Freitag, 26. Februar 2016

Krimi: Flavia de Luce 7 - Eine Leiche wirbelt Staub auf von Alan Bradley

Klappentext:
Verbannt – so empfindet Flavia ihr Schicksal, als ihr Vater und ihre Tante Felicity sie auf ein Schiff nach Kanada verfrachten. Dort, in Toronto, soll sie Miss Bodycote’s Female Academy besuchen, das Mädcheninternat, an dem auch schon Flavias Mutter Schülerin war. Doch noch in ihrer ersten Nacht »in Gefangenschaft« landet ein unerwartetes Geschenk zu Flavias Füßen: eine verkohlte, mumifizierte Leiche, die aus dem Kamin in ihrem Zimmer purzelt – der Beginn einer Reihe von Nachforschungen, bei denen Flavia auf zahlreiche mysteriöse Vorkommnisse in Miss Bodycote’s stößt. Wenn es darum geht, Rätsel zu lösen, ist Flavia in ihrem Element – doch ihre wahre Bestimmung soll erst noch enthüllt werden …


Während mich die ersten fünf Bücher mit Flavia in der Hauptrolle begeisterten, enttäuschte mich Band 6. Er hilft jedoch die Familienverhältnisse besser zu verstehen. Umso neugieriger war ich auf den vorliegenden siebten Band, dessen Cover gut in die Reihe wie auch zum Inhalt passt. Noch ein bisschen passender hätte ich es gefunden, wenn Flavia darauf in der Schuluniform zu sehen wäre; aber so wie sie dargestellt wird, wirkt es einheitlich. (Ich reklamiere ja schnell, wenn mir das Englische Cover besser gefällt und passender erscheint als das deutsche - doch in dieser Serie haben die deutschen Cover die Nase vorn!) 


Wie am Ende von "Tote Vögel singen nicht" angekündigt, macht sich Flavia auf den Weg nach Kanada in Miss Bodycotes höhere Mädchenschule. Hier soll sie wie ihre Mutter dazumals eine "Spezialausbildung" erhalten. Die Reise ist lang und ihre Weggefährten, Schulbeiratsvorsitzender Ryerson samt Ehefrau Dorsey Rainsmith, nervig. Endlich angekommen, freut Flavia sich auf eine ruhige Nacht. Die wird kurz, denn mitten in der Nacht liegt eine Leiche in ihrem Zimmer und wirbelt im wahrsten Sinne des Wortes Staub auf, und macht dem Buchtitel alle Ehre. 

Diese nächtliche Aufruhr macht Flavias Einstand im Internat nicht gerade einfacher. Sie wird neugierig beäugt und auch Flavia ist gespannt auf ihre neue Umgebung. Interessante Lehrkräfte und Schülerinnen, die sich nur mit Nachnamen ansprechen, wollen erforscht werden. Das Schulgebäude ist alt und verwinkelt und so muss sie sich erstmal zurecht finden. Mit Hilfe der Schulsprecherin Van Arque gelingt ihr das bald. Doch die erste Strafaufgabe, die ihr die Schulleiterin Miss Frawlthorne verhängt, lässt nicht lange auf sich warten. So bleibt Flavia nicht viel Zeit übrig um etwas über die verkohlte Leiche und die drei vermissten Schülerinnen herauszufinden. Ihr fehlt die Ruhe und das Alleinsein, an das sie sich von Zuhause gewöhnt ist. Auch muss sie herausfinden, was von ihr erwartet wird und wem sie hier vertrauen kann.

Flavias Reise und ihr Einleben an der Schule sind witzig beschrieben. Auch bei Flavias Gedankengänge blieb sich der Autor treu. Doch trotzdem war ich beim Lesen blockiert, mich erinnerte das Internatsszenario an Harry Potters erste Wochen in Hogwarts und lange erschien mir "Eine Leiche wirbelt Staub auf" als Abklatsch davon. Es ähnelt sich einfach zuviel und so war ich leicht genervt. Flavia gehört für mich nach Bishop's Lacey und nicht nach Kanada, schon gar nicht in ein Internat. Flavia muss draussen herumstreifen dürfen; das "Freisein" und ihr Chemielabor gehören für mich zu ihrer Figur einfach dazu. Sie selbst vermisste es ebenso. Immerhin durfte sie, wenn auch unter erschwerten Bedingungen und erst spät, auf ihre Weise ermitteln. Trotz vollgepacktem Ablauf der Ereignisse an der Schule, nimmt die Auflösung erst gegen Ende richtig Fahrt auf. Dazwischen steht vor allem die Vertrauensfrage, und eher zufällig kommt sie der Lösung auf die Spur. 


Beim Lesen musste ich mir immer vor Augen halten, dass Flavia erst 12 Jahre alt ist und ihre Mitschülerinnen zwischen 12 und 15. Mir kamen sie alle eher wie 16-17 Jahre alt vor. 

Wieso eigentlich die vermissten Mädchen verschwanden ist mir auch nach Beendigen der Geschichte nicht klar geworden. Hoffentlich kommt es in den restlichen drei Flavia-Büchern (die Serie soll zehn Bücher beinhalten) noch zur Sprache, sonst wirkt diese Vermisstengeschichte schlecht durchdacht. Für mich stellt sich zudem die Frage, was Flavia bisher in ihrer "Geheimdienst"-Ausbildung gelernt hat. Diese Ausbildung war ja Grund ihrer Reise nach Kanada und mir scheint, dass Flavia auf Miss Bodycotes Schule kaum was gelernt hat bisher, weder normale Schulbildung noch spezielle Bildung. Speziell erschien mir ferner der nur teilweise Kontakt mit ihrer Familie. Da erhoffe ich mir im nächsten Band Erklärungen. So bleibt mir dieser Band als sehr unstimmig und "unfertig" im Gedächtnis.

Fazit: Flavia meets Hogwarts - gewohnt witzig und frech, aber die Internat-Kulisse erinnerte mich zu sehr an Harry Potter. Zurück blieben mir zu viele offene Fragen.
3.5 Punkte.

Vielen Dank an den Penhaligon Verlag und Randhomhouse!




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