Mittwoch, 29. Oktober 2014

Winterapfelgarten von Brigitte Janson

Klappentext:
Claudia Konrad ist außer sich. Mit 51 soll sie plötzlich zu alt sein für ihren Job in einer Parfümerie? Nicht besser geht es ihrer Tochter Jule, die nach einem schrecklichen Unfall kaum noch das Haus verlässt. Ihre Freundin Sara ist dagegen müde – von ihrer langweiligen Ehe. Schluss damit, jetzt wird alles anders, denken sich die Freundinnen und ziehen auf einen Apfelhof im Alten Land. Tolle Idee, aber Gebäude können morsch, Äpfel wurmstichig und attraktive Nachbarn eigenbrötlerisch sein. Die Katastrophe naht. Der Rettungsengel auch. Rentnerin Elisabeth, auf der Flucht vor Altersheim und wohlwollender Verwandtschaft, strandet auf dem Hof und bringt mit viel Charme Ordnung in das Chaos.

Als die in Hamburg wohnende, toughe Highend-Parfümerie-Verkäuferin Claudia erfährt, dass man sie in die Logistik versetzen will, kündigt sie spontan ihren Job. Noch benebelt von ihrem Mut setzt sie sich auf eine Bank und entdeckt darauf einen vergessenen Apfel. Sie isst ihn und wird nun fast besessen von diesem Apfel und will unbedingt wissen, wie diese Apfelsorte heisst. 
Einige Tage später fährt sie mit Sara, einer frisch geschiedenen Anwaltsgattin, ins "Alte Land". Dort entdecken sie einen zum Verkauf ausgeschriebenen alten Bauernhof. Zufällig wachsen auf diesem Hof noch Winterglockenapfel-Bäume - eben jene Sorte Apfel, die Claudia einige Tage zuvor auf der Bank in Hamburg gegessen hat. Aus einem Gefühlsmix zwischen Nostalgie und Neuanfang für sie und ihre verunfallte Tochter Jule, beschliesst Claudia den Hof zu kaufen. Das geht problemlos, denn ganz zufälligerweise erbte sie vor einem Jahr Geld ;-)

In diesem Jahr scheinen Bücher mit "Apfel" im Titel sehr in Mode zu sein: "Der Apfelsammler", das noch erscheinende "Apfelrosenzeit" und das mir nun vorliegende, der "Winterapfelgarten".

Am Anfang hat mich das Buch richtig gepackt. Ich konnte kaum abwarten, bis endlich der Apfelhof ins Spiel kam. Als ich zwischendurch erfahren habe, dass Claudia plant Naturkosmetik herzustellen, hab ich mich echt gefreut - ein tolles Thema, das in Romanen leider praktisch nie vorkommt. 
Es geht um drei, später vier Frauen, die alle einen Neuanfang wagen. Alle vier machen bis zum Ende des Buches eine Verwandlung durch, die einen mehr, die anderen weniger. Jule nervte mich, sie war mir viel zu motzig und pessimistisch drauf. Am besten hat mir Elisabeth gefallen, von ihr erfährt man am wenigsten und auch ihre Veränderung ist am kleinsten. Trotzdem schien sie mir die Authentischste und Zufriedenste zu sein. 
Der Roman spielt in Hamburg und Umgebung, im "alten Land", das für seine Apfelzucht bekannt ist. Die Autorin packte Wissenswertes über Land und Leute in die Geschichte hinein. So bekommen Leute wie ich, die noch nie vor Ort waren, einen schönen Überblick dieser besonderen Region.
Leider mutiert das Buch am Schluss zum Liebesroman und nimmt ihm somit das Besondere. Als könnte frau nur mit Partner glücklich sein! Ich hätte gerne mehr von diesen besonderen Äpfeln gelesen; ebenso hätte mich interessiert was Claudia mit ihrem Apfelhof weiter plante und ob sie mit ihrer Kosmetiklinie erfolgreich wurde. Stattdessen spielt die Liebe in meinen Augen eine viel zu grosse Rolle. Schade. 

Toller Anfang, seichter Schluss. 4 Punkte. 

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