Mittwoch, 8. Oktober 2014

Krimi: Mabel Clarence von Rebecca Michéle

Rebecca Michéle, Jahrgang 1963, lebt mit Mann und Katze in der Nähe von Stuttgart. Mindestens einmal im Jahr reist sie nach England und recherchiert Schauplätze und Hintergründe ihrer Bücher. Rebecca Michéle ist einer ihrer Pseudonyme, sie veröffentlicht auch als Ricarda Martin, Mia Richter oder Michelle Ross. Ich kenne von ihr (ausser der Marble Clarence-Serie) nur das unter dem Namen Michelle Ross veröffentlichte Buch "Die verlorene Zeit", ein ganz toller lesenswerter Roman! Neben den historischen Romanen, die siseit 14 Jahren schreibt, hat sie vor wenigen Jahren eine Art cornische Miss Marple erschaffen: 

Mabel Clarence, 1949, ist eine alleinstehende, seit 2 Jahren pensionierte Krankenschwester aus London. Sie besucht auf Einladung hin nach vielen Jahren ihre Cousine Abigail Tremaine in Lower Barton, einer fiktiven Ortschaft Nahe Polperro. Das Anwesen Higher Barton ist ebenfalls fiktiv und seit Erbau im 16. Jahrhundert im Besitz der Familie Tremaine. Abigail möchte sich nach 40 Jahren endlich mit Mabel versöhnen und hat ihr das Herrenhaus Higher Barton vermacht; Abigail zieht am Ende von Band 1 nach Südfrankreich.
Da Mabel nicht auf Higher Barton wohnen möchte, kauft sie sich zwischen Band 1 und 2 ein kleines gemütliches Cottage. Weil es ihr als Pensionierte zu langweilig ist, arbeitet sie bei Tierarzt Victor Daniels als Haushälterin.
Victor ist ein schroffer Kerl, der mehr mit Tieren als mit Menschen kann. Doch mit Mabel kommt er erstaunlicherweise gut aus. Er hilft ihr jeweils bei ihren Ermittlungen. Das wiederum gefällt Chief Inspector Randolph Warren gar nicht. Er ist genervt von Mabel, da sie seiner Meinung nach aus einer Fliege einen Elefanten macht und Dinge sieht die gar nicht sein können… Ausser in Band 3, da findet er ihre Idee gut und spannt Mabel ein. Sergeant Christopher Bourke hingegen mag Mabel sehr gut, da sie ihn an seine verstorbene Grossmutter erinnert und gibt ihr öfters Hinweise auf die Ermittlungen. 
Weitere Protagonisten sind Emma und George Penrose, Verwalter auf Higher Barton. Daniels Patensohn Alan Trengrove ist Anwalt mit Kanzlei in Truro und hilft Victor und Mabel öfters mit Hintergrundinformationen aus. 

Bei diesen Cornwallkrimis handelt es sich um kurzweilige Geschichten. Am Anfang des ersten Bandes war ich mir noch nicht sicher, ob ich Mabel mag oder nicht. Doch schnell wurde sie mir mit ihrer neugierigen Art sympathisch. Sie erkennt Zusammenhänge, die der oft müde und überhebliche Chief Inspector Warren nicht sehen will. Er wäre besser dran, wenn er dem Gespür von Mabel trauen würde! Bald fühlte ich mich auch in Lower Barton heimisch. Oft lag ich mit meinen Vermutungen um die Täterschaft richtig, oder zumindest in der Nähe… Eine sympathische Serie, die man immer lesen kann. 

Und damit ich doch noch ein wenig reklamieren kann: In Band 2 wird alles was mit Cornwall zu tun hat, also z.B. "cornisch" mit "k" geschrieben. Die automatische Rechtschreibüberprüfung war anscheinend irritiert und macht einige Male aus "kornisch" ein "komisch". Dies erzeugt beim Lesen Stolperer und man muss zumindest beim ersten Mal zurückblättern, weil man erstaunt ist, dass es komische Pasteten und ähnliches geben soll….. Ab Band 3 wird das umgangen, indem wieder mit "c" geschrieben wird…

Mittlerweile sind vier Bände erschienen, dazu eine Kurzgeschichte, die zwischen Band 2 und 3 spielt. Nächstes Jahr soll ein Buch rauskommen, das die Legende des angeblichen Hausgespenstes Evelyn erklären soll. 


Band 1, Die Tote von Higher Barton:
Mabel Clarence ist sich sicher: Noch vor ein paar Minuten lag in der Bibliothek des Herrenhauses eine kostümierte tote Frau - erdrosselt mit einem Strick. Doch nun ist sie verschwunden, ohne jede Spur. Und wo keine Leiche, da keine Ermittlungen. Glauben schenkt der älteren Besucherin aus London nur ein kauziger Tierarzt. Also stellt Mabel in bester Miss-Marple-Manier eigene Nachforschungen an und versinkt immer tiefer im undurchsichtigen Sumpf der Vergangenheit - bis sie selbst in die Schusslinie des Mörders gerät ...

Band 2, Der Tod schreibt mit:

Der Schriftsteller Clark Kernick wird brutal erschlagen in seinem Cottage aufgefunden. Für die Polizei ist der Täter schnell gefunden - Harrison Hickery. Dessen Ehefrau hatte eine Affäre mit dem Autor und deswegen ihren Mann verlassen. Als sich Harrison in der Untersuchungshaft das Leben nimmt scheint der Fall gelöst. Doch dann entdeckt Mabel Clarence ein Geheimnis - und begibt sich dabei selbst in tödliche Gefahr.

Band 3, Schatten über Allerby:

Die junge und attraktive Lady Michelle Carter-Jones ist tot, angeblich ist es Selbstmord - und das, obwohl sie wenige Tage zuvor zusammen mit Mabel Clarence eine große Geburtstagsparty für ihren älteren, an den Rollstuhl gefesselten Ehemann geplant hat. Für Mabel steht fest: Allen scheinbaren Beweisen zum Trotz - da kann etwas nicht stimmen!
Als Pflegerin für Lord Carter-Jones getarnt, schleicht sie sich auf dem Herrensitz Allerby House ein und kommt einem schrecklichen Familiengeheimnis auf die Spur, das sie selbst in größte Gefahr bringt.

Band 4, Ein tödlicher Schatz:
Bei Aufräumarbeiten entdeckt Mabel Clarence menschliche Knochen in den Mauern des Herrenhauses Higher Barton. Sofort flammt das alte Gerücht wieder auf, dass eine junge Frau als Gespenst umgehen soll. Bei dem Toten handelt es sich allerdings um einen Mann, der bereits vor zehn Jahren gestorben ist und dessen Leiche in dem Herrenhaus verborgen wurde. 
Abigail, die frühere Eigentümerin, muss als Zeugin anreisen und gerät schließlich ins Visier der Ermittler. Als ein Goldschatz aus dem 16. Jahrhundert gefunden wird, vermutet Mabel einen Zusammenhang. Doch ist das die richtige Spur? Mabels kriminalistischer Spürsinn ist erneut gefragt. Als sie schließlich die Wahrheit erkennt, gerät sie in tödliche Gefahr.

Kurzgeschichte, Der Kürbismörder:
Obwohl Victor sich bei einem Sturz am Bein verletzt hat, kann Mabel ihn überreden, mit ihr das alljährliche Kürbisfest in Lower Barton zu besuchen. Das Fest gilt als einer der Höhepunkte des Jahres in der kleinen Ortschaft. Doch dieses Jahr sollte es nicht friedlich enden wie erwartet - und Mabels Spürsinn ist wieder gefragt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen