Donnerstag, 5. Oktober 2017

Krimi: Gezeitenspiel von Benjamin Cors (Nicolas Guerlain 3)

Klappentext:
„J“ – so nennen die Franzosen den 6. Juni 1944, den Tag der Alliierten-Landung in der Normandie. „J“ – so nennt sich auch eine bislang unbekannte Gruppe, die zum Jahrestag des D-Day einen Anschlag ankündigt. Nicolas Guerlain, Personenschützer der französischen Regierung, kommt Stück für Stück hinter die Pläne. Hilfe bekommt er ausgerechnet von Julie, seiner verschollenen Partnerin, die plötzlich wieder auftaucht. In der Normandie, dem Schauplatz der Feierlichkeiten, ist nichts, wie es scheint … Wer ist Feind, wer Freund? Es beginnt für beide ein mörderischer Wettlauf mit der Zeit – denn der Tag „J“ rückt immer näher.



Nun liegt bereits der dritte Band um Personenschützer Nicolas Guerlain auf. In diesem Band dreht sich alles um den Gedenktag zum D-Day. Ein Anschlag sei geplant, man weiss auch von wem, aber mehr ist selbst dem Chef des Geheimdienstes, Nicolas Vater, nicht bekannt. Um niemanden zu gefährden wollen die Bodyguards des Ministers die Feierlichkeiten absagen, doch der Minister will nichts davon wissen. Nun gilt es herauszufinden welche Pläne der Attentäter hat und ihm zuvor zu kommen. Dies ist extrem schwierig, weil erstens sich der bekannte potentielle Attentäter überhaupt nicht auffällig verhält und zweitens andere schwerwiegende Vorkommnisse die Vorbereitungen für den D-Day überschatten.

Es sind eigentlich zwei Erzählstränge, einerseits ermittelt die Polizei mit Claire und Philippe in Arromanches in diversen Fällen von Vandalismus und einem schwer verletzten, im Wasser aufgefundenen Polizisten. Andererseits versucht Nicolas und die Pariser Truppe alles um den nur dem Geheimdienst angekündigten Anschlag in der Normandie zu verhindern. 

Obwohl in "Gezeitenspiel" endlich Julie für eine kurze Zeit auftaucht und man Nicolas Vater sowie seine Beziehung zu Nicolas besser kennen lernt, ist und bleibt Claire mein Lieblingscharakter in dieser Serie. Sie ist lernbegierig, hat durch Beobachtung viel von Nicolas abgeschaut und ist nicht wortfaul. Claire wird auf jeden Fall eine gute Polizistin und hat bereits in diesem Fall Nicolas den Platz streitig gemacht. 

Die Erzählung ist wie bisher in jedem Fall extrem temporeich. Besonders die mysteriösen Taten - u.a. rot angemalte Kreuze auf dem amerikanischen Friedhof - bergen einige Rätsel, die erst zum Schluss aufgelöst werden.
Weitere Geheimnisse verbirgt der Museumsmitarbeiter Jean Prudhomme, der heimlich im Museum tanzt und seinen anscheinend bettlägerigen Vater pflegt. Diese Figur, der "Jean Petit qui danse" ist dem Autor sehr gut gelungen.
Als bisher bekannter Charakter überrascht Tito mit witzigen und positiv frechen Gaunerstreichen.  

Alles in allem wäre "Gezeitenspiel" ein sehr spannender und interessant aufgemachter Kriminalroman mit tollen Charakteren. Jetzt kommt leider das aber: dass die verschwundene Julie endlich auftaucht, aber der wahre Grund für ihr Verschwinden damals nach wie vor unbeantwortet bleibt, hat mich enorm gestört. Mich nervt es unheimlich, wenn solche offenen Fragen über mehrere Bände hinweg Cliffhanger bilden. Das nimmt mir total die Lust zum weiterlesen und deshalb ist für mich diese Serie ab jetzt zu Ende, da kann er sonst noch so gut schreiben, der Benjamin Cors. 

Fazit: Bis auf den dritten Cliffhanger in Folge hat mir die abenteuerliche Geschichte mit Claire anstatt Nicolas im Mittelpunkt gut gefallen. 

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