Mittwoch, 6. Mai 2015

Das Flüstern der Wände von Rebecca Michéle

Klappentext:
Cornwall 1940: Um den Bombenangriffen auf London zu entgehen, bringt Robert Carlyon seine Familie nach Cornwall, wo sie auf dem Landsitz Higher Barton eine Bleibe finden. Während Roberts Frau und sein Sohn sich zunächst schwer in das Landleben einfügen, ist die siebzehnjährige Eve von dem Herrenhaus sofort begeistert. Doch nachts meint sie, jemanden ihren Namen rufen zu hören. Eve erfährt, dass Mitte des 19. Jahrhunderts die junge Evelyn Tremaine spurlos verschwunden ist. Seitdem soll ihr Geist in den Mauern umgehen. Welches Geheimnis birgt Higher Barton und welche Rolle spielt der alte Lord Tremaine? Eve beginnt nachzuforschen und stösst auf eine unglaubliche Geschichte, die auch ihr eigenes Leben nachhaltig verändern wird.

Wer die Mabel Clarence-Serie von Rebecca Michéle gelesen hat, kennt die Gerüchte über Higher Bartons angeblichen Hausgespensts. In "Das Flüstern der Wände" nimmt die Autorin die Geschichte von des vermeintlichen, im Haus herumspukenden, Geistes von Evelyn Tremaine auf. 

Das Baugerüst des Romanes ist aber nicht die Story rund um Evelyn, sondern Eves Geschichte - sie wird während dem Krieg zusammen mit Bruder Mickey und ihrer meistens "unpässlichen" Mutter Melanie zu ihrer Verwandten Helen nach Higher Barton geschickt. Eve hilft ihrer Tante im Haushalt und ist sehr neugierig auf das grosse Haus, in dem auch Helens Schwiegervater Alwyn wohnt und ungestört bleiben will. Während Eve zusammen mit Mickey verbotenerweise das Haus erkundet, werden sie von Lord Alwyn erwischt. Er bittet Eve, ihm nun täglich seinen Tee zu bringen - was Eve ausnutzt um ihn über die vor vielen Jahren verschwundene Evelyn auszufragen. Alwyn wird sauer und erzählt zuerst kaum etwas, doch ein wenig mehr erfährt sie von Billy Penrose, der in der Nachbarschaft wohnt. 
Evelyns spannende Geschichte spielt ab 1850 - sie lebt zusammen mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter Clarissa und ihrem Stiefbruder Ralph auf Higher Barton. Ihrem Vater, Lord Tremaine, gehören zwei Minen in der Umgebung und hat gerade die dritte, Wheal Kerris. Eve interessiert sich sehr für den Minenbau und würde am liebsten eine Ausbildung machen, aber damals war das für Mädchen tabu. Auch als leibliche Tochter von Lord Tremaine erbt nicht sie, sondern ihr adoptierter Stiefbruder Ralph eines Tages die Minen. Ralph aber lebt bereits seit zwei Jahren im Ausland, er liebt Luxus und interessiert sich überhaupt nicht für Arbeit, schon gar nicht für Minenbau. Da Lord Tremaine ihm den Geldhahn zudrehen will, kommt Ralph widerwillig nach Higher Barton zurück. Jetzt überschlagen sich die Ereignisse: Evelyn verliebt sich und in der Mine ereignet sich ein schrecklicher Unfall... 

Schon auf den ersten Seiten fühlte ich mich "abgeholt" und so blieb es während der ganzen Lektüre über. Ein spannend erzählter Roman, den man nur ungern weglegt. Die Autorin schafft es hervorragend beide Zeitebenenen miteinander zu verbinden, ohne dass eine der beiden Geschichten darunter leidet.  
Verdiente 5 Punkte. 

Wer mehr zum Roman und über die Hintergründe der Mabel Clarence-Serie wissen möchte, dem sei der Gast-Blogbeitrag der Autorin Rebecca Michéle in Claudias Bücherregal empfohlen! Ich fand es sehr interessant zu lesen, wie die Autorin auf die Ideen zu den Büchern kam und wie - und vor allem wann - sie diese Ideen umsetzten durfte. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen