Montag, 25. Mai 2015

Montagsfrage 25.05.2015


Liest du Bücher einzeln nacheinander oder mehrere parallel?

Die Frage passt grad gut, denn dass heute bereits Montag ist - ich habe wegen dem Feiertag noch immer Sonntag - und somit die Montagsfrage drankommt, fiel mir ein, als ich auf lovelybooks einen Status-Update meiner Bücher, die ich gerade lese, machte. 
Somit wäre die Frage auch schon beantwortet ;-) Ja, meist lese ich parallel. Es ist aber eher saisonal abhängig: 
Ab Frühling, also sobald die Sonne wieder Kraft hat und fleissig scheint, lese ich im Parallelmodus. Der Grund dazu sind meine Reader. Wenn die Sonne blendet, dann lese ich draussen und unterwegs nur mit dem Kindle. Zuhause dafür auf dem iPad. Im Winter lese ich eher nacheinander, da ich wegen mangelndem Sonnenlicht gut auch draussen auf dem iPad lesen kann. 






Montag, 18. Mai 2015

Montagsfrage 18.05.2015


Hand aufs Herz, wie viele Bücher besitzt du?

Puh, das ist ein schwierige Frage! Wenn ich alle Bücher, die ich seit Ende meiner Schulzeit (und das ist knapp 30 Jahre her), zusammen zählen müsste, würde ich einige Häuser damit füllen. Doch da ich immer nur wenige (im Vergleich zu anderen Haushalten waren es immer noch viel - die Umzugshelfer stöhnten jedesmal ob so vielen Bücherkisten...) behalten habe und in den letzten Jahren einerseits wegen Umstellung auf elektronisches Lesen und Platz machen für die Bücher vom Nachwuchs nochmals viele weggegeben habe, habe ich aktuell in den Bücherschränken nur noch meine alten Lieblingsbücher, einige ausgewählte Studienbücher, Lehrmittel und Kochbücher. Einzeln zählen mag ich die jetzt nicht, doch es sind drei grosse Billys. eBooks zählen geht einfacher - es befinden sich ca. 400 eBooks in meiner Sammlung. Und auch bei eBooks behalte ich nicht alle. Bücher, die mir nicht gefallen habe, lösche ich. 
Das ist übrigens das erste Mal, dass ich meine Bücher ungefähr zähle. In all den Jahren kam ich noch auf die Idee, dies zu tun - denn es sagt trotz der geschriebenen Zahl nicht viel aus. 

Samstag, 16. Mai 2015

Krimi: Tante Poldi und die sizilianischen Löwen von Mario Giordano

Klappentext:
Meerblick. Sonne. Ruhe. Mehr will Poldi nicht, als sie kurz nach ihrem sechzigsten Geburtstag von München nach Sizilien zieht. Dabei hat sie aber nicht mit der Familie ihres verstorbenen Exmannes gerechnet. Denn die, Sizilianer durch und durch, wollen Poldi natürlich das Dolce Vita nahebringen. Das wars dann mit der Ruhe. Als wäre damit nicht genug: Eines Tages verschwindet Valentino, der Poldi in Haus und Garten ausgeholfen hat, spurlos. Ist etwa in die Fänge der Mafia geraten? Poldi macht sich auf die Suche - und kreuzt dabei schon bald den Weg des attraktiven Commissario Montana. Der will zwar nicht, dass Poldi ihre Nase in den Fall steckt, aber wenn ein bayerischer Vulkan erst mal ausbricht, ist er kaum zu stoppen. 

Mario Giordano schuf mit "Tante Poldi und die sizilianischen Löwen" den Auftakt zu einer neuen, witzigen Krimireihe.

Im Vordergrund steht Isolde Oberreiter, von allen nur Tante Poldi genannt. Nach dem Tod ihres Mannes Peppe, einem Halodri, zieht sie nach Sizilien. Alleine ist sie nicht, denn ihre Schwägerinnen lassen keine Langeweile aufkommen. Poldi ist extrovertiert, auffällig gekleidet - von Schwermut, wie es zwar immer heisst im Buch, keine Spur. 
Ich glaube auch nicht, dass sie tatsächlich depressiv ist, sondern durch ihre Art von himmelhochjauchzend zu Tode betrübt einfach alles übertreibt und somit Emotionen verstärkt. Seien es positive Erlebnisse, die dann samt und sonders ausgeschmückt werden, oder negative, die sie dann schlimmer erscheinen lässt, als sie tatsächlich sind. Poldi trägt Perücke (Wieso eigentlich? Nur um aufzufallen?), trinkt gerne und oft Alkohol, lässt ihn aber sympathischerweise weg, wenn es drauf ankommt. Eine extravagante ältere Frau mit bayrisch-sizilianischem Lokalkolorit wird hier zur Ermittlerin erkoren.

Als Poldi endlich ein schönes Häuschen gefunden und sich eingelebt hat, verschwindet plötzlich Valentino, der für Poldi Arbeiten im Haus erledigt hat. Auf der Suche nach ihm lernt sie Valérie kennen, die ihr zu einer Freundin wird. Vor deren Haus ist ein Torlöwe verschwunden. Poldi vermutet dass Valéries Nachbar Russo für das Verschwinden von Löwe und Valentino verantwortlich ist. Ist sie auf der richtigen Spur? Schliesslich war Poldis Vater Hauptkommissar bei der Kripo Augsburg, da hat sie das Ermitteln quasi im Blut und kann es nicht lassen Kommissar Montana dreinzufunken. Torlöwe wie auch Valentino tauchen wieder auf, soviel sei verraten. Jedoch nicht wo und in welchem Zustand.  

Erzählt wird die Geschichte von Poldis Neffen, der zwischen München und Torre Archirafi einmal monatlich hin- und herfliegt. Bei seinen Besuchen bei Poldi erzählt sie ihm jeweils was geschehen ist und schmückt ihre Berichte ein wenig aus. Der Neffe, Möchtegern-Autor, schweift leider auch sehr oft ab. Aus einem Satz oder einem Wort wird oft eine seitenlange, blumige Abhandlung. Mir wurde das zuviel und habe diese Ausführungen mit der Zeit nur noch quergelesen und mich aufs Wesentliche, die Krimihandlung konzentriert. Diese war nicht langweilig - solange man alles andere ausblendet.  
Mir hätte das Buch sicher besser gefallen, wenn es direkt, ohne Umweg über den Neffen, geschrieben worden wäre. 

Fazit: Ein amüsanter Cosy-Krimi mit extravaganter Ermittlerin unter der sizilianischen Sonne, der mit weniger Nebensächlichkeiten und weniger "Mei" einen halben Punkt mehr von mir bekommen würde.
3.5 Punkte. 

Herzlichen Dank an den Verlag luebbe, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat!

Mittwoch, 13. Mai 2015

Das Olivenhaus von Margherita Balbi

Klappentext:
Schmale rosafarbene Häuser, umgeben von Olivenbäumen, in der Luft der Duft von Rosmarin, Ginster und Lavendel, der Blick über die Hügel bis hinunter zum strahlend blauen Meer – all das möchte Anna nicht mehr nur im Urlaub genießen. Sie kauft sich ein Haus in einem ligurischen Dorf, dazu einen Olivenbaum - bald einen ganzen Hain. Nachbar Ottavio bietet ihr an, sie in die Kunst des Olivenanbaus einzuweihen. Im Gegenzug hat er eine Bitte: Sie soll eine Kontaktanzeige für ihn aufgeben. Nach einem turbulenten Sommer mit Wildschweinen im Gemüsegarten, wechselnden Damenbesuchen bei Nachbar Ottavio und einer sehr ungeschäftlichen Annäherung mit einem Geschäftsfreund, stellt sich für Anna heraus, dass ein Olivenzweig manchmal nicht nur zu innerem Frieden führt, sondern auch zur Liebe …

Eine Warnung vorneweg: Nicht lesen, wenn ihr auf Diät seid oder euch Low Carb ernährt. Ihr werdet bei der Lektüre schwer geprüft! Im Buch geht es ganz oft um Essen, um gutes Essen - es wird viel gekocht. 

Anna verbringt seit längerem ihren Urlaub in einem kleinen Dorf in Ligurien. Da sie das Leben dort liebt, kauft sie sich ein Häuschen in Albereto superiore und fühlt sich sehr heimisch. Das soll wohl auch das schöne Cover mit dem Blick aufs Meer aus dem geöffnetem Fenster suggerieren. Auch ihre Nachbarn sehen Anna dank ihres Einsatzes im Garten und Dorf bald nicht mehr als Fremde an und so hat sie viele Freunde gewonnen. Ottavio, einer ihrer Bekannten, schlägt ihr einen Tausch an: sie schreibt für ihn eine Kontaktanzeige und er hilft ihr dafür in ihrem Garten. 

Das Buch handelt mehrheitlich von über 50jährigen Singles, die ihr Leben entweder weiterhin so leben wie bisher oder es durch eine Trennung umgekrempelt habe. Alle scheinen glücklich zu sein und nichts zu vermissen. 
Neben extrem vielen Gesprächen und dem Philosophieren über das Leben und über die Liebe werden die Schönheit des Landes und die Einfachheit des Lebens im Dorf beschreiben. Der Leser erfährt viel über die Geschichte des Olivenanbaus und die Zerstörung der Landschaft durch den Wegzug der jungen Bevölkerung, und die damit verbundene Aufgabe der Feld- und Hainbearbeitung.  

Von seinem Inhalt her hätte das Buch viel Potential um zu einem Lieblingsroman zu werden, doch es berührte mich nicht oder zumindest nur oberflächlich.
Man merkt, dass die Autorin (unter dem Namen Dorette Deutsch) bisher nur Reisebücher veröffentlicht hat und dies ihr erster Roman ist. Alles im Roman, was mit Land, Reisen und Landwirtschaft zu tun hat, ist sehr liebevoll ge- und beschrieben. Doch es schwächelt bei dem was für mich zu einem guten Roman einfach dazugehört: das Zwischenmenschliche und alles was mit Gefühlen zu tun hat. Trotz aller Schilderungen und schönen Gedanken bleibt der Roman auf Abstand zum Leser. 
Ich hatte auch nicht das Gefühl unbedingt weiter lesen zu wollen, zum Beispiel Abends, so wie bei anderen Büchern, die man gar nicht mehr aus der Hand legen will. 

Das Buch macht aber auf jeden Fall Lust auf Kochen mit Kräutern und Zitrone. So stehen bei mir seit vorletzter Woche das erste Mal nicht nur ein Topf wie sonst üblich, sondern gleich 3 Töpfe Thymian auf dem Balkon! 
Eine schöne Lektüre für den Sommer - 4 Punkte. 

Montag, 11. Mai 2015

Montagsfrage 11.05.2015


Kaufst oder leihst du Bücher lieber?


Eindeutig kaufen. 
Ganz früher hatte ich eine Freundin, mit der ich Bücher getauscht habe. Doch sie lebt schon seit 20 Jahren im Ausland und tauschen wurde umständlich, bzw. nicht mehr möglich. Bei anderen Büchern ausleihen fällt flach, da mein Umfeld kaum liest und ich selbst nicht gerne Bücher ausleihe.

Ich bin mit nur einer kleinen Schulbibliothek aufgewachsen, für Erwachsene gab es keine Bibliotheken in der Umgebung und in die Schulbibliothek kam man auch nur als Schüler rein - zudem hatte ich mich schnell durchgelesen und als junge Erwachsene interessierten mich die Kinder-/Jugendbücher eh nicht mehr. So war ich mich gewohnt meine Bücher zu kaufen. Da ich in einer Buchhandlung meine Lehre machte, war neue Bücher kaufen auch nicht umständlich, ich war ja schon vor Ort :-)
Später, als ich in eine Stadt umzog und den Beruf wechselte waren die Bibliotheken nicht in der Nähe, doch beim erneuten Umzug in die nächste Stadt hab ich dann aufgrund meines Studiums öfters mal Bibliotheken aufgesucht. Bibliotheken gibt es hier in allen Stadtteilen, aber ich mag sie nach wie vor nicht. Meist hatten sie die Bücher, die ich will nicht und die, die sie da haben sehen nicht sehr "appetitlich" aus. Deshalb kaufe ich meine Bücher, dann weiss ich was ich habe. 

Mittlerweile hab ich für mich aber eine tolle Leihoption gefunden - die virtuelle Bibliothek namens Skoobe. Hier kann ich eBooks ausleihen, sie haben ein grosses Angebot und ich muss nicht auf Bücher warten, wie das bei Onleihen üblich ist. Auch kann ich das Buch sofort zurück geben ohne eine Frist abzuwarten und kann sie mir immer wieder ausleihen. Wer sich dafür interessiert, kann Skoobe mit diesem Code gratis austesten. So mag ich Bibliotheken :-) 

Samstag, 9. Mai 2015

Die Frauen der Rosenvilla von Teresa Simon

Klappentext: 
Anna Kepler, Erbin einer alten Schokoladendynastie, hat gerade ihre zweite Chocolaterie in der Dresdner Altstadt eröffnet. Auch die Familienvilla hat Anna wieder in Familienbesitz gebracht. Als sie den legendären Rosengarten, der der Villa einst ihren Namen gab, neu anlegt, stösst sie auf eine alte Schatulle. Sie enthält das Tagebuch einer Frau, die vor hundert Jahren in der Villa gelebt hat. Doch Anna hat noch nie von dieser Emma gehört und begibt sich auf Spurensuche. Dabei stösst sie auf ein schicksalhaftes Familiengeheimnis...



Ich liebe Schokolade (aber nur dunkle mit mindestens 64%) und von daher war es fast ein Muss für mich dieses Buch zu lesen. Das Thema Schokolade kam zu meiner Freude auch nicht zu kurz. Zum Glück sass ich den grössten Teil der Lektüre im Flugzeug - hätte ich das Buch zuhause gelesen, hätte es mich wohl sehr viel Disziplin gekostet nicht an den HB zu fahren und mich bei Sprüngli oder Läderach mit vielen Truffes oder Pralinen einzudecken. Sorgt also schon mal vor, bevor ihr mit dem Lesen dieses Romans beginnt :-)

Anna eröffnet nicht nur ihr zweites Café in Dresden, sondern zieht in die ihr vom Grossvater vererbte Rosenvilla und beginnt den Garten neu mit Rosen zu bepflanzen. 
Sie findet Tagebuchblätter, die sie mit Hilfe ihrer Freundin Hanka ordnet und entdeckt die verwirrende Geschichte ihrer Vorfahrinnen und das gut gehütete Geheimnis ihres Grossvaters. Zufällig lernt Anna einen Amerikaner kennen, der seine Leidenschaft zur Schokolade zum Beruf gemacht hat. Doch wieso schleicht er um die Rosenvilla herum? 

Am Anfang hatte ich ziemlich Mühe den vier unterschiedlichen Zeitebenen zu folgen. All die vielen verschiedenen Frauen- und Männernamen die in den Anfangssequenzen der neuen Tagebuchblätter auftauchten, verwirrten mich. Wer wie mit wem wann zusammengehört - das war anstrengend. Ohne Rückblättern und Namen aufschreiben hätte ich wohl aufgegeben. 
Mittlerweile hab ich gelesen, dass die Autorin sogar empfiehlt sich die Namen und Zugehörigkeiten zu notieren. Aber ehrlich, von einem guten Buch erwarte ich, dass ich es durchlesen kann ohne mir für das Verständnis Notizen machen zu müssen - oft hat man auch gar kein Schreibzeug dabei, wir lesen ja nicht am Schreibtisch, zumindest seltener als an anderen, oft bequemeren Orten. Diese Unübersicht ist für mich ein grosses Manko!

Doch sobald ich die Eckdaten der vier Frauen zusammen hatte, wurde das Lesen einfacher und bald schon war ich gespannt wie alles am Ende zusammenkommt. 
Im Buch wird einiges Wissenswertes zu Schokolade und der Rosenzucht eingeflochten. Sehr gut gefallen haben mir die historischen Infos über Dresden. So macht das Buch richtig Lust auf eine Reise nach Dresden. Auf der man sich mit einer heissen Schokolade, von Anna gezaubert, in den Garten der Villa setzt und die Rosen bewundert. Und danach einen Abstecher in Hankas Buchhandlung.
4 Punkte. 

Freitag, 8. Mai 2015

Krimi: Mord in Honeychurch Hall von Hannah Dennison

Klappentext:
Kat Stanford will mit ihrer Mutter ein Antiquitätengeschäft eröffnen, als diese überraschend einen einsamen alten Landsitz kauft. Honeychurch Hall ist mehrere hundert Meilen von London entfernt, und seine exzentrischen Bewohner hüten jede Menge Geheimnisse. Als die Leiche der Haushälterin entdeckt wird, scheint jeder von ihnen ein Motiv für den Mord zu besitzen. Auf der Suche nach dem Mörder muss Kat feststellen, dass sie nicht einmal mehr ihrer eigenen Mutter trauen kann.





Das Cover und die Inhaltsangabe machten mich neugierig auf diese neue Krimiserie. Doch aufgepasst: wem Honey Driver schon zu nervös erscheint, darf sich nicht auf diese Serie einlassen - hier ist alles noch chaotischer, gepaart mit Möchtegern-Adel.

Dass ihre Mutter Iris, die bisher kaum alleine leben konnte und nichts auf die Reihe brachte,  spontan umgezogen ist, erfährt Kat erst als es schon zu spät ist. Nun hat Iris auch noch den Arm gebrochen - beides Grund genug, dass Kat sofort hinfährt und Iris zur Vernunft bringen will, sprich sie zurück nach London nehmen möchte. Iris hat aber nicht einfach nur ein kleines Cottage gemietet, sondern ein Haus auf dem Anwesen von Honeychurch Hill in Devon. 
Das Haus ist eine Bruchbude und müsste dringend saniert werden. Eigentlich dürfte man da gar nicht drin wohnen, so viel ist morsch und kaputt. Doch Iris lässt sich nicht davon abbringen und will hier wohnen bleiben. Sie scheint auch sonst viele Geheimnisse zu haben... 
Immerhin gibt Iris zu, dass sie sich den Einzug leichter vorgestellt hat, denn Nachbar Eric macht ihr das Leben schwer. Er stellt das Wasser ab und ist noch für weitere Unannehmlichkeiten zuständig. 
Kat lernt Harry kennen, der Sohn von Lord Rupert und Lady Lavinia. Da sein Kindermädchen Gayla verschwunden ist, "darf" Kat eines Abends einspringen und lernt das Anwesen samt Bedienstete kennen. Die Angestellten scheinen allesamt miteinander verwandt zu sein - mir war das zu viel, ich hab irgendwann abgehängt. Nicht nur Gayla ist verschwunden, sondern auch Antiquitäten aus dem Herrenhaus. Schon länger und immer wieder. Auch Kats Lieblingsteddybär Jazzbo wird nicht mehr aufgefunden, nachdem Harry ihn am ersten Tag gleich ausgeliehen hat.

Eine Schmierenkomödie vom Feinsten. Es kam mir vor, als ob ich im Theater sitze und einer Vorstellung zuschaue. Überspitzte, skurille Figuren kamen im schnellen Wechsel auf die Bühne. Dazu viele Geheimnisse, verschwundene Dinge und ein Mord. 
Doch dieser reicht nicht aus, um daraus einen Krimi zu machen. Obwohl am Schluss der Mord und alle weiteren überraschenden Geheimnisse aufgelöst wurden, blieb es für mich eine Komödie. 

Mir gefällt zwar das deutsche Cover, doch finde ich das der englischen Ausgabe aussagekräftiger. Darauf sieht man den Park und die baufälligen Gebäude, die mich mehr auf den Inhalt einstimmen als das relativ kühl gehaltene deutsche Cover. 
Auch wenn mich "Mord in Honeychurch Hall" nicht als Krimi überzeugt, mich aber trotzdem unterhalten hat, gebe ich Band 2 "Schatten über Honeychurch Hall", das im Januar 2016 erscheint, eine Chance. Vielleicht kommt da mehr Krimifeeling durch. 
3.5 Punkte. 














Mittwoch, 6. Mai 2015

Das Flüstern der Wände von Rebecca Michéle

Klappentext:
Cornwall 1940: Um den Bombenangriffen auf London zu entgehen, bringt Robert Carlyon seine Familie nach Cornwall, wo sie auf dem Landsitz Higher Barton eine Bleibe finden. Während Roberts Frau und sein Sohn sich zunächst schwer in das Landleben einfügen, ist die siebzehnjährige Eve von dem Herrenhaus sofort begeistert. Doch nachts meint sie, jemanden ihren Namen rufen zu hören. Eve erfährt, dass Mitte des 19. Jahrhunderts die junge Evelyn Tremaine spurlos verschwunden ist. Seitdem soll ihr Geist in den Mauern umgehen. Welches Geheimnis birgt Higher Barton und welche Rolle spielt der alte Lord Tremaine? Eve beginnt nachzuforschen und stösst auf eine unglaubliche Geschichte, die auch ihr eigenes Leben nachhaltig verändern wird.

Wer die Mabel Clarence-Serie von Rebecca Michéle gelesen hat, kennt die Gerüchte über Higher Bartons angeblichen Hausgespensts. In "Das Flüstern der Wände" nimmt die Autorin die Geschichte von des vermeintlichen, im Haus herumspukenden, Geistes von Evelyn Tremaine auf. 

Das Baugerüst des Romanes ist aber nicht die Story rund um Evelyn, sondern Eves Geschichte - sie wird während dem Krieg zusammen mit Bruder Mickey und ihrer meistens "unpässlichen" Mutter Melanie zu ihrer Verwandten Helen nach Higher Barton geschickt. Eve hilft ihrer Tante im Haushalt und ist sehr neugierig auf das grosse Haus, in dem auch Helens Schwiegervater Alwyn wohnt und ungestört bleiben will. Während Eve zusammen mit Mickey verbotenerweise das Haus erkundet, werden sie von Lord Alwyn erwischt. Er bittet Eve, ihm nun täglich seinen Tee zu bringen - was Eve ausnutzt um ihn über die vor vielen Jahren verschwundene Evelyn auszufragen. Alwyn wird sauer und erzählt zuerst kaum etwas, doch ein wenig mehr erfährt sie von Billy Penrose, der in der Nachbarschaft wohnt. 
Evelyns spannende Geschichte spielt ab 1850 - sie lebt zusammen mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter Clarissa und ihrem Stiefbruder Ralph auf Higher Barton. Ihrem Vater, Lord Tremaine, gehören zwei Minen in der Umgebung und hat gerade die dritte, Wheal Kerris. Eve interessiert sich sehr für den Minenbau und würde am liebsten eine Ausbildung machen, aber damals war das für Mädchen tabu. Auch als leibliche Tochter von Lord Tremaine erbt nicht sie, sondern ihr adoptierter Stiefbruder Ralph eines Tages die Minen. Ralph aber lebt bereits seit zwei Jahren im Ausland, er liebt Luxus und interessiert sich überhaupt nicht für Arbeit, schon gar nicht für Minenbau. Da Lord Tremaine ihm den Geldhahn zudrehen will, kommt Ralph widerwillig nach Higher Barton zurück. Jetzt überschlagen sich die Ereignisse: Evelyn verliebt sich und in der Mine ereignet sich ein schrecklicher Unfall... 

Schon auf den ersten Seiten fühlte ich mich "abgeholt" und so blieb es während der ganzen Lektüre über. Ein spannend erzählter Roman, den man nur ungern weglegt. Die Autorin schafft es hervorragend beide Zeitebenenen miteinander zu verbinden, ohne dass eine der beiden Geschichten darunter leidet.  
Verdiente 5 Punkte. 

Wer mehr zum Roman und über die Hintergründe der Mabel Clarence-Serie wissen möchte, dem sei der Gast-Blogbeitrag der Autorin Rebecca Michéle in Claudias Bücherregal empfohlen! Ich fand es sehr interessant zu lesen, wie die Autorin auf die Ideen zu den Büchern kam und wie - und vor allem wann - sie diese Ideen umsetzten durfte. 

Montag, 4. Mai 2015

Montagsfrage 04.05.2015


Gibt es ein Genre, das du noch nicht gelesen hast?

Ja, das gibt es. Es gibt sogar mehrere Bereiche, die ich noch nie gelesen habe, weil die mich nicht ansprechen - und bei denen ich auch im TV gleich weiterzappe. Zum einen ist es das Genre Thriller/Horror, das ist mir einfach zu brutal und blutig. Dann mag ich keine Fantasy, oder zumindest nur in Spuren zugesetzt. Als letztes kommt  Science Fiction - da kann ich gar nichts mit anfangen, ich interessiere mich lieber für Dinge, die auf der Erde geschehen, der Weltraum ist mir ziemlich schnuppe. 


Ich lese lieber Romane und Krimis. Deshalb erwarten euch diese und nächste Woche Rezensionen zu "Mord in Honeychurch Hall", "Die Frauen der Rosenvilla", "Das Flüstern der Wände", "Das Olivenhaus", "Bloody Rosemary" und "Tante Poldi und die sizilianischen Löwen".

Habt einen guten Start in die neue Woche! 

Samstag, 2. Mai 2015

Krimi: Wer im Dunkeln bleibt von Deborah Crombie

Klappentext:
Am Londoner St. Pancras Bahnhof wird ein Bombenanschlag verübt, bei dem mehrere Menschen sterben. Ryan March, Mitglied einer Protestgruppe, der eine verdächtige Tasche mit sich führte, gehört zu den Toten. War er der Täter? Superintendent Duncan Kincaid übernimmt die Ermittlungen, muss aber feststellen, dass die einzelnen Puzzleteile des Falls überhaupt nicht zueinanderpassen. Mit Hilfe seiner Frau, Inspector Gemma James, kommt er schließlich peu à peu den Hintergründen der Tat auf die Spur. Doch was er entdeckt, ist unfassbar grausam ...



Ich liebe diese Serie! Vor Jahren hab ich vereinzelte Bände gelesen, fast jedes Jahr eins. Bis ich letztes Jahr alle bisher erschienenen 15 Bücher in einem Rutsch direkt nacheinander durchgelesen habe. Das Warten auf Band 16 dauerte seither eine gefühlte Ewigkeit! Jedes neue Buch ist so ein bisschen wie ein Verwandtenbesuch, bei dem man bei Familie Kincaid James für ein paar Tage ins Gästezimmer zieht und mitten drin dabei ist. 
Im Haus gibt es neuerdings auch anderen Zuwachs, vierbeinigen, den die Jungs entdeckt haben und natürlich behalten wollen. Doch immer noch weiss die Familie nicht wie lange sie im Haus der Tochter von Duncans ehemaligem Chef Denis Childs wohnen können. Childs und seine Tochter Liz sind wie vom Erdboden verschwunden. 
Auch sonst ist vieles ungewiss. Duncans neue Stelle in Holborn, Gemmas Beförderung. Viel Zeit um darüber nachzudenken bleibt ihnen nicht: Gemma und Melody stecken in einem schwierigen Fall fest; sie kennen den Täter, konnten ihn aber noch nicht überführen. Dann wird Melody Zeuge eines Brandbombenanschlags, dessen Ermittlung Duncan zum Glück übernimmt. Da er seinem neuem Team nicht traut, hilft ihm inoffiziell auch sein ehemaliger Sergeant Doug Cullen, der wegen eines Unfalls Schreibtischdienst schiebt. Zusammen kommen sie nicht nur den Tätern, sondern auch anderen ungeheuerlichen Zusammenhängen auf die Spur 
Hier endet Band 16, und weist so wohl ein wenig auf Band 17 hin - ich vermute einen Zusammenhang mit dem Verschwinden von Duncans Chef. 

Bis auf das angebliche "Chef besucht kranke Tochter im Ausland und beide sind unauffindbar" (was mir zu platt rüber kommt, denn wenn man wirklich wollte, hätte Duncan und/oder Scotland Yard Denis Childs in Singapur oder wo auch immer sicherlich aufgespürt), fand ich "Wer im Dunkeln bleibt" wieder sehr gelungen. Ich hoffe, dass Band 17 Licht ins Dunkel bringt, was dieses ominöse Verschwinden betrifft. Ich mag nicht, wenn sich solche Geheimnisse über mehrere Bände hinwegziehen, irgendwann sind sie nur noch nervig. So ähnlich wie die Story um Red John bei The Mentalist oder bei Major Crimes. Da mag man gar nicht mehr einschalten...
Aber das sind jetzt alles Vermutungen und Spekulationen über den 2016 erscheinenden neuen Band. 

Fazit: Das vorliegende Buch jedenfalls erfüllt alles, was Krimileser gerne haben: Unterhaltung, Spannung und solide Ermittlungsarbeit. 4.5 Punkte. 

Freitag, 1. Mai 2015

Krimi: Rendezvous auf dem Friedhof Feriköy von Baris Uygur

Klappentext:
"Nach dem Zahlvorgang um 14:18 Uhr verliess Deniz Deren, oder, wie sie sich selbst nannte, Deniz Cengiz Deren den Supermarkt. Der Typ, dessen Aufgabe es war, den Einkaufswagenstau vor dem Laden zu beseitigen, erinnert sich an sie. Seiner Aussage nach fuhr, nachdem Deniz Hanim den Supermarkt verlassen hatte, ein schwarzer Tofas an den Bürgersteig heran; Deniz Hanim wechselte ein paar für den Zeugen aus der Entfernung nicht zu verstehende Sätze mit dem Mann auf dem Beifahrersitz und nahm dann auf der Rückbank Platz. Das war das letzte Mal, dass Deniz Cengiz Deren gesehen wurde."


Der faule Ex-Polizist Süreyya Sami hat seinen sicheren Job auf dem Polizeirevier gegen einfache Auftragsarbeiten eingetauscht. Er jobbt als Handwerker, Helfer bei Behördengängen und manchmal auch als Detektiv. Sein Hobby ist lesen - vor allem alte Zeitungen.
Er soll im Auftrag von Herr Deren, einem Sportjournalisten, herausfinden, weshalb seine Ehefrau so kurz nach der Hochzeit verschwunden ist. Süreyya glaubt nicht an eine Entführung und macht sich auf die Suche nach Deniz. Hilfe bekommt er von Deniz bester Freundin Emel. Mit ihr lässt er sich sogar auf einen Flirt ein - sein grösstes Problem dabei ist die Krawattenfrage.   

Auf den 174 Seiten geht es mehr darum, wie Süreyya sein Leben und seine Jobs managt als um die Entführungsgeschichte an sich.   
So ist der Fall bald erzählt, denn trotz Süreyyas gemächlichen Art ist er schnell erfolgreich. Zum Glück gibt es am Schluss eine kleine überraschende Wende, sonst wäre die "Krimihandlung" nicht nur kurz, sondern eher auch langweilig gewesen. 

Süreyya Bay kann es weder mit Remzi Ünal (Celil Oker) noch mit Kati Hirschel (Esmahan Aykol) aufnehmen, den anderen literarischen Detektiven von Istanbul. Er ist mir aber nicht mal sonderlich unsympathisch, nein, er erinnert mich sogar an türkische Bekannte, die ihr Leben ähnlich leben. Es ist mehr der schnell und fast glatt aufgelöste Entführungsfall, der mich stört. Vielleicht müsste ich noch Band 2 lesen, könnte ja sein, dass der spannender ist. Doch viel Lust dazu hab ich nicht. 
3.5 Punkte.