Samstag, 16. Mai 2015

Krimi: Tante Poldi und die sizilianischen Löwen von Mario Giordano

Klappentext:
Meerblick. Sonne. Ruhe. Mehr will Poldi nicht, als sie kurz nach ihrem sechzigsten Geburtstag von München nach Sizilien zieht. Dabei hat sie aber nicht mit der Familie ihres verstorbenen Exmannes gerechnet. Denn die, Sizilianer durch und durch, wollen Poldi natürlich das Dolce Vita nahebringen. Das wars dann mit der Ruhe. Als wäre damit nicht genug: Eines Tages verschwindet Valentino, der Poldi in Haus und Garten ausgeholfen hat, spurlos. Ist etwa in die Fänge der Mafia geraten? Poldi macht sich auf die Suche - und kreuzt dabei schon bald den Weg des attraktiven Commissario Montana. Der will zwar nicht, dass Poldi ihre Nase in den Fall steckt, aber wenn ein bayerischer Vulkan erst mal ausbricht, ist er kaum zu stoppen. 

Mario Giordano schuf mit "Tante Poldi und die sizilianischen Löwen" den Auftakt zu einer neuen, witzigen Krimireihe.

Im Vordergrund steht Isolde Oberreiter, von allen nur Tante Poldi genannt. Nach dem Tod ihres Mannes Peppe, einem Halodri, zieht sie nach Sizilien. Alleine ist sie nicht, denn ihre Schwägerinnen lassen keine Langeweile aufkommen. Poldi ist extrovertiert, auffällig gekleidet - von Schwermut, wie es zwar immer heisst im Buch, keine Spur. 
Ich glaube auch nicht, dass sie tatsächlich depressiv ist, sondern durch ihre Art von himmelhochjauchzend zu Tode betrübt einfach alles übertreibt und somit Emotionen verstärkt. Seien es positive Erlebnisse, die dann samt und sonders ausgeschmückt werden, oder negative, die sie dann schlimmer erscheinen lässt, als sie tatsächlich sind. Poldi trägt Perücke (Wieso eigentlich? Nur um aufzufallen?), trinkt gerne und oft Alkohol, lässt ihn aber sympathischerweise weg, wenn es drauf ankommt. Eine extravagante ältere Frau mit bayrisch-sizilianischem Lokalkolorit wird hier zur Ermittlerin erkoren.

Als Poldi endlich ein schönes Häuschen gefunden und sich eingelebt hat, verschwindet plötzlich Valentino, der für Poldi Arbeiten im Haus erledigt hat. Auf der Suche nach ihm lernt sie Valérie kennen, die ihr zu einer Freundin wird. Vor deren Haus ist ein Torlöwe verschwunden. Poldi vermutet dass Valéries Nachbar Russo für das Verschwinden von Löwe und Valentino verantwortlich ist. Ist sie auf der richtigen Spur? Schliesslich war Poldis Vater Hauptkommissar bei der Kripo Augsburg, da hat sie das Ermitteln quasi im Blut und kann es nicht lassen Kommissar Montana dreinzufunken. Torlöwe wie auch Valentino tauchen wieder auf, soviel sei verraten. Jedoch nicht wo und in welchem Zustand.  

Erzählt wird die Geschichte von Poldis Neffen, der zwischen München und Torre Archirafi einmal monatlich hin- und herfliegt. Bei seinen Besuchen bei Poldi erzählt sie ihm jeweils was geschehen ist und schmückt ihre Berichte ein wenig aus. Der Neffe, Möchtegern-Autor, schweift leider auch sehr oft ab. Aus einem Satz oder einem Wort wird oft eine seitenlange, blumige Abhandlung. Mir wurde das zuviel und habe diese Ausführungen mit der Zeit nur noch quergelesen und mich aufs Wesentliche, die Krimihandlung konzentriert. Diese war nicht langweilig - solange man alles andere ausblendet.  
Mir hätte das Buch sicher besser gefallen, wenn es direkt, ohne Umweg über den Neffen, geschrieben worden wäre. 

Fazit: Ein amüsanter Cosy-Krimi mit extravaganter Ermittlerin unter der sizilianischen Sonne, der mit weniger Nebensächlichkeiten und weniger "Mei" einen halben Punkt mehr von mir bekommen würde.
3.5 Punkte. 

Herzlichen Dank an den Verlag luebbe, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat!

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