Donnerstag, 21. September 2017

Sommertraum mit Aussicht von Brenda Bowen

Klappentext:
An einem drögen, nasskalten Frühlingstag entdecken Lottie Wilkinson und Rose Arbuthnot gleichzeitig das Inserat für ein Ferienhaus am Schwarzen Brett des Kindergartens. Spontan beschließen sie, es gemeinsam zu mieten, obwohl sich keine von beiden diesen Luxus leisten kann. Sie haben eine Auszeit so dringend nötig, dass sie das Risiko eingehen, sich mit zwei weiteren Gästen das Haus zu teilen.Für vier Wochen kann man schließlich auch mit Fremden auskommen, oder? Was sie nicht ahnen: der Vermieter des Hauses ist nicht nur an den Einnahmen aus der Sommervermietung interessiert. Nach ihrer Ankunft auf der Insel sind sie verzaubert von dem atemberaubenden Blick, der salzigen Seeluft, den langen, trägen Tagen. Losgelöst von ihrem Alltag, erliegen die vier mehr und mehr dem Charme von Little Lost Island, und auch die mitgebrachten Sorgen scheinen sich in der Atlantikfrische aufzulösen - bis Besuch eintrifft.

Eins meiner Lieblingsbücher ist "Verzauberter April" von Elizabeth von Arnim. Als ich bei einer Verlagsvorschau gesehen habe, dass es eine Adaption davon gibt, musste ich es haben! Mittlerweile hab ich es gelesen und kann sagen, die Adaption ist gelungen! 

Ein grosser Fehler, dass auf dem Klappentext nicht angegeben ist, dass es sich bei "Sommertraum mit Aussicht" um ein Remake handelt! 
Für Leser, die das Original nicht kennen, könnte das eine oder andere schon sehr komisch rüberkommen, aber man kann Brenda Bowens Buch auch gut ohne Vorkenntnisse lesen. Die Geschichte läuft wie in Elizabeth von Arnims Vorlage gemächlich und charmant ab. 

Anstatt in London, Italien und im April spielt der neue Roman im August in Amerika. Lottie und Rose, die sich bisher nicht kannten, mieten ein Ferienhaus auf einer kleinen Insel in Maine. Was sie nicht wissen ist, dass der Vermieter Liebe finden will und für Rose schwärmt.
Doch die ist verheiratet und braucht mal eine Pause. Da die Miete zu teuer ist für die zwei Frauen schreiben sie selbst eine Anzeige und kurz darauf schliessen sich ihnen Beverly Fisher (der sich als ein schwuler alter Mann anstatt eine ältere Dame wie im Original entpuppt) und Schauspielerin Caroline Dester an. Den ganzen August über, ganze vier Wochen wollen sich die vier gegensätzlichen Menschen im entzückenden Hopewell Cottage auf Little lost Island erholen. 

Wie die vier sich miteinander engagieren, sich mit ihren Problemen auseinandersetzen und vieles mehr beschreibt die Autorin lebensecht wunderbar. Es ist ein ruhiges Buch, eng am Original, aber total bezaubernd.

Die Liebe zu den Pflanzen wird hier  weniger betont, obwohl im Original das unterschiedliche Klima samt der herrlichen Flora der italienischen Mittelmeerküste eine grosse Rolle spielt. Der Unterschied zum nasskalten, nebligen London zum sonnigen, warmen Italien und der Duft und die Farben der Pflanzen tragen viel zu den Veränderungen der Figuren bei. Dies fehlt in der Adaption. Auf Little Lost Village spielt mehr der Tapetenwechsel und vielleicht noch die gute Meeresluft eine Rolle. 

Und ganz stark die Probleme der Figuren: Schauspielerin Caroline möchte unerkannt Urlaub machen, einfach mal sich selbst sein ohne immer erkannt zu werden. Doch als sie nicht erkannt wird, hat sie ein Problem damit. Der fast 80jährige Beverly trauert um seinen Lebensgefährten und seine Katze, muss damit klarkommen nun alles alleine zu regeln, und mag das einfach nicht tun.
Lottie, deren Mann sich lieber mit seiner Anwaltskollegin trifft als mit seiner Frau etwas unternimmt, ist dennoch dem Leben gegenüber aufgestellt und fast immer fröhlich. Nicht allen im Haus passt dies.
Rose, die ihre Karriere als Autorin zugunsten ihres Mannes und den Zwillingen hintenanstellte und unglücklich ist, braucht diese Auszeit um sich klar zu werden, was sie in Zukunft machen will.

Die Figuren sind gelungen. Der Geist bzw. der Charme und die Charaktere des Originals wurden beibehalten und modern übersetzt. Exakt was ich mir von Adaptionen wünsche!

Fazit: Aus "Enchanted April" wird "Enchanted August" - eine sehr bezaubernde und trotzdem zeitgemässe Adaption von "Verzauberter April"!
4 Punkte.



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