Freitag, 13. Dezember 2013

Jahrhundertwind-Trilogie Teil 1: Solang die Welt noch schläft von Petra Durst-Benning

Klappentext: 
Berlin, um 1890. Eine Gesellschaft, in der Männer die Zukunft bestimmen und Frauen gefälligst die Pedale einer Nähmaschine und nicht die eines Fahrrads zu treten haben. Doch der Jahrhundertwind fegt durch die Strassen und flüstert verheissungsvoll von Aufbruch und Abenteuer. Drei Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein können: Josefine, die Tochter eines Hufschmieds bricht in die Männerdomäne des Radfahrens ein und wird bitter dafür bestraft. Die brave Apothekertochter Clara will endlich frei sein von der Tyrannei ihrer Eltern. Und die Fabrikantentochter Isabelle sehnt sich nach der grossen Liebe. Die Konventionen der Kaiserzeit, Standesdünkel und Vorurteile machen den jungen Frauen das Leben scher: Doch der Wunsch nach Selbstbestimmung und Freiheit ist unbezähmbar. Mutig macht sich das Freundinnentrio auf seinen Weg in eine neue, bessere Zukunft.  

Der erste Teil der Trilogie, das Buch "Solang die Welt noch schläft", beginnt an an einem sehr ungewöhnlichen Ort - und schon ist man mitten drin in der Geschichte. 
Die drei Protagonistinnen sind gute Freundinnen und doch sehr unterschiedlich: 
Clara träumt vom Heiraten; Isabelle dagegen will Velofahren und nicht heiraten, bzw. zumindest nicht denjenigen, den ihre Eltern vorgesehen haben; Josefine träumt vom Velofahren und von Velos reparieren. 

In diesem Buch geht es hauptsächlich um Josefine, die auf einer Kur im Schwarzwald Velofahren lernt und seitdem "angefressen" ist davon. Unvorstellbar für uns heute, dass vor 120 Jahren Velofahren im Allgemeinen und im Besonderen für Frauen als unschicklich und äusserst schädlich angesehen wurde und teilweise sogar verboten war. Deshalb suchen die Freundinnen nach Mitteln und Wegen um ihre Träume trotzdem zu verwirklichen: wie z.B. eine Velofahrt morgens um 5 Uhr, eben "Solang die Welt noch schläft". Oder am Ende des Buches Josefines und Isabellas Teilnahme an einem Velorennen in Dänemark. 
Dazwischen passiert ganz viel, es bleibt von der ersten bis zur letzten Seite extrem spannend. 

Wie immer möchte ich auch nicht zu viel verraten. Ich selbst mag zu ausführliche Rezensionen, die die jeweilige Handlung verraten gar nicht; meine Rezensionen sollen "gluschtig" machen auf das Buch und keine Zusammenfassung liefern. Deshalb verrate ich nur soviel: Josefines Träume werden sich auf die eine oder andere Weise erfüllen. 

Fazit: Das Buch überzeugt: wir begleiten lesend das Leben von drei jungen Frauen, und erfahren viel über die Historie des Velofahrens - etwas, was für uns heute normal und alltäglich ist, aber vor noch nicht allzu langer Zeit sehr suspekt war. Top! 5 Punkte. 


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