Montag, 29. Februar 2016

Montagsfrage 29.02.2016


Falls ihr bei Aktionen teilnimmt, wie viel kommentiert ihr bei anderen? Oder seid ihr eher stille Mitleser? 

Bei grösseren Aktionen, z.B. solche die an einem Wochenende stattfinden, versuche ich möglichst viel bei den anderen Teilnehmern mitzulesen und zu kommentieren, was mir meist gelingt. Es macht Spass und ich nehme mir jeweils vor, dies auch in "aktionslose" Wochen mit rüberzunehmen, z.B. auch auf den Facebook-Seiten anderer Blogs. 
Bei der Montagsfrage-Aktion bin ich eher stiller Mitleser, denn oft ist es Montags einfach eine Zeitfrage. Muss ich gleich morgens aus dem Haus, habe ich wesentlich weniger Zeit als wenn am Montagmorgen nicht so viel ansteht. Der Wille wäre da, die Zeit leider oft nicht. 
Dass jeder es mag wenn seine Beiträge kommentiert werden, ist ja keine Frage :-)

Unter der Woche lese ich auf anderen Blogs gerne mit, wenn ich im RSS-Feader oder bei FB eine Vorstellung zu einem Buch, das ich selbst gelesen habe oder bei mir auf der Wunschliste steht, entdecke. Bei FB kommentiere ich viel öfters als auf den Blogs direkt. 

Doch tendenziell dünkt mich, dass im letzten Jahr viele Blogger fast nur noch bei sich wöchentlich wiederholenden Aktionen mitmachen und kaum mehr Bücher vorstellen. Aber vielleicht kommt mir das auch nur so vor, weil mir der "Eiserne Buchblogger" fehlt. Da bekam man eine tolle Wochenübersicht, wer was so gepostet hat und konnte gezielt Posts anklicken, die einem interessant erschienen und konnte auch gezielt kommentieren. Das fand ich toll!


Gestern Nacht ist aus "nur noch einige Seiten lesen" ein "jetzt lese ich grad auch noch fertig" geworden, ihr kennt das sicher :-) Meine Lektüre war der neue dritte Teil der Cormoran Strike-Serie - wie das Buch mir gefallen hat, erfährt ihr am Mittwoch. Donnerstag und Freitag könnt ihr hier über die "Rose Harbor Inn/Cedar Cove"-Serie ("Winterglück und "Frühlingsnächte") zu lesen. 

Freitag, 26. Februar 2016

Krimi: Flavia de Luce 7 - Eine Leiche wirbelt Staub auf von Alan Bradley

Klappentext:
Verbannt – so empfindet Flavia ihr Schicksal, als ihr Vater und ihre Tante Felicity sie auf ein Schiff nach Kanada verfrachten. Dort, in Toronto, soll sie Miss Bodycote’s Female Academy besuchen, das Mädcheninternat, an dem auch schon Flavias Mutter Schülerin war. Doch noch in ihrer ersten Nacht »in Gefangenschaft« landet ein unerwartetes Geschenk zu Flavias Füßen: eine verkohlte, mumifizierte Leiche, die aus dem Kamin in ihrem Zimmer purzelt – der Beginn einer Reihe von Nachforschungen, bei denen Flavia auf zahlreiche mysteriöse Vorkommnisse in Miss Bodycote’s stößt. Wenn es darum geht, Rätsel zu lösen, ist Flavia in ihrem Element – doch ihre wahre Bestimmung soll erst noch enthüllt werden …


Während mich die ersten fünf Bücher mit Flavia in der Hauptrolle begeisterten, enttäuschte mich Band 6. Er hilft jedoch die Familienverhältnisse besser zu verstehen. Umso neugieriger war ich auf den vorliegenden siebten Band, dessen Cover gut in die Reihe wie auch zum Inhalt passt. Noch ein bisschen passender hätte ich es gefunden, wenn Flavia darauf in der Schuluniform zu sehen wäre; aber so wie sie dargestellt wird, wirkt es einheitlich. (Ich reklamiere ja schnell, wenn mir das Englische Cover besser gefällt und passender erscheint als das deutsche - doch in dieser Serie haben die deutschen Cover die Nase vorn!) 


Wie am Ende von "Tote Vögel singen nicht" angekündigt, macht sich Flavia auf den Weg nach Kanada in Miss Bodycotes höhere Mädchenschule. Hier soll sie wie ihre Mutter dazumals eine "Spezialausbildung" erhalten. Die Reise ist lang und ihre Weggefährten, Schulbeiratsvorsitzender Ryerson samt Ehefrau Dorsey Rainsmith, nervig. Endlich angekommen, freut Flavia sich auf eine ruhige Nacht. Die wird kurz, denn mitten in der Nacht liegt eine Leiche in ihrem Zimmer und wirbelt im wahrsten Sinne des Wortes Staub auf, und macht dem Buchtitel alle Ehre. 

Diese nächtliche Aufruhr macht Flavias Einstand im Internat nicht gerade einfacher. Sie wird neugierig beäugt und auch Flavia ist gespannt auf ihre neue Umgebung. Interessante Lehrkräfte und Schülerinnen, die sich nur mit Nachnamen ansprechen, wollen erforscht werden. Das Schulgebäude ist alt und verwinkelt und so muss sie sich erstmal zurecht finden. Mit Hilfe der Schulsprecherin Van Arque gelingt ihr das bald. Doch die erste Strafaufgabe, die ihr die Schulleiterin Miss Frawlthorne verhängt, lässt nicht lange auf sich warten. So bleibt Flavia nicht viel Zeit übrig um etwas über die verkohlte Leiche und die drei vermissten Schülerinnen herauszufinden. Ihr fehlt die Ruhe und das Alleinsein, an das sie sich von Zuhause gewöhnt ist. Auch muss sie herausfinden, was von ihr erwartet wird und wem sie hier vertrauen kann.

Flavias Reise und ihr Einleben an der Schule sind witzig beschrieben. Auch bei Flavias Gedankengänge blieb sich der Autor treu. Doch trotzdem war ich beim Lesen blockiert, mich erinnerte das Internatsszenario an Harry Potters erste Wochen in Hogwarts und lange erschien mir "Eine Leiche wirbelt Staub auf" als Abklatsch davon. Es ähnelt sich einfach zuviel und so war ich leicht genervt. Flavia gehört für mich nach Bishop's Lacey und nicht nach Kanada, schon gar nicht in ein Internat. Flavia muss draussen herumstreifen dürfen; das "Freisein" und ihr Chemielabor gehören für mich zu ihrer Figur einfach dazu. Sie selbst vermisste es ebenso. Immerhin durfte sie, wenn auch unter erschwerten Bedingungen und erst spät, auf ihre Weise ermitteln. Trotz vollgepacktem Ablauf der Ereignisse an der Schule, nimmt die Auflösung erst gegen Ende richtig Fahrt auf. Dazwischen steht vor allem die Vertrauensfrage, und eher zufällig kommt sie der Lösung auf die Spur. 


Beim Lesen musste ich mir immer vor Augen halten, dass Flavia erst 12 Jahre alt ist und ihre Mitschülerinnen zwischen 12 und 15. Mir kamen sie alle eher wie 16-17 Jahre alt vor. 

Wieso eigentlich die vermissten Mädchen verschwanden ist mir auch nach Beendigen der Geschichte nicht klar geworden. Hoffentlich kommt es in den restlichen drei Flavia-Büchern (die Serie soll zehn Bücher beinhalten) noch zur Sprache, sonst wirkt diese Vermisstengeschichte schlecht durchdacht. Für mich stellt sich zudem die Frage, was Flavia bisher in ihrer "Geheimdienst"-Ausbildung gelernt hat. Diese Ausbildung war ja Grund ihrer Reise nach Kanada und mir scheint, dass Flavia auf Miss Bodycotes Schule kaum was gelernt hat bisher, weder normale Schulbildung noch spezielle Bildung. Speziell erschien mir ferner der nur teilweise Kontakt mit ihrer Familie. Da erhoffe ich mir im nächsten Band Erklärungen. So bleibt mir dieser Band als sehr unstimmig und "unfertig" im Gedächtnis.

Fazit: Flavia meets Hogwarts - gewohnt witzig und frech, aber die Internat-Kulisse erinnerte mich zu sehr an Harry Potter. Zurück blieben mir zu viele offene Fragen.
3.5 Punkte.

Vielen Dank an den Penhaligon Verlag und Randhomhouse!




Mittwoch, 24. Februar 2016

Nora Roberts Land (Dare Valley 1) von Ava Miles

Klappentext:
"Nora Roberts hat unsere Ehe zerstört!" Die Journalistin Meredith Hale ist schockiert von dem Vorwurf ihres Exmannes, ihr Faible für Bücher mit Happy End hätten ihre Vorstellung von der Liebe verdorben. Um zu beweisen, dass es die perfekte Nora-Roberts-Beziehung sehr wohl gibt, beschliesst sie eine Selbststudie über die Suche nach ihrem Traummann durchzuführen. Von allen Kandidaten lässt ausgerechnet Tanner McBride ihr Herz höher schlagen - dabei wollte sie nie wieder etwas mit einem Kollegen anfangen. Doch langsam schmilzt ihr Widerstand dahin und sie beginnt schon, in Tanner ihren Nora-Roberts-Prinzen zu sehen. Da entdeckt sie, dass er nicht mit offenen Karten spielt...

Wenn ich Lust habe auf eine gute Geschichte, die "alles" enthält - also eine Prise Kitsch, Liebesgeschichte, Spannung, amerikanisches Kleinstadtleben und Happy End - greife ich gerne ab und an zu einem Roman von Nora Roberts. Als ich hörte, dass Nora Roberts-Bücher nun in einem Roman die Hauptrolle spielen, wurde ich neugierig. Coole Idee! 

Mere(dith) kommt aus einer erfolgreichen Journalistenfamilie. Sie hat Puff mit ihrem Ex und zieht deshalb und um ihren kranken Vater bei der Arbeit zu vertreten, heim. Obwohl ihr Selbstbewusstsein im Eimer ist, möchte sie allen Kritikern zeigen, dass es sehr wohl möglich ist eine Beziehung mit einem Traummann zu haben, so wie es in ihren Lieblingsbüchern von Nora Roberts der Fall ist. Ihre Schwester Jill hilft ihr dabei. Der richtige Mann wäre auch schon bald gefunden, dummerweise ist Tanner Journalist und verbirgt ein Geheimnis. Während Mere noch überlegt ob sie über ihren Schatten springen soll, wird sie von ihrem Grossvater Hale beauftragt nachzuforschen, wieso in letzter Zeit einige Studenten unerklärlicherweise gestorben sind. Sie nimmt den Auftrag nicht so ernst, doch dann überschlagen sich die Ereignisse. 


Das Buch liesst sich flüssig, die Figuren sind wohl überlegt. Auch die "fiktiven" Protagonisten aus den Nora-Robers-Romanen, mit denen Jill und Mere augenzwinkernd sämtliche Männer in ihrer Umgebung vergleichen. Man muss diese Romane aber nicht kennen um Ava Miles Buch zu lesen.

Anfang (Frau kehrt an ihren Heimatort zurück) und Ende (Happyend) wurden nicht neu erfunden, die sind nicht nur aus Büchern von Nora Roberts allzu bekannt. Doch die Zeit dazwischen ist erstaunlich kurzweilig und fast schon nervenzerreissend gefüllt.
Die Geschichte birgt einige Überraschungen und spätestens wenn es fliessend von einer witzigen Liebesgeschichte in einen spannenden Krimi übergeht, kann man das Buch kaum mehr aus der Hand legen. 

So habe ich einige spannende Stunden in Nora Roberts Land verbracht und bin gespannt ob auch der Nachfolgeband mithalten kann. Ganz in Nora Roberts Manier sollen auch bei Ava Miles bisherige Nebenfiguren die Hauptrolle in den weiteren Büchern übernehmen. Dies könnte Jill sein, die am liebsten ABBA hört und ihrem Ex Brian gegenüber nachtragend ist. Oder Tanners Schwester Peggy, der es in Dare Valley gefallen hat. Merediths und Jills Eltern, sowie auch ihr Grossvater Arthur werden wohl auch zukünftig nur Nebenfiguren bleiben. 


Wie bei Nora Roberts ist auch bei Ava Miles von allem etwas dabei. Wer glaubt, nur Nora Roberts könne im Nora-Roberts-Stil schreiben, täuscht. Ava Miles zeigt, dass es sogar noch besser geht.


Fazit: Absolut gelungene Story - Liebesgeschichte und Kriminalfall in einem. Nora Roberts könnte es nicht besser. 5 Punkte.

Montag, 22. Februar 2016

Montagsfrage 22.02.2016


Wie kommst du mit Gewalt in Büchern zurecht? Magst du blutige Szenen oder lehnst du sie ab? 

Ich mag keinerlei blutige Szenen und sinnlose Gewalt. In gewissen Büchern hat man aber sehr stark das Gefühl, dass der Autor mit seinen gewaltverherrlichenden Szenen und/oder exzessivem Waffengebrauch angibt und sich darin suhlt. 

Eigentlich lese ich ja wenig bluttriefende Bücher, und wenn dann nur, weil sie mir was falsches vorgaukelten, wie diese drei Exemplare:


Als Beispiel für übermässige Waffengewalt kann ich "Books & Braun" nennen. Klar ist die Steampunk-Zeit bekannt für ihre Erfindungen und Verstecke für alle möglichen Waffen. Aber alle, auch unbeteiligte Passanten, die zufällig im Wege stehen, einfach zu töten finde ich ganz ganz doof und unnötig. 


Gewaltmässig war ich geschockt von "Der Sternengarten", eigentlich ein tolles Buch über die Entstehung der begehbaren Weltkugel von Schloss Gottorf. Doch diese enorme Brutalität (Vergewaltigungen, Ermordungen etc.) eines einzelnen Protagonisten, der, so scheint es, einzig zum Zweck der Gewaltanwendung in das Buch eingeflochten wurde, ist unfassbar. 


Auch in "Die Duftnäherin" übersteigt die Brutalität die eigentliche Geschichte. Man kann solche Szenen auch beschreiben, ohne zuviel Worte darüber zu verlieren. Man kann sie aber auch auslassen. 


Ich erhalte bereits durchs Sehen/Hören der täglichen Nachrichten eine Überdosis an Gewaltmeldungen. Deshalb möchte ich in meiner Lektüre nicht noch mehr davon lesen. Erst recht nicht, wenn es sinnlos ausgeschmückt wird. 


Krimis lese ich zwar sehr gerne, aber ich bevorzuge Krimis, in denen es um die Ermittlungen an sich geht, in denen Verdächtige mit Bedacht verhört werden und in denen Gewalt verabscheut wird. 

Freitag, 19. Februar 2016

Die Sehnsucht des Vorlesers von Jean-Paul Didierlaurent

Klappentext:
Guylain Vignolles liebt Bücher und hasst seinen Job in einer Papierverwertungsfabrik. Darum liest er jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit im Regionalzug um 6 Uhr 27 laut ein paar Seiten vor, die er am Tag zuvor der Schreddermaschine entrissen hat: sein ganz persönlicher Akt der Rebellion gegen die Vernichtung von Literatur.
Eines Tages entdeckt er im Zug einen USB-Stick, auf dem das Tagebuch einer jungen Frau gespeichert ist. Tief bewegt liest er nun ihre Geschichten vor - und der Zauber springt auch auf die Mitreisenden über. Viel wichtiger aber noch: Die Geschichten verändern Guylains Leben von Grund auf. Er muss diese Frau finden! 


Dieses Buch habe ich in einer Buchhandlung entdeckt und aufgrund Optik, Titel und Beschreibung auf meine Merkliste gesetzt. Später las ich auf Blogs und in Foren davon und als es im Dezember in einem Adventskalender erschien und ich es nicht gewann ;-), beschloss ich mir das Buch zu kaufen. 


Der liebevoll geschriebene Roman handelt von einfachen Personen mit ebenso einfachen, aber für Protagonisten eher ungewöhnlichen Berufen. 

Guylain arbeitet in einer Papierverwertungsfabrik. Gibt man diesen Begriff bei Google ein, erscheinen lauter Verweise zu diesem Buch. Bei uns in der Schweiz würde man da wohl Altpapier-Recyclingsfirma dazu sagen. Am Ende seines Arbeitstages steigt Guylain in die Schreddermaschine und putzt sie von innen. Dabei "stiehlt" er jeweils einige ganz gebliebene Papierblätter, die er in der Maschine findet. Er trocknet sie über Nacht; morgens auf dem Weg zur Arbeit liest er den Text im Regionalzug laut vor. Die Pendler im Zug freuen sich über die morgendliche Abwechslung. 

Im Eingangsbereich der Fabrik kommt er an Pförtner Yvon vorbei, der Guylain jeweils mit einem Vierzeiler begrüsst. Ihr Chef ist ein Despot und so freut Guylain sich auf die Wochenenden, an denen er seinen im Rollstuhl sitzenden Freund Guiseppe besucht. Guiseppe hat ein spezielles Hobby: er sammelt von einem bestimmten Buch alle Ausgaben und Guylain hilft im dabei. Als Guylain eines Morgens im Zug einen USB-Stick findet, revanchiert Guiseppe sich bei ihm und hilft den Eigentümer zu finden. Es stellt sich heraus, dass der Stick einer Frau gehört. Vorerst wissen sie nur, dass sie Julie heisst, als WC-Putzfrau arbeitet und Kacheln zählt. Guylain ist fasziniert von ihren Zeilen und möchte ihr den Stick unbedingt zurückgeben. Auch die Bewohner vom Altersheim, in dem Guylain Samstags neuerdings vorliest, rätseln fleissig mit. Julies Dateitexte vom USB-Stick bringen Leben ins gewaltig eintönige Leben von Guylain. 

Bald darauf ist das 224-seitige Buch auch schon fertig. Der Grund für Guiseppes Sammelwut fand ich amüsant und kreativ, die Goldfischgeschichte eher traurig, die Suche nach Julie war am spannendsten, obwohl sie eigentlich aktionsarm ist.


Ich erwartete ein kleines, feines Juwel. Die Geschichte fand ich zwar herzig und sie ist auch anders als "üblich". Sie ist ganz leise humorvoll, aber weder melancholisch noch emotional und wirkt dadurch doch etwas oberflächlich. Vielleicht weil praktisch alle Charaktere etwas kurlig und gefühlsarm sind. Sie mögen ihre Berufe nicht sonderlich und haben eintönige Leben. Jeden Tag, jedes Wochenende derselbe Ablauf. Diese Oberflächlichkeit wundert deshalb nicht, denn wer alles mit sich geschehen lässt und nichts ändern mag, zeigt auch sonst nicht viel Gefühl. Der Autor schreibt seine Geschichte also glaubhaft. Dennoch habe durch die Online-Begeisterungsstürme "mehr" erwartet. 

Das Printbuch ist sehr schön gestaltet, die vorgelesenen Blätter werden in einer andern Schrift hervorgehoben. 

Leider klappt das auf dem eBook (Tolino) nicht wirklich. Es störte mich extrem, dass auf einer ganze Seite einfach nur ein grauer Rahmen ohne Text und auf der nächsten Seite nur etwa 5 Zeilen im grauen Rahmen stehen. Oder ein bisschen Text, dann nur noch leerer Rahmen und auf der nächsten Seite zuerst leerer Rahmen, dann wenig Text. Beim Lesen hatte ich deswegen das Gefühl, nicht alles lesen zu können. 
Erst auf ADE konnte ich erkennen, dass dieser leere Teil ganz blass bedruckt ist und auf der nächsten Seite normal gedruckt wiederholt wird. Absolut nicht lesefreundlich gestaltet und deshalb empfehle ich bei diesem Roman das Printbuch zu kaufen. Das Auge isst, bzw. liest nunmal mit! 

Fazit:
Sympathische Charaktere in einer einfachen, aber doch gerade deshalb besonderen Geschichte. 4 Punkte.

Mittwoch, 17. Februar 2016

Aprikosenküsse von Claudia Winter

Klappentext:
Das Leben der jungen Foodjournalistin Hanna könnte so wunderbar sein. Hätte sie nur nicht diese Restaurantkritik geschrieben, wegen der eine italienische Gutsherrin einen Herzinfarkt erlitten hat! Als sie dann auch noch versehentlich in den Besitz der Urne gelangt, reist die von Schuldgefühlen geplagte Hanna nach Italien – und wird zum unfreiwilligen Opfer eines Testaments, das es in sich hat. Denn selbst über ihren Tod hinaus verfolgt Giuseppa Camini nur ein Ziel: ihren unleidlichen Enkel Fabrizio endlich in den Hafen der Ehe zu steuern. Eine Aufgabe, die ein ganzes toskanisches Dorf in Atem hält, ein Familiendrama heraufbeschwört und Hannas Gefühlswelt komplett durcheinanderwirbelt!

Eben hab ich mir überlegt, wieso es eigentlich kaum Bücher über Liebe und gutes Essen gibt, die ausserhalb von Italien spielen. Wenn es welche gibt, dann geht es meist um wer-kocht-besser wie in "Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef" oder um viel hässliche Politik wie in "Grüne Tomaten". Bei all diesen Büchern fehlt das, was die Kombination Italien-Liebe-Essen so leichtfüssig macht: La dolce vita, viel Temperament und die gute alte Mama, die nicht nur in der Küche sagt wo es langgeht. Wohl deshalb mag ich solche Romane sehr gerne, sie zaubern einem auch an regnerischen Tagen ein Lächeln ins Gesicht. 

Genau das schafft auch "Aprikosenküsse". Das Cover ist sehr stilvoll und gefällt mir gut, doch Cover wie auch der Titel scheinen mir fast ein wenig zu zahm für den rasanten Inhalt. 

Kaum ist Journalistin Hanna von ihrem arbeitsreichen Italienurlaub daheim beginnt das Desaster. Nonna Guiseppa stand das Herz still, nachdem ihr Enkel Fabrizio ihr den unfreundlichen Text über ihre Trattoria Tre Camini vorgelesen hat. Die Redaktion wird verklagt und Hanna muss was gutmachen, sonst verliert sie ihren Job. Notgedrungen reist sie zurück nach Montesimo und wird subito zur Küchenhilfe verdonnert. Erst nach einigen Tagen erfährt sie von Guiseppas Testament, welches das ganze Dorf in Aufruhr setzt. 

Erzählt wird die schnelle Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Hanna und Fabrizio. Oft wirken solche Kombinationen wegen sich wiederholender Szenen langatmig, doch die Repetitionen bleiben glücklicherweise aus und so liest sich der Roman wie geschmiert.

Zwischen Aprikosenfelder, Ristoranti, Dorfplatz, Flughafen und deutscher Redaktion treffen wir auf faszinierende Persönlichkeiten: Französin Claire, eine begabte Redakteurin und treue Freundin; Saskia, die flippige Praktikantin; die aufgebrachte und auf den Knien-nach-Montesimo-rutschende Karrierefrau Hanna; die beiden verkrachten Brüder Fabrizio und Marco inklusive ihrer feinfühligen Schwägerin/Ehefrau Lucia; der süssigkeitsliebende, pensionierte Gutsverwalter Alberto; Rosa-Maria, Köchin mit Leib und Seele und Haaren auf den Zähnen; ein verrücktes Huhn und ein ganzes Dorf voll schräger Gestalten wie Ernesto, der Pöstler, Bankdirektor und Bürgermeister zugleich ist oder der trinkfreudige Dorfpolizist Carlo und zu guter Letzt die über ihren Tod hinaus über alles wachende Nonna Guiseppa. 

In die Geschichte ist viel reingepackt und trotz allem Witz und Situationskomik ist auch Platz für Herzlichkeit und Einfühlsamkeit. 
Bei Liebesromanen ist es ja oft so, dass die Autoren versuchen Details der Geschichten so zu biegen, dass die Lovestory zu einem guten Abschluss kommt. Bei manchen Autoren wirkt es krampfhaft gesucht, doch Claudia Winters "Gebiege" wirkt glaubhaft und stimmig. Ausser die Sache mit der "reisenden" Urne, doch die verzeihe ich der Autorin. 
Der Roman hat mich wunderbar unterhalten, und das Schmunzeln brachte ich kaum mehr aus dem Gesicht. 

Fazit: Eine witzige, humorvolle Liebesgeschichte - sie liest sich so wie ein süsser und süffiger Aprikosenlikor sich trinken lässt.

4.5 Punkte

Auf dem Blog Lina Nordmeer findet ihr ein Interview mit der Autorin Claudia Winter. 

Montag, 15. Februar 2016

Montagsfrage 15.02.2016

 

Wie lange seid ihr pro Woche/Tag am Blog beschäftigt?

Darauf kann ich keine klare Antwort geben, denn manchmal sitze ich einige Stunden daran und an anderen Tagen wiederum gar nicht. 
Ausserdem zählen ja nicht nur die Stunden am Computer mit offener Blog-Seite, sondern auch die Zeit, in der man seine Facebook-Seite betreut, Emails schreibt, sich Notizen über die aktuelle Lektüre macht, vielleicht noch Hintergrundinformationen einholt (z.B. über den Autor), Aktionen plant (wie z.B. der Adventskalender) und vieles mehr. Montagsfragen muss ich erst mal sacken lassen und kurz überlegen, bevor ich sie beantworte. Und genau wie bei Rezensionen, sind nicht alle leicht zu beantworten bzw. zu schreiben. Rezensionen lass ich auch gerne mal ruhen, um ein, zwei Tage später drüberzuschauen und gegebenenfalls etwas zu ändern, zu ergänzen oder zurück auf Null und nochmals ganz neu zu beginnen. Die Anzahl der Rezensionen pro Woche verändert die Stundenanzahl ebenso.
Oder dann ist privat so viel los, dass man keine Zeit mehr für den Blog abzwacken kann, wie bei mir im letzten Monat, dann fällt nur die reine Lesezeit an und da stellt sich die Frage, ob man die Lesezeit mit dazu zählt oder nicht. Aber letztendlich ist es ja auch egal wieviel Zeit wir aufwenden, denn wir bloggen ja weil es uns Spass macht und nicht weil es Arbeitszeit ist, die wir aufschreiben müssen, damit wir am Ende des Monats dafür entlöhnt werden. 
Und so komme ich zu diesem Fazit: manchmal ist die Beschäftigung am Blog wie ein Teilzeitjob und manchmal wie ein Vollzeitjob (bei uns in der Schweiz sind das generell 42 Stunden pro Woche). 


Und egal, ob Teilzeit oder Fulltime - jeder braucht mal Ferien oder eine Auszeit. Meine angekündigte Pause bis Ende Februar kann ich verkürzen, letzte Woche fielen zwei Tagestermine aus und so konnte ich meine Pendenzen ein wenig abarbeiten und bin langsam wieder startklar. Ab Mittwoch gibt es also wieder neue Buchvorstellungen für euch: diese Woche stelle ich euch "Aprikosenküsse" von Claudia Winter und "Die Sehnsucht des Vorlesers" von Jean-Paul Didierlaurent vor. 

Dann habe ich heute spontan entschieden, dass ich höchstwahrscheinlich zur Leipziger Buchmesse fahre. Mein Mann nimmt ebenso spontan freundlicherweise einige Ferientage, damit ich hinfliegen kann. Wer von euch wäre ebenfalls von Mittwoch bis Freitag in Leipzig? Oder habt ihr Tipps, was man von Leipzig gesehen haben muss?
Definitiv entscheide ich mich im Laufe der Woche; einerseits wäre es schön andere Blogger, Autoren und Verlagsmitarbeiter kennen zu lernen, andererseits muss ich am Samstag arbeiten, rechne ich komischerweise die Kosten für die Reise in Bücher um...... Rationalerweise würden die Bücher gewinnen ;-) 


Montag, 8. Februar 2016

Montagsfrage 08.02.2016


Wie steht ihr zum Anfragen und unaufgeforderten Erhalten von Rezensionsexemplaren?

Unaufgefordert habe ich noch nie Rezensionsexemplare bekommen. Anfragen hingegen schon. Und die dürfen ja auch sein. Die Anfrager müssen dann halt einfach mit der Antwort leben. Die Absender der unaufgefordert zugestellten Bücher ebenfalls ;-)

Falls hier jemand von Blanvalet, Bastei Lübbe, atb, rororo, Knaur etc. mitliest: 
Leider gab es aber noch nie Anfragen für Bücher, die auf meiner Wunschliste stehen - das darf sich gerne ändern :-)

Selbst angefragt habe ich einmal, und zwar als mich ein Verlag kontaktierte, dessen Bücher mich nicht interessieren, wohl aber die Bücher des Schwester/Tochter- (oder wie auch immer verbandeltem) Verlags, dessen Bücher ich des öfteren schon vorgestellt hatte. Man wollte meine Anfrage weiterleiten, doch ich habe nichts mehr gehört. 

Dafür stehe ich mit (bisher noch eher) unbekannten Autorinnen, die für ihre neuen Bücher angefragt haben, in sehr nettem Kontakt! 

Die Rezensionen auf meinem Blog sind zu 99% zu Büchern, die ich mir selbst kaufe. Die wenigen Rezensionsexemplare hab ich jeweils gekennzeichnet. 


Nicht durch TANTE EDIT, sondern durchs diese Montagsfrage (beim Lesen auf den anderen teilnehmenden Blogs) habe ich das Bloggerportal entdeckt und mein obenstehender Wunsch hat sich schon erfüllt. Zwar habe ich angefragt, doch das macht ja nichts, denn in Zukunft darf das eine oder andere Rezensionsexemplar aus der Randhomhouse-Verlagsgruppe bei mir einziehen. Ich freue mich sehr! 


Donnerstag, 4. Februar 2016

Lesebiografie Januar 2016

- Nora Roberts Land von Ava Miles
- Janes Austen bleibt zum Frühstück von Manuela Inusa  
- Die Sehnsucht des Vorlesers von Jean-Paul Didierlaurent 

Und dann hab ich diese gesamte (bisher erschienene) Serie gelesen:
- Cherringham 1  bis und mit 22 von Matthew Costello und Neil Richards  
(Kurzgeschichten-Krimis, alle haben um die 100 Seiten und sind empfehlenswert)


Insgesamt also 25 Bücher ;-) plus ein dicker Roman von Rachel Hore, bei dem ich bei ungefähr 75% bin! 

Also ein quantitativer und qualitativer guter Monat. Die ersten beiden Bücher bekamen von mir 5 Punke, Didierlauren und die Cherringham-Serie 4 Punkte. Wobei ich da grosszügig war, denn zwei der "Landluft ist tödlich"-Serie schafften es theoretisch nur auf 3.5 Punkte, das sie nicht so spannend waren wie die restlichen 20 Bände. 
 

Montag, 1. Februar 2016

Montagsfrage 01.02.2016


Buchhandlungen vs. Online-Shop - Wo kauft ihr eure Bücher ein?

Meine eBooks kaufe ich in Online-Shops, und die meisten Papierbücher auch. Und zwar beim grossen A , da Bücher in Deutschland generell viel billiger sind als in der Schweiz. Als Vielleser ist das ein beträchtlicher finanzieller Unterschied. 

Wenn ich aber kurzfristig ein Buch als Geschenk kaufen will, gehe ich hier vor Ort in die Buchhandlung und auch wenn meiner Tochter beim Schmökern oder Gutschein-einlösen grad was, bzw. mehr als der Gutscheinbetrag, gefällt und der Preisunterschied nicht allzu gross ist - der sich zwischen Schweiz und Deutschland gerne mal gut um Fr. 5.- unterscheiden kann für das tupfgenaugleiche Buch! -  (Bei Zeitschriften zahlen wir hier sogar oft das doppelte!) kaufen wir es dann gleich in der Buchhandlung, ansonsten eben über den deutschen Onlineshop oder wenn wir im Urlaub mal in Deutschland sind in einer deutschen Buchhandlung.

Wenn die Bücher eins zu eins umgerechnet würden, dann wäre es keine Frage, dann würde ich die Bücher noch so gerne lokal beziehen. Es gibt zwar eine Buchhandelskette, die sich schon vor 30 Jahren bemühte, gegen das Schweizer Buchhandels-Preiskartell vorzugehen; sie hatten teilweise Erfolg und man kann Bücher dort manchmal ein wenig günstiger beziehen, aber die Läden sind mittlerweile so geschrumpft und auf kleinem Raum mit CD's, DVD's und paar Büchern vollgepackt, so dass sie derart ungemütlich sind und gar nicht zum Schmökern einladen. Dann ist es bei mir zuhause vor dem Computer doch schon viel gemütlicher :-)


Im Januar war hier auf dem Blog gar nicht viel los und so wird es auch im Februar bleiben. Grund dafür ist, dass ich seit Mitte Dezember keine einzige normale Woche hatte. Die ganze Familie (ausser mir) immer wieder krank, dazu   Schulferien und Festtage mit sehr viel Besuch, Schulausfälle etc. so dass ich mit allem "hinädri" (hintendrein) bin. Kaum hatte ich alles liegen Gebliebene aufgeholt und hätte als nächstes wieder Zeit für den Blog gehabt, kam just der nächste "Störanlass"... 
Die kommende Woche sollte meine erste alltägliche Woche werden; in der ich aber erneut auf Alltagsarbeiten-Aufholjagd muss, und in zwei Wochen stehen bereits wieder Schulferien an, so dass dann nochmals vieles auf der Strecke bleibt und zum Blogschreiben keine Zeit ist. Momentan bin ich schon froh, wenn ich Zeit zum Lesen finde :-) Deshalb also Sparmodus bis Ende Februar.