Rom, Spätherbst 2025. Nach einem gefeierten Konzert endet der Abend für den ersten Geiger des berühmten »Arcimboldo«-Quartetts tödlich: Lorenzo Verro wird in einem düsteren Durchgang nahe dem Teatro Argentina in Rom erstochen aufgefunden. Für Commissario Di Bernardo beginnt ein verzwickter Fall, der ihn erneut in die widersprüchliche Musikerwelt führt – und in die Schatten dahinter. Zwischen den verletzten Egos, Rivalitäten und verschwiegenen Affären stößt er auf ein Geflecht aus Lügen, das bis in die feinsten Strukturen des Quartetts reicht. Was für ein Mensch steckte hinter der Fassade des Primarius? Warum musste er sterben? Und welche Rolle spielt der schillernde Klarinettist, was hat er zu verbergen? Als Di Bernardo glaubt, endlich ein Muster zu erkennen, ist der Täter ihm einen Schritt voraus: Ein zweiter Mord bricht das fragile Gerüst aus Schweigen. Vor der Kulisse des nächtlichen Roms entdeckt Di Bernardos Team Abgründe, die weit über die Bühne hinausreichen. Und je weiter sie den Geheimnissen auf die Spur kommen, desto erschütternder wird die Wahrheit.
Schade, dass die Cover aus dem Septime Verlag so dunkel und nichtssagend sind. Würde ich nicht wissen, wie gut die Autorin schreibt, würde ich in der Buchhandlung nicht zu diesen Krimis greifen, weil mich die Cover überhaupt nicht ansprechen. Das war bei den ersten zwei Bänden anders.
Aber immerhin passt der Titel sehr gut. Vielleicht wäre eine dunkle, kleine Gasse ein angemesseneres Cover-Bild gewesen, denn dann wäre man bereits auf den ersten Blick direkt am Tatort. In so einer römischen Gasse wurde nachts der Geiger eines Quartetts tot aufgefunden.
Die Neue im Team von Commissario Di Bernardo kann an ihrem ersten Arbeitstag in Rom also nicht von Langeweile sprechen und ihre Befürchtung "Zuarbeiterin für irgendeinen Schlipsträger, der hoffentlich nicht so scheintot war, wie sein Name nahelegte" zu werden, bricht gleich in sich zusammen. Di Bernardo merkt allerdings, dass nicht nur die Mitglieder des Quartetts ein oder mehrere Geheimnisse umwehen, sondern auch die neue Ispettrice, Giulia Casavola, etwas verbirgt.
Die Liebe fast aller Figuren zur klassischen Musik ist deutlich spürbar und auch Di Bernardo wird langsam Spezialist für - tote - Musiker.
Langsam, aber stetig entwirren die Ermittler das Geflecht der Geheimnisse. Die Leserschaft ist anfangs eine winzige Spur voraus, denn in einer Rückblende wird etwas Vergangenes preisgegeben, und man ahnt, dass die gegenwärtigen Geschehnisse damit zu tun haben müssen.
Natasha Korsakova beweist viel Gespür für das Zwischenmenschliche, insbesondere in der Figur ihres Protagonisten Di Bernardo. Er ist ein behutsamer Commissario und agiert vorausschauend, manchmal auch sehr spontan, so dass der Kriminalfall sehr abwechslungsreich ist.
Die Autorin gestaltet den Fall spannend und ähnlich wie bei Bannalecs "Kommissar Dupin"-Bänden könnten alle Verdächtige Täter oder Täterin sein. Schlussendlich löst sich alles logisch auf.
Mir machte es sehr grossen Spass, mit dem Ermittlerteam in diesem vierten Band durch Rom zu streifen. Viel zu schnell flog ich durch die Seiten, so dass mir keine Zeit mehr blieb, nach den Musikstücken zu suchen, die sich in der Printausgabe einfach per QR-Code finden lassen. Im eBook fehlt dieser Code leider wie auch schon im dritten Band.
Fazit: Ein interessanter, musikalischer vierter Fall für Commissario Di Bernardo und sein Team!
4.5 Sterne.
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