Donnerstag, 12. Mai 2016

Krimi: Blaubeermorde von Mareike Marlow

Klappentext:
Tessa, 32, träumt vom Leben auf dem Land, mit Rüschchen-Schick und Obstkuchen. Jana, 63, lebt auf dem Land, mit Gummistiefeln und Misthaufen. Eigentlich haben die beiden nichts gemeinsam. Bis auf die Tatsache, dass sie Halbschwestern sind – und das Haus am See, das sie zusammen geerbt haben. Ach ja, und natürlich die Leiche in ebenjenem See... Mit norddeutscher Gelassenheit und Berliner Elan machen die ungleichen Schwestern sich an die Lösung ihres ersten Mordfalls.
Titel und Cover verlockten mich zum Lesen dieses Krimis, in dem die frisch pensionierte Jana sich auf das ruhige Wohnen in ihrem Elternhaus freut, beim Notar aber überrascht wird von der Tatsache, dass sie eine 30 Jahre jüngere Halbschwester hat und das Haus beiden zugesprochen wird. Städterin und Journalistin Tessa ist genauso überrascht und zieht vorübergehend ein - Freund und Job weg, also kann sie sich auf das Wagnis genauso gut mal einlassen. Kaum haben sich Jana und Tessa ein wenig angenähert, kommt noch mehr Unruhe in das ruhige Landleben im Dorf Burgheide: sie finden eine Leiche im See. Und schon sind die beiden mitten drin in den Ermittlungen. Sie unterstützen Dorfpolizist Martin (bzw. unterstützt er eher die beiden Frauen), denn Kommissar Keppler, der aus der Stadt herbeigerufen wurde, ist unbeliebt. 

Die Autorin hat mit den beiden Schwestern zwei Figuren geschaffen, die nicht nur altershalber unterschiedlich sind, sondern auch in ihren  Ansichten. Dennoch ergänzen sich die zwei in den Ermittlungen perfekt: Jana, die norddeutsche gesetzte Ärztin, die schnell die Todesart und andere wichtige Details erkennt und die junge Berlinerin Tessa, die als Journalistin nicht nur den Tatort fotografiert, sondern auch viel Wissen zu Landwirtschaftsgeräten mitbringt. Dazu ein backender und besonders im Umgang mit Frauen sehr schüchterner Dorfpolizist. Auch Janas Freunde Ruth und Gustav helfen ein wenig mit, sowie ihr Praxis-Nachfolger Fabian, der als Arzt keine Leichen sehen kann. 

Ehrlich gesagt hab ich nicht viel erwartet - in etwa ein gemütlicher Krimi mit Landschaftskolorit. Dass er aber so amüsant und trotzdem spannend daherkommt, war Seite für Seite eine wohltuende Überraschung. Originell mit viel Witz und Situationskomik geschriebener Krimi, den ich in kürzester Zeit gelesen habe. 

Wer zwischen all den hochgelobten Backwaren von Martin Hunger bekommen hat, kann ihn dank einigen eingefügten Rezepten selbst stillen. 


So freue ich mich nun umso mehr auf den zweiten Band, "Blutroter Flieder", der am 1. Juli im Knaur Verlag erscheint. 

Fazit: Herrlich - überraschend witziger, charmanter und spannender Krimi. 
4.5 Punkte.


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