Montag, 9. Januar 2017

Rückblick 2016 - Ausblick 2017

Lange überlegte ich, ob ich wirklich einen Rückblick aufs 2016 schreiben soll. Doch ich habe im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit meinem Blog soviel erlebt, dass ich doch einige Zeilen dazu schreiben möchte und damit meinen Ausblick ins 2017 erklären kann. 

2016 besuchte ich zum ersten Mal die Buchmessen in Leipzig und in Frankfurt. Beides waren schöne Erfahrungen. Leipzig ist natürlich auch von der Stadt und der Historie wegen eine Reise wert und auch die Messe lohnt sich sehr. Frankfurt war mir zu hektisch, aber dafür musste ich nicht alleine wohnen und hatte eine liebe Zimmerpartnerin 😀 Auf den Messen lernte ich auch andere Buchblogger kennen; mit einigen davon konnte ich wunderbare Gespräche führen, mit anderen entstanden sogar Freundschaften über Landesgrenzen hinaus.

2016 hatte ich durch die Buchmesse in Leipzig zum ersten Mal Kontakt zu Verlagen und habe jede Menge netter Verlagsmenschen kennen gelernt. 
Es gibt aber leider auch weniger nette Pressemenschen bei den Verlagen: Mitte November hatte ich einem deutschen Kinderbuchverlag eine Frage betreffend einem Buch gemailt - nachdem ich zwei Wochen zuvor dieselbe Frage auf deren Facebookseite stellte und keine Antwort erhielt. Ende November kam ein arrogantes Schreiben zurück, man hätte keine Interesse an einer Zusammenarbeit und ich bekäme auch kein Reziexemplar. Beim Lesen des Mails hatte ich soooooo grosse Augen, erstens habe ich weder nach einem Reziexemplar gefragt, noch nach einer Zusammenarbeit, sondern lediglich eine explizite Frage zu einem Buch bzw. der eBook-Ausgabe gestellt. Das Mail war wohl eine Standardantwort für Bloggeranfragen, Copy Paste lässt grüssen. Da sieht man mal wie gut Mails gelesen werden... Auf mein zweites Mail zur Richtigstellung, dass ich ja nur meine Frage beantwortet haben möchte, kam keine Antwort mehr zurück. Keine Antwort ist auch eine Antwort. 
Fazit: Ich werde zukünftig keine Bücher dieses Verlages mehr für meine Tochter und Kindergeburtstage etc. kaufen und auch keine mehr weiter empfehlen, weder auf meinem Blog, auf meiner FB-Seite noch persönlich an andere Eltern, die mich oft nach Kinderbüchertipps fragen. Wenn dieser Verlagsmensch meint, er müsse Blogger nicht respektieren und deren Mails nicht richtig lesen, dann hat der Verlag auch meine unentgeltliche Unterstützung in Form von Mund-zu-Mund-Werbung nicht verdient. 
Zum Glück hatte ich bis auf dieses Beispiel nur netten und kollegialen Umgang mit anderen Büchermenschen. Gerade auch kleinere Verlage signalisieren, dass sie die Arbeit mit Bloggern sehr schätzen. 

Seit der Frühlingsmesse und den Kontakt zu den Verlagen greife ich ab und an auf Rezensionsexemplare zurück - in den ersten drei Jahren meines Bloggerdaseins kam ich gar nicht auf die Idee, bzw. hätte ich mich gar nicht getraut danach zu fragen. 

In Leipzig hörte ich zum ersten Mal die ganzen Buchblogger-Diskussionen nach "Monetarisierung und Professionalität", in Frankfurt gab es ebenfalls ein Paneel dazu. Aber ehrlich: vielleicht dienen Blogs von Literaturstudenten ihnen als Referenz bei der Arbeitsuche, aber sich seinen Unterhalt davon verdienen wird bei 99% aller Buchblogger eine Utopie bleiben. Viele Blogger, die wie ich genug von diesen Diskussionen haben, freuen sich wenn sie einfach nur mit Respekt behandelt werden. Wir bloggen aus Liebe zu den Büchern und als Hobby und machen dadurch zugleich unentgeltlich Werbung für Bücher, Autoren und Verlage. Das einzige, was die meisten von uns erwarten, ist schlicht und einfach Respekt. 
Respekt von Seiten der Feuilletonjournalisten, von denen jährlich ein- bis zweimal einzelne ihrer Gattung über Buchblogger schimpfen.
Respekt von Seiten der Verlage für die vielen Rezensionen, die wir jährlich nicht nur auf unseren Blogs sondern zusätzlich auf vielen verschiedenen Seiten veröffentlichen und dem damit verbundenen (unentgeltlichen) Zeitaufwand. 
Respekt hätte ich auch gerne, wenn man für Reziexemplare angefragt wird, und man ausdrücklich für ein eBook zusagt und dann das Printbuch erhält. Gerade eben wieder eins aus dem Briefkasten gefischt.
Respekt erwarte ich aber auch untereinander. Schneeflocken oder Käfer als Cursor stören mich beim Lesen eines Beitrags, aber wenn das anderen Blogger gefällt - wieso nicht? Sie werden genug Leser haben, denen dies gefällt, wieso also darüber schimpfen? Oder die Nase rümpfen über Leser oder Blogger, die ganz andere Genres lesen als man selbst? Muss das sein? Nicht alle Geschmäcker sind gleich und das ist gut so, und das nicht nur auf Bücher bezogen. Es gibt da draussen genug Bücher für uns alle und wenn man ein Genre nicht mag und nicht liest, kann man das ja einfach so stehen lassen und muss nicht rumposaunen, wie "seicht" alles andere ist, was man selbst nicht liest. Man muss nicht alles immer kommentieren.😷 Und übrigens muss man auch nicht bei allen Montagsfragen bei allen Blogs denselben Copy Paste-Kommentar hinterlassen. Weniger ist mehr. Dafür lieber mal auf den Text des anderen eingehen. Auch das verstehe ich unter Respekt. 

Und jetzt wären wir beim Motto für 2017: Weniger ist mehr. 
2016 habe ich 169 Beiträge veröffentlicht. Durchschnittlich konntet ihr also jeden zweiten Tag einen Post lesen auf meinem Blog, darunter ca. 100 Rezensionen. Da ich nicht zu denen gehöre, die eine Rezi in einer halben oder ganzen Stunde geschrieben habe, war mein Bloggerjahr sehr zeitintensiv. 

Nach Leipzig habe ich einen Twitteraccount eröffnet und ihn eigentlich erst während Frankfurt (an den wenigen Free-WLAN-Zonen - mit unseren Schweizer Roaming-Preisen hätte ich mir Internet sonst nicht leisten können) und ein paar Wochen später bei den "Zürich liest"-Veranstaltungen genutzt. Die Reichweite ist enorm. Aber ich werde einfach nicht so richtig warm mit diesen schnellen Social Media-Dingern. Ich geniesse auch einfach gerne eine Veranstaltung ohne mein Handy zu zücken und posten zu "müssen". Oder in Ruhe ein Buch zu lesen, ohne dies gleich auf Social Media zu kommunizieren. Manchmal passt das Social Media-Dings, manchmal nicht. Weniger ist mehr. 

Deshalb werde ich mir dieses Jahr mehr Zeit nehmen für anderes (einige meiner Hobbys habe ich dieses Jahr ein wenig vernachlässigt, da extrem viel Zeit für den Blog anfiel), mehr Blogpausen machen (während den Schulferien zusätzlich zum Kinderunterhaltungsprogramm und allem anderen noch Bloggen ist ganz schön viel), weniger Rezensionsexemplare annehmen (dafür meinen SuB verringern) und auch nicht jedes Buch rezensieren, das ich ungefragt oder falsch zugeschickt bekomme (was ich letztes Jahr netterweise noch gemacht habe) und ich werde auch nicht mehr über jeden Band einer Bücherserie schreiben. Wenns passt, dann passt; sonst halt nicht. Bloggen macht Spass, aber Bloggen ist nicht das ganze Leben.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein gutes, respektvolles 2017, in dem genug Zeit zum Geniessen bleibt! 

Diese Woche werde ich ruhig angehen, vielleicht reicht es für die eine oder andere Rezi. Ansonsten nächste Woche 😄  Carpe diem!

Kommentare:

  1. Hallo Anya,
    besser hätte ich es nicht schreiben können, vor allem mit dem Respekt. Ja, mich stören auch so Schneeflocken, Drachen etc, aber mir muss es ja nicht gefallen. Auch habe ich festgestellt, das ich oft den unterschiedlichsten Geschmack als viele andere in Form von Büchern habe. Aber trotzdem mag ich davon einige Blogger gerne (auch wenn sie den Harry Potter Hype verfallen sind).
    Und stimmt, bloggen ist nicht alles und auch ich möchte endlich an meinem SuB was verändern.
    Also wie gesagt, Du schreibst mir aus der Seele.
    Deswegen lasse ich momentan auch die Montagsfrage ruhen, weil ich festgestellt habe, das ich sie letztes Jahr nur ungern oder schwerfällig beantwortet hatte.
    In diesem Sinne
    liebe Grüße mit Respekt zu den offenen Worten :-)
    Anja (vom kleinen Bücherzimmer)

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Anja
    Danke für deinen Kommentar! Btr. der Montagsfrage bin ich ja auch noch am überlegen, ob ich damit weiter mache oder nicht. Da ich mir bisher noch nicht die Zeit genommen habe um mich nach anderen Aktionen umzusehen, bzw. mir noch keine der mir bekannten Aktionen auf den ersten Blick total zusagt, werde ich es wohl so handhaben, dass ich vorerst mal weitermache mit der Montagsfrage und nur die Fragen beantworte/poste, die mir auch zusagen.
    Liebe Grüsse
    Anya

    AntwortenLöschen
  3. Ich fand den Rückblick sehr interessant, weil er weniger von Zahlen als von deinen ERfahrungen berichtet. Allerdings hat mich die Kleinschreibung der Klammer-TExte sehr irritiert - das macht das Schriftbild sehr unruhig.

    Ich hatte bis jetzt ziemlich positive Erfahrungen mit Verlagen und bei den wenigen negativen dachte ich mir: Schade, dass ihr so mit "Kunden" umgeht.

    Sehr wichtig fand ich den Punkt "Respekt erwarte ich aber auch untereinander." - da klang zuerst sehr streng, aber ich gebe dir recht: Man muss sich nicht über alles aufregen. Andererseits sollte konstruktive Kritik erlaubt sein. Und wenn mich der Zauberstab-Mauszeiger stört, habe ich kein Problem damit, das zu erwähnen. Ich würde aber nicht darauf herumreiten oder den Blogger grundsätzlich doof finden. Ich halte aber auch nichts davon, nichts zu sagen, aber unter der Hand zu lästern.

    Bei der Professionalisierung sprichst du einen wichtigen Punkt an: Vlt. will man das auch nur, weils im Lebenslauf schön aussieht. Ich habe bis jetzt wenige Modeblogs gelesen, aber wenn ich vergleiche, bin ich froh, dass wir Buchblogger für unsere Meinung geachtet werden. Das Buch zu kritisieren ist bei uns ähnlich wie bei den BEautybloggern völlig normal.

    Allerdings merke ich, dass sich bei den Beautybloggern, die sich für Firmen super eignen, eine Übersättigung und/oder ein Generaionenwechsel vollzieh - die Blogger, die schon seit Jahren bloggen, haben genug von Schminke. Sie wählen die Produkte genauer aus und festigen ihr Proffüil als Persönlichkeit. Ich weiß nicht, wo das endet, aber ich find's interessant!

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Evvy
    Danke für deinen konstruktiven Kommentar!
    Ich bin kein Zahlenmensch und deshalb ist es mir egal, wieviele Seiten oder Bücher ich gelesen habe. Ich weiss zwar wieviele Bücher es sind, aber auch nur weil ich es auf Wasliestdu.de pro Jahr abspeichere. Nachzurechnen käme mir nicht in den Sinn :-)

    Gegen eine konstruktive Kritik hat sicher niemand etwas - egal, ob es der blinkende Mauszeiger ist oder z.B. meine Gewohnheit eher Nebensächliches kleiner zu schreiben. Wenn man das sachlich schreibt und begründet (so wie du es gemacht hast: "Kleinschreibung macht Schriftbild unruhig"), kann der betroffene Blogger etwas damit anfangen; wenn nur "Mauszeiger-Bashing" betrieben wird, nützt es niemandem.

    Modeblogs verfolge ich nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass sie ihre Meinung eben durch Kleidung ausdrücken, ähnlich wie wir wir mit unseren Rezensionen. Wobei es da sicher einige gibt, die nur auf Likes für ihren Trendy-Modegeschmack oder ihre gute Figur aus sind.
    Wenn ich einige Fitnessblogs oder Insta-Accounts mit ihren Rabattaktionen verfolge, finde ich uns Bücherblogger grad extrem angenehm. Bei uns gibts maximal mal eine Buch-Verlosung, ansonsten "nur" Lesemeinungen.
    Ich kann mir aber auch vorstellen, dass älter werden bei den Buchbloggern vielleicht ein Genrewechsel auslöst und bin gespannt, über was aktuell 20jährige Fantasyblogger in 10 Jahren bloggen. Falls sie noch bloggen. Oder wir. Schaun wir mal was die Zeit so bringt :-)
    Liebe Grüsse, Anya

    AntwortenLöschen