Donnerstag, 31. März 2016

KrimiMimi: Der Kommissar von Barfleur von Maria Dries

Maria Dries lebt in der fränkischen Schweiz und hat bereits einige Regionalkrimis geschrieben. Nun begibt sie sich literarisch nach Frankreich in die Normandie.

Ihr Ermittler heisst Philippe Lagarde. Der 62jährige ehemalige Elitepolizist gibt zwar manchmal noch Schulungen an der Polizeiakademie oder hält Vorträge, geniesst sonst aber seine vorzeitige Pensionierung in Barfleur. Seine Freundin Odette ist Sterneköchin, sie führen eine lockere Beziehung. Odette ärgert sich des Öfteren über ihren Chefkoch Jaques, doch Lagarde hat immer ein Ohr für Odettes Ärger. Er unternimmt viel mit Amélie und ihrem Hund Lali, wenn Amélies Mutter Camille arbeiten muss und die Kinderkrippe geschlossen hat. Für Amélie ist er sowas wie ein Patenonkel - sie lernten sich an der Strandpromenade kennen. Seither sind sie gut befreundet. Oft sitzt Lagarde bei Gaston im Café, wo er sich gerne mit Gendarm Roselin Dumas, dem Polizeichef des Ortes trifft. Auf der Wache halten derweil Alain und Valérie die Stellung. In Band 2 kommen sich Roselin und die Bäuerin Florence näher. Alle freuen sich darüber, auch Lagardes Nachbarn Angélique und Richard Martinet, der immer viel von seiner Zeit als Fremdenlegionär erzählen mag. 

In Lagardes erstem Fall hilft er deutschen Eltern ihren Sohn zu finden, der verschwunden ist. Zusammen mit Roselin und Camille macht er sich auf die Suche. 
Danach stirbt eine Frau auf unerklärliche Weise, bevor es im dritten Teil zum Mont-Saint-Michel geht. Ich wollte ja schon immer mal zu diesem sagenumwobenen Berg, doch bisher hat es noch nie geklappt. Die Autorin nimmt uns Leser aber mit in die Gassen und der Abtei des heiligen Berges. Ohne jeweils dort gewesen zu sein, kann ich mir die Stadt auf dem Hügel und allgemein die Gegend von der sie schreibt, bildlich vorstellen. 

Auch Maria Dries Charakter mag ich gerne. Sie sind alle so herrlich normal und unaufgeregt. Lagarde ist charmant, und im Gegensatz zu anderen literarischen Ermittlern praktisch immer gut gelaunt. Ich empfand ihn richtig wohltuend - ein sympathischer Mann ohne Schrullen. Durchdacht nimmt er sich den Fällen an und freut sich, ab und zu wie in alten Tagen zu arbeiten. 

Ich kann mir aber vorstellen, dass junge Leute unter 30 nicht viel mit der Gemütlichkeit des pensionierten Kommissars anfangen können und die Serie deshalb nicht gut finden. Doch mir gefällt genau diese Unaufgeregtheit mit der Lagarde an seine Fälle herangeht und das Gleichgewicht zwischen Privat- und Arbeitsleben beispiellos hält. 

Fazit: Eine typische Cosy-Krimi-Serie, die Lust macht auf mehr (und Meer). EIn erfahrener Kommissar mit viel Lebenserfahrung ermittelt witzig und mit viel Charme und weiss wie er mit gefährlichen Situationen umzugehen hat.  

Bisher erschienen sind drei Bände. Band 4 "Der Kommissar und der Mörder vom Cap de la Haque" erscheint am 17. Juni 2016. 


 


Band 1:

Philippe Lagarde, ein ehemaliger Kommissar, hatte eigentlich vor, sich in seinem malerischen Dorf Barfleur zur Ruhe setzen. Allenfalls wollte er seiner Freundin Odette beim Kochen helfen und vielleicht dann und wann aufs Meer hinausfahren. Doch als ein deutscher Student auf mysteriöse Weise verschwindet, ist Lagardes Hilfe gefragt. Er hat nur einen Hinweis: eine Postkarte von Barfleur, die der junge Mann vor seinem Verschwinden abgeschickt hat. Bald findet Lagarde die erste Spur – und eine Leiche. 

Band 2:

Ein Mann stürzt in die Gendarmerie von Barfleur, um seine Frau Maryline als vermisst zu melden. Am selben Tag macht eine Pilzsammlerin eine grauenvolle Entdeckung. Ein weiblicher Fuß ragt aus dem Unterholz. Rasch ist klar, dass Maryline ermordet wurde. Die Polizei steht vor einem Rätsel – und man bittet Commissaire Philippe Lagarde um Hilfe, obschon der eigentlich seinen Ruhestand genießen wollte. Denn der Ehemann der Toten, der sofort in Verdacht gerät, ist ein Freund des einzigen Polizisten von Barfleur.

Band 3: 

Philippe Lagarde aus Barfleur, als Kommissar eigentlich längst in Ruhestand, erhält einen Spezialauftrag. Ein junger Mann aus besten Kreisen wurde erstochen im Ferienhaus seiner Familie aufgefunden. Auf dem Film der Überwachungskamera ist ein Mönch zu sehen. Der Mord wurde mit einem Dolch der Templer begangen, und auf der Leiche lag eine weiße Christrose. Schnell findet Lagarde heraus, dass der Tote zur Gewalt gegen Frauen neigte. Aber wo genau ist das Motiv?

Band 4: 

Philippe Lagarde, Lebenskünstler und Kommissar im Ruhestand, wird von einer jungen Frau aufgesucht, die behauptet, der Tod ihrer Großmutter vor fünf Jahren sei kein Unfall gewesen, sondern Mord. Sie habe einen Mann beobachtet, der fluchtartig das Haus verließ, nur habe ihr niemand geglaubt. Lagardes Interesse ist geweckt – vor allem, als sich wenig später eine ähnliche Tragödie zuträgt. Eine alte Frau stürzt mitten in der Nacht die Treppe hinunter – offenbar wurde sie vorher betäubt.


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