre Veränderung ist am kleinsten. Trotzdem schien sie mir die Authentischste und Zufriedenste zu sein. 

Der Roman spielt in Hamburg und Umgebung, im "alten Land", das für seine Apfelzucht bekannt ist. Die Autorin packte Wissenswertes über Land und Leute in die Geschichte hinein. So bekommen Leute wie ich, die noch nie vor Ort waren, einen schönen Überblick dieser besonderen Region.

Leider mutiert das Buch am Schluss zum Liebesroman und nimmt ihm somit das Besondere. Als könnte frau nur mit Partner glücklich sein! Ich hätte gerne mehr von diesen besonderen Äpfeln gelesen; ebenso hätte mich interessiert was Claudia mit ihrem Apfelhof weiter plante und ob sie mit ihrer Kosmetiklinie erfolgreich wurde. Stattdessen spielt die Liebe in meinen Augen eine viel zu grosse Rolle. Schade. 

Fazit: Toller Anfang, seichter Schluss. 
4 Punkte. 

Montag, 27. Oktober 2014

Montagsfrage, 27.10.2014


Habt ihr euch schon mal den Namen einer Romanfigur geliehen?

Meine Tochter hat zwar einen seltenen Namen, der literarisch vorkommt, aber bekommen hat sie ihn aus einem anderen Grund - weil die Tochter eines Kommilitonen so heisst und mir der Name schon damals im Studium sehr gut gefallen hat. Dass er zufällig auch in einem Roman und in einem Klassiker vorkommt, war mir egal und spielte keine Rolle. Wichtiger war, dass er auch meinem Mann gefiel, der meine sonstigen Namensvorschläge ablehnte. 

Aber die Bösere war ich, ich hab praktisch alle seine Vorschläge abgelehnt: durch jahrelanges Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen habe und hatte ich einfach zu viele Assoziationen zu Namen im Kopf… 

Für ein Haustier könnte ich mir eine Namensausleihe von einer Romanfigur schon vorstellen. Aber meine bisherigen Haustiere hatten alle andere Namen und eventuell zukünftige würde ich wohl eher auch anders nennen, ausser es würde wie die Faust aufs Auge passen. 

Wie sieht das bei euch aus? 

Sonntag, 26. Oktober 2014

Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry von Rachel Joyce

Klappentext:
Wer ist die Frau, zu der Harold Fry 1000 Kilometer weit läuft? Als Queenie Hennessy erfährt, dass ihr früherer Kollege Harold Fry auf ihren Abschiedsbrief hin durch ganz England zu ihr ins Hospiz läuft, reagiert sie schockiert: Er bittet sie, auf ihn zu warten. Aber wie soll sie denn warten? Sie ist schließlich todkrank. Da schlägt ihr eine Betreuerin vor, einen weiteren Brief an Harold Fry zu schreiben und ihm ihre Geschichte zu erzählen, während er unterwegs ist. Dieser Roman ist Queenie Hennessys Brief. Die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau, deren Leben so ganz anders verläuft, als es alle von ihr erwarten. Ein Roman über die Reise des Lebens, die wir alle unternehmen müssen – und die Frage, ob wir uns gegenseitig retten können.


In "Die unglaubliche Pilgerreise des Harold Fry" erfahren wir über Queenie Hennessy nur, dass sie mit Harolds zusammen arbeitete, oft ein braunes Kostüm und bequeme Schuhe trug und Lieder rückwärts singen konnte. In "Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry" erzählt uns Rachel Joyce nun über Queenies Leben und erklärt, wieso Queenie das braune Kostüm immer trug, warum sie sich mit dem Rückwärtssingen der Lieder beschäftigte, was sie für Harold empfand und welche Beziehung sie zu seinem Sohn David pflegte. 

Die beiden Cover sind an sich unspektakulär, doch wer beide Bücher gelesen hat, sieht sie mit anderen Augen: auf Harolds Buch sind seine Segelschuhe abgebildet. Wie wir von Queenie erfahren, trug er kaum jemals andere Schuhe. Auf Queenies Cover sind ihre geliebten Tanzschuhe zu sehen. Was es mit ihnen auf sich hat, obwohl sie ja fast nur bequeme Schuhe trug - davon mehr im Buch.

Queenie ist es wichtig, dass Harold über ihr Leben Bescheid weiss bevor er sie im Hospiz besucht. Deshalb beginnt sie zu schreiben und möchte, dass Harold diesen Brief bekommt, bevor er ihr gegenübertritt. 

Es gibt drei Erzählstränge. Zum einen die Briefschreiberei, zum andern Queenies Vergangenheit, der dritte Strang erzählt über das Leben im Hospiz: 

Im Briefschreibe-Strang treffen wir auf die witzige Schwester Mary Inconnue. Sie tippt Queenies handgeschriebene Briefe auf der Schreibmaschine ab und massiert oft Queenies kalte Hände. 

Mary Inconnue - da ich mich ein wenig mit der Zusammensetzung der schwesterlichen Namenstradition auskenne, war mir klar, dass hier noch eine Erklärung dazu folgen würde. Die kam ganz ganz am Schluss und liess mich lachen.

Im Hospiz werden unheilbar Kranke in ihrer letzten Lebensphase versorgt und begleitet. Und somit ist der bevorstehende Tod allen vor Augen und allgegenwärtig. "Ein Leben zwischen Nährstoffshake und Schmerzmittel", wie es die Bewohner selbst nennen.

Sie alle sind informiert über Harolds Reise und so langsam beginnen auch Besucher mitzufiebern. Als in den Medien über Harold berichtet wird, bekommt Queenie Grusskarten von überall und im Hospiz werden Pakete mit Wärmeflaschen usw. abgeben. Eine der Patienten, Finty, beginnt sogar zu twittern, und meint einmal: "Ab sofort wird nicht mehr gestorben, wir warten alle auf Harold"

Finty ist forsch und spontan. Mr Henderson bünzlig, der einarmige Perlenkönig ruhig und Barbara schon sehr schwach. Sie sind neben den vier Ordensschwestern Lucy, Philomena, Catherine und Mary Inconnue (und natürlich Harold und David) die Hauptpersonen im Buch. Als vor dem Hospiz sogar Nachtwachen abgehalten werden, wird es ihnen zu bunt und Schwester Philomena spricht ein Machtwort. Danach wird es wieder ruhiger, viel ruhiger, denn Queenies Mitpilger entwischen, gehen ohne sie weiter.

Liebevoll wird in diesem Strang beschrieben wie die Schwestern im Hospiz alles für ihre Patienten tun. Es werden Nägel lackiert, Weihnachten im Mai gefeiert und Fragen, deren Antworten man nicht weiss, gegoogelt. 

Mich erinnerten die Hospiz-Beschreibungen oft an das Altersheim in dem meine Grossmutter ihre letzten Jahre lebte. Wie die Bewohner unten im Aufenthaltsraum zusammen sassen, miteinander sprachen, lachten, spielten und auch schimpften. So konnte ich mir Queenie und ihre Mitbewohner bildlich vorstellen, wie sie ihre Zeit zusammen verbrachten. 

Auch Queenie und Harold haben während ihrer geschäftlichen Autofahrten viel Zeit miteinander verbracht. Hätte diese Zeit besser sein können? Oder war es gut so wie es war? 

Queenie schreibt in ihrem Brief wie sie in die Brauerei kam, warum sie blieb, wie sie Harold und später David (Harolds süchtigen, egoistischen Sohn - der trotzdem kein Selbstwertgefühl hat) kennenlernt, wieso sie es Harold verschwieg. Und wir erfahren den Grund, der zur Kündigung von Queenie führte. Danach wollte Queenie nur noch weit fort (hier treffen wir auf den aus Harolds Buch schon bekannten, einsamen Gentleman im Bahnhofbuffet, der gar nicht so einsam war) und fand schnell an Schottlands Küste ein neues Zuhause. Hier legte sie einen Garten an. Erst waren es nur ein, zwei Pflanzen, dann wurde daraus ein richtiger Garten mit Fundstücken aus dem Meer; für sie alles Erinnerungen an ihr Leben.

In ihrem Garten hatte sie Erinnerungen gepflanzt und genauso wie die neuen Mitwanderer von Harold ihn nervten, nervten Queenie die vielen Gartenbesucher und später ebenso die Nachtwachen vor dem Hospiz. All das Laute hat nichts mit ihnen beiden, ihren Erinnerungen und ihren Geschichten zu tun. Doch am Ende haben beide auf ihre Weise alles Überflüssige abgestreift und sind wieder ganz bei sich. "Man kann seinen Garten wie seine Erinnerung schützen, und Liebe und Erinnerung im Herz behalten statt nach aussen zu tragen."

Fazit: Die Geschichte berührt. Ein stimmungsvolles, feinfühliges, tief emotionales Buch. 
5 Punkte inklusive Nastüechlifaktor. 


Abschliessen möchte ich mit drei Buch-Zitaten zum Nachdenken:

"Wege überraschen, manchmal geht es nicht geradeaus weiter, sondern seitlich."

"Dinge haben oft keinen Anfang und kein Ende."


"Das Glück war immer da, sie hat es nur nie wahrgenommen."

Freitag, 24. Oktober 2014

Im Hause Longbourn von Jo Baker

Klappentext:
Ein Millionenpublikum liebt Jane Austens „Stolz und Vorurteil“, ihren berühmten Roman über die Sorgen der Familie Bennet, für die fünf Töchter geeignete Ehemänner zu finden. Doch niemand weiß, was sich in Küche und Stall des Hauses Longbourn abspielt: Hier müht sich die junge Sarah über Wäschebottichen und Töpfen ab. Aber sie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Leben mehr für sie bereithält. Ist die Ankunft des neuen Hausdieners James ein Zeichen? Während Elizabeth Bennet und Mr Darcy von einem Missverständnis ins nächste stolpern, nimmt im Hause Longbourn noch ein ganz anderes Liebesdrama seinen Lauf – denn James hütet ein Geheimnis von großer Sprengkraft. 

Eine tolle Idee von Jo Baker. Sie macht es wie Nora Roberts und zeigt eine Geschichte von einer anderen Seite. Nur dass ihre Vorlage vor 201 Jahren geschrieben wurde und nicht von ihr selbst. Jo Baker wagt sich an den Kultklassiker von Jane Austen. Der Name "Mr. Darcy" ist sicher auch denen bekannt, die "Stolz und Vorurteil" nicht gelesen haben. So profitiert "Im Hause Longbourn" von Austens Bekanntheit.

Die Erzählsperspektive ist deshalb besonders. Das in drei Bände aufgeteilte Buch erzählt vom Leben der Angestellten im Haus Longbourn: Die Haushälterin und Köchin Mrs Hill, ihr Mann und Butler Mr Hill und die beiden Dienstmädchen Sarah und die erst 12jährige Polly. Es wird gekocht, geputzt, Kleider gewaschen, Pferde versorgt, Briefe aufs Postamt gebracht und abgeholt, Essen aufgetragen, Leute bewirtet etc. 

Die Dienstboten kommen kaum zur Ruhe - sie müssen auch nachts, wenn die Herrschaft von einem Fest nach Hause kommt, parat sein. Mrs Hill hat sich dieses Leben verinnerlicht und geht in ihrer Arbeit auf, doch Sarah erwartet ein wenig mehr vom Leben. So ist sie sehr fasziniert als sie den schwarzen Butler der Bingleys kennenlernt. Doch auch James, der neuen Hausdiener, gibt ihr zu Denken - sie merkt, dass er etwas verschweigt.  

Eindrücklich und ausführlich wird hier über den ganz normalen Alltag der Bediensteten berichtet - und der Unbekümmertheit der Bennets. Dreckige Kleider? Egal, die werden ja eh von den Bediensteten gewaschen. Da das Buch praktisch nur im Dienstbotentrakt spielt, bekommt der Leser den Unterschied zwischen Herrschaft und Angestellten sehr gut mit. Diese Beschreibungen haben mir sehr gut gefallen. Garniert wird das Ganze mit Sarahs Umgang mit Ptolemey und James. 

Das schöne Cover ist stimmig und passt zum Buch. Leider tauchen im zweiten Teil einige Längen auf. Im dritten Teil wird es nochmals kurz spannend (die Vergangenheit von Mrs Hill und die von James wird endlich erzählt), schwächt aber gegen Ende wieder ab. 

Ich hätte mir James in einer bestimmten Szene mutiger gewünscht, doch passt sein Verhalten in diese Zeit, wo alle, egal ob reich und arm, in den Konventionen der damaligen Verhaltensregeln gefangen waren. Sara ist da mutiger, obwohl sie sich innerhalb der Konventionen bewegt.

Man muss "Stolz und Vorurteil" nicht gelesen haben, schaden tut es aber nicht. Wenn die Lektüre schon zu lange her ist oder man sie nicht kennt, kann man sich auch einfach eine Zusammenfassung zu Gemüte führen, bevor man sich ans Lesen von "Im Hause Longbourn" macht. 

Fazit: Die bekannte Vorlage macht den Roman rund um den Bennetschen Haushalt aussergewöhnlich. Wüssten wir alle nicht, dass dieser Haushalt so berühmt wäre, wäre es einfach nur ein durchschnittlicher, aber gut zu lesender, historischer Roman. 
4 Punkte. 

Vom Knaus-Verlag gibt es hier ein Special zu "Im Hause Longbourn"

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Ein Laden, der Glück verkauft von Beth Hoffman

Klappentext:
Aus alten Möbeln kleine Schätze zaubern. Von Kindesbeinen an hat Teddi davon geträumt und dann wird dieser Traum eines Tages Wirklichkeit: ihr eigener Laden. Ein Roman über eine Frau, die ihr Glück mit eigenen Händen zu greifen weiß. Als eines Sommertags Teddis Schicksal in Gestalt von Mr. Palmer, einem alten Antiquitätenhändler aus Charleston, auf der Farm ihrer Eltern in Kentucky auftaucht, dauert es nicht mehr lange und Teddi macht sich mit ihrem klapprigen Wagen und wenig Geld gegen den Willen ihrer Familie auf nach Charleston, South Carolina. Dort arbeitet sie viele Jahre in Mr. Palmers Antiquitätenhandel, immer in der Hoffnung, den Laden zu übernehmen, wenn Mr. Palmer in Rente geht. Doch es kommt alles anders: Der alte Mann stirbt plötzlich und der schöne Laden soll an Fremde verkauft werden. Aber Teddi gibt keine Ruhe, bis sie einen Weg findet, Mr. Palmers Laden selbst zu kaufen. Das liebenswerte Personal wird wieder eingestellt und »Teddis Laden« wird einer der schönsten Antiquitätenläden in ganz Charleston. Ihr Glück ist vollkommen, wären da nicht Miz Poteet, die fast täglich die wertvollsten Stücke klaut, und deren arroganter Sohn. Außerdem lässt Teddi das Schicksal ihres Bruders Josh nicht los, der seit Jahren spurlos verschwunden ist. Doch beide Geschichten nehmen überraschende Wendungen und verändern Teddis Leben von Grund auf.


Der neue Roman von Beth Hoffmann enthält eine ruhige, stille Erzählung. Obwohl "ruhig", passiert doch recht viel in Teddis Leben. 

Der Klappentext ist so ausführlich, dass man kaum mehr etwas dazu fügen muss, ausser vielleicht dass Teddi als Farmerkind in Kentucky aufgewachsen ist - mit ihrem naturnahen Bruder Josh, ihrer verbitterten Mutter und ihrem stillen, aber lieben Vater, der ihre Träume unterstützt. Ihre Mutter kann bis fast zuletzt nicht zugeben, dass Teddi nicht einfach nur Müll sammelt. 

Ihre Grossmutter kommt sie in Charleston besuchen und bleibt. Zwar aufgrund eines Unfalls, aber sie bleibt. Auch das verübelt ihr ihre Mutter. Trotzdem vergisst Teddi nie woher sie kommt und auch nicht, wer ihr geholfen hat ihre Träume zu verwirklichen. Auch sie möchte eines Tages jemandem so helfen, wie ihr geholfen wurde. Nur mit dem Verschwinden ihres Bruders kann sie einfach nicht abschliessen. 

Während der Erzählung gibt es immer wieder gedankliche Reisen in Teddis Kindheit. So wird im Laufe der Geschichte das Leben von ihr und ihrer Familie aufgearbeitet. Wer Geschichten mag, die in Amerikas Kleinstädten spielen, kann mit dieser schönen Erzählung nichts falsch machen. 

Fazit: Eine wundervolle, stille und spannende Geschichte, die einem oft über das eigene Leben nachdenken lässt. 
4.5 Punkte. 

Montag, 20. Oktober 2014

Montagsfrage, 20.10.2014



Welche Romanverfilmungen haben dir in der letzten Zeit besonders gut gefallen? 


Mit der Frage hab ich ein klitzekleines Problem. Wie eng wird "in der letzten Zeit" ausgelegt? 

Ich war zwar vor einigen Wochen mal im Kino, doch der Film "Can a song save your life?" ist keine Romanverfilmung. Dasselbe beim vorletzten (im Dezember 2013, ein Film über Lady Di) und beim vorvorletzten Film (im Dezember 2012, irgendeine witzige Neujahrskomödie).

In den letzten acht Jahren, also seit Geburt meiner Tochter, war ich kaum mehr im Kino - maximal einmal jährlich, wenn überhaupt - und deshalb kann ich die Frage nicht richtig beantworten.

Wenn die Frage aber allgemein gestellt ist, dann habe ich ein paar Favoriten. Diese hier: 
- Die Brücken am Fluss / Bridges of Madison County
- Club der toten Dichter / Deads Poets Society
- Grüne Tomaten / Fried Green Tomatoes (at the Whistle Stop Cafe)
- Eat Pray Love
- Harry Potter 1

Zwei, drei weitere würden mir bei längerem Nachdenken sicherlich noch in den Sinn kommen. 

Welche Romanverfilmungen haben euch gut gefallen?

Samstag, 18. Oktober 2014

Meeting Martin Walker oder wie lassen Ebook-Leser ihre Bücher signieren?

Eher zufällig las ich gestern Abend auf der Diogenes-Facebookseite über eine Lesung mit Martin Walker in Olten. Klein war darunter notiert, dass Herr Walker am Samstagmittag in der Buchhandlung Hirslanden in Zürich eine Signierstunde halten wird. 

Ich überlegte ob ich hingehen soll oder nicht. Zu einer Lesung wär ich sehr gerne gegangen, aber zur Signierstunde? Ich hab zwar all seine Bruno-Bücher, aber alle als Ebook. Wie soll man die signieren lassen? Mein Mann meinte, der hat sicher Autogrammkarten dabei (nein, hatte er nicht). So war ich unschlüssig und entschied mich spontan heute Vormittag hinzufahren und mir das mal anzusehen. Ich war sehr gespannt, wie viele Leute da sein werden. Wenn es den meisten so geht wie mir, haben die nichts oder erst zu spät davon mitbekommen. Eher informiert war wohl nur die Stammkundschaft der Buchhandlung oder regelmässige Diogenes-News-Leser. 

So war dann fünf Minuten vor Beginn auch erst eine Handvoll Leute in der Buchhandlung und nach mir kamen auch nur noch etwa vier bis fünf Personen herein. Eine Mitarbeiterin verteilte das Diogenes-Magazin vom Sommer 2011, welches Martin Walker und sein Leben im Perigord als Thema hatte. Herr Walker erschien fast pünktlich kurz nach 11:30, begrüsste alle, setzte sich an den bereitgestellten Tisch und begann zu signieren. 

Es machte den Anschein als ob dieses Jahr einige Leute sein neues Kochbuch zu Weihnachten geschenkt bekommen ;-) Einige kauften noch schnell einen Bruno-Krimi, damit sie ein Buch zum signieren hatten. Herr Walker nahm sich Zeit für alle, war sehr freundlich und sympathisch. Ich stellte mich nach kurzem Zusehen als Letzte in die Reihe und liess noch ein Ehepaar vor mich. Pressant hatte es niemand, war ja auch keine lange Reihe bei maximal etwa 16 Personen. Auffallend fand ich, dass eher ältere Kundschaft, so ab 55+, vertreten war. So war ich mit meinen 44 Jahren wohl fast die Jüngste. Ausser der eine Sohn der seine Mutter begleitete, obwohl der auch schon mindestens 30 Jahre alt schien. 


Als ich dran war, stellte ich mich als Bloggerin vor und zeigte ihm auf dem iPhone meinen Blogpost über seine Bruno-Serie. Er überflog es rasch und bedankte sich. Zum Signieren hielt ich ihm meine neue 2015-Agenda und das 2011-Diogenes-Magazin hin. Puh, doch noch was gefunden, wo das Autogramm drauf kann! An einer Buchmesse oder wenn man oft an Lesungen oder Signierstunden teilnimmt, würde ich mir ein Autogrammheft anlegen. Aber das lohnt sich für nur wenige Autogramme ja kaum. Auf was würdet ihr euch ein Autogramm geben lassen? 
Durch die wenigen Besucher war ich bereits um 11:50 wieder an der Tramhaltestelle. Schade, dass so wenig Werbung dafür gemacht worden ist, sonst hätte es sicher noch mehr Besucher gehabt. 

Wer auch auf "Brunos Kochbuch" als Weihnachtsgeschenk wartet und die Zeit bis dahin überbrücken möchte, kann sich bei Amazon die Weihnachtskurzgeschichte "Bruno and le Père Noel - A christmas story" auf den Kindle laden. Die Geschichte ist gratis als englisches Ebook erhältlich und ich werde sie diesen Advent genüsslich lesen: 

It's the last market day before Christmas and Bruno, Chief of Police is preparing for a traditional gastronomic feast. But, never off duty for long, Bruno is called to action when he receives information that a prisoner on parole has gone missing, last seen heading for St Denis, where his ex-wife and son live. The goose, the oysters, his English girlfriend's Christmas pudding and Bruno's famous mulled wine will just have to wait…