Mittwoch, 31. August 2016

Lesebiografie August 2016

- Engelsgrube (Pia Korittkis 2.Fall) von Eva Almstädt 
- Blaues Gift (Pia Korittkis 3. Fall) von Eva Almstädt 
- Zwischen Vernunft und Sinnlichkeit von Sarah Morgan 
- Einmal hin und für immer von Sarah Morgan 
- Für immer und ein Leben lang von Sarah Morgan 
- Herbstleuchten von Debbie Macomber 
- Wolkenküsse von Debbie Macomber 
- Ein wunderbarer Sommer von Kerry Fisher 
- Die Tote am Lago Maggiore von Bruno Varese
- Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westen von J. Ryan Stradal 
- Sonnensegeln von Marie Matisek
- Tödliche Tramontane von Yann Sola 
- Leuchtturmmord von Katharina Peters 
- Die Honigtöchter von Cristina Caboni 
- Jules Welt 1 - Das Glück der handgemachten Dinge von Marina Boos 

Dienstag, 30. August 2016

Krimi: Leuchtturmmord von Katharina Peters

Klappentext:
An der Südspitze des Insel Zudar wird eine junge Frau ermordet aufgefunden. Romy Beccare geht dieser Fall besonders nahe. Die junge Frau ist erst achtundzwanzig Jahr alt und Mutter von zwei kleinen Kindern. Die Spurenlage am Tatort ist schwierig, doch einer gerät sofort in Verdacht: der Ehemann, der als aufbrausend gilt. Dann aber findet Romy heraus, dass dieser Fall viel größer ist. Vier Freunde der Toten sind in den letzten Jahren auf ungeklärte Weise ums Leben gekommen.




Auf Rügen wird wieder gemordet. Der Fall liegt schon ein paar Wochen her, doch noch tappt ist die Polizei im Dunkeln. Bis die Mutter der Toten eine Bemerkung macht und Max herausfindet, dass von der ehemaligen Segelclique fast alle gestorben sind. Romy wird hellhörig und lässt nicht locker. Derweil ermittelt Jan und sein Team in Stralsund an zwei Todesfällen im Box-Milieu. 

Wir Leser sind dem Team anfangs ein Schritt voraus, denn es gibt einen Mann, der in beiden Fällen zum verdächtigen Umkreis gehört. Doch ob der Zusammenhang wirklich gegeben ist oder er auf eine falsche Fährte führt, bleibt abzuwarten. Wer die Serie bereits kennt, weiss, dass in den Rügen-Krimis der Autorin oft nichts so ist wie es scheint. Und sich durch hartnäckiges Ermitteln viele versteckte Geheimnisse erst nach und nach zeigen. Der Spannungsbogen ist somit konstant hoch.
Dies ist aber der erste Fall, der nichts mit der DDR bzw. der Nazi-Vergangenheit zu tun hat, wie ich es in der Serienvorstellung erwähnt habe. 

Privat läuft auch ganz viel bei den Ermittlern: Jans Team wird ergänzt durch Olivia und bringt Schwung hinein, Simon muss sich erst daran gewöhnen. Jan und Romy haben ein Haus bezogen und sind in der Freizeit mit der Renovation beschäftigt. In Rügen hat Kaspar Angst vor der Rente und verhält sich ein wenig kauzig.

Insgesamt kommen die Rügener in diesem Band zu kurz. Olivia, die neue Polizistin in Jans Team, wie auch Gerit Schegel stehlen den Rügener eindeutig die Show. Wer mit diesem Band in die Serie einsteigt, dürfte somit einige Verständnisprobleme haben. Romy ist in "Leuchtturmmord" nicht die Hauptfigur, sondern einfach Teil des harmonischen Ermittlerteams. Mir gefällt es sehr, wie die Autorin stets den Fall in den Vordergrund stellt und nicht die Befindlichkeiten der Polizisten.


Fazit: Erneut ein spannender und gut durchdachter Fall für Romy und Co.! 
4 Punkte.

Montag, 29. August 2016

Montagsfrage 29.08.2016



Vom Buchfresserchen kommt heute keine Frage, sie macht eine Pause. Da ich bisher wohl alle Fragen beantwortete, hab ich mir selbst eine ausgedacht:

Welche Bücher wollt ihr im September lesen? 

Habt ihr eine Leseliste (z.B. wegen grossem SuB oder Rezensionsexemplaren) oder greift ihr spontan zu euren Büchern?

Meine Leseliste besteht aus neun Rezensionsexemplaren, meinem SuB (35 Titel) und einer Wunschliste mit sechs Titeln, die im September erscheinen.

Doch wie entscheide ich mich, was ich zuerst lese? 
Priorität haben natürlich die Rezensionsexemplare. Doch ihr kennt das sicher alle: nicht immer hat man auf die Lektüre Lust, die gerade dran wäre. Durchbeissen hat bei mir nicht viel Sinn, weil dann lese ich ewig in einem Buch, für das ich sonst nur zwei, drei Tage brauche. 

Deshalb greife ich zu Titeln aus meinem SuB oder meiner riesig langen Merkliste auf Skoobe, auf die ich gerade Lust habe. Oder ich kaufe mir das eine oder andere Buch, das frisch erschienen ist oder auf das ich sonstwie gestossen bin und unbedingt jetzt lesen möchte. 
Auf diese Weise bleibt die Lust zum Lesen - eine fixe Leseliste würde bei mir nicht funktionieren, ich wäre gefrustet, ich lese nach dem Lustprinzip. Meine Leseliste ist also variabel, trotzdem kann ich euch einige Bücher nennen, die ich wahrscheinlich im September in Angriff nehmen werde: 

- "Die Holunderschwestern" von Teresa Simon 
- "Zimtsommer" von Sarah Jio 
- "Strandgut" von Benjamin Cors
- "Portugiesisches Erbe" von Luis Sellano
- "Sternenregen" von Nora Roberts
- "Tödlicher Lavendel" und "Schwarzer Lavendel" von Remy Eyssen
- "Glück ist wenn man trotzdem lacht" von Petra Hülsman






Welche Bücher ich dann definitiv gelesen habe, findet ihr auf meiner monatlichen Zusammenfassung "Lesebiografie", die ich Ende Monat amigs poste. Am Mittwoch kommt auch schon die vom August. 

Habt ihr auch eine ungefähre Leseliste wie ich oder entscheidet ihr alles spontan?



Donnerstag, 25. August 2016

Fünf am Meer von Emma Sternberg

Klappentext:
Es zieht Linn den Boden unter den Füßen weg, als sie ihren Verlobten in flagranti erwischt. Aber dann erfährt sie, dass sie geerbt hat – und findet sich in einem Haus in den Hamptons wieder, direkt am Meer. Die Bewohner, fünf lebenslustige Senioren, wachsen Linn bald ans Herz, genauso wie die gemeinsamen Granatapfel-Manhattans und die Storys über ihre glamouröse Tante Dorothy. Doch dann taucht dieser attraktive Journalist auf, der noch ein bisschen mehr zu wissen scheint ...




Wieso beginnen so viele Romane oft mit "Protagonisten verlieren Job und Freund und kommen unverhofft zu viel Geld oder Haus oder beidem"? 

So ähnlich auch hier. Kaum erwischt Linn ihren Freund inflagranti, steht ein amerikanischer Anwalt in der Türe, der ihr etwas von einer ihr unbekannten, verstorbenen Tante, die ihr ein Haus in den Staaten vererbt hat, erzählt. Linn lässt alles stehen und fliegt schnurstracks nach New York, um sich das Haus anzusehen. Das Haus entpuppt sich als alte Villa in den Hamptons mit viel Umschwung. Linn ist verzaubert vom Anwesen und ihren Bewohnern, alles Freunde ihrer Tante, doch leider ist es baufällig und die Erbgeschichte komplizierter als zuerst vermutet. 

Das Sea Whisper Inn ist Heimat geworden für die fünf Hausbewohner: Patty, Ornella, Eleonore, Maxwell und Frederic. Sie wissen, dass sie das Haus verlieren können und doch laden sie Linn ein, bei ihnen zu wohnen. Linn lernt die Bewohner, die Geschichte des Hauses und auch den Lebensweg ihrer Tante Dorothy kennen. Leider hat sie nicht lange Ruhe - der Anwalt und ein Reporter wollen schnelle Antworten, die Linn noch nicht hat. 

Das Buch ist eine Art Familienroman in Patchwork-Optik. Die Charaktere sind vielfältig und verstecken hinter ihrer Fassade viel Unerwartetes. Auch der Zwiespalt von Linn wurde gut beschrieben.
Linn, die nie eine Familie hatte, fühlt sich sehr wohl in ihrer neuen, temporären Umgebung. Auch ich habe mich im Roman mit dem passenden Cover wohl gefühlt. Ein Blick aufs Meer, wie man es vom Garten des Sea Whisper Inn aus sieht. 

Bis auf den vertrackten Anfang lässt sich das Buch schnell und lustvoll verschlingen. Immer wieder verblüfft, erstaunt eine überraschende Wendung - bis hin zum Ende. 

Fazit: Ein bemerkenswert guter Sommerroman, der bis zum Ende überrascht.
4 Punkte.

Mittwoch, 24. August 2016

Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens von J. Ryan Stradal

Klappentext:
Eva Thorvalds Kochkunst ist legendär: Für einen Platz bei einem ihrer Pop-up-Dinner zahlt man vierstellige Beträge und wartet mehrere Jahre. Für Cynthia Hargreaves jedoch geht es dabei um mehr als bloße Gaumenfreuden, es ist ihre einzige Chance, um einen schrecklichen Fehler wiedergutzumachen. Eine Geschichte über die Familie, die man verliert, Freunde, die man findet, und Zufallsbekanntschaften, die ein ganzes Leben bestimmen.




Die Idee eines Pop-up-Dinners fand ich toll, Romane übers Kochen mag ich und so war ich aufgrund der Buchbeschreibung neugierig auf das Buch. Der Klappentext verhiess mir einen Roman über eine Köchin und die Schlagzeile auf der Verlagsseite versprach "es sei ein imposantes Meisterstück". Während ich das erste Kapitel las, in dem Lars Thorwald sein Leben und die Geburt von Eva schilderte, glaubte ich der "The New York Times", von der diese Schlagzeile stammt, noch.

Mit viel Wortwitz beschreibt dort, im ersten Kapitel, der Autor wie Evas Vater Lars als Kind jeweils Lutefisk zu Weihnachten zubereitete und einige Jahre danach die Nahrungsaufnahme für sein Baby, die zwei Monate alte Eva, plante. Im zweiten Kapitel ist Eva bereits 11 Jahre alt und züchtet scharfe Chilisorten. Spätestens jetzt war meine Erwartungshaltung gross. 
Doch ab dem dritten Kapitel geht es bergab. Es ist kein Roman mehr, in dem Eva die Hauptrolle spielt, sondern eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten. Evas Leben bleibt zwar der rote Faden, doch sie selbst wird zum Statist. Nie kommt sie zu Wort, sie wird ausschliesslich durch ihre Begleiter beschrieben. Sie verblasst.
Vielmehr werden die Geschichten anderer Personen erzählt, in denen Eva einfach irgendwie dabei ist, mal mehr mal weniger. In grossen Zeitsprüngen hüpft man von einer Episode zur anderen. Kaum wird es irgendwo interessant, wird gestoppt und Jahre später geht es weiter.  

Der Klappentext spricht nur das erste und letzte Kapitel an. Zwischen dem dritten und letztem Kapitel ist das Buch gespickt voll mit Ereignissen, mit vielen unsympathischen Charakteren, einer vulgären Sprache - und doch bleibt alles monoton. 
Mir fehlte die Wärme, die Emotionen und dabei auch Zeilen über Evas Begeisterung zum Kochen. Sie kochte halt. Zufälligerweise sehr gut mit ihrem ausgeprägten Geschmackssinn. Aber das war es dann auch. Ich konnte keinerlei Bezug zu Eva herstellen auf den sich hinziehenden 448 Seiten.

Wieso die einfache und bodenständige Eva gegen Schluss immer mehr Geld für ihre Dinnerveranstaltungen wollte und nur wirklich Gutbetuchte diese sich leisten konnten, blieb mir bis zum Schluss ein Rätsel.

Es schien mir so, als ob der Autor die Gourmetindustrie ins Lächerliche ziehen wollte. Irgendwann wirkten die Diskussionen über die richtige Tomatensorte, den perfekten Mais, den genauen Erntezeitpunkt, etc. nur noch aufgesetzt. Der anfängliche witzige Schreibstil ging auf dem Weg verloren. Die Liebe zum Genuss, zum guten Essen, sowieso.

Wie in einer Nouvelle Cuisine Menü-Abfolge werden einem die kurzen Geschichten häppchenweise serviert. Und genau wie nach solch einem verspeisten Menü fragt man sich am Ende, ob das alles war. Die Vorspeise war toll und machte Lust auf mehr, das Dessert okay. Dazwischen war es fade. Es war sicher mal etwas anderes, aber es ist definitiv kein Dinner welches einem in Erinnerung bleibt. 

Fazit: Ein emotionsloses Aneinandereihen diverser Kurzgeschichten, in denen die Protagonistin zum Statist verkommt. Die Vorspeise - das erste Kapitel - hat gemundet, der Rest leider nicht mehr. 
3 Punkte.



Dienstag, 23. August 2016

Für immer und ein Leben lang von Sarah Morgan (Puffin Island 2)

Klappentext:
Die Archäologin Brittany Forrest ist ein echtes Inselkind - den Kopf voller Abenteuer, das Herz auf den Lippen und die Hände am liebsten tief im Schlamm vergraben. Mit stürmischen achtzehn heiratet sie keinen geringeren als den Insel-Badboy Zachary Flynn - und schon in den Flitterwochen fliegen die Fetzen. Scheidung inklusive. Und wäre da nicht ein Unfall, der sie unerwartet in ihre Heimat - und zu Zachary - zurückführt, bestimmt hätte sie den Draufgänger für immer vergessen. Aber wenn die Nächte länger werden auf Puffin Island, entfaltet die idyllische Insel einen besonderen Zauber …


Im zweiten Teil der Serie fliegt Brittany aufgrund ihres gebrochenen Handgelenks zurück nach Puffin Island. Nik und Lilly (aus "Zwischen Vernunft und Sinnlichkeit") nehmen sie mit und organisieren ihr einen Flug auf die Insel. Beim Anblick des Piloten erstarrt sie - es ist Zach, ihr Ex-Mann. Zwei Wochen waren sie verheiratet, damals mit 18, vor zehn Jahren. Bevor Zach sie verliess. Jetzt stehen sie sich erstmals gegenüber. Brittany gibt sich tough und stark, doch vergessen hat sie ihn nie. Zach geht es nicht besser, obwohl er sich für gefühlsresistent hält. Zurück auf der Insel sorgen die beiden für viel Gesprächsstoff und Getratsche. Trotzdem treffen sie sich öfters, und bald schon können sie ihre Coolness-Schutzmauer nicht mehr aufrecht erhalten.

Als Archäologin weiss Brittany, dass es viel Geduld braucht beim Abtragen alter Erdschichten, so auch beim Abtragen von Verletzungen, die Zach in seiner Kindheit zugefügt wurden - Zach denkt, er könne niemandem trauen und sich nicht auf andere einlassen. 
Brittany fühlt sich bald wieder wohl zuhause auf der Insel und will eigentlich gar nicht mehr weg - sie steht vor der grossen Entscheidungsfrage. 

Warmherzig und gefühlvoll beschreibt Sarah Morgan die Geschichte von Zach und Brittany. Sie klärt die frühe Heirat auf, und lässt die beiden ihre Vergangenheit aufarbeiten. Das Summer Camp spielt eine noch grössere Rolle als im ersten Band, da Zach dort verantwortungsvoll mitarbeitet. Eine Geschichte über zwei Kinder und einen Hund wird hinein gebettet, es sind ähnliche Charaktere wie Zach. Nur ist ihm das nicht bewusst. Erst als Brittany und ihre Freunde ihm hartnäckig zeigen, dass Freunde die Familie ersetzen kann und man sich auf Freunde verlassen kann, taut er auf. 

Ähnlich wie bei Lilly und Nik findet ein Grossteil der Geschichte horizontal statt. Wenngleich es auch hier zur Geschichte gehört, füllten die Erotik-Szenen mir zu viele Seiten und ich ziehe deshalb einen halben Punkt ab. 

Auch die Gemeinschaft auf der Insel ist erneut Thema - spätestens wenn du einen Gratin vor der Türe stehen hast, weisst du, dass du Hilfe brauchst. Und wenn es nur zum Aufessen des Gratins ist ;-) 

Fazit: Fast volle Punktzahl für diesen tollen Pageturner über Vertrauen, Gemeinschaft und natürlich für die Bewohner von Puffin Island!
4.5 Punkte.

Vielen Dank an den Mira Taschenbuch Verlag! 

Reihenfolge der Puffin Island-Serie:

Teil 1 (Emily): Einmal hin und für immer
Teil 2 (Brittany): Für immer und ein Leben lang

Montag, 22. August 2016

Krimi: Madame le Commissaire und der Tod des Polizeichefs von Pierre Martin (I. Bonnet Band 3)

Klappentext:
Das Sirren der Zikaden, der würzige Duft von Lavendel und hinter sanft geschwungenen Hügeln das azurblaue Meer, von einem silbrigen Schleier aus flimmerndem Licht ins Reich der Märchen gerückt. Das Dörfchen Fragolin im Hinterland der Côte d’Azur wäre der ideale Ort, um die Seele baumeln zu lassen – doch dazu fehlt Kommissarin Isabelle Bonnet mal wieder die Zeit. Der angebliche Selbstmord eines hohen Polizeibeamten, der Besuch eines exzentrischen Bekannten und ein Überfall auf ein Juweliergeschäft an der Croisette in Cannes halten Madame le Commissaire in Atem.


Isabelle und Apollinaire haben einen tollen Job - je nach Lust und Laune können sie alte ungelöste Fälle aufarbeiten. Sie einigen sich auf den ungelösten Raubüberfall auf eine Bijouterie in Cannes. Doch kaum beginnen sie, werden sie vom Selbstmord des ungeliebten Polizeichefs Bastian unterrichtet. Beide hatten ihre Kämpfe mit ihm und mögen ihn nicht, trotzdem will Isabelle nicht so recht an einen Selbstmord glauben. Als Belancourt sie dezent darauf ansetzt, passen die Nachforschungen Bastians Nachfolger nicht. Doch Isabelle bleibt dran, währenddem Apollinaire alleine den Juwelierfall aufarbeitet.
Privat nervt sich Isabelle über Thierry der nun in Paris Politik betreibt. Um das Leben zu geniessen trifft sie sich "grad z'leid" mit Kunsthändler Rouven, dem Zeugen aus Band 2. Er führt sie ein in die Welt der Reichen, und hilft ihr unerwartet bei den Ermittlungen.

Isabelle gibt alles in diesem dritten Band. Sie packt die unliebsame Ermittlung an und verkauft Bastians Nachfolger, dass sie diese Nachforschung unnötig findet. Die Sache mit Thierry scheint sie aber doch ein bisschen abzulenken; verschläft somit einige Infos, die ihr helfen hätten können. Aber Isabelle schafft es auch so die Wahrheit heraus zu bekommen, alles andere würde überraschen. 
Apollinaire ist skurril wie immer. Ich mag diese zwei als Ermittlerteam!

"Der Tod des Polizeichefs" hat mich gut unterhalten und las sich fast von selbst. 

Fazit: Dritter und bester Band bisher! Spannend und absolut empfehlenswert.
5 Punkte.

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag!


Reihenfolge der Isabelle Bonnet-Serie:

Band 1: Madame le Commissaire und der verschwundene Engländer
Band 2: Band 2: Madame le Commissaire und die späte Rache
Band 3: Madame le Commissaire und der Tod des Polizeichefs

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Montagsfage 22.08.2016



Wie kommst du mit einem offenen Ende oder einem Cliffhanger klar?

Eigentlich mag ich beides nicht. 

Ein offenes Ende kann zu einem Buch passen, trotzdem bleibt das Gefühl, betrogen zu werden, denn ich zahle für ein ganzes Buch und bekomme das Ende nicht mit geliefert. Als ob bei der Ikea-Lieferung ein Tischbein fehlt. Bei Ikea könnte man wenigstens reklamieren und das fehlende Teil würde nachgeliefert.

Cliffhanger mag ich auch nicht besonders. Es kommt aber darauf an, wie er gesetzt wird. Als Zückerli und kleiner Ausblick für den nächsten Teil habe ich meistens nichts dagegen. Wenn aber die Auflösung wichtiger Schlüsselpunkte auf den nächsten Band verschoben werden, werde ich hässig. Sie nötigen einem fast dazu den nächsten Teil auch zu lesen.
Noch nerviger wird es, wenn es im nächsten Band mit einer anderen Hauptperson weiter geht und der Cliffhanger vom vorherigen Band nicht wirklich aufgelöst wird, sprich, sich als offenes Ende herausstellt. 


Apropos: am Mittwoch gibts eine Rezension zu einem Buch mit offenem Ende. Falls jemand offene Enden liebt ;-)

Und sonst...
Die Schulsommerferien sind zu Ende, meine Tochter ging heute morgen ganz aufgeregt zur Schule (neue Stufe, neue Lehrer, neue Klasse) und mich hat der Alltag wieder. Was bedeutet, dass eine gewisse Regelmässigkeit einkehrt und ich wieder mehr Zeit für den Blog habe. Die nächsten zwei Wochen komme ich endlich dazu viele angefangene Rezensionen zu Ende zu schreiben und neue zu beginnen. 

Ganz neu findet ihr nun oben rechts Social Media Buttons, über die ihr mir leicht folgen könnt. 

Obwohl uns diese Woche einige Sommertage erwarten, liegt der Herbst bereits deutlich in der Luft und somit ist auch die #FBM16, die Frankfurter Buchmesse nicht mehr weit. Die FBM liegt für mich datumsmässig blöd, immer in unseren Schul-Herbstferien. Dieses Jahr hätte ich nach Absprach mit meiner Familie zum ersten Mal nach Frankfurt reisen können, Donnerstag bis Samstag. Aber ich war wohl schon zu spät dran und habe leider keine passende, sprich zahlbare Unterkunft gefunden. Eventuell werde ich nun einfach am Freitag nach Frankfurt reisen und abends wieder zurück - vier Stunden Zugsfahrt pro Weg... ich überlege es mir noch :-) 
Derweil wünsche ich euch eine gute Woche!

Freitag, 19. August 2016

Ein wunderbarer Sommer von Kerry Fisher

Klappentext:
Blühender Oleander, Limonenduft und Herzklopfen – auf Korsika hat Octavia Sheldon unvergessliche Sommer verbracht und immer von einem romantischen Leben im Süden geträumt. Die Realität: englisches Nieselwetter statt Sonnenschein, und Liebe und Leidenschaft kochen auf Sparflamme. Verheiratet mit dem trägen Jonathan verbringt Octavia ihre Zeit vor allem mit Kindererziehung, Elternabenden und Bergen von Dreckwäsche. Als ihre beste Freundin sich scheiden lässt, kommt Octavia ins Grübeln. Was wäre, wenn auch sie selbst ausbrechen würde? Ausbrechen in Richtung Korsika – in Richtung des Mannes, den sie nie vergessen konnte ...

Als ich dieses Buch zu lesen angefangen habe, war ich verwirrt. Ich hatte Oleander, Limonenduft, Korsika und eine Octavia abgespeichert - stattdessen handelte das erste Kapitel von einer Roberta. Lesenswert waren die Seiten trotzdem, keine Frage, doch es war schon komisch, wenn von Korsika im ersten Viertel gar keine Rede ist, im zweiten Viertel nur einige Mal erwähnt wird und man erst im letzten Viertel den wilden Thymian von Korsika riecht.


Allerdings ist dies auch meine einzige Kritik - der deutsche Titel samt deutschem Klappentext ist unglücklich gewählt. Der Originaltitel "The Island Escape" und auch der englische Klappentext passen besser zum Buch, in dem es um zwei knapp 40jährige Freundinnen geht, die in ihrem Alltag mit Haushalt, Kindern und Arbeit nicht mehr wirklich glücklich sind.   


Abwechslungsweise handeln die Kapitel von Roberta oder Octavia, wobei im ersten Viertel das Leben von Roberta im Vordergrund steht. Ihr Mann Scott ist ein Egoist und Angeber, ein Grossprotz vom Feinsten. Er geht über Leichen solange es ihm dienlich ist, alles andere ist ihm egal. Roberta hat bald genug und wünscht sich einen Neuanfang. 


Ihrer chaotischen Freundin Octavia scheint es gut zu gehen mit ihrem Waldkindergarten, ihren drei Kindern und Mann Jonathan. Als er arbeitslos wird, merkt Octavia, dass auch sie so langsam nicht mehr zufrieden ist in ihrem Leben. Jonathan ist pedantisch und nervt. War es das, was sie sich von ihrem Leben erträumte? Immer mehr denkt sie an Korsika, an die Zeit ihrer ersten grossen Liebe, als sie frei und rebellisch leben konnte. 

Doch das Leben kam den beiden Frauen dazwischen, und es schreit alles nach einer zweiten Chance. 

Trotz der anfänglichen Verwirrung hat mich der Roman sofort gepackt. Der Einstieg, der auf der Polizeiwache beginnt, ist total gelungen. 
Inhaltlich konnte ich die Gedanken und Taten der so unterschiedlichen Freundinnen gut verstehen, denn ich glaube, jede Frau im Alter der Protagonistinnen (mit und ohne Familie) hatte sicher schon mehrmals vergleichbare Gedanken zu ihrem Leben. Die Autorin versteht es abzuwechseln und bringt eine grosse Spannbreite an Gefühlen aufs Tapet. Ernsthafte Momente wie lustige Situationen halten sich die Waage. Die gegensätzlichen Charaktere wie auch die tiefe Freundschaft, die zwischendurch einiges aushalten muss, sind gut getroffen. 

Der Roman begleitet die beiden Freundinnen über Tiefen und Höhen ihrer Freundschaft und es machte Spass ihn zu lesen.

Fazit: Eine schöne Geschichte über die jahrelange Freundschaft zweier Frauen, über Liebe, Träume und Veränderung.  
4 Punkte.

Dienstag, 16. August 2016

Krimi: Istanbul Tango von Esmahan Aykol

Klappentext:
Sie tanzt Tango, wohnt in einer schicken Wohnung mitten in Istanbul, die Liebhaber kommen und gehen – doch seit kurzem schwebt die Modejournalistin Nil in Lebensgefahr. Um ihr zu helfen, setzt die Buchhändlerin Kati Hirschel ihre Krimi-Kenntnisse ein und beginnt zu recherchieren.







Wie hab ich mich auf diesen vierten Band der Kathi Hirschel-Serie gefreut! Jahrelang nix, nada und so nahm nahm an, dass keine weiteren Bücher mehr folgen werden, von der lässigen Krimiserie, die in Istanbul spielt. Welch eine Überraschung als ich erfahren habe, dass es doch weitergeht.

Als Ermittlerin eine deutsch-jüdische Buchhändlerin, die aufgrund ihrer Vorliebe für Kriminalromane sofort zur Stelle ist wenn etwas Ominöses passiert. Kathi ist frech, humorvoll, lacht und spricht viel - während sie los plaudert, ermittelt sie ganz nebenbei und bringt viel türkische Mentalitätanalysen ins Spiel. 

So war es jedenfalls bei den ersten Büchern, die ich liebte. Leichte Kost, aber immer witzig, charmant und interessant.

Im neuen Band stellen sich Kathis Ermittlerfühler aus, als sie hört, dass Modejournalistin Nil, eine Bekannte ihrer Mitarbeiterin Pelin, ohnmächtig zusammenbrach und jetzt im Krankenhaus liegt. Als sie Einzelheiten vernimmt, ist Kathi klar, dass da mehr dahintersteckt und sie beginnt Fragen zu stellen: Wie kann sich Nil eine teure Wohnung mit noch teurerem Interieur leisten? Ist der Inhalt ihres Buchmanuskripts so brisant, dass man sie dafür verstummen lassen wollte? Und wer ist ihr unbekannter Liebhaber? 


Kathi wirkt unruhig und getrieben. Paradox, dass trotz ihrer Nervosität die Ermittlungen langweilig und öde sind. Oft zeigte sie mehr Interesse an Nils attraktivem Nachbar Armin als an ihren Recherchen. Ich wartete von Seite zu Seite darauf, dass endlich ein wenig Schwung in die Sache rein kommt. Als gegen Ende immer noch keine Spannung auftauchen wollte, hoffte ich auf ein fulminantes Finale. Oft haut ein gutes Ende einen mauen Krimi nochmals raus, aber diesmal hoffte ich vergebens. Die Auflösung plätscherte fast übers Ende hinaus. 

Wochenlang habe ich mich um diese Zeilen gedrückt. Angefangen zu schreiben, gelöscht, wieder Sätze getippt, gewartet. Doch es bleibt wie es ist. Ich bin enttäuscht. 

Vielleicht lag es an zu vielen Nebensächlichkeiten oder an der zu grossen Bandbreite an Themen, die die Autorin eingeflochten hat und die Aufklärung des Falles eher verlangsamt haben als packend gemacht. Ich weiss nur eins: ich möchte die alte Kathi zurück.

Fazit: Alle guten Dinge sind drei. So auch in dieser Serie. Der vierte Band kommt nicht an die Vorgänger heran und enttäuschte.

Montag, 15. August 2016

Herbstleuchten (Rose Harbor 4) von Debbie Macomber

Klappentext:
Jo Marie Rose hat ihr Glück endlich gefunden. Ihr kleines Rose Harbor Inn läuft sehr gut, und in Mark Taylor, der sie in Haus und Garten unterstützt, hat sie einen Freund gefunden, dem sie vertrauen kann. Doch sie spürt, dass Mark etwas vor ihr verheimlicht. Als er ihr eines Tages aus heiterem Himmel erzählt, dass er Cedar Cove verlassen wird, ist Jo Marie mehr als verwirrt. Gerade jetzt, als sie es endlich wieder geschafft hat, einem Mann ihr Herz zu öffnen, verliert sie ihn wieder. Als sie hinter Marks Geheimnis kommt, muss sie sich allerdings erstmal um zwei neue Gäste kümmern, die ihre ganz eigenen Antworten suchen …


Eigentlich dachte ich, die Serie sei nach diesem vierten Band fertig und so freute ich mich auf einen krönenden Abschluss. Doch das erste Kapitel wie auch die Kurzgeschichte "Wolkenküsse", in der Mark erzählt wie er Jo Marie kennenlernte, lässt erahnen, dass mindestens noch ein fünfter Band folgen wird und die Serie in Verlängerung geht. 

Ich bin ein wenig enttäuscht, und ich weiss nicht ob es nur daran liegt, dass ich eben mit dem grossen Finale rechnete oder mich im vorliegenden Band das Geplänkel zwischen Mark und Jo Marie zu sehr nervte. Es ist schon klar, dass Mark seine Vergangenheit aufarbeiten muss bevor er und Jo Marie definitiv zusammen kommen (wovon wir alle ausgehen und enttäuscht wären, wenn Frau Macomber es sich nochmals anders überlegt), doch ich rechnete fest damit, dass es in "Herbstleuchten" geschieht. Mark beginnt zumindest mit der Aufarbeitung und leider hat dies ziemliche Auswirkungen auf Jo Maries Gefühlswelt. Sie ist enttäuscht und verletzt, denn Mark erklärt wie meistens nichts oder erst viel später. 


Die Grundstimmung im Buch ist somit recht bedrückt und auch die beiden neuen Gäste, Coco und Katie, sind nicht auf der Höhe. Die beiden besuchen in Cedar Cove ein Jahrgangstreffen und haben sich für einige Tage im Rose Harbor Inn eingemietet. Kate möchte ihre erste grosse Liebe James treffen und Coco hat mit Ryan ein Hühnchen zu rupfen. Die Freundinnen wollen aus unterschiedlichen Beweggründen ihre ehemaligen Partner sehen und hoffen, dadurch mit der Vergangenheit abschliessen zu können.


Auch Jo Marie versucht einen Neuanfang. Bisher hat sie sich in Cedar Cove nicht um weitere Hobbys und Freundschaften gekümmert; dies will sie nun ändern. Wie weit alle diese neuen Bekanntschaften Früchte tragen, werden wir wohl in Band 5 lesen. 


Für mich ist es der bisher schwächste Teil der Serie, weil mich Jo Maries Charakter in "Herbstleuchten" nicht überzeugen konnte. Mir gefiel die Geschichte rund um Coco und Katie wesentlich besser, obwohl sich die Szenen des Jahrgangstreffen so lasen, als ob sie in einem Jugendroman beschrieben werden. Fairerweise muss ich sagen, dass mir bisher sämtliche Erzählungen, egal in welchen Büchern, von amerikanischen Jahrgangstreffen unreif rüberkamen und die in der Tat wohl derart kompliziert ablaufen wie stets beschrieben. 

Von allen Charakteren gefiel mir Hudson am besten, er wurde so ungekünstelt beschrieben, dass ich gerne noch mehr von seinem Leben gelesen hätte. 

Fazit: Vergebung steht im Vordergrund des sich angenehm lesenden, aber trägstem Roman der Rose Harbor-Serie, in dem die Nebengeschichte souveränder beschreiben wurde. 
4 Punkte.

Und nun heisst es Tee trinken und warten, denn Band 5 "Rosenstunden" wird erst im Juli 2017 beim Blanvalet Verlag erscheinen.


Vielen Dank an Blanvalet und Randomhouse!


Reihenfolge Rose Harbor-Serie:

Teil 1: Winterglück
Teil 2: Frühlingsnächte
Teil 3: Sommersterne
Teil 3.5: Wolkenküsse (Kurzgeschichte, Mark erzählt)
Teil 4: Herbstleuchten
Teil 5: Rosenstunden - erscheint im Juli 2017

Montagsfrage 15.08.2016



Welches Buch hat dich zuletzt richtig enttäuscht und warum?

Da gab es leider mehrere. Zum Beispiel "Istanbul Tango" von Esmahan Aykol - die Rezension dazu folgt morgen. Es war der vierte Band einer eigentlich tollen Serie. Zumindest war sie toll bis und mit Band 3. 

Dann war da "Römische Ermittlungen" von Bianca Palma. Ich hatte es als Rezensionsexemplar, aber ich fand es so schlecht, dass ich nicht mal eine Rezension dazu schreiben wollte. Dabei hatte ich mir schon Band 2 und 3 der Serie auf Skoobe zum schnellen Weiterlesen gemerkt. 
Der Anfang war zwar okay (Vorstellung des Kommissars und rufen zu einem Tatort), doch anstatt danach ermittelt wurde, spielte die Geschichte nur noch im Opernhausmilieu und jonglierte mit den Schicksalen von Dirigent, Geigerin, Assistent, Journalist und vielen anderen unwichtigen Gestalten (die das Lesen zusätzlich erschwerten) und wurde ab und an mit einem Todesfall garniert. Der Commissario wurde als Statist auf die Seite gestellt und kaum und praktisch nur privat erwähnt. Von Ermittlungen kann man nicht wirklich sprechen und nicht mal der Schluss kam einem Sinfoniefinale nahe. Die ganze Geschichte war schlicht zum Einschlafen. Durchgehalten hab ich nur, weil ich es eigentlich rezensieren sollte. Aber mit nur einem Punkt - nein.

Mit Serien läuft man ja schon mal die Gefahr, dass ein schwächeres Buch dabei ist. Bisher hatte ich mehrheitlich Glück, ausser bei Elizabeth Georges Linley-Serie. Die kann man nach Band 6 ja auch nicht mehr lesen, leider. 
Aber dass ein Einstieg in eine Serie grad so schwach ist wie es bei "Römische Ermittlungen" der Fall war, kam mir selten vor die Nase. 

Was war deine letzte Buchenttäuschung? 

Freitag, 12. August 2016

Krimi: Mord im Maison Cézanne von Mary L. Longworth (Verlaque/Bonnet Band 5)

Klappentext:
Der betagte Postangestellte René Rouquet wurde in seiner Wohnung ermordet. Hier hatte der berühmte Maler Paul Cézanne einst seine letzten Lebensjahre verbracht. Rouquet hatte eine alte Leinwand entdeckt, auf der eine junge Provenzalin dargestellt ist. Ein echter Cézanne? Aber wer ist die lächelnde Frau auf dem Gemälde? Und wer hat Rouquet ermordet?
Richter Antoine Verlaque und die schöne Juraprofessorin Marine Bonnet stehen vor einem komplizierten Fall. Ein charmanter Krimi voller Lavendelduft, Kochkunst und Liebe.



Die Autorin macht aus dem bestätigten Gerücht, dass Paul Cézanne 1885 eine Affäre in Aix hatte, einen spannenden Kriminalfall, in dessen Mittelpunkt ein fiktives unbekanntes Cézanne-Bild steht. 

Nach einem Abend im Zigarrenclub wird Antoine zu einem Tatort gerufen. Dort trifft er nicht nur auf die Leiche von René Rouqet, sondern auch auf eine höchstverdächtige Frau: die amerikanische Kunstgeschichtsdozentin Rebecca Schultz. Was wollte sie in der Wohnung des Toten? Bald kommt heraus, dass der Tote ein ominöses Bild versteckt haben soll. Die Suche nach dem Bild und später auch die Suche nach dessen Herkunft füllt einen grossen Teils dieses interessanten Krimis.

Zum ersten Mal in dieser Serie wird in zwei Zeitebenenen berichtet. Neben der aktuellen Erzählebene, in der Antoine den Mörder von René sucht und das Geheimnis des Bildes herauszufinden hofft, nimmt uns Mary L. Longworth mit ins Aix von 1885, in der die junge Witwe Manon Paul Cézanne kennenlernt. Vielleicht gefällt dies nicht allen Lesern, da solch ein Zeitsprung sehr ungewohnt ist für die Autorin. Doch mir erscheint dieser Ausflug in die Vergangenheit sehr passend um dem ominösen Bild ein Gesicht zu geben.  

Ein plastischeres Gesicht bekommt auch die Beziehung von Antoine und Marine, da sich beide unabhängig voneinander und auf jeweils ihre eigene Art Gedanken um die Existenz ihrer Partnerschaft machen. 
Die Eltern von Marine waren schon oft Nebendarsteller in der Serie, und auch dieses Mal bekommen sie ihren Auftritt: Marines Mutter ist beschäftigt, doch ihr Vater kann Antoine mit seinem Fachwissen bei den Ermittlungen helfen. Bei einem geschäftlichen Ausflug nach Paris lernt der Leser erstmals Antoines Vater kennen und erhält einen besseren Einblick in Antoines Familie.  

Ich liebe die Impressionisten und so gefiel mir die Verknüpfung der Krimiserie mit einem unbekannten Bild aus der Zeit der Impressionisten extrem gut. Diesen Band habe ich deswegen zu meinem Serienfavorit erkoren! 

Wie bereits bei den ersten vier Büchern wurde ich gut und geistreich unterhalten.

Fazit: Kurzweiliger und spannender fünfter Fall für Antoine Verlaque, der Fall beginnt am Dreikönigstag und wird rund abgeschlossen. 
4 Punkte.

Donnerstag, 11. August 2016

Einmal hin und für immer von Sarah Morgan (Puffin Island 1)

Klappentext:
Puffin Island vor der Küste Maines ist der perfekte Ort, um abzutauchen - und der denkbar schlechteste, wenn man sich wie Emily panisch vor dem Ozean fürchtet. Überall blaues Meer! Doch um ihre kleine Nichte vor dem Hollywood-Wahnsinn zu schützen, stellt sie sich ihrer größten Angst. Bald verfällt sie selbst dem Charme der Insel - sowie ihrer charismatischen Bewohner. Insbesondere dem Yachtclub-Besitzer Ryan Cooper. Ob er alle Frauen so verführerisch küsst, die einen Sommer hier verbringen? Eines weiß Emily bestimmt: Dieser Mann ist mit allen Wassern gewaschen … 



Nachdem ich begeistert war von der Snow Crystal-Serie der Autorin wollte ich mir die neue Serie nicht entgehen lassen. Ich war gespannt. 


Die neue Serie spielt auf Puffin Island, wo Brittany das Haus ihrer Grossmutter Kathleen geerbt hat. Ihren beiden besten Freundinnen Skylar und Emily gab sie je einen Schlüssel - das Haus soll ein Zufluchtsort für alle drei sein, denn sie verbrachten in ihrer Collegezeit jeden Sommer dort.

Als sich Emily eines Tages plötzlich um ihre, ihr bis dato unbekannte, Nichte kümmern muss, flüchtet sie nach Puffin Island. Obwohl Emily sich vor dem Meer fürchtet, weiss sie keinen anderen Rat, als ins Haus von Kathleen zu ziehen. Alles ist gerade zu viel für sie: vom Freund verlassen, Job verloren und Ersatzmutter geworden. Als plötzlich Ryan an der Türe steht und behauptet, Brittany hätte ihn gebeten sich um Emily zu kümmern, ist sie zunächst misstrauisch...

Das Buch hab ich auf einer einstündigen Zugfahrt angefangen zu lesen - auf der Rückfahrt wünschte ich mir, dass die Reise noch länger dauert, damit ich sitzen bleiben und weiterlesen kann! Der Roman hat mich extrem gefesselt, peu a peu werden die Lebensgeschichten, Geheimnisse und verletzte Gefühlswelten von Emily und auch von Ryan aufgefächert und mehr verraten. Obwohl die Serie (wie schon bei Snow Crystal) voraussehbar ist, versteckt die Autorin trotzdem viel Unerwartetes in den Biografien der Protagonisten. Es kommen verschiedene Themen zur Sprache, die im Roman mit der Zeit glaubhaft aufgearbeitet werden.

Auch die Protagonisten fand ich überzeugend dargestellt: Emily, die weder den Umgang mit Kindern gewohnt ist noch die Nähe des Meeres mag und Ryan, der Emily immer wieder ermuntert, sich ihren Ängsten zu stellen, selbst aber nicht über seine Prinzipien nachdenken mag. 
Die Nebendarsteller wie zum Beispiel die ältere Hilda sind mir ebenfalls ans Herz gewachsen. Puffin Island ist klein und die Bewohner kennen sich und passen aufeinander auf - auch wenn es für Emily manchmal eher nach Überwachung tönt. Doch ab und zu kann so eine verschworene Gemeinschaft auch von Vorteil sein, wie Emily erfahren darf. 

Brittany wird  öfters erwähnt und Skylar kommt zu Besuch, so dass der Leser auch die beiden schon etwas kennenlernt und merkt, in welche Richtung ihre Geschichten gehen. Die beiden haben auch im Prolog "Zwischen Vernunft und Sinnlichkeit" einen Auftritt, so dass ich mich sehr auf Teil 2 und 3 freue. 
Teil 2 "Für immer und ein Leben lang" erscheint in ein paar Tagen, am 15. August, und obwohl ich beim Lesen von Teil 1 bedauerte es nicht schon früher gelesen zu haben bin ich nun froh, denn so muss zum Glück ich nur eine kurze Zeit auf den Nachfolgeband warten! 

Fazit: Eine schöne und fesselnde Liebesgeschichte mit Tiefgang, die mir sogar noch besser gefallen hat als die Snow Crystal-Serie.
5 Punkte. 

Vielen Dank an den Mira Taschenbuch Verlag!

Reihenfolge der Puffin Island-Serie:
Teil 1 (Emily): Einmal hin und für immer
Teil 2 (Brittany): Für immer und ein Leben lang
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Wolkenküsse (Rose Harbor 3.5) von Debbie Macomber

Klappentext:
Mark Taylor kam in die gemütliche Küstenstadt Cedar Cove, um seine schmerzhafte Vergangenheit hinter sich zu lassen und noch einmal neu anzufangen. Die letzten Jahre hat er sehr zurückgezogen verbracht, doch als er Jo Marie Rose trifft, steht sein Leben von jetzt auf gleich Kopf. Die Besitzerin des Rose Habor Inn, einer kleinen Pension, hatte Mark angeheuert, um ihr in Haus und Garten zur Hand zu gehen. Je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto mehr merkt Mark, dass sie ihm immer wichtiger wird – doch langgehegte Geheimnisse stehen zwischen ihnen. Außerdem wollte er sein Herz nie wieder an eine Frau verlieren. Als sich Mark eines Tages aber das Bein bricht, bleibt ihm nichts anderes übrig, als Jo Marie um Hilfe zu bitten. Und obwohl er versucht, sie auf Abstand zu halten, kann er nicht länger verleugnen, wie sehr er sie inzwischen liebt.

Kurzgeschichten zu Romanserien sind wohl gerade sehr "in". 
Nächste Woche erscheint "Herbstleuchten", der vierte Band der Rose Harbor-Serie von Debbie Macomber. Beim Güggslä ob der neue Band vielleicht nicht schon ein paar Tage früher erscheint (könnte ja sein, oder?), entdeckte ich stattdessen diese Short Story namens "Wolkenküsse". Beim Anschauen des liebevollen Covers, welches passend zur Serie entworfen wurde, erwartet man fast einen ganzen Roman. 

Leider nein, "Wolkenküsse" ist wirklich kurz und erzählt aus Marks Sicht, wie er Jo Marie kennen gelernt hat. Er, der sonst so schweigsame Mann, lässt uns nun Einblick in seine Gedanken gewähren. Diesen Perspektivenwechsel fand ich sehr aufschlussreich, obwohl handlungsmässig nicht viel Neues geschieht. Detailliert wird vor allem die Szene rund um seinen Beinbruch beschrieben. Amüsant zu lesen wie der grummlige Mark sich dabei fühlte, als er eigentlich vor Jo Marie flüchten wollte und sie ihn glücklicherweise rettete.
Es scheint mir auch, als ob die Autorin mit diesen Seiten einige Vor-Erklärungen für den vierten Band abgeben müsse. 

Wer also nicht warten mag, kann die Zeit bis Montag mit dieser Kurzgeschichte überbrücken. Als Zückerli ist eine Leseprobe des ersten Kapitels von "Herbstleuchten" abgedruckt, auf dessen letzten Zeilen Überraschendes steht.... 

Na, gwundrig geworden? Dann hol dir das eBook, es ist momentan kostenlos bei wohl sämtlichen eBook-Anbietern erhältlich. 

Fazit: Informativer Einblick in die aufgewühlte Gedankenwelt des sonst sehr ruhigen Mark Taylor. Empfehlenswert für alle Rose Harbor-Liebhaber. 
4 Punkte. 

Vielen Dank an Blanvalet und Randomhouse!

Reihenfolge Rose Harbor-Serie:
Teil 1: Winterglück
Teil 2: Frühlingsnächte
Teil 3: Sommersterne
Teil 3.5: Wolkenküsse (Kurzgeschichte, Mark erzählt)
Teil 4: Herbstleuchten - erscheint am 15. August 2016
Teil 5: Rosenstunden - erscheint im Juli 2017

Mittwoch, 10. August 2016

Zwischen Vernunft und Sinnlichkeit von Sarah Morgan (Puffin Island Prolog)

Klappentext:
Von der großen Liebe träumen? Damit ist jetzt Schluss! Zu oft wurde der jungen Archäologin Lily Rose das Herz gebrochen. Ab jetzt will sie nur noch Affären, und zwar ohne Gefühl. Als ausgerechnet ihr Boss, der überirdisch attraktive Milliardär Nik Zervakis, sie auf die Eröffnungsgala des neuen Museums entführen will, startet Lily ihre "Mission Eisberg". Von dem coolen Playboy kann sie die Kunst des One-Night-Stands sicher am besten lernen. Und wirklich genießt Lily den sinnlichen Zauber seiner erfahrenen Hände, bis sie spürt, Niks verlangender Blick trifft sie mitten ins Herz …


Dieser Kurzroman ist quasi ein Auftakt zu der neuen "Für immer"-Serie von Sarah Morgan. Der Roman kann aber auch gut nach dem ersten Teil gelesen werden, so wie ich es tat, denn er spielt in etwa zeitgleich wie der erste Teil "Einmal hin und für immer" und endet perfekt getimt am Anfang von "Für immer und ein Leben lang".

Die Geschichte spielt in Kreta wo Lily zusammen mit Brittany als Archäologin arbeitet. Da ihr Stipendium ausläuft und Geld zu verdienen, arbeitet Lily zusätzlich zwei Tage die Woche als Praktikantin in der Firma ZervaCo. und manchmal abends als Putzfrau. So kommt es, dass sie eines Tages die Hightech-Dusche in einer Villa putzen soll und kurz darauf pflutschnass dem extrem attraktiven Nik Zervakis, dem Besitzer der Villa und der Firma gegenüber steht. 
Die beiden teilen ähnliche Erfahrungen in der Kindheit, doch sie gehen damit extrem unterschiedlich um. Schnell lassen sich beide auf ein gewagtes Experiment ein...

Es hagelt von scharfzüngigen amüsanten Dialogen und enorm vielen Bettszenen. Ich mag Romane, die sich hauptsächlich in der Horizontalen abspielen eigentlich nicht - oft hab ich das Gefühl, dass diese Szenen als Füller benutzt werden. Da hier aber "Sex ohne Gefühle" Hauptthema ist, geht es natürlich nicht ohne und sind logischerweise zentraler Mittelpunkt. Doch die ganze Geschichte ist derart witzig und frech geschrieben, dass ich rein gar nichts auszusetzen habe und mich während der Lektüre herrlich amüsiert und oft gelacht habe. Viel zu schnell waren die 135 Seiten ausgelesen. 

Fazit: Eine entwaffnend witzige Einstimmung auf die neue Serie von Sarah Morgan.  
5 Punkte.

Als eBook für €2.49 erhältlich. Als Printausgabe im Cora-Verlag erhältlich. 

Reihenfolge der Puffin Island-Serie:
Prolog: Zwischen Vernunft und Sinnlichkeit (Lily)
Teil 1: Einmal hin und für immer (Emily)
Teil 2: Für immer und ein Leben lang (Brittany)
Teil 3: Für immer und einen Weihnachtsmorgen (Skylar)

Montag, 8. August 2016

Montagsfrage 08.08.2016



Ein Blick zurück - wie bist du zum Bücherwurm geworden?

Ich hab als Kind immer schon gern gelesen, von daher gab es nicht einen Auslöser, wie man es z.B. als Erwachsenen hat, wenn man ein neues Hobby beginnt. Ich las schon immer gern und viel, beim Tanzen dasselbe und so wunderte sich auch niemand, dass ich nach der Schule die Ausbildung in einer Buch- und Musikhandlung machte. Ich wäre zwar lieber Floristin oder Dekorateurin geworden, doch da waren die Lehrstellen noch rarer als anderswo (ja, rar waren sie bei uns schon in den 80ern). Bzw. war ich zu jung für eine Ausbildung an einer pädagogischen Hochschule und so musste ich erst mal eine Lehre machen, um die Zeit quasi zu überbrücken. Aber es war toll, ich war mit Büchern, Musik und Kunst umgeben. Was will man mehr!
Später als ich im sozial-pädagogischen Bereich arbeitete und studierte, las ich immer noch. Ich hatte auch keinen TV, erst Anfang 30, Ende Studium, da brauchte ich etwas Ablenkung und mochte während den Abschlussmonaten nicht mehr gross lesen und freute mich aufs Berieseln lassen aus dem viereckigen Gerät zum Abschalten. Nichtsdestotrotz las ich auch dann noch, und wie schon mal erwähnt, halfen mir sogar die ersten Schwester Fidelma-Krimis von Peter Tremayne für meine Abschlussprüfungen ;-)
Auch wenn ich mich für ein spezielles Thema interessiere, lese ich viel. Ich lese mich dann in die Themen richtig rein, dank Digitalisierung geht das nun viel einfacher als früher (siehe Montagsfrage vor zwei Wochen). U.a. lese ich dann z.B. in Foren zu entsprechenden Fragen in Threads nicht nur die letzten zwei Seiten sondern die ganzen 150 Seiten. Ihr sieht, ich lese in jeder Hinsicht gerne und viel. 

Und weil ich nicht nur gerne lese, sondern auch immer noch gerne dekoriere und koche, muss ich jetzt ganz dringend einkaufen gehen. Heute Mittag hab ich spontanen Besuch und dazu muss ich noch mehr frisches Cassis-Sorbet machen und Beeren besorgen. Wir haben immer noch Ferienzeit - aus Stockholm bin ich wieder zurück, aber die nächsten zwei Wochen ist wegen der Schulferien meiner Tochter immer noch "Lotterleben" angesagt, Ausflüge, etc., so dass auf meinem Blog erst Ende August wieder mehr "Alltag" einkehrt. Diese Woche hab ich zwar drei Tage "kindfrei", mit viel Zeit zum Lesen und Rezis schreiben, doch danach ist bis Ende Sommerferien ist nochmals Ferienprogramm angesagt. Wünsche euch eine gute Woche!


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