Mittwoch, 25. Januar 2017

Krimi: Gefährliche Empfehlungen von Tom Hillenbrand (Xavier Kieffer 5)

Klappentext:
Frankreichs legendärer Gastroführer »Guide Gabin« lädt zu einem rauschenden Fest in seinem neuen Firmenmuseum in Paris, und der Luxemburger Koch Xavier Kieffer ist mittendrin. Während der Feier verschwindet eines der Exponate – die extrem seltene Ausgabe des »Guide Bleu« von 1939, von der nur wenige Exemplare existieren. Kieffer beginnt, Nachforschungen anzustellen. Bald erfährt er, dass wegen der Sternebibel bereits mehrere Menschen sterben mussten. Aber was ist so gefährlich an einem über siebzig Jahre alten Restaurantführer? Was ist das Geheimnis des blauen Buchs?


Anders als ich bei den ersten vier Teilen stehen in "Gefährliche Empfehlungen" nicht Lebensmittel, sondern ein Gastroführer im Mittelpunkt. Zunächst dachte ich, wir Leser würden in die gastronomische Sternevergabe eingeführt, doch nein, schlussendlich ging es um etwas ganz anderes. 

Xavier macht sich auf Geheiss von fast oberster Stelle auf die Suche nach dem auf der Eröffnungsgala des Maison Gabin gestohlenen Guide Bleu. Er pendelt dabei unzählige Male zwischen Frankreich, Luxemburg und Deutschland hin und her. Sein Restaurant ist anscheinend in guten Händen, wenn er einfach kommen und gehen kann wie er will. Für mich wirkt das nicht ganz stimmig, besonders als Xavier nach einem Vorfall einfach verschwindet, anstatt sich um seine Angestellten zu kümmern. 
Wie in dieser Szene wurden auch an anderen Stellen des Buches einige aktuelle Themen aufgegriffen, aber leider nach dem Motto: "Kann in ein paar Sätzen abgehakt werden". Zuviel Effekthascherei meiner Meinung nach. 
Einzig bei den Szenen um Estebans Neueröffnung wurden die gastronomischen Neuheiten länger in Szene gesetzt - und auf die Schippe genommen.  

Oft las ich weitschweifige Ausführungen über Xaviers Spaziergänge, Erkundigungen etc. Jedesmal dachte ich "Achtung, jetzt passiert etwas". Doch nein, die Ausführungen zogen sich dahin. Bis dann tatsächlich mal etwas passierte, wirkte es mir viel zu konstruiert. 

Die mitzuverfolgende Geschichte des Guide Gabin fand ich interessant und die Spannung um das Geheimnis des 39er-Guide hält sehr lange an, doch das Rätsels Lösung enttäuschte mich. Es sind einige unglaubwürdige Szenen enthalten, mitten im Buch und vor allem am Ende. Dabei las sich der Krimi im ersten Drittel noch sehr flüssig und spannend. 

Liebhaber der französischen Fleischküche kommen aber voll auf ihre Kosten. Wie immer speist Xavier während seinen Ermittlungen üppig und ausgiebig in vielen verschiedenen Küchen. 

Meiner Meinung nach kann der fünfte Teil leider nicht mit dem sehr interessanten und auch spannend geschriebenen vierten Teil ("Tödliche Oliven") mithalten. 

Fazit: Leser der ersten vier Teile werden verwundert sein: statt Lebensmittelskandale trumpft Hillenbrand mit einer Agentengeschichte auf - leider mit enttäuschendem Ende.  
3.5 Punkte

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