Donnerstag, 9. Juni 2016

Rosenblütenträume von Penny Vincenzi

Klappentext:
Glückliche Ehe, perfekte Karriere – Bianca Bailey hat alles richtig gemacht. Charmant, aber unbeugsam bringt sie Firmen, die in Schieflage geraten sind, wieder auf Kurs. Ihr neuester Auftrag: das altehrwürdige „House of Farrell“, eine exklusive Kosmetikmarke. Bianca soll hart durchgreifen und die ehemalige Chefin Athina Farrell ins Abseits manövrieren. Doch bei Athina beißt Bianca auf Granit. Was sie zuerst für ein kleines Scharmützel zwischen Blütenduft und Rosenpuder hielt, entwickelt sich zum leidenschaftlichen Kampf zweier großer Frauen und derer Familien um Macht, Privilegien und Geheimnisse. Ein Kampf, der auch Biancas Privatleben heftig erschüttert. 

Lange kam ich nicht über den Prolog des Buches hinaus. Er konnte mich nicht abholen und die Tatsache, dass das Buch 640 Seiten hat, bremste mich noch weiter. Ich brauchte mehrere Anläufe zum Lesen dieses Romans. Doch für eine längere Zugfahrt mitten durch die Schweiz nahm ich es mir vor.


Die traditionsreiche Kosmetikfirma "House of Farrell" hat sich durch die herrische Besitzerin Athina Farrel nicht weiterentwickelt. Sie wollte nichts wissen von modernen Ideen wie eine richtige EDV-Anlage, bessere Werbung, Social Media-Auftritt oder Onlineshops. Nun kämpft die Firma ums Überleben und wird von einer Investorengruppe übernommen. Die neue CEO Bianca Bailey krempelt die Bude zum Leidwesen von Athina komplett um. Statt Bianca zu vertrauen, macht Athina ihr das Leben schwer. Und bei Bianca zuhause läuft grad einiges nicht mehr wie üblich, da sich ihr Mann Patrick aufgrund seines neuen Jobs nicht mehr so oft um die drei Kinder kümmern kann.

Bianca war mir von Anfang an unsympathisch. Ihr Job beansprucht sie sehr, und es bleibt ihr nicht viel Zeit für ihre drei Kinder. Aber dafür ist ja auch ihr Mann zuständig, der ihr trotz Job, viel abnimmt. Gegen Ende wird sie umgänglicher, dennoch nahm ich ihr den Familiensinn nicht ab.

Athina konnte ich auch nichts abgewinnen. Das Festhalten an alten Zöpfen, nur damit sie das letzte Wort hat und sich anderen überlegen fühlt, macht aus ihr einen Drachen. Statt miteinander zu arbeiten spielt Athina die Hexe und torpediert alles hintenrum. Aber beide Frauen gehen über Leichen, auch wenn sie sich manchmal kurz für andere einsetzen.

Der Roman ist anfangs mehr eine Firmenrettungsauflistung als wirklich unterhaltender Roman. D
as wunderschöne Cover ist zu lieblich für den Inhalt und die im Klappentext beschriebenen "Blütenduft und Rosenpuder" kommen nicht vor - es geht im ganzen Buch nur um die Rettung der Firma und nicht um die Herstellung der Produkte.

Ähnlich wie in Filmen wie "Actually Love" finden viele Episoden diverser Protagonisten parallel statt und reihen sich aneinander - kein Wunder kommt das Buch auf so viele Seiten. 

Erst spät kommt Charme in den trockenen Geschäftsroman hinein, und zwar mit der Geschichte von Florence. Florences Geschichte gefällt mir am besten - meinetwegen hätte man sie zur Hauptprotagonistin machen können und die Zickenkriege rundherum als Nebenschauplatz platzieren. Wirkliche Emotionen spürte ich neben Florence nur bei Bertie, Athinas Sohn, der in den Augen seiner Mutter ein Nichtsnutz ist. 


Der Autorin ist mit dieser Familienunternehmens-Sage leider kein Meisterstück gelungen. Am Schluss ist der Roman zwar stimmig, aber sie wollte zuviel erzählen. Für eine Fernsehserie böte der Roman viel Material, aber in Buchform hätte eine Geschichte als Hauptspielplatz gereicht. 


Fazit: Der Leser muss sich durchbeissen bis er endlich bei Florence Geschichte angekommen ist. Diese entschädigt für die hauptsächlichen Zickenkriege, die die Hauptrolle im Roman bekommen haben.

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