Donnerstag, 30. Juni 2016

Lesebiografie Juni 2016

- Die kleine Bäckerei am Strandweg von Jenny Colgan 
- Rosenblütenträume von Penny Vincenzi 
- Malteser Morde (Paulines 2. Fall) von Joyce Summer 
- Bis der Tod dich findet von Bernadette Olderdissen (Globetrotter 2) 
- Provenzalische Intrige: Ein Fall für Pierre Durand von Sophie Bonnet (Band 3) 
- Tante Poldi von Mario Giordano 
- O sole mio! von Johanna Alba und Jan Chorin 
- Agatha Raisin und der Tote im Wasser von M.C. Beaton 
- Das Ende aller Diäten von Dr. Joel Fuhrmann 
- Wellcuisine von Stefanie Reeb 

Montag, 27. Juni 2016

Montagsfrage 27.06.2016



Wie ist bei dir das Verhältnis zwischen Fiktion und Non-Fiktion, wenn du dein Leseverhalten betrachtest?

Etwa 95% zu 5%. Früher war es deutlich mehr an Geschichtsbüchern, Biografien oder andere Sachbücher, nicht gerade umgekehrt aber etwa 40% Fiktion und 60% Nonfiktion. 

Es hat sicher viel damit zu tun, dass man früher im Lexikon nachschlagen musste, wenn man etwas "wissen" wollte, und um das Thema zu vertiefen sich dieses Wissen aus Büchern holen musste. Denn seit circa 16 Jahren kann man sich ja immer mehr, und sehr einfach, im Internet nach einem Thema erkundigen und sich dort festlesen. Wenn das  Internet zur heutigen Frage dazu zählt, dann kommt mein Non-Fiktion-Leseverhalten auf 30-40%. 

Immer schon gerne hatte ich es, wenn ein Roman sich um ein wahres Thema herum aufbaut. Z.B. bei "Die sieben Schwestern" die Erbauung des Christo in Rio, oder die Geschichte des Velosports in "Solang die Welt noch schläft". Da hat man dann beides in einem :-) 



Letzte Woche gab es überraschend keine Rezis hier - die Woche ging so schnell vorbei. Ich war praktisch nie zuhause und habe erst am Wochenende gemerkt, dass die Woche schon um ist :-) 
Diese Woche erwarten euch aber wieder Rezensionen - Krimiwoche mit grossen Persönlichkeiten ist angesagt: Tante Poldi, Papst Petrus und vielleicht noch Agatha Raisin treffen sich hier auf meinem Blog ;-) In deren Gefolge sich Berühmtheiten wie Cher, Jackie und John F. Kennedy tummeln, so wären wir wieder bei der heutigen Montagsfrage und der Kreis schliesst sich. Wünsche euch eine schöne Woche! 

Montag, 20. Juni 2016

Montagsfrage 20.06.2016



Magst und liest du Gedichte/Gedichtbände?

Wie wahrscheinlich viele von uns erinnere ich mich an das erste und meiner Erinnerung nach das einzige (oder zumindest eins der wenigen) Gedicht, das wir in der Schule lernen mussten - der Erlkönig von Johann Wolfgang von Goethe. Es war in der 5. oder 6. Klasse noch viel zu früh für das Gedicht und wir machten uns wohl eher lustig darüber; nichtsdestotrotz kann ich den Anfang noch immer auswendig :-) 

Danach brauchte es eine Zeit, bis ich mich wieder auf Gedichte einliess, und vor allem dann auch freiwillig und aus eigenem Interesse. Dafür umso mehr, als ich etwa 18, 19 war bis etwa zu meinem 26. Lebensjahr. Da habe ich öfters Gedichte gelesen, viele verschiedene, auch von unbekannten Dichtern. 
Ich erinnere mich noch gut, als ich mit 21 mit einer Freundin nach Paris reiste und wir den Friedhof besuchten, den Cimetière de Montmartre und u.a. das Grab von Heinrich Heine besuchten - da gibt es noch Erinnerungsfotos davon :-)

Da ich mit 27 noch angefangen habe zu studieren, musste ich mich auf andere Textwerke konzentrieren und so blieben die Gedichtbände einfach im Gestell liegen. 

Dort sind sie immer noch und manchmal blättere ich hie und da in meinen alten Gedichtbänden von Hermann Hesse, Eric Fried, Erich Kästner, Rainer Marie Rilke, William Shakespeare und William Butler Yeats, Walt Whitman. oder schaue bzw. google nach, wenn ich in einem Buch ein schönes Gedicht entdecke.

Meine Lieblingsgedichte sind "Es ist was es ist" von Erich Fried und "Herbst"  und "Septembermorgen" von Rainer Marie Rilke. Habt ihr auch Lieblingsgedichte? 

Freitag, 17. Juni 2016

Krimi: Provenzalische Intrige von Sophie Bonnet (Pierre Durand Band 3)

Klappentext:
Es ist Frühling in der Provence. Das Luberon-Tal ist in ein weiß-rosa Blütenmeer getaucht, und in den Destillerien rund um Sainte-Valérie herrscht Hochbetrieb. Inmitten dieser Idylle wird Paulette Simonet, Inhaberin der Kosmetikfirma Mer des Fleurs, tot im Kessel ihrer Seiferei aufgefunden. Unfall oder Mord? Feinde gab es reichlich. Die Verfechterin nachhaltiger Produkte hatte sich nicht nur mit den traditionellen Marseiller Seifenfabrikanten angelegt, sondern auch mit einer Supermarktkette, die billige Fälschungen ihres Sortiments auf den Markt brachte. Ein Fall für Pierre Durand, der sich gerade für die Position als Commissaire in Cavaillon beworben hat. Seine Ermittlungen führen ihn quer durch Südfrankreich – und in die Tiefen eines Rosenkriegs zwischen der Ermordeten und ihrem Exmann.

Pierre Durands Jahre als Kommissar in Paris waren zwar stressig, ihm gefällt die Ruhe in Saint-Valérie ja auch. Aber als einfacher Chef de police vermisst er eine gute Ausrüstung und seine alten Kompetenzen. Bürgermeister Rozier hält nichts davon, der braucht das Geld für sich selbst. Pierre hat langsam genug, er bewirbt sich für die frei werdende Stelle als Nachfolger von Commissaire Barthelemy in Cavaillon. Pierres Vorstellungsgespräch bleibt nicht konfliktlos, genauso wenig wie die Zusammenarbeit mit dem Team von Madame le Commissaire Alienor Benoît. Der neue Fall, in dem die bekannte Seifenproduzentin Paulette Simmonet tot im Seifenleim aufgefunden wird, 
wirft viele Fragen auf. Schnell glaubt das Team den Täter zu kennen, aber Pierre beisst sich fest und will nicht los lassen. Auch privat läufts nicht rosig, obwohl sein Freund Farid wieder zurück im Dorf ist. Dieser interessiert sich anscheinend gerade mehr für Charlotte als für Pierre. Dann taucht auch noch die Dorf-Tratschtante Madame Duprais auf...

Langsam fühle ich mich heimisch in Saint-Valérie. Ich freute mich auf den dritten Besuch in der kleinen Ortschaft. Die Ziege Cosima, Madame Duprais, Assistent Luc - alle sind sie noch da. Im neuen Fall stammt zwar nur die Tote aus dem Dorf, die Ermittlungen werden aber an anderen Orten durchgeführt. So reist man lesend mit Pierre am Steuer durch die Provence - bis auf wenige fiktive Ausnahmen wie Saint-Valérie handelt es sich in der Serie durchwegs um reale Ortschaften.

Die Leiche wird in einer Seifenfabrik aufgefunden. Ein aussergewöhnlicher Schauplatz, passend zur Provence; und macht auf vielerlei Probleme aufmerksam, die sich nicht nur auf die Provence beziehen. Wann ist ein Produkt regional? Wenn alle Zutaten aus der Region stammen oder wenn es in der Region produziert wurde, oder reicht es, wenn es nur vor Ort verpackt wurde? Solche Diskussionen werden nicht nur in der Provence, sondern auch in der Schweiz und den umliegenden Ländern diskutiert. Das macht den Fall auch für Leser interessant, die die Seifenproduktion nicht so spannend finden wie ich.

Ich siede selbst Seifen und deshalb war der Krimi ein Highlight für mich. Zwar unterscheidet sich die Savon du Marseille als (ausgesalzene) Kernseife in der Herstellung vom Kaltverseifungsverfahren ("Leimseife"), mit dem ich meine Seifen herstelle, dennoch fand ich die Thematik und den Schauplatz genial. Der Herstellungs/Produktionsablauf wird zwar nicht ausführlich beschrieben, aber fachlich ist alles relativ korrekt. 


Fast immer korrekt handelt auch Pierre. Er lässt nicht los, bis er überzeugt ist, dass alle ungeklärten Fragen nun stimmig beantwortet sind. Im vorliegenden Fall spürt man die innere Zerrissenheit von Pierre, der solche Ermittlungen liebt, aber lieber alleine oder zumindest mit sämtlichen Kompetenzen ausstaffiert arbeitet. Ob er den anvisierten Job am Ende bekommt oder nicht, lasse ich jetzt offen.

Fazit: Stimmiger dritter Teil der Pierre-Durand-Serie, der mit der Seifenfabrikation eine spezielle Szenerie bekommt und den Krimi besonders macht. Lesen! 
4 Punkte. 

Man kann den dritten Teil natürlich auch lesen ohne die ersten beiden Bände zu kennen, doch damit man all die dörflichen Verstrickungen mitbekommt, empfehle ich, die Serie in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Es lohnt sich allein schon wegen Cosimas Geschichte :-)

Band 1: Provenzalische Verwicklungen
Band 2: Provenzalische Geheimnisse 

Und wenn ihr beim Lesen Hunger bekommen habt (so wie ich), dann schaut euch auf Sophie Bonnets Facebookseite die tollen Fotos der im Buch beschriebenen Menus an.


Vielen Dank an Blanvalet und Randomhouse! 

Donnerstag, 16. Juni 2016

Krimi: Bis der Tod dich findet von Bernadette Olderdissen (Globetrotter-Krimi 2)

Klappentext:
Elna Närhi verbirgt ein schreckliches Geheimnis. Doch jemand ist ihr auf der Spur. 
Eine Einladung zur Krimilesung an einer deutschen Kulturstiftung in Turku – da packt Autorin und Reisejournalistin Kira Tolle schnell ihren Koffer. Dann die böse Überraschung: Im Haus von Gastgeberin Elna starb vor wenigen Monaten eine Frau. Selbstmord, behauptet die Polizei, nur Elna glaubt nicht daran. Bevor sie Kira um Rat bitten kann, steht der Tod zum zweiten Mal auf der Matte. Elnas Umfeld erweist sich als so düster und kalt wie der finnische Winter, und mehr als eine Person fühlt sich durch Kiras Nachforschungen in die Enge getrieben. 

Von Finnland weiss ich nicht viel, nur dass es oft dunkel ist und die Finnen dem Alkohol nicht abgeneigt sind und Saunägänge lieben. Meine Vorurteile werden allesamt bedient in Kiras neuestem Fall. Sie ermittelt wieder, diesmal mitten im kalten finnischen Winter. 

Eigentlich war Kira ja wegen einer Lesung in Finnland. Eingeladen von einer Bekannten, die sie von Schweden her kennt. Doch zuhause in Turku ist Elna ganz anders - hochnäsig, zickig und launisch. Ihre Mitarbeiter leiden unter ihr und alle möchten sie am liebsten weg haben. Manche vermuten sogar, dass Elna für den Tod ihrer Partnerin zuständig war. Elna selbst verdächtigt die anderen. Aber Elna verschweigt etwas - genau wie sämtliche Mitarbeiter und Freunde von ihr hütet auch sie ein Geheimnis. Kira merkt schnell, dass Elna sie wohl nicht wegen der Lesung nach Finnland geholt hat. Weswegen sonst?

Ich brauchte beim Lesen viel "Sisu" (finnisch für Geduld, Durchhaltevermögen, Selbstüberwindung - wird im Buch oft erwähnt), denn mir waren alle Beteiligten unsympathisch, absolut jeder hat ein Geheimnis: Lenni, der stellvertretende Geschäftsleiter, der ein Problem mit Frauen hat und eifersüchtig auf Elna war; Sorja, Elnas Sekretärin; Markus, der deutsche Dozent, der sich finnischer gibt, als sämtliche Finnen; Joonas, der Informatiker; Gabriel, der Hausabwart; Raili, die Putzfrau; sowie Elnas Freunde Olivia und Anton.
Bald verdächtigte ich zwei Personen, doch irgendwann dachte ich, ich liege komplett falsch - die Autorin gibt allen Mitarbeitern ausreichend Motive für die Taten und je mehr Geheimnisse ans Licht kommen, füllt sich die Waagschale für die ein oder andere Person wieder mehr. Trotzdem lag ich am Ende richtig :-)

Mir waren es insgesamt aber zu viele Geheimnisse und alternierende Schuldzuweisungen. Es ist ein hin und her an gegenseitigen Verdächtigungen und so wurde ich der Lektüre langsam müde, auch die finnische Mentalität und der finnische Winter sind nicht so meins. Zudem nervte mich auch Kira ein wenig: sie passt sich der neuen Situation zwar gut an, aber als sie von Yoan Besuch bekommt, hat sie sich schon dermassen in den Fall verbissen, dass sie ihn schäbig behandelt. 

Ich bin mir sicher, dass die Autorin die finnische Stimmung gut rüber bringt, auch erklärt sie einiges über die Mentalität der Finnen. Skandinavien-Fans könnten diesen Krimi also lieben! Ich mag diese eher kühle Stimmung nicht und lese deshalb normalweise auch keine nordischen Krimis. Doch ich wollte wissen, wie es mit Kira (und Yoan) weitergeht, nur deshalb liess ich mich auf diese finnische Folge ein.

Fazit: Wer nordische Krimis mag, wird mit "Bis der Tod dich findet" sicher glücklich. Ich fühl mich im Süden eindeutig wohler. 
3 Punkte. 

Wenn ihr auf den Link klinkt, kommt ihr zu Band 1 der Globetrotter-Serie  und zum Interview mit der Autorin

Dienstag, 14. Juni 2016

Krimi: Malteser Morde von Joyce Summer

Klappentext:
Der Urlaub mit ihrer Mutter auf Malta hätte so schön sein können. Die beiden wollten ein bisschen in Kultur schwelgen und es sich so richtig gut gehen lassen. Aber die grausame Geschichte der Insel und des Johanniterordens holt Pauline ein. Ein abgetrennter Kopf auf einem Pfahl ist nur der Anfang. Natürlich ist Paulines Neugier geweckt, aber sie muss vorsichtig sein. Der Mörder sucht scheinbar wahllos seine Opfer aus. Wird Pauline sein nächstes sein?
In einer anderen Zeit kämpft derweil der Ritter Andres de Miranda gegen die Osmanen an der Seite des Großmeisters des Ordens einen blutigen und scheinbar aussichtslosen Kampf. Liegt der Schlüssel zu den Morden wirklich in der Geschichte der Insel?

Serienmörder, die ihre Leichen inszenieren, sind dieses Jahr wohl gerade total hip. 
So auch in Paulines "zweitem Fall". Eigentlich ist sie gerade in den Ferien in Malta, doch schon an ihrem ersten Tag entdeckt sie eine Leiche, besser gesagt ein Teil davon. Zusammen mit zwei anderen Touristen wartet sie auf die Polizei. Die Kommissarin nimmt alles nicht so ernst, sondern flirtet lieber mit Paulines Gefährten, Michael und Alex. Bald darauf wird eine weitere Entdeckung gemacht und die Kommissarin muss die Sache nun definitiv ernst nehmen. 

Wegen Polizistenmangel darf Pauline dieses Mal fast ganz offiziell ermitteln, zumindest Hintergrundrecherchen erledigen. Diese Zusammenarbeit hat mir gut gefallen, wie auch die restliche Arbeit der Polizei, zu der der sympathische Profiler Nick hinzugezogen wird. Nick tut allen gut und nimmt die Fäden in die Hand. So steht Pauline in ihrem zweiten Fall nicht so im Vordergrund, sondern ist Teil des Teams. 

Doch trotzdem ist die Polizei und das Rechercheteam extrem blind. Die Autorin führt die Polizei und die Leser auf alle möglichen Fährten, und es dauert lange bis sie dem wahren Täter auf die Spur kommen. Die nicht ans Ziel bringenden Fährten machen den Krimi zwar spannend wenn man selbst null Idee hat. Aber für jene, die ahnen, wer als Täter in Frage kommt, wird es bald voraussehbar.

Joyce Summer setzte den zweiten Fall in Malta an und ich erhoffte mir Lokalkolorit, wie es im ersten Band auf Madeira der Fall war. Dort konnte ich mich gut auf die Insel versetzen, doch hier auf Malta habe ich vor allem die Bars wahrgenommen, vielleicht noch die Kathedrale, aber wohler hab ich mich definitiv auf Madeira gefühlt. Die Schönheit Maltas hab ich in den Schilderungen vermisst.

Dazu trägt aber auch die makabere Stimmung aufgrund des Serienmörders bei, der seine Leichen nicht sehr geschmackvoll drapiert. Schnell merkt man den Bezug zur Geschichte Maltas bzw. der Belagerung durch die Osmanen zur Zeit von Jean Parisot de la Valette. Diese Beschreibungen sind leider auch nicht gerade fröhlich. Die Vergangenheitsgeschichte in Band 1 fand ich ansprechender und interessanter.

In der Vergangenheitsgeschichte von "Malteser Morder" gab es so eine Szene, die ich als nicht glaubhaft empfand: Captain Miranda wird verletzt und sein Knappe holt mitten im Kriegsgetümmel auf der Festungsmauer ein Stuhl, auf den der Verletzte gesetzt wird und sitzend weiterkämpft. Keine Ahnung, ob das so überliefert wurde oder der Feder der Autorin entspringt - das kauf ich keinem ab. 

Stilistisch gibt es viel weniger holprige Sätze als in Band 1, so dass man viel leichter der Geschichte folgen kann, trotzdem hat mir "Mord auf der Levada" besser gefallen. Pauline als Person ist mir dafür in Malta sehr viel sympathischer. 


Fazit: Polizei und Touristen ermitteln Hand in Hand - nicht so spannend wie der Vorgänger, dafür stilistisch besser. 
3.5 Punkte. 

Montag, 13. Juni 2016

Montagsfrage 13.06.2016



Machen Lesespuren (Annotationen, Unterstreichungen, Besitzvermerke) ein Buch für dich wertvoller oder mindern sie den Wert? 

Kommt drauf an: Wenn ich das Buch neu kaufe, dann möchte ich für mein Geld auch ein unberührtes Buch haben, das weder Lesespuren noch Knicke etc vorweist. Kauf ich es secondhand in der Bücherbrocki, dann nehme ich auch nur Exemplare, die möglichst wenig Gebrauchsspuren haben. Denn ich selbst schaue beim Lesen, dass ich das Buch möglichst wenig beschädige und mich trifft meist fast der Schlag wenn andere meine Bücher in die Hand nehmen und es so aufreissen, dass es im Einband einen Knick gibt oder die Seiten Eselsohren bekommen. Deshalb leihe ich meine Bücher nur höchst selten aus, mittlerweile gar nicht mehr. 

Wenn ich hingegen ein Buch lese, dass so speziell warmherzig oder besonders ist und ich sofort merke, dass ich das nicht mehr hergebe, dann streiche ich für mich wichtige oder schöne Sätze an und notiere mir auch mal was daneben. In so einem seltenen Fall wird das Buch für mich persönlich wertvoller, und ich schau öfters mal wieder rein. Aber die bekommt dann kein anderer zu sehen, zu lesen schon gar nicht :-)

Studienbücher gehören für mich in eine andere Kategorie, da strich ich jeweils auch an, aber das waren Arbeitsbücher für mich und nicht in dem Sinne wertvoll, wie die oben genannten.

Die ganze Bücher-Beschädigungssache ist mit ein Grund, wieso ich meine eBooks so liebe - da kann mir niemand Eselsohren oder Flecken rein machen! 



Habt ihr schon von der #Krimiwoche gehört? 



Das Online-Event startet heute Montag um 10:00 Uhr und bietet euch Live-Lesungen, Gewinnspiele und Überraschungen etc. Klicken und Gratis-Ticket sichern und schon seid ihr mit dabei.

Das erste virtuelle Krimi-Festival für das du deine Wohnung nicht verlassen musst! Keinen weiten Anfahrtsweg, keine Kosten für Hotel oder Bahn. Du wählst ob du die Events auf deinem Sofa, deinem Balkon (okay, da macht das Wetter diese Woche leider nicht mit) oder am Schreibtisch verfolgst!

Verlage wie Bastei Lübbe, Rowohlt, Droemer Knaur, Piper und andere sowie Autoren wie Mario Giordano ("Tante Poldi") Andreas Foehr, Noah Fitz, Eva Almstaedt, Johanna Alba & Jan Chorin (Papstkrimis), Tibor Rode und viele mehr sind mit dabei. 

Passend zur Krimiwoche wird sich auch bei mir auf dem Blog diese Woche alles um Krimis drehen und ausschliesslich Krimi-Rezensionen erscheinen. 

Sonntag, 12. Juni 2016

Krimiwoche


Habt ihr schon von der #Krimiwoche gehört?
 


Das erste virtuelle Krimi-Festival für das du deine Wohnung nicht verlassen musst! Das Online-Event startet morgen Montag um 10:00 Uhr und bietet euch Live-Lesungen, Gewinnspiele und Überraschungen etc. Klicken und Gratis-Ticket sichern und schon seid ihr mit dabei. 
Verlage wie Bastei Lübbe, Rowohlt, Droemer Knaur, Piper und andere sowie Autoren wie Mario Giordano ("Tante Poldi") Andreas Foehr, Noah Fitz, Eva Almstaedt, Johanna Alba & Jan Chorin (Papstkrimis), Tibor Rode und viele mehr sind mit dabei. 

Passend zur Krimiwoche wird sich auch bei mir auf dem Blog kommende Woche alles um Krimis drehen und ausschliesslich Krimi-Rezensionen erscheinen. 

Die kleine Bäckerei am Strandweg von Jenny Colgan

Klappentext:
Es klingt fast zu gut um wahr zu sein - Polly wird ihr Hobby zum Beruf machen, und das in Cornwall, auf einer romantischen Insel mit Männerüberschuss. Genau die richtige Kur für ein leeres Konto und ein gebrochenes Herz. Aber die alte Bäckerei ist eine windschiefe Bruchbude, am Meer kann es sehr kühl sein, und der Empfang, den manche Insulaner ihr bereiten, ist noch viel kälter. Gut, dass Polly Neil hat, einen kleinen Papageientaucher mit gebrochenem Flügel. Doch bald kauft der halbe Ort heimlich ihr wunderbares selbstgebackenes Brot, und als sie Neil fliegen lassen soll, ist sie schon fast heimisch geworden. Nur das mit der Liebe gestaltet sich komplizierter als gedacht ...


Nach dem Konkurs und der Trennung von ihrem Partner braucht Polly eine neue Bleibe und findet diese auf Mount Polbearne in Cornwall. Die Wohnung hat Löcher im Dach und rissige Fenster - aber einen tollen Ausblick aufs Meer. Polly mietet den Klapperkasten kurzerhand an. Nach der ersten Nacht in der ungewohnten Umgebung hat sie bereits einen Mitbewohner, einen verletzten Papageientaucher, von dem sie sich eine Trennung schon bald nicht mehr vorstellen kann. Sie geniesst zwar die Stille des Ortes, doch eigentlich müsste sie sich um einen neuen Job kümmern. Um sich von ihren Problemen abzulenken beginnt sie zu backen und schnell sind nicht nur die Fischer und der Tierarzt begeistert von ihrem Brot. Doch Vorsicht vor der Dorfbäckerin Mrs Mansell, die eifersüchtig auf Pollys Backerfolge und sehr misstrauisch ist - und auch sonst ist so einiges los im ruhigen Polbearne: ein Gespenst soll des Öfteren mitten in der Nacht auf der Hafenmauer zu sehen sein. 

Viele Leser, die Sarah Morgan lieben, könnten auch Jenny Colgans Bücher mögen. Doch bei Jenny Colgan stehen nicht Liebesgeschichten im Vordergrund, sondern sind eher i-Tüpfli des Romans. Hauptsächlich geht es um die kargen Lebensbedingungen in Polbearne, um Neuanfänge und um den Wunsch beruflich das zu tun, was man gerne machen möchte und nicht einfach einen Job zu haben, der einem das Überleben sichert. 

Die Autorin schreibt leicht und flüssig über das Leben von diesem kleinen Ort auf einer Halbinsel. Es treten mehr oder weniger überzeugte Fischer auf, eine missmutige Bäckereiverkäuferin, ein Amerikaner, der sich als Imker versucht und viele weitere interessante Protagonisten in der bunt zusammengewürfelten Dorfgemeinschaft. Liebevoll schreibt die Autorin auch von tragischen Begebenheiten und kann die Stimmung gut einfangen. Der Humor kommt nicht zu kurz, viele witzige Dialoge bringen den Leser zum Schmunzeln und in Person von Kerensa und Reuben auch oft zum Lachen. 


Spätestens am Ende des Buches kann sich auch der härteste Lowcarber dem Duft des Brotes nicht entziehen - deshalb warten auf den letzten Seiten einige Brotbackrezepte aufs Ausprobiert werden. 

In England sind in den letzten Jahren einige Titel von Jenny Colgan erschienen, doch es ist ihr erstes Buch, das auf Deutsch übersetzt wurde. "Die kleine Bäckerei am Strandweg" ist der erste Teil einer dreiteiligen Serie. Es würde mich freuen, wenn auch die anderen Titel auf Deutsch herausgegeben werden. 


Fazit: Leichte, liebe- und humorvolle Lektüre über eine  sympathische Frau, die einem kleinen Fischerort Leben einhaucht. 
4 Punkte. 


Donnerstag, 9. Juni 2016

Rosenblütenträume von Penny Vincenzi

Klappentext:
Glückliche Ehe, perfekte Karriere – Bianca Bailey hat alles richtig gemacht. Charmant, aber unbeugsam bringt sie Firmen, die in Schieflage geraten sind, wieder auf Kurs. Ihr neuester Auftrag: das altehrwürdige „House of Farrell“, eine exklusive Kosmetikmarke. Bianca soll hart durchgreifen und die ehemalige Chefin Athina Farrell ins Abseits manövrieren. Doch bei Athina beißt Bianca auf Granit. Was sie zuerst für ein kleines Scharmützel zwischen Blütenduft und Rosenpuder hielt, entwickelt sich zum leidenschaftlichen Kampf zweier großer Frauen und derer Familien um Macht, Privilegien und Geheimnisse. Ein Kampf, der auch Biancas Privatleben heftig erschüttert. 

Lange kam ich nicht über den Prolog des Buches hinaus. Er konnte mich nicht abholen und die Tatsache, dass das Buch 640 Seiten hat, bremste mich noch weiter. Ich brauchte mehrere Anläufe zum Lesen dieses Romans. Doch für eine längere Zugfahrt mitten durch die Schweiz nahm ich es mir vor.


Die traditionsreiche Kosmetikfirma "House of Farrell" hat sich durch die herrische Besitzerin Athina Farrel nicht weiterentwickelt. Sie wollte nichts wissen von modernen Ideen wie eine richtige EDV-Anlage, bessere Werbung, Social Media-Auftritt oder Onlineshops. Nun kämpft die Firma ums Überleben und wird von einer Investorengruppe übernommen. Die neue CEO Bianca Bailey krempelt die Bude zum Leidwesen von Athina komplett um. Statt Bianca zu vertrauen, macht Athina ihr das Leben schwer. Und bei Bianca zuhause läuft grad einiges nicht mehr wie üblich, da sich ihr Mann Patrick aufgrund seines neuen Jobs nicht mehr so oft um die drei Kinder kümmern kann.

Bianca war mir von Anfang an unsympathisch. Ihr Job beansprucht sie sehr, und es bleibt ihr nicht viel Zeit für ihre drei Kinder. Aber dafür ist ja auch ihr Mann zuständig, der ihr trotz Job, viel abnimmt. Gegen Ende wird sie umgänglicher, dennoch nahm ich ihr den Familiensinn nicht ab.

Athina konnte ich auch nichts abgewinnen. Das Festhalten an alten Zöpfen, nur damit sie das letzte Wort hat und sich anderen überlegen fühlt, macht aus ihr einen Drachen. Statt miteinander zu arbeiten spielt Athina die Hexe und torpediert alles hintenrum. Aber beide Frauen gehen über Leichen, auch wenn sie sich manchmal kurz für andere einsetzen.

Der Roman ist anfangs mehr eine Firmenrettungsauflistung als wirklich unterhaltender Roman. D
as wunderschöne Cover ist zu lieblich für den Inhalt und die im Klappentext beschriebenen "Blütenduft und Rosenpuder" kommen nicht vor - es geht im ganzen Buch nur um die Rettung der Firma und nicht um die Herstellung der Produkte.

Ähnlich wie in Filmen wie "Actually Love" finden viele Episoden diverser Protagonisten parallel statt und reihen sich aneinander - kein Wunder kommt das Buch auf so viele Seiten. 

Erst spät kommt Charme in den trockenen Geschäftsroman hinein, und zwar mit der Geschichte von Florence. Florences Geschichte gefällt mir am besten - meinetwegen hätte man sie zur Hauptprotagonistin machen können und die Zickenkriege rundherum als Nebenschauplatz platzieren. Wirkliche Emotionen spürte ich neben Florence nur bei Bertie, Athinas Sohn, der in den Augen seiner Mutter ein Nichtsnutz ist. 


Der Autorin ist mit dieser Familienunternehmens-Sage leider kein Meisterstück gelungen. Am Schluss ist der Roman zwar stimmig, aber sie wollte zuviel erzählen. Für eine Fernsehserie böte der Roman viel Material, aber in Buchform hätte eine Geschichte als Hauptspielplatz gereicht. 


Fazit: Der Leser muss sich durchbeissen bis er endlich bei Florence Geschichte angekommen ist. Diese entschädigt für die hauptsächlichen Zickenkriege, die die Hauptrolle im Roman bekommen haben.

Mittwoch, 8. Juni 2016

Rosmarintage von Silke Schütze

Klappentext:
An seinem 76. Geburtstag findet Max Engel im Internet die Liebe seines Lebens wieder, die Französin Rosalie. Also überredet er die unkonventionelle Altenpflegerin Tamara Finke, die in seinem Seniorenheim jobbt, mit ihm nach Südfrankreich zu fahren, um Rosalie zurückzugewinnen. Für beide beginnt eine Reise, auf der sie lernen, dass die Tage im Leben am schönsten sind, die nach Rosmarin duften.





Mich kann man ja schnell mit schönen Covern überzeugen - vor allem wenn Gewürze darauf sind; dazu ein vielversprechender Titel samt neugierig machendem kurzen Klappentext. So war es kein Wunder, dass mich das Buch ansprach und ich es unbedingt lesen wollte. 

Max langweilt sich im Seniorenheim. Genug Zeit um sich einen Plan auszudenken, wie er baldmöglichst nach Frankreich kommt, um "einen Freund" zu besuchen. Max überrumpelt Tamara, eine Pflegerin des Heimes, Ferien zu nehmen und ihn nach Südfrankreich zu fahren. Sein Freund lebe in Tanneron und mache Honig. An alles hat er gedacht und so fahren sie los; auch das Auto passt perfekt zu einer Frankreich-Reise. Unterwegs gesellen sich spontan zwei weitere Mitfahrer dazu.


Das Roadmovie beginnt und erzählt uns die Lebensgeschichte von Max - in der Frankreich eine grosse Rolle spielt - wie auch die Geschichten, Probleme und Fragen seiner sehr unterschiedlichen Mitreisenden. Sie haben verschiedene Nationalitäten, liegen altersmässig weit auseinander, und doch ermutigen sie einander und lernen voneinander, hören zu, sind da. 

Sie lassen sich ein auf diese Auszeit, von der niemand weiss, wie lange sie genau dauert und was sie danach erwartet. Die Fahrt auf der Autoroute du Soleil ist der Beginn eines neuen Lebensabschnittes für alle. 
Max, der noch einen grossen Wunsch im Leben hat; die alleinerziehende Tamara, die einen Schicksalsschlag zu verkraften hat und lieber einen anderen Job hätte; Jakob, der noch keine Lust hat, nach Holland zurück zu gehen; die beiden Friedler, Luis und weitere Protagonisten, die mir alle sympathisch waren.

Der Roman ist ein kleines Juwel: "Rosmarintage" ist eins der seltenen Exemplare, in dem alles stimmt: Titel, Cover, Klappentext und Inhalt passen perfekt zusammen. 
Dazu inhaltlich überzeugend, emotional, humorvoll und mit einer fröhlichen Grundstimmung. Bei mir hat der Roman einen bleibenden Eindruck hinterlassen und wird sicher eins meiner Jahreshighlights werden. Die Geschichte ist wundervoll atmosphärisch und dennoch humorvoll geschrieben. 
Eine Fortsetzung würde ich sofort lesen, denn die Protagonisten sind mir ans Herz gewachsen und ich würde gerne ihren weiteren Lebensweg mitverfolgen. 

Fazit: Ein etwas anderes Roadmovie - eine einfühlsam und wunderschön erzählte Geschichte über Freundschaft, Vertrauen und Tage, die nach Rosmarin duften. 
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Dienstag, 7. Juni 2016

Das Mohnblütenjahr von Corina Bomann

Klappentext:
Nicole hat ihren Vater niemals kennengelernt. Nie hat ihre Mutter von ihm gesprochen, hüllte sich stets in Schweigen über ihre Vergangenheit. Dabei hätte Nicole zu gern Geschwister gehabt, eine große ­Familie. Stattdessen wuchs sie als Einzelkind auf. Jetzt ist Nicole selbst schwanger und freut sich sehr auf ihr Kind, auch wenn sie es, wie ihre Mutter, allein großziehen wird. Doch dann erfährt sie, dass das Kind vielleicht nicht gesund zur Welt kommen wird, es besteht die Möglichkeit einer Erbkrankheit. Nicole ist am Boden zerstört. Sie muss herausfinden, wer ihr Vater war und fährt zu ihrer Mutter an die Mosel. Und die bricht nach all den Jahren endlich ihr Schweigen und beginnt zu erzählen: vom Aufwachsen in der Nachkriegszeit, von einer großen Liebe zwischen Deutschland und Frankreich und von den Ressentiments, die der Krieg auf beiden Seiten hinterlassen hat. Und von einem nie verwundenen Verlust …

Das neueste Buch von Corina Bomann erzählt die Geschichte von Marianne, die ihrer Tochter Nicole den Vater verschwieg. Doch nun ist Nicole schwanger, sitzen gelassen von ihrem Freund David, und will von ihrer Mutter erfahren, ob in der Familie ihres Vaters Herzfehler bekannt sind. Nicole weiss nicht viel über Familie ihrer Mutter, nur dass sie keinerlei Kontakt mehr zu Eltern und Schwestern hat. Nicole wüsste gerne wieso. 
Nur langsam öffnet sich Marianne und beginnt zu erzählen, angefangen in ihrer Kindheit, in der ihre Eltern sich kaum um sie kümmerten und sie ihren Wunsch Französisch zu studieren geheim halten musste.

Marianne mit all ihren Ängsten in ihrer Jugend (aufgrund ihrem mental abwesenden Vater inklusive seinem Hass und ihrer Mutter, die in einer eigenen Welt lebte) und ihrer ruhigen, gestandenen Art in der Gegenwart gefiel mir besser als ihre Tochter. 
Mit Nicole konnte ich wenig anfangen. Es schien mir, als ob sie bloss auf Vaterersatz-Suche für ihr Baby war, so lieblos wie sie über Kilian dachte und mit ihm umging. Ihre Angst um ihr ungeborenes Baby nahm ich ihr hingegen ab.

Schon auf den ersten Seiten war klar, in welche Richtung die Geschichte geht. Durch die eher negativen Themen ist die Grundstimmung des Romans bedrückt und bleibt auch so, als Marianne endlich von ihrem Frankreich-Aufenthalt erzählt.

Eins der beiden Hauptthema des Buches ist die deutsch-französische Freundschaft, beziehungsweise meist eher der (Kriegs-)Hass auf das jeweilige andere Land. Mir war nicht bewusst, dass es in den 70ern noch Leute gab, die dermassen voller Hass auf das Kollektiv der Kriegs-Nachfahren waren. Daneben spielen Kinder, die ohne Vater aufwachsen, und in verschiedenen Weisen abwesende Väter eine grosse Rolle. Bei einigen versucht die Autorin Einblick in deren Gefühlswelt zu geben. 

Es gelang der Autorin nicht, mir den Inhalt spannend zu verkaufen. Keine Frage, Corina Bomann kann schreiben, aber es ist tatsächlich so, dass mich ihre Asien-Romane mehr überzeugen. Die Protagonisten in den Asien-Büchern erscheinen mir glaubhafter in ihren Gefühlen und Handlungen, in ihrem gesamten Wesen und auch die Grundstimmung ist hoffnungsvoller. Zwar sind die Storys zum Teil auch vorhersehbar, aber viel spannender  und geheimnisvoller umgesetzt. In "Das Mohnblütenjahr" überraschte mich leider nichts. 

Fazit: Ein Buch über deutsch-französische Freund-Feindschaft und über Alleinerziehende, abwesende Väter und vaterlose Kinder. Mich konnte es nicht fesseln, die Asien-Bücher der Autorin werden spannender erzählt.
3 Punkte.


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Montag, 6. Juni 2016

Kinderbuch: Pip Bartlett und die magischen Tiere von Maggie Stiefvater & Jackson Pearce

Klappentext:
Die neunjährige Pip Bartlett hat eine besondere Gabe: Sie kann mit magischen Tieren sprechen – mit Einhörnern, Seidengreifen und Hopp-Grackeln. Mit Eltern und Lehrern klappt die Verständigung allerdings manchmal nicht so gut. Weshalb Pip in den Sommerferien wegen des Einhorn-Vorfalls (wer denkt denn auch, dass die so doof sind!) zu ihrer Tante Emma verbannt wird. Emma leitet eine Praxis für magische Tiere, und begeistert plaudert Pip den ganzen Tag mit den verrücktesten Geschöpfen, die man je gesehen hat. Doch dann taucht ein abenteuerliches Problem auf, nämlich Unmengen von Fussels. Das Schlimme an diesen kleinen pelzigen Wesen: Wenn sie sich aufregen, gehen sie in Flammen auf … Hier können nur Pip und ihr neuer Freund Thomas helfen.

Die Rezension stammt von meiner Tochter:
Meine Mutter hat das Buch online gesehen und mich den Klappentext lesen lassen. Da ich gerne Geschichten über (nicht nur magische) Tiere lese, sagte mir der Klappentext zu und ich wollte wissen, was das für zwei Tiere sind die auf dem Cover abgebildet sind. Pip ist zudem gleich alt wie ich, also perfekt.

Im Buch geht es um magische Tiere wie Seidengreife, Hopp-Grackel und Fussels. Fussels sind eine Plage für Cloverton. Pip, die die Sommerferien bei ihrer Tante Emma verbringt, sucht nach einer Lösung. Pip kann nämlich mit diesen magischen Geschöpfen reden. Bei ihrer Tante lernt Pip Thomas kennen, ein Junge, der an den unglaublichsten Allergien leidet. Er versteht sich sehr gut mit Pip und sie verbringen oft Zeit zusammen.


Das Buch war super. Mrs Muffenhausen ist nicht nett, aber alle andern waren mir sympathisch. Das ängstliche Einhorn Regent Maximus fand ich lustig. Der junge Grimm ist supersüss. Ich konnte mich gut in die Geschichte hineinversetzen und war neugierig, ob und wie Pip und Thomas die Fussels retten können. Was diese magischen Tier so alles können ist schon cool! 

Das Buch selbst ist toll gestaltet. Der Rand ist blau und auf vielen Seiten sieht man Zeichnungen von den Tieren, das hat mir sehr gut gefallen. Ich hab das Buch nun schon zweimal gelesen und werde es sicherlich noch weitere Male lesen, langweilig wird es trotzdem nicht. Und ich freue mich auf den nächsten Band.

Fazit: Ein witziges Buch über magische Tiere und zwei lässige Kinder. Ich empfehle das Buch allen tierliebenden Kinder.

Montagsfrage 06.06.2016



Seid ihr im Urlaub auch immer auf der Suche nach besonders schönen oder interessanten Buchläden?

Auf der Suche nicht, und ich "suche" auch nicht gezielt nach Buchhandlungen und auch nicht nach "schönen" oder "interessanten" Buchläden. Je nach Feriendestination gehe ich auch gar nicht in Buchläden hinein.

Aber wenn ich in England oder in der Türkei bin, dann besuche ich gerne Buchhandlungen. In der Türkei sind Buchhandlungen, ähnlich wie bei uns in der Schweiz früher die Ex libris, mit einer Musikhandlung kombiniert und dann macht es die Sache noch spannender, da ich dort immer nach neuer Musik schaue und bei den Büchern die Buchcover oft schöner gestaltet sind. In England findet man oft Titel, die man selbst kennt, und da bestaune ich gerne die oft sich von deutschen Büchern abweichenden Cover. Kaufen tue ich selten etwas, höchstens ein Notizheft - ich lese am liebsten Deutsch und elektronisch, meine Bibliothek hab ich ja immer dabei :-)

Wenn ich in Deutschland bin - bin allerdings bisher eher selten urlaubstechnisch im Nachbarland - gehe ich allerdings fast immer in Buchhandlungen. Aber auch hier nicht weil sie "schön" sind - interessant sind ja theoretisch immer alle Buchhandlungen. Vielleicht darf dann ein Kinderbuch für meine Tochter mit, denn in Deutschland sind die Bücher viel günstiger als bei uns. So findet man mich dann auch eher bei den Zeitschriften, da dürfen eigentlich immer etwa zwei mit, denn die kosten bei uns das Doppelte. 

Klar finden sich hier und da herzige Buchläden, aber in den Ferien gucke ich mehr nach Läden, die es bei uns nicht gibt und treibe mich allgemein lieber auf Gemüsemärkten herum. 

Und ihr? Schnuppert ihr bei Auslandsaufenthalten in Buchhandlungen hinein, oder eher nicht?

Samstag, 4. Juni 2016

KrimiMimi: Schatten über Honeychurch Hall von Hannah Dennison (Band 2)

Klappentext:
Als auf dem Grundstück von Honeychurch Hall die Leiche des Verkehrsministers entdeckt wird, fällt der Verdacht sofort auf die Bewohner des Anwesens. Kat Stanford wird in den Skandal hineingezogen, und schon bald bekommt auch ihre Erzfeindin Wind von der Sache: die Zeitungsreporterin Trudy Wynne. Sie versucht mit allen Mitteln, Kat anzuschwärzen. Da taucht eine weitere Leiche auf, und Kat muss dringend herausfinden, wer hinter den rätselhaften Vorkommnissen steckt - bevor es zu weiteren Morden kommt.



Letztes Jahr erschien der erste Band der Honeychurch Hall-Serie. Ich empfand ihn mehr als amüsante Schmierenkomödie denn als Krimi. Doch dem zweiten Band "Schatten über Honeychurch Hall" wollte ich eine zweite Chance geben, mich auch als Krimi zu erreichen.

Kat lebt immer noch bei ihrer Mutter im Kutschenhaus auf dem Anwesen von Honeychurch Hall. Beide sind entsetzt über die Nachricht, dass die neue Eisenbahnstrecke über das Anwesen gehen soll und somit nicht nur sie, sondern auch andere Leute im Dorf zum Teil enteignet werden sollen. Der Aufstand ist gross. Nicht nur Pro- sondern auch Contra-Vertreter tauchen im Ort auf, was zünftig für Verwirrung sorgt. 

Aber auch auf dem Anwesen gibts Ärger: Harry ist aus der Schule abgehauen und Lady Lavinia scheint Geheimnisse zu haben. Zudem beginnt die neue Haushälterin Parks Iris zu nerven, weil Parks unbedingt einen Lesezirkel gründen und dort Krystalle Storms neues Buch lesen will. 

Tote haben bei soviel Trouble gar keinen Platz und so wundert es auch nicht, dass die erste Leiche erst im letzten Drittel auftaucht. Trotz grosser Geschäftigkeit hat das Buch viele Längen und das nicht nur, weil man schnell merkt welche der Figuren nicht sauber sind. Auch taucht Trudy Wynne, die im Klappentext erwähnt wird, nicht vor Ort auf. 
Es ist, wie schon im ersten Band eine skurrile, schräge Geschichte und man sollte "Mord in Honeychurch Hall" gelesen haben, bevor man zum zweiten Band greift, denn es wird enorm viel Bezug zum Vorgänger genommen. 
Ich werde nicht warm mit der Serie. Mir fehlt auch in Band 2 das Krimifeeling. Als Komödie geht das Buch gut durch, als Krimi leider nicht. 

Fazit: Nach dem zweiten Band kann ich nun sagen, dass mich die Serie definitiv nicht überzeugt. Zwar meistens witzig zu lesen, aber zu gewollt skurril und überspannt und zuwenig Krimi. 
3 Punkte. 

Mittwoch, 1. Juni 2016

Krimi: Agatha Raisins erster Fall von M.C. Beaton (Kurzgeschichte)

Klappentext:
Agatha Raisin ist jung und ehrgeizig, als sie den Sprung aus dem Armenviertel von Birmingham ins schicke Londoner Mayfair schafft, wo sie in der PR-Branche Karriere machen will. Doch erst als der reiche Sir Bryce Teller unter Verdacht gerät, seine Frau ermordet zu haben, bekommt die kleine Assistentin ihre große Chance. Durch ihre Ermittlungen kann Agatha beweisen, dass sie eine ausgebuffte Pressefrau ist und ein untrügliches Gespür für knifflige Kriminalfälle besitzt - ein Gespür, das ihr Jahre später zu lokaler Berühmtheit verhelfen wird.



Als mir auf Amazon als Vorschlag "Agathas Raisins erster Fall" angezeigt wurde, musste ich schmunzeln. Es mag zwar ihr erster Fall sein, doch wurde er mit Sicherheit im Nachhinein geschrieben. So ist er auch nur als eBook-Kurzgeschichte (für €1.99) in diversen Online-Buchhandlungen erhältlich. 

Ich konnte dennoch nicht widerstehen - und es hat sich gelohnt. In der Geschichte erfahren wir, wie Agatha vom "Mädchen für alles" in einer Londoner PR-Agentur mit hochnäsiger Chefin dank einem Gönner selbst zur Chefin ihrer eigenen Agentur wird. Und ganz nebenbei wird beschrieben wie Agatha Roy kennenlernte.

Die Geschichte ist witzig und der Fall wird mit Bravour gemeistert, sehr zur Schande der Polizei. Doch es wäre nicht Agatha, wenn es nicht noch heikle Minuten für sie gäbe...
"Agatha löst Fälle indem sie wild herum schwirrt wie eine besinnungslose Hummel." (Position 440, 40%, im eBook)

So kennen wir sie, und so war sie anscheinend auch schon von Anfang an. 

Fazit: Kurz und knackig und für alle Agatha Raisins-Fan ein Muss!
4 Punkte.