Dienstag, 4. März 2014

Der Winterpalast von Eva Stachniak

Klappentext: 
Geheime Gänge, verdeckte Türen, dunkle Nischen: Als die Waise Varvara als Dienstmädchen in den Winterpalast kommt, lernt sie schnell, sich ihre Verschwiegenheit und ihren aufmerksamen Blick zunutze zu machen. Keine Intrige, die ihr entginge, kein Getuschel, das ihren Ohren verborgen bliebe. Schnell wird sie zu einer der wichtigsten "Spioninnen" im Palast. Als die junge Sophie von Anhalt-Zerbst - die spätere Katharina die Grosse - an den Hof kommt und auf dem Weg zur Macht eine Verbündete braucht, wird Varvara ihre engste Vertraute. Schliesslich erklimmt Katharina den Zarenthron - aus der unerfahrenen Fremden wird eine der mächtigsten Frauen ihrer Zeit. Eva Stachniaks opulenter Roman über die ungewöhnliche Freundschaft zweier Frauen führt den Leser in eine Welt, in der Leidenschaft und Vertraulichkeit auf Heimtücke und Verrat treffen - in die abgründig-geheimnisvolle Welt des russischen Zarenhofs, gehüllt in schweren Brokat und knisternde Seide. 

Nachdem kurz nacheinander Barbaras Eltern sterben, kommt die junge Polin in den Winterpalast, so wie die Zarin - Elisabeth Petrowna - es Barbaras Vater versprochen hat. Zuerst arbeitet sie als Dienstmädchen und Näherin, wird aber bald vom Kanzler als "Spionin" ausgebildet und steigt auf, zur "Kleiderfrau" von Elisabeth und zur "Vorleserin" für Peter. Als Sophie von Anhalt-Zerbst als mögliche Braut für Peter in den Palast kommt, wird Barara ihre Vertraute. Sie bewegt sich geschickt im Zarenpalat mit all den vielen versteckten Zimmern oder losen Dielen, die als Gucklock dienen und erfährt so vieles, was andern versteckt bleibt. Sie ist die Beobachtende, und da der Roman aus ihrer Sicht geschrieben wird, schlüpft der Leser in ihre Haut. 

Dieser Roman erzählt von den späten Regierungsjahren von Elisabeth Petrowna und den frühen Jahre von Sophie, die spätere Katharina der Grossen in Russland. Es skizziert die Geschichte Russlands zu ihrer Zeit auf eine aussergewöhnliche Weise - durchs "Guckloch". 

Gerade deswegen hat mir "der Winterpalast" sehr gut gefallen, obwohl mir die Machtplänkeleien, Intrigen oder die vielen Liebhaber von Elisabeth (die sich wohl alle Einfluss erhofften) oft zu viel waren. Man bekommt ein eindrückliches Bild vom Russland des 18. Jahrhundert. Russlands Geschichte ist mir nicht sehr nahe und gerade durch den speziellen Blickwinkel dieses Romans wurde sie mir näher gebracht. Der Roman macht auch grosse Lust auf eine Reise nach St. Petersburg, um sich den Zarenpalast selbst mal anzusehen. Vielleicht findet man ja noch versteckte Zimmer :-) 
Jedenfalls eine sehr spannende Lektüre! 4 Punkte


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