Dienstag, 16. August 2016

Krimi: Istanbul Tango von Esmahan Aykol

Klappentext:
Sie tanzt Tango, wohnt in einer schicken Wohnung mitten in Istanbul, die Liebhaber kommen und gehen – doch seit kurzem schwebt die Modejournalistin Nil in Lebensgefahr. Um ihr zu helfen, setzt die Buchhändlerin Kati Hirschel ihre Krimi-Kenntnisse ein und beginnt zu recherchieren.







Wie hab ich mich auf diesen vierten Band der Kathi Hirschel-Serie gefreut! Jahrelang nix, nada und so nahm nahm an, dass keine weiteren Bücher mehr folgen werden, von der lässigen Krimiserie, die in Istanbul spielt. Welch eine Überraschung als ich erfahren habe, dass es doch weitergeht.

Als Ermittlerin eine deutsch-jüdische Buchhändlerin, die aufgrund ihrer Vorliebe für Kriminalromane sofort zur Stelle ist wenn etwas Ominöses passiert. Kathi ist frech, humorvoll, lacht und spricht viel - während sie los plaudert, ermittelt sie ganz nebenbei und bringt viel türkische Mentalitätanalysen ins Spiel. 

So war es jedenfalls bei den ersten Büchern, die ich liebte. Leichte Kost, aber immer witzig, charmant und interessant.

Im neuen Band stellen sich Kathis Ermittlerfühler aus, als sie hört, dass Modejournalistin Nil, eine Bekannte ihrer Mitarbeiterin Pelin, ohnmächtig zusammenbrach und jetzt im Krankenhaus liegt. Als sie Einzelheiten vernimmt, ist Kathi klar, dass da mehr dahintersteckt und sie beginnt Fragen zu stellen: Wie kann sich Nil eine teure Wohnung mit noch teurerem Interieur leisten? Ist der Inhalt ihres Buchmanuskripts so brisant, dass man sie dafür verstummen lassen wollte? Und wer ist ihr unbekannter Liebhaber? 


Kathi wirkt unruhig und getrieben. Paradox, dass trotz ihrer Nervosität die Ermittlungen langweilig und öde sind. Oft zeigte sie mehr Interesse an Nils attraktivem Nachbar Armin als an ihren Recherchen. Ich wartete von Seite zu Seite darauf, dass endlich ein wenig Schwung in die Sache rein kommt. Als gegen Ende immer noch keine Spannung auftauchen wollte, hoffte ich auf ein fulminantes Finale. Oft haut ein gutes Ende einen mauen Krimi nochmals raus, aber diesmal hoffte ich vergebens. Die Auflösung plätscherte fast übers Ende hinaus. 

Wochenlang habe ich mich um diese Zeilen gedrückt. Angefangen zu schreiben, gelöscht, wieder Sätze getippt, gewartet. Doch es bleibt wie es ist. Ich bin enttäuscht. 

Vielleicht lag es an zu vielen Nebensächlichkeiten oder an der zu grossen Bandbreite an Themen, die die Autorin eingeflochten hat und die Aufklärung des Falles eher verlangsamt haben als packend gemacht. Ich weiss nur eins: ich möchte die alte Kathi zurück.

Fazit: Alle guten Dinge sind drei. So auch in dieser Serie. Der vierte Band kommt nicht an die Vorgänger heran und enttäuschte.

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